Locarno - Filmfestival 2004

57. Film Festival von Locarno


vom 4. bis 14. August 2004

Reihe: Retrospektive

L' Affaire Dreyfus

Directed by:   Georges Méliès, France - 1899
Director: Georges Méliès - Scenario: Georges Méliès - Cast: Georges Méliès Avvocat Labordie -
Synopsis in German: Filmische Rekonstruktion des politischen Prozesses um den Offizier Dreyfus in (ursprünglich) elf Tableaux: - Dreyfus muss eine Schriftprobe abliefern und wird darauf aufgefordert, Selbstmord zu begehen - Dreyfus im Gefängnis auf Cayenne - Dreyfus wird in seiner Zelle an das Bett gekettet - Dreyfus erhält einen Brief, in dem die Wiederaufnahme des Prozesses angekündet wird - Dreyfus wird heimlich in Frankreich an Land gebracht - Dreyfuss im Gefängnis von Rennes, erhält Besuch seiner Frau und seines Anwaltes Labordie (Georges Méliès) - Der falsche Ankläger begeht in seiner Zelle Selsbtmord und wird von den Gefängniswärtern gefunden - Das Attentat auf Anwalt Labordie, die Passanten eilen vorbei, ein Künstler kommt Labordie zu Hilfe - Der Tummult der Journalisten beim Prozess - Die Begnadigung Dreyfus'
Reviews in German: "Interessantes Dokument aus der Frühzeit der Kinematographie: Georges Méliès rekonstruiert in seinem Studio bei Montreuil in elf Bildern Stationen im Prozess und der Gefangenschaft von Dreyfus. Wie meist in Méliès' Filmen aus dieser Zeit ist die Kamera noch starr und nimmt das Geschehen in einer durchgehenden Einstellung auf, die Technik ist auf die Theaterbühne fixiert, Aussenaufnahmen sind im Studio mit gemalten Hintergründen gedreht. Die Handlung erschliesst sich (heute) dem Zuschauer ohne einen eingesprochenen Kommentar nicht mehr." (lhg 2004)
Remarks and general Information: Die Affaire Dreyfus: Hptm. Dreyfus, elsässischer Herkunft, wurde 1894 unter dubiosen Umständen wegen Verdachts der Spionage für das Deutsche Reich verhaftet, trotz Unschuldsbeteuerungen auf Grund gefälschter Beweise verurteilt, degradiert und nach Cayenne deportiert. Dank des Engagements der französischen Intelligentia,u.a. durch Emila Zola, wurde 1899 der Prozess erneut aufgerollt. Dreyfus wurde dabei nicht freigesprochen, sondern durch Erlass des französischen Staatspräsidenten begnadigt. Erst im Jahre 1906 erfolgte sein Freispruch und seine Rehabilitierung. "In einer Zeit, als das Tagesgeschehen noch über die Grossleinwand flimmerte, griff Georges Méliès die Gerüchte um einen Prozess auf, der zum Zeitpunkt der Filmentstehung für heftige Polemik und Kontroversen sorgte. Das Historiendrama umfasst zehn Bilder und wurde durch Abhandlungen des Themas in Zeitschriften sowie Fotoreportagen inspiriert. Es schildert die Ereigniskette, die zum Prozess gegen den französisch-jüdischen Offizier Alfred Dreyfus führte, der wegen Spionage für die Deutschen angeklagt war. Die Dreyfus-Affäre bleibt insbesondere dank Emile Zolas J'accuse unvergessen." (Locarno 2004) Georges Méliès, der sich im Lager der Befürworter für die Rehabilitierung Dreyfus' engagiert hatte, drehte insgesamt elf kurze Filme von jeweils circa einer Minute Länge, die damals auch separat verkauft und gezeigt wurden. Die von Méliès gestaltete Zusammenfassung der elf Episoden in einem Film ist filmhistorisch gesehen einer der ersten Episoden- resp. "Langspiel"-Filme überhaupt. Bis heute konnten neun der Episoden wiedergefunden werden, zwei gelten als verschollen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Filme, die um die Jahrhundertwende von Polizei und Zensur oft verboten oder beschlagnahmt wurden, auch eines der ersten Beispiele eines politisch engagierten Kinos bedeuten. (lhg 2004)

Big Carnival

(Ace in the hole), Directed by:   Billy Wilder, USA - 1951
Production: Paramount Pictures, Inc. - Director: Billy Wilder - Scenario: Billy Wilder - Lesser Samuels - Director of Photography: Charles Lang - Composer: Hugo Friedhofer - Cast: Jan Sterling - Bob Arthur - Porter Hall - Kirk Douglas - Frank Cady - Richard Benedict - Claire du Brey Spinster -
Synopsis in German: Charles Tatum (Kirk Douglas), einst ein gefragter Reporter, ist ein Pechvogel: Seine beruflichen Ambitionen lassen sich schwer mit seiner Vorliebe für Blondinen und harte Drinks in Einklang bringen, und so strandet er in Albuquerque, New Mexico, beim örtlichen Käseblatt. Hier wartet er auf eine Chance - die er wittert, als er zufällig vom Unglück des Raststättenbesitzers und Amateurarchäologen Leo Minosa (Richard Benedict) erfährt. Auf der Suche nach einer indianischen Töpferei wurde Minosa in einer Felsenwohnung verschüttet. Tatum beschliesst, den Vorfall als Sprungbrett zu benutzen, um mit einer grossen Story seine alte Position zurückzuerobern. Obwohl Minosa innerhalb weniger Stunden durch einen Stollen befreit werden könnte, gelingt es Tatum mit Hilfe des korrupten Sheriffs (Ray Teal), die Bergungsarbeiten in die Länge zu ziehen. Mit einem Bohrgerät soll ein vertikaler Schacht zu Minosa getrieben werden. Sechs Tage lang erscheinen Tatums Sensationsberichte exklusiv in den grossen Zeitungen und locken immer mehr Neugierige zur Unglücksstelle. Der inzwischen schwerkranke Minosa wird zum Objekt eines makabren Sensationszirkus, bei dem Imbissbuden und Karussellbesitzer hervorragende Geschäfte machen. Auch Minosas Frau Lorraine (Jan Sterling), die ihren Mann nie geliebt hat, profitiert vom schnellen Geld: Ihre Raststätte läuft auf Hochtouren. Viel mehr als das Schicksal ihres Mannes interessiert sie jetzt der karrierebesessene Tatum. Dieser erkennt sein verwerfliches Handeln erst, als klar wird, dass es für Minosa keine Rettung mehr gibt... (Presse SF DRS)
Remarks and general Information: "Korruption und Opportunismus, Sensationsgier und brutale Ausbeutung menschlicher Tragödien sind wiederkehrende Themen in Billy Wilders Filmen. Die Kritik am Zynismus der Journalisten und Zeitungsmacher war ihm gleich zwei Filme wert: "Reporter des Satans" und "Front Page" aus dem Jahr 1974. Während Letzterer sich mit dem Stoff in Form einer bissig-turbulenten Komödie auseinandersetzt, ist "Reporter des Satans" eine unerbittliche Anklage in schwarzweiss, ein film noir, der in seiner vernichtenden Aussagekraft an "Citizen Kane" erinnert. "Reporter des Satans" erhielt zwar die Oscar-Nomination für das beste Drehbuch, und Billy Wilder wurde in Venedig ausgezeichnet, doch unter seinem Originaltitel "Ace in the Hole" war der Film in den USA ein finanzieller Misserfolg. Der Erfolg in Europa bewog Paramount dazu, ihn unter dem Titel "The Big Carnival" neu herauszubringen." (SF DRS Presse)

"Charles Tatum – ein ehrgeiziger und skrupelloser Journalist, den es nach New Mexico verschlagen hat – erfährt, dass ein Mann in einer Mine verschüttet wurde. Weil er glaubt, damit seine Karriere ankurbeln zu können, lässt er die Rettungsarbeiten mit Hilfe eines korrupten Sheriffs und der Ehefrau des Opfers bewusst verzögern, um damit das Ganze zu einem Knüller aufzubauschen, für den er die exklusiven Rechte hat. Mit gewohnter Schärfe zeichnet Billy Wilder hier eine äusserst boshafte Satire über den Sensationsjournalismus sowie der Verführbarkeit der Masse und ihrer Gier nach starken Emotionen." (Locarno Festival 2004)

«In "Reporter des Satans" schildert Billy Wilder scharfsinnig und mit pointierter Kritik das menschliche Fehlverhalten eines Mannes, der für seinen beruflichen Aufstieg über Leichen geht. Aber auch die sensationssüchtige und menschenverachtende Haltung einer Gesellschaft, die gierig konsumiert, was ihr von den Medien vorgesetzt wird, attackiert Wilder aufs schärfste. "Reporter des Satans" ist Billy Wilders bitterster Film seiner grossartigen Karriere. Der 2002 verstorbene amerikanische Regisseur österreichischer Herkunft wurde zum Meister der hintergründigen Komödie. Filme wie "Manche mögen's heiss" (1958), "Das Appartment" (1960) und "Das Mädchen Irma la Douce" (1963) sind Feuerwerke verschmitzt-ironischen Humors. Wettbewerb, Aufstieg und Weiterkommen um fast jeden Preis sind zentrale Themen fast aller Wilder-Filme, sowohl seiner scheinbar harmlosen Komödien wie auch seiner Dramen.» (3SAT Presse)

The Cameraman

Directed by:   Edward Sedgwick, USA - 1928
Production: Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) - Producer: Buster Keaton - Director: Edward Sedgