Bonn - Filmfestival 2017

A day's pleasure

(Vergnügte Stunden, Ein netter Tag), Regie:   Charles Chaplin, USA - 1919
Produktion: First National Pictures Inc. - Produzent: Charles Chaplin - Regisseur: Charles Chaplin - Drehbuch: Charles Chaplin - Nach einer Vorlage von: Charles Chaplin - Kamera: Roland H. Totheroh - Schnitt: Charles Chaplin - Architekt: Charles D. Hall - Darsteller: Charles Chaplin Il Padre di Famiglia - Edna Purviance La Moglie - Tom Wilson Il Marito grande e grosso - Babe London Sua Moglie - Loyal Underwood Il vecchietto arrabiato per la strada - Jackie Coogan Il bambino più piccolo - Henry Bergman Il Comandante del Batello / Un Poliziotto -

Kritiken "In Chaplins Filmen spürt man jenen Filmsinn, den uns gewis- se ehrgeizige Streifen allzu leicht vergessen lassen. Chaplin, der die Eigengesetzlichkeit des Films entdeckt hat, beutet seine visuellen Themen aus wie Wagner musikalische Motive. Sehen Sie sich einmal A DAY’S PLEASURE an! Aus einem Klappstuhl, den er aufzustellen versucht, seinem feuerspeien- den kleinen Auto, einem Haufen dampfenden Teers holt er alle Komik heraus, die ihnen, ohne dass das Gleichgewicht der Farce gestört wird, abzugewinnen ist. Man sperre Chaplin in einen Keller, einen Kramladen, ein leeres Zimmer; ich wette, er würde auch hier sein Weltpublikum zu Lachorgien hinreißen. Chaplin ist der größte Filmautor, von dem künftige Szenaristen lernen sollten. Über Chaplin scheint bereits alles gesagt. Eines ist jedoch noch immer unbekannt: dass Chaplin unser grösster dramatischer Dichter ist und ein einzigartiger Magier der Fiktion." (René Clair: Vom Stummfilm zum Tonfilm. München 1952)
AnmerkungenCharlie Chaplin in einer ungewohnten Rolle als Familienvater, der mit seiner Frau und den Kindern einen Sonntagsausflug unternimmt. Mit dem Auto fahren sie zum Quai und verbringen einen Nachmittag auf einem Vergnügungsdampfer. Hier gibt es allerhand Aufregung, und als die Familie schliesslich wieder an Land geht, gibt es auf der Rückfahrt auch noch Ärger mit der Polizei. Ein wenig bekanntes Nebenwerk von Chaplin, das während der Produktion von THE KID in wenigen Tagen abgedreht wurde. (Förderverein Filmkultur Bonn)

A Woman of the World

(Eine mondäne Frau), Regie:   Malcolm St. Clair, USA - 1925
Regisseur: Malcolm St. Clair - Darsteller: Pola Negri - Charles Emmett Mack - Holmes Herbert - Blanche Mehaffey - Chester Conklin - Lucille Ward -

Kritiken Pola Negri und Ernst Lubitsch waren die ersten großen Persönlichkeiten, die nach Hollywood gelockt wurden. Mordaunt Hall schrieb in der New York Times: „Zu sehen, wie die talen- tierte Pola Negri ihre bezaubernde Präsenz einem von derbem Humor gezeichneten Lichtspiel leiht, versetzt uns einen rechten Schock. Und doch geschieht genau dies in ihrem neuen Film, EINE FRAU VON WELT, der zum größten Teil wahrhaft unterhaltsam ist, trotz plötzlicher Umschwünge von Posse zu Drama.“ Photoplay war erheblich enthusiastischer: „Negri-Fans, aufgewacht aus eurer langen Siesta! Die faszinierende Europäerin Pola ist wieder unter uns. Sie ist eine gefährliche, zynische, ungestüme italienische Gräfin mit einer Tätowierung – Zeichen eines Liebesabenteuers. Regisseur Mal St. Clair gebührt Anerkennung für die Zurückhaltung, mit der er die Kleinstadtszenen und -typen behandelt, die zur Übertreibung hätten verführen können.“ (Kevin Brownlow, Il Cinema Ritrovato, Bologna 2016)
AnmerkungenDie in Polen geborene Pola Negri wurde in Deutschland als Hauptdarstellerin in Filmen von Ernst Lubitsch zum Weltstar und folgte 1922 dem Ruf Hollywoods, wo sie ihre Karriere erfolgreich fortsetzte. Die Komödie EINE FRAU VON WELT spielt geschickt mit ihrem Image als unangepasste Femme Fatale mit fremdländischer Herkunft: Eine europäische Gräfin, die in der Öffentlichkeit raucht und Make-up trägt, kommt zu Besuch in eine amerikanische Kleinstadt und eckt mit der puritanischen Moral der Bewohner an. (Förderverein Filmkultur Bonn)

Aelita

(Aelita - Der Flug zum Mars), Regie:   Jakov Protazanov, UdSSR - Sowjet Union - 1924
Produktion: Mezhrabpomfilm - Regisseur: Jakov Protazanov - Drehbuch: Aleksej Fajko - Fjodor Ozep - Alexej Tolstoj - Nach einer Vorlage von: Alexej Tolstoj Roman - Kamera: Emil Schünemann - Jurij Zheljabuzhskij - Architekt: Alexandra Exter - Darsteller: A Peregonets Ichoschka - Juri Savadski Gor - Konstantin Eggert Tuskub - A Tolchanov Astronom - Varvarra Massalitinova - Nikolaj Batalov Gussev - Nikolaj Gladkov - Naum Rogozhin - G Volkonskaja - S Levitina - Igor Ilinskij Krasnov - Julia Solntseva Aelita - Nikolaj Tsereteli Ingenieur Losj / Spiridinov - Vladimir Uralskij - Vera Orlova Masha - Valentina Kuindzhi Natasha - Pavel Pol Spekulant Ehrlich - N Tretjakova Elena Ehrlich - Tamara Adjelgejm -

Inhaltsangabe Früher Science-Fiction-Film um zwei russische Astronauten, die auf dem Mars landen und dort eine Revolution gegen die Herrscherin des Planeten anzetteln.

Branding Broadway

Regie:   William S. Hart, USA - 1918
Produktion: William S. Hart Productions, Inc - Artcraft Pictures Corporation - Produzent: Thomas H. Ince - Regisseur: William S. Hart - Regieassistent: Robert Broadwell - Drehbuch: C. Gardner Sullivan - Kamera: Joseph H. August - Architekt: Thomas Brierley - Darsteller: Seena Owen Mary Lee, eine Kellnerin - Arthur Shirley Larry Harrington - Lew Short Dick Horn, Detektiv (AKA Lewis W. Short) - Andrew Robson Harrington sen. - William S. Hart Robert Sands, ein Cowby -

Inhaltsangabe William S. Hart war der große Westernheld des frühen amerikanischen Stummfilms, der am Ende der Filme nach gelöstem Konflikt regelmäßig in die weite Landschaft davon ritt. In dem Film BRANDING BROADWAY, den das Museum of Modern Art in New York restauriert hat, begibt er sich als Cowboy nach New York und arbeitet als Bodyguard für den verzogenen Sohn eines reichen Eisenbahnmagnaten. Die sehr unterhaltsame Komödie, die Hart selbst inszeniert hat, zeigt ihn von seiner besten Seite. (Förderverein Filmkultur Bonn)
Kritiken «Bob Sands and some of his cowboys ride into an Arizona town to have a good time. When they find that the town has gone dry, they start to tear it wide open, but the Law and Order League is on the job and ship Bob east on the passenger train. Bob decides to keep on going, and answers an advertisement for a strong-minded man to keep the son of a railroad magnate out of mischief. Bob takes the job and has a lively time along the Great White Way, but in the end, he throws up the job and goes west with his new-found wife, tired of the artificial life.» – The Moving Picture World, 21.12.1918, p.1389, zitiert nach Giornate del cinema muto, Pordenone 2006

Der Adjutant des Zaren

Regie:   Vladimir Strizhevskij, Deutschland - 1928
Produktion: Greenbaum-Film GmbH, Berlin - Regisseur: Vladimir Strizhevskij (AKA Wladimir Strijewksi) - Darsteller: Ivan Mosjoukin Prince Boris Kurbski - Carmen Boni - Fritz Alberti - Eugen Burg - Alexander Granach -

AnmerkungenEin russischer Fürst verliebt sich im Zug nach St. Petersburg in eine bezaubernde junge Frau, der er hilft, die Grenze zu passieren. Als er feststellt, dass sie eine Revolutionärin ist, die einen Anschlag auf den Zar vorbereitet, gerät er in einen Konflikt. Der spannend inszenierte Kostümfilm lebt von dem Aufeinandertreffen zweier großer Stars der Stummfilmzeit: Iwan Mosjukin, Held aufwändiger europäischer Ausstattungsfilme, und Carmen Boni, die in verführerischen Frauenrollen brillierte. (Förderverein Filmkultur Bonn)

Eliso

Regie:   Vassili Dolenko, UdSSR - Sowjet Union - 1928
Produktion: Sakhkinmretsvi - Goskinoprom Gruzii - Regisseur: Vassili Dolenko - Nikolaj Shengelaja - Drehbuch: Sergej Tretjakov - Nikolaj Shengelaja - Kamera: Vladimir Kereselidze - Architekt: Dmitrij Shevarnadze - Darsteller: Kira Andronikashvili Eliso - Tsetsilia Tsutsunava Zazubeka - Kokhta Karalashvili Vazhia, Elisos Verlobter - Aleksandr Imedashvili Ashtamir, Elisos Vater und Dorfältester - I Galkin - Aleksandr Zhorzholiani General - Ilija Mamforia Sejdulla - Marika Chmshkjan -

Inhaltsangabe Die betrügerischen Zwangsaussiedlungen tschetschenischer Bergbauern zu ihren Glaubensbrüder in die Türkei.
Kritiken Das Meisterwerk des georgischen Stummfilms erzählt vor dem Hintergrund der Vertreibung der Tschetschenen aus dem Kaukasus im 19. Jahrhundert eine Liebesgeschichte zwischen der muslimischen Tschetschenin Elisso, der Tochter des Clan-Chefs Astamir, und einem christlichen Chewsuren, der dem Bergvolk mit Waffenlieferungen helfen will. Nikolos Schengelaja verbindet die Montagen des sowjetischen Films mit atemberaubenden Landschaftsbildern und ethnographischen Aufnahmen. (Förderverein Filmkultur Bonn)

Frankenstein

Regie:   J. Searle Dawley, USA - 1910
Produktion: Edison Manufacturing Company - Verleih: Edison Manufacturing Company - Regisseur: J. Searle Dawley - Drehbuch: J. Searle Dawley - Nach einer Vorlage von: Mary Shelley novel - Darsteller: Charles Ogle Frankenstein's Monster - Mary Fuller Elizabeth - Augustus Phillips Frankenstein -

Anmerkungen«Die erste Frankenstein-Verfilmung, die sich - wie Ornella Volta, eine Kennerin des Genres, mutmasst, mehr an die Romanvorlage der Shelley gehalten hat als die nachfolgenden Filmversionen.» ("Der Phantastische Film" von Rolf Giesen, Ebersberg 1983)

Hríchy lásky

(Sünden der Liebe), Regie:   Carl Lamac, CS - 1929
Regisseur: Carl Lamac - Darsteller: Marcella Albani - Josef Rovenský -

Inhaltsangabe Der Ehemann einer bekannten Schauspielerin verfolgt eifersüchtig den jugendlichen Bühnenpartner seiner attraktiven Frau und wird verdächtigt, auf ihn einen Mordanschlag verübt zu habe. Das sehr stilsicher und effektvoll inszenierte Melodram des tschechischen Regisseurs Karel Lamac wurde vom Nationalen Filmarchiv in Prag restauriert. Die Kritik bezeichnete den Film als „Volltreffer“ und bezeichnete Hauptdarsteller Josef Rovensky anerkennend als „tschechischen Emil Jannings“. (Förderverein Filmkultur Bonn)

Häxan

(Die Hexe, Hexen), Regie:   Benjamin Christensen, Schweden - 1921
Regisseur: Benjamin Christensen - Architekt: Richard Louw - Darsteller: Karen Winther - Emmy Schönfeldt - Maren Pedersen - Karina Bell - Astrid Holm - Elisabeth Christensen - Benjamin Christensen Satan - Clara Wieth Nonne -

Kritiken "In einer Privatvorführung zeigte die Decla-Bioscop den von Christensen hergestellten Kulturspielfilm 'Die Hexe'. Es ist ein Experiment, das gewagr war und das ausgezeichnet gelungen ist. Das Hexenproblem, nicht in seiner mittelalterlichen Vorbildung aufgegfasst, sondern estreckt bis in die Neurasthenie der modernen Zeit, das überreizte Nervensystem der Frauen, Kulturhistorisch geschilder ist es Sinn und Zweck dieses Spiels. Ausgezeichnet ist die Art, wie die Mileuschilderung angepackt wird und zur Wiedergabe gelangt. Wie geschickt Kulturgemälde und Darstellung miteinander verbunden werden, wie selbst Brutales und Hässliches in der Spitze abgebogen wird. Leider wird, so wie wir es jetzt beinahe gewöhnt sind, die Zensur manches an dem Film auszusetzen haben. Es wäre bedauerlich, wenn dieses grandiose und doch feinfühlige Kulturdokument, das Christensen in seiner 'Hexe' bietet, dem Zensurmachtanspruch verfallen würde. Das viele Gute und das Ausgezeichnete, was dieser Film zu bieten vermag, ist reif für jede Vorführung und wird immer vieles zu bieten haben." (C. in Der Film, Nr. 41-42, 1923)
Anmerkungen«„Eine Lektion in Diabolismus“ (John Gillett). Der dänische Ausnahme­regisseur Benjamin Christensen führt uns mit Häxan ins Reich der Teufel und Hexen. Er selbst spielt Satan, der eine Ehefrau verführt, während ihr Gatte schlafend daneben liegt. Gerühmt von den Surrealisten und bewundert von William Burroughs, verfährt Christensen „mit der Leidenschaft eines forschenden Wissenschaftlers und der Besessenheit eines Künstlers, der in Hieronymus Bosch und Goya seine Meister sieht. Die Bilder ziehen wie in einem Kaleidoskop vorüber: von dem Gelage der Teufel bis zum Marterwerkzeug, von den Methoden der heiligen Inquisition bis zu den Besuchen bei Hexen und Wahrsagerinnen“ (Jerzy Toeplitz). 1924 taucht Christen­sen als Schauspieler bei Carl Theodor Dreyer auf, danach emigrierte er nach Hollywood. Seine amerikanischen Filme sind fast alle verschollen - bis auf Seven Footprints to Satan, ein Titel, der erneut das Lieblingsthema des Regisseurs verrät. 1999 nennen die Regisseure des Blair Witch Project ihre Firma nach dem unerreichten Vorbild: „Haxan Films“.» (filmmuseum.at)

La chute de la maison Usher

(Der Untergang des Hauses Usher), Regie:   Jean Epstein, Frankreich - 1928
Produktion: Les Films Jean Epstein - Regisseur: Jean Epstein - Regieassistent: Luis Buñuel - Drehbuch: Jean Epstein - Story : Edgar Allan Poe - Kamera: Georges Lucas - Jean Lucas - Architekt: Pierre Kefer - Darsteller: Marguerite Gance - Jean Debucourt - Charles Lamy - Abel Gance -

Kritiken Auf den ersten Blick scheint LA CHUTE DE LA MAISON USHER einer der konventionellsten Gattungen der kinematografischen Produktion anzugehören, der Literaturverfilmung. Jedoch macht sich Epstein den fantastischen Charakter von Poes Erzählung zunutze, um avantgardistische Motive und Techniken einzubeziehen. Der Film hält sich nicht an die klassischen Regeln der Kameraführung. Epstein vermeidet die „Herrschaft der Ratio im narrativen Fluss“ und beeindruckt un- sere Sinne mit wirkungsvollen Perspektiven, fließenden Konturen und Überlagerungen, indem er mit einer äußerst bewegungsreichen Kamera spielt. Bilder aus der Natur brechen den Film gleichsam „dokumentarisch“ auf: fliehende Landschaften, ein Fluss, sich wiegende Bäume, Kröten, die sich paaren. Solche Aufnahmen von unterschiedlicher Länge verzaubern uns wie die Wiederholungen einer Litanei. (Jacques Kermabon, in: L’avant scène Cinéma, Nr. 313/314, 1983)
AnmerkungenEiner der grossen Klassiker des Stummfilms, der – basierend auf der Geschichte von Edgar Allan Poe – ganz auf visuelle Stimmungen und beunruhigende Bilder setzt: „Hier sehen wir konturlose Hallen und ungewisse Treppen, endlose finstere Gänge, die von tragischen Schatten bevölkert sind. Türen gehen auf, Gardinen wehen, Hände strecken sich aus, und Schleier schweben in nebelhaften Gewässern. Es sind Assoziationen der dunklen Eindrücke einer dunklen Ballade.“ (Béla Balázs)

Neighbors

(Nachbarn, Nachbarschaft im Klinch, Buster Keaton verliert die Hosen), Regie:   Buster Keaton, USA - 1920
Produktion: Joseph M. Schenck Feature Productions (AKA Joseph M. Schenck Productions) - Verleih: Metro Pictures Corporation - Produzent: Joseph M. Schenck - Regisseur: Buster Keaton - Edward F. Cline (AKA Eddie Cline) - Drehbuch: Buster Keaton - Edward F. Cline (AKA Eddie Cline) - Kamera: Elgin Lessley - Architekt: Fred Gabourie technical director - Darsteller: The Flying Escalantes The Flying Escalantes - Jack Duffy The Judge - Edward F. Cline The Cop - Joe Keaton His Father - Joe Roberts Her Father - Virginia Fox The Girl - Buster Keaton The Boy -

Peau de pêche

(Pfirsichhaut), Regie:   Jean Benoit-Levy, Frankreich - 1929
Regisseur: Marie Epstein - Jean Benoit-Levy -

AnmerkungenEin Junge wächst als Straßenkind im Montmartre auf. Eine reiche Dame möchte ihm helfen und schickt ihn aufs Land, wo er auf einem Bauernhof aufwächst. PFIRSICHHAUT ist ein wenig bekannter französischer Film, der das Leben in Paris sehr realistisch ohne die üblichen Klischee-Bilder einfängt und dann zu einer poetischen Darstellung des Landlebens findet. Marie Epstein, die Schwester von Jean Epstein, ist als Drehbuchautorin und Regisseurin noch wiederzuentdecken. (Förderverein) Filmkultur Bonn)

The American Venus

(Die schönste Frau der Staaten), Regie:   Frank Tuttle, USA - 1925
Produktion: Famous Players-Lasky Corporation - Regisseur: Frank Tuttle - Darsteller: Louise Brooks - Esther Ralston - Fay Lanphier - Lawrence Gray - Ford Sterling -

AnmerkungenNur der Trailer dieses verlorenen Spielfilms hat sich erhalten, in dem die damalige Miss America und die Stummfilm-Ikone Louise Brooks zusammen auftreten. Zudem sind in diesem „Fest schöner Frauen und luxuriöser Ausstattung“ auch Aufnahmen aus einer im Technicolor-Zweifarbenverfahren aufgenommenen Sequenz zu sehen, die damals den Höhepunkt des Films bildete. Die Damen im Publikum werden aufgefordert, ihre Maße mit denen der originalen Venus zu vergleichen. (Förderverein Filmkultur Bonn)

The Goat

(Der Sündenbock), Regie:   Malcolm St. Clair, USA - 1921
Produktion: Buster Keaton Productions Inc. - Produzent: Joseph M. Schenck - Regisseur: Malcolm St. Clair - Buster Keaton - Drehbuch: Buster Keaton - Malcolm St. Clair - Kamera: Elgin Lessley - Darsteller: Joe Roberts - Virginia Fox - Buster Keaton - Malcolm St. Clair -

The Informer

(Die Nacht nach dem Verrat), Regie:   Arthur Robison, USA - 1929
Regisseur: Arthur Robison - Drehbuch: Arthur Robison - Darsteller: Lya de Putti - Lars Hanson - Warwick Ward - Carl Harbord - Dennis Wyndham - Janice Adair - Dorothy Green -

