Ivan Pyrjev

Portrait Ivan Pyrjev
Regisseur, Autor - Russland
Geboren 4. November 1901 in Kamen-na-Obi, Altai
Verstorben 7. Februar 1968 in Moskva
Pseudonyme oder andere Schreibweisen des Namens : Iwan Pyriew, Иван Александрович Пырьев, Iwan Piriew, Iwan Alexandrowitsch Pyrjew, Ivan Alekszandrovics Pirjev,

Mini-Biography:
Ivan Pyrjev wurde am 04. November 1901 in Kamen-na-Obi, Altai geboren. Ivan Pyrjev war ein russischer Regisseur, Autor, bekannt durch Freundschaft siegt (1952), V shest' chasov vechera posle vojny (1944), Skazanije om zemlje Sibirskoj (1947), 1923 entstand sein erster genannter Film. Er war verheiratet mit Ada Vojtsik, Marina Ladjnina und Lionella Pyrjeva. Ivan Pyrjev starb am 7. Februar, 1968 in Moskva. Sein letzter bekannter Film datiert 2012.
Biographische Notizen : Sowjetischer Regisseur und Drehbuchautor des russischen Films, war einer der bedeutendsten Vertreter des stalinistischen Kinos, sechfacher Stalin-Preisträger und Volkskünstler der UdSSR.
Ivan Pyrjev wurde in Kamen-na-Obi, Altai, Sibirien, geboren, von seiner bäuerlicher Abstammung sollten später seine Filme Zeugnis geben. Noch als Jugendlicher als Soldat, fand er sich nach der Oktoberrevolution in der Agitationsabteilung der Roten Armee. Seine frühen Theatererfahrungen brachten ihn zu Vsevolod Mejerhold Inszenierung von Ostrovskijs "Der Wald" und in Sergej Eisensteins Proletkult-Theater "Der Mexikaner". In dieser Zeit auch erste Begegnungen mit dem Theater und dem Kino, so etwa als Schauspieler in Eisensteins erstem Kurzfilm "Glumovs Tagebuch".

In den späten Zwanziger Jahren arbeitet Pyrjev vor allem als Regieassistent bei den Regisseuren Jurij Tarich und Jevgenij Ivanov-Barkov bis er dann 1929 mit der Komödie "Postoronnjaja zhenshchina" ("Die fremde Frau") seinen ersten - heute verlorenen - Spielfilm inszenierte. In die erste Schaffensphase fällt neben Agitationsfilmen wie "Das Fliessband des Todes" oder "Das Parteibuch" auch eine exzentrische Komödie nach einem Drehbuch von Mikhail Bulgakov, die 1934 verboten wurde. [Oksana Bulgakowa, Das befreiende Lachen, eine kurze Geschichte des Osteuropäischen Humors, Wiesbaden 2012]

Pyrjev spezialisierte sich danach auf Filme über das Leben der Bauern in den Kolkhosen, und seine Themen entsprachen den Anforderungen, die 1938 im März auf einen Erlass Josef Stalins für die Neuausrichtung der sowjetischen Filmpolitik als für die gesamt Stalin-Ära als verbindlich galten: die musikalische Filmkomödie wurde zu einem Hauptgenre des stalinistischen Films und Pyrjev's mit leichter Hand inszenierte "Musicals" kontrastierten mit der grimmigen Realität des blutigen Weltkrieges oder des opferreichen Wiederaufbaus.

So wie Aleksandrrov in "Volga-Volga" einen Musikwettbewerb in Moskau zum Thema seines Filmes machte, wählte Pyrjev die Gesamtrussische Landwirtschaftsausstellung in Moskau als Schauoplatz für "Sie trafen sich in Moskau", oder wie der Film wörtlich im Original hiess, "Die Hüterin der Schweine und der Schäfer". Dies war der letzte Film der vor dem Überfall der Deutschen auf die Sowjetunion gedreht wurde, die Premiere war am 6. Juni 1941, am 22. Juni rollten die Panzer über die Grenze.

Pyrjevs grossen Erfolge waren Filme wie "Traktoristen", "Sie trafen sich in Moskau", "Das Lied von Sibirien" oder "Kubankosaken" - jeder dieser Filme wurde mit dem Stalinpreis ausgezeichnet, ebenso wie "Der Kreissekretär" und "Um 6 Uhr abends nach dem Krieg". Letzterer nahm mit der Siegesfeier das bevorstehende Ende des Krieges und den Sieg der Roten Armee über die faschistischen Horden vorweg. Pyrjev erhielt dreimal dem Lenin-Orden und wurde 1948 zum Volkskünstler der UdSSR ernannt. 1951 drehte Pyrjev zusammen mit Joris Ivens den Bericht über die Weltjugendfestspiele in Berlin 1951 unter dem Titel "Freundschaft siegt" als erste Koproduktion der DDR mit der Sowjetunion.

Nach Stalins Tod beschäftigte sich Pyrjev mit Gegenwartsthemen wie der Lebensweise der Frauen in der sowjetischen Gesellschaft in "Irrwege des Lebens" oder mit der Adaption russischer Klassiker und legte mit den Filmen "Der Idiot", "Weisse Nächte" und "Die Brüder Karamasov" gepflegte Literaturverfilmungen vor, letzter wurde gar als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert. Die Premiere des Films erlebte Pyrjev nicht mehr, er starb an 2. July 1968 in Moskau, in einem Moment, da auch das politische Tauwetter in der UdSSR wieder zu Ende ging. Der Regisseur wurde auf dem Moskauer Novodjevichi-Friedhof beigesetzt. Kirill Lavrov und Mikhail Uljanov stellten den Film fertig. 1969 wurde Pyrjev posthum mit dem Sonderpreis der Jury des Internationalen Filmfestivals Moskau für seine herausragenden Beiträge zum Kino ausgezeichnet.

1954 bis 1957 war Pyrjev, der erst nach Stalins Tod Mitglied der Kommunistischen Partei wurde, Direktor der Mosfilm Studios, und damit auch massgeblich an der Förderung junger Regisseure der sogenannten "Tauwetter"-Periode beteiligt. Von 1957 bis 1965 war er erster Vorsitzender der Vereinigung der Filmschaffenden der Sowjetunion.

"Pyrjev und ich haben uns nach drei Jahren getrennt," schrieb Sergej Eisenstein in seinen Memoiren. "Snobs und Ästheten mögen über die nicht immer ganz feinen Arbeiten Pyrjevs die Nase rümpfen. Aber sogar ihnen fällt es mitunter schwer, den Filmen die Treffsicherheit abzusprechen, ihre thematische Stosskraft, das Temperament und ihre ehrliche Begeisterung zu bestreiten. Und eines liegt auf der Hand: Ivan Pyrjev wurde viermal Stalinpreisträger.“ [Eisenstein, Sergei: Ich selbst. Memorien. S. 1158-1161]

Pyrjev war dreimal verheiratet, seine Witwe Lionella Pyrjeva, die Grushenka aus den "Brüder Karamasov", heiratete später den Schauspieler Oleg Strizhenov. Seine zweite Frau, Marina Ladjnina, war der Star seiner Musikfilme der Dreissiger und Vierziger Jahre: diese Filme, meist mit der Musik von Tikhon Khrennikov, waren ebenbürtig den Musikfilmen von Grigorij Aleksandrov mit Ljubov Orlova, und in seinen frühen Filmen spielte Pyrjevs erste Frau, Ada Vojtsik die Hauptrolle. Der gemeinsame Sohn Erik Pyrjev (1931-1970) aus dieser Ehe trat in einer Kinderrolle in Eisensteins "Ivan der Schreckliche" auf und wurde später ebenfalls Regisseur. (lhg 2012)

Ivan Pyrjev Filmographie [Auszug]
2012: Tajny sovjetskogo Kino - Vij (Geheimnisse des sowjetischen Kinos - Vij) (Darsteller: [Archivmaterial]), Regie Maksim Volodin, mit Georgij Kropachev, Konstantin Jershov,
2007: Marina Ladynina. Ot strasti do nenavisti (Darsteller: [Archivmaterial]), Regie Galina Grigorjeva, mit Vladimir Zeldin, Tatjana Konjukhova, Pavel Vinnik,
2007: Istorja kinonachalnikov, 50-e gody: Ivan Pyrjev, Ivan-stroitjel (Darsteller: [Archivmaterial]), Regie Andrej Ladoga, mit Aleksandr Mitta, Vladimir Naumov,
2006: Kak ukhodili kumiry - Marina Ladynina (Darsteller: [Archivmaterial]), Regie Mikhail Rogovoj, mit Marina Ladynina,
2006: Kak ukhodili kumiry - Ljudmila Marchenko (Darsteller: [Archivmaterial]), Regie Mikhail Rogovoj, mit Ljudmila Marchenko,
2005: Legendy mirovogo kino - Ivan Pyrjev (Darsteller: [Archivmaterial]), Regie Andrej Istrapov,
2005: Ljudmila Marchenko, Televizionnaja peredacha 'Moj Serebrjanyj shar' (Darsteller: [Archivmaterial]), Regie Vitalij Vulf, mit Ljudmila Marchenko,
1968: Bratja Karamazovy (Die Brüder Karamasow) (Regisseur), Regie Kirill Lavrov, mit Mikhail Uljanov, Lionella Pyrjeva, Kirill Lavrov,
1964: Svjet daljokoj zvezdj (Licht eines fernen Sterns, Das Licht eines weiten Sterns) (Regisseur), mit Lionella Pyrjeva, Nikolaj Aleksejev, Andrej Abrikosov,
1961: Nash obshchij drug (Schwere Entscheidung, Unser gemeinsamer Freund, Weit ist die Steppe) (Regisseur), mit Viktor Avdjushko, Natalja Fatejeva, Arkadi Arkadijev,
1959: Belye Nochi (Weisse Nächte) (Regisseur), mit Oleg Strizhenov, Ljudmila Marchenko, Anatoli Fedorinov,
1958: Idiot (Der Idiot) (Regisseur), mit Julija Borisova, Jurij Jakovlev, Nikita Podgornij,
1954: Ispytanije vernosti (Irrweg des Herzens, Treueprüfung) (Regisseur), mit Sergej Romodanov, Marina Ladynina, Leonid Gallis,
1952: Sportfest der Jugend (Regisseur), Regie Andrew Thorndike,
1952: Lied der Jugend (Regisseur), Regie Dmitrij Vasiljev,
1952: Freundschaft siegt (Regisseur: Künstlerischer Leiter und Hauptregisseur der Mosfilm), Regie Joris Ivens,
1949: Kubanskije Kazaki (Kubankosaken, Die Kosaken aus Kuban) (Regisseur), mit Marina Ladynina, Sergej Lukjanov, Vladimir Volodin,
1947: Skazanije om zemlje Sibirskoj (Das Lied von Sibirien, Die Mär vom sibirischen Land, Sibirische Sinfonie) (Regisseur), mit Vladimir Druzhnikov, Marina Ladynina, Boris Andrejev,
1944: V shest' chasov vechera posle vojny (Um sechs Uhr abends nach dem Krieg, Um sechs Uhr abends nach Kriegsende) (Regisseur), mit Marina Ladynina, Jevgenij Samojlov, Ivan Ljubeznov,
1942: Sekretar rajkoma (Sekretär des Rayonkomitees, Sekretär des Gebietskomitees) (Regisseur), mit Vasili Vanin, Marina Ladynina, Viktor Kulakov,
1941: Svinarka i pastukh (Sie trafen sich in Moskau, Glaschenka, Die Schweinehirtin und der Schäfer) (Regisseur), mit Marina Ladynina, Vladimir Zeldin, Nikolaj Krjuchkov,
1940: Ljubimaja devushka (Das Geliebte Mädchen, Die Geliebte) (Regisseur), mit Marina Ladynina, Vsevolod Sanajev, Leonid Kmit,
1939: Traktoristy (Junges Leben (Traktoristen)) (Regisseur), mit Marina Ladynina, Nikolaj Krjuchkov, Boris Andrejev,
1937: Bogataja Nevesta (Die reiche Braut, Marinka, ein russisches Mädchen) (Regisseur), mit Fjodor Kurikhin, Marina Ladynina, Boris Begzin,
1936: Partijnyj bilet (Das Parteibuch, Unter falschem Namen, Parteimandat) (Regisseur), mit Ada Vojtsik, Andrej Abrikosov, Igor Malejev,
1933: Konvejer smerti (Fliessband des Todes, Ware der Plätze) (Regisseur), mit Ada Vojtsik, Veronika Polonskaja, Tamara Makarova,
1931: Tokar Aleksejev (Drehbuch), Regie Viktor Shestakov, mit Aleksandr Gromov, Samson Poljakov, Jevgenija Melnikova,
1930: Budytje takimi (Seid wie jene) (Drehbuch), Regie Viktor Shestakov, Artashec Aj-Artjan, mit N Goloulina, Aleksandr Gromov, Sergej Gusev,
1930: Gosudarstvennij chinovnik (Der Staatsbeamte) (Regisseur), mit Maksim Shtraukh, Lidja Nenasheva, Naum Rogozhin,
1929: Peregon Smjerti (Die Todesstrecke, Bühne des Todes [lit.], Die letzte Etappe [lit.]) (Nach einer Vorlage von: Libretto), Regie Aleksandr Usoltsev-Garf, mit Aleksandr Chistjakov, Konstantin Efimov, V Semenova,
1929: Postoronnjaja zhenshchina (Die fremde Frau) (Regisseur), mit Georgij Muzalevskij, Olga Zhiznjeva, Konstantin Gradopolov,
1928: Tretya molodost' (Dritte Jugend [lit.]) (Drehbuch), Regie Vladimir Shmidtgof-Lebedev, mit Andrej Lavrentjev, Ksenija Denisova, A Brazhskij,
1928: Geroi domny (Die Helden des Hochofens [lit.]) (Regieassistent), Regie Jevgenij Ivanov-Barkov, mit Ivan Shtraukh, N Kovaleva, Jevgenij Tokmakov,
1928: Perepolokh (Tumult) (Drehbuch), Regie Aleksandr Levshin, mit Leonid Volkov, K Chebysheva, Daniil Vsedenskij,
1928: Otorvannyje rukava (Abgerissene Ärmel) (Drehbuch), Regie Boris Jurtsev, mit Aleksandr Zhukov, Lebedev, Serpukhovitin,
1928: Svoi i chuzhie (Die Seinen und die Fremden) (Regieassistent), Regie Jurij Tarich, mit Ivan Kljukvin, Aleksandr Zhukov, P Rozhitskij,
1927: Bulat-Batyr (Regieassistent), Regie Jurij Tarich, mit V Jarozlavtsev, Ada Vojtsik, Ivan Kljukvin,
1926: Mabul (Regieassistent), Regie Jevgenij Ivanov-Barkov, mit Ariadna Dzjubina, D Chechik-Efrati, N Kagir-Vinjar,
1926: Lesnaja Byl' (Waldvergangenheit, Die wahre Waldgeschichte) (Regieassistent), Regie Jurij Tarich, mit N Armenjev, Galina Kravchenko, P Rozhitskij,
1926: Krylja kholopa (Die Flügel des Leibeigenen, Iwan der Schreckliche, Flügel des Sklaven, Sklaven haben keine Flügel) (Regieassistent), Regie Jurij Tarich, Leonid Leonidov, mit Leonid Leonidov, Ivan Kljukvin, Safijat Askarova,
1926: Rasplata (Die Vergeltung (Wofür ?), Tripper - Geissel der Frauen) (Regieassistent), Regie Valerian Inkizhinov, Olga Rakhmanova, mit Ada Vojtsik, Konstantin Sannikov, L Donskaja,
1925: Pjervye ogni (Die ersten Feuer) (Regieassistent), Regie Jurij Tarich, mit Aleksandr Zhukov, Konstantin Efimov, Ivan Kljukvin,
1925: Moroka (Kopfschmerz [lit.], Zwei Kräfte [lit]) (Regieassistent), Regie Jevgenij Ivanov-Barkov, Jurij Tarich, mit Mstislav Kotelnikov, N Kovaleva, Aleksandr Andrejev,
1923: Dnevnik Glumova (Glumovs Tagebuch) (Darsteller: Clown mit dem Hakenkreuz), Regie Sergej Eisenstein, mit Grigorij Aleksandrov, Aleksandr Antonov,

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