Kritiken «The Informer hat alle Kennzeichen eines klassischen Hollywood-Noirs – nur ein Jahrzehnt zu früh und einen Ozean entfernt. Er war eine Spitzenproduktion von British International Pictures, gestaltet von einem kosmopolitischen Team, wie es für die europäischen Filme der späten zwanziger Jahre typisch war. (…) Diese stumme Version, angesiedelt in dem revolutionären Gärprozess des gerade unabhängig gewordenen Irlands, trifft das Wesentliche des Romans, die Atmosphäre einer Welt ohne Entrinnen. (…) Robison drehte fast ausschliesslich im Studio, in Grossaufnahmen und mittleren Einstellungen, um ein Gefühl der Enge zu vermitteln, und liess den Film beinahe in ‹Realzeit› spielen – wie der Roman in einem Tag und einer Nacht –, wodurch die Noir-hafte Anspannung entsteht.» (Bryony Dixon, Katalog Il cinema ritrovato, Bologna 2017)
AnmerkungenNach der Vorlage des Romans „The Informer“ von Liam O’Flaherty verfilmte der deutsche Regisseur Arthur Robison eine Geschichte aus dem irischen Kampf gegen die britische Fremdherrschaft, in der ein Verräter aus den Reihen der Freiheitskämpfer verstossen und durch die nächtlichen Gassen von Dublin gejagt wird. Unter Mitwirkung von im deutschen Stummfilm geschulten Kameramännern und Set-Designern entstand ein faszinierender Thriller, der vom British Film Institute restauriert wurde. (Förderverein Filmkultur Bonn)

Liam O'Flahertys Geschichte eines irischen Revolutionärs, der einen seiner Kameraden verraten hat und nun von den andern verfolgt wird, ist bekannt geworden durch die Tonfilmversion von 1935 unter der Regie von John Ford (einem Cousin des Autors). Doch schon vier Jahre nach dem Erscheinen des Romans war diese erste Filmversion entstanden, die Fords berühmtem Film ebenbürtig ist. (www.filmpodium.ch)

The Iron Mask

(Die Eiserne Maske), Regie:   Allan Dwan, USA - 1929
Regisseur: Allan Dwan - Drehbuch: Douglas Fairbanks AKA Elton Thomas - Story : Alexandre Dumas - Kamera: Warren Lynch - Henry Sharp - Musik: Hugo Riesenfeld - Schnitt: William Nolan - Ausstattung: Maurice Leloir - Architekt: Burgess Beall - Kostümbild: Gilbert Clark - Maurice Leloir - Paul Burns - Maskenbildner: Fred C. Ryle - Spezialeffekte: Walter Pallman - Darsteller: Rolfe Sedan Louis XIII - Charles Stevens Planchet - Gordon Thorpe The Young Prince - Dorothy Revier Milady de Winter - Tiny Sandford Porthos - Lon Poff Father Joseph - Henry Otto The King's Valet - Vera Lewis Mme. Peronee - Ullrich Haupt Rochefort - Douglas Fairbanks D'Artagnan - Nigel de Brulier Cardinal Richelieu - Gino Corrado Aramis - Belle Bennett - Leon Barry Athos - William Bakewell Louis XIV -

Inhaltsangabe Der schurkische Comte de Rochefort setzt Louis XIV Zwillingsbruder auf den französischen Thron und kerkert den wahren König in einem einsamen Turm ein. Aber die Rechnung geht nicht auf, denn da sind noch D'Artagnan und die getreuen Musketiere...
Kritiken Pour la gloire de la France ... - Das letzte Abenteuer von d'Artagnan und der drei Musketiere, König Ludwig XIV und Kardinal Richelieu, die unschuldige Constance .. und die schurkische Lady de Winter. Es war der letzte grosse Film, in welchem Douglas Fairbanks nochmals mit all seinem Können brillierte - ein unverkennbarer Charme, witzig in seinen Aktionen, bravourös zu Fuss und zu Pferd, unbesiegbar mit seinem Degen. Allan Dwan zog alle Register des Mantel- und Degenfilms, nicht weniger meisterhaft in seinen Massenszenen. Und doch muss man damals gespürt haben, dass man einen Stummfilm gedreht hatte, der an seiner Zeit vorbeiging - so merkwürdig muten einem die von Dwan gedrehten Prolog- und Epilogszenen an, seinerzeit nicht stumm sondern mit Ton gedreht (in Locarno 2002 allerdings ebenfalls stumm vorgeführt).
Im Ganzen ein sehenswerter Film und ein nostalgisches Zeugnis,der Schwanengesang des ausklingenden Stummfilms. (lhg 2002)

The Scarecrow

Regie:   Buster Keaton, USA - 1920
Produzent: Joseph M. Schenck - Regisseur: Edward F. Cline - Buster Keaton - Drehbuch: Buster Keaton - Kamera: Elgin Lessley - Darsteller: Buster Keaton - Joe Roberts - Edward F. Cline - Sybil Sealey - Al St. John - Mary Astor -

Unschuld

(Die kleine Veronika), Regie:   Robert Land, Deutschland, Österreich - 1929
Produktion: Nero-Film AG, Berlin - Produktionsleiter: George O. Horsetzky - Aufnahmeleiter: Helmut Schreiber - Regisseur: Robert Land - Drehbuch: Max Jungk - Kamera: Otto Kanturek - Architekt: Julius von Borsody - Darsteller: Mizzi Zwerenz - Anita Mutsam - Ida Natzler - Gustl Werner - Käthe von Nagy Veronika - Otto Schmöle - Maly Delschaft Rosi - Arthur Ranzenhofer - Anny Ranzenhofer - Otto Hartmann - Harry Hardt - Gaby Gilles - Karl Forest - Richard Waldemar -

Kritiken Der Regisseur des Films kennt seine Wiener. Er hat wohl zwei Schlüsse gedreht, den einen, bei dem er sich an die Novelle hält: Veronika geht in die Donau; den zweiten, ein Happyend: ein anständiger Bursch rettet Veronika im letzten Augenblick aus den Fluten. Wir bekamen leider das Happyend zu sehen und in dieser Fassung wird der Film auch in Wien laufen. Wenn die Gewalt, die dem Werk des Dichters angetan wurde, geradezu vandalisch ist, so wird man reichlich entschädigt durch die meisterhafte Darstellung. Regisseur Robert Land erzielt mit den einfachsten Mitteln stärkste Wirkung. Mit ganz wenigen Ausnahmen baute er die landschaftlichen Szenen nicht im Atelier, sondern ging hinaus in die Straßen Wiens oder in die ländliche Natur. Genial ist die Photographie Otto Kantureks. Er verwandelt die Kamera in einen Zauberkasten, der durch geschickte Bildausschnitte die Stadt Wien und die Natur noch schöner erscheinen lässt, als sie in Wirklichkeit sind. (Freiheit!, Wien, 5.1.1930)
AnmerkungenErst kürzlich wurde einer der schönsten österreichischen Stummfilme vom Filmarchiv Austria in einem französischen Archiv wiederentdeckt und restauriert. Weil das Elternhaus kein Geld für die Firmung aufbringen kann, folgt die hübsche Veronika einer Einladung ihrer Tante nach Wien. Doch hier erwarten sie nicht nur die Sehenswürdigkeiten der grossen Stadt, sondern ein liebevoll gezeichnetes, fragwürdiges Milieu, in dem ihre Tante wirkt und das für das Mädchen zahlreiche Gefahren birgt. (Förderverein Filmkultur Bonn)

Zhi Guo Yuan

(Romanze eines Obsthändlers), Regie:   Shichuan Zhang, China - 1922
Regisseur: Shichuan Zhang -

AnmerkungenDer erste erhaltene chinesische Stummfilm erzählt von einem Straßenhändler, der Früchte verkauft und sich in die Tochter eines Arztes verliebt. Um die Zustimmung des Vaters zu erlangen, muss er dem Arzt, der in derselben Straße tätig ist, zum Erfolg verhelfen. Diese turbulente Slapstickkomödie ist erstaunlich stilsicher inszeniert und weist ein flottes Tempo auf, das an amerikanische Vorbilder durchaus heranreicht. (Förderverein Filmkultur Bonn)

Bonn Filmfestival 2017 Program

Sorry, we actually have no further information on the 2017 Bonn Filmfestival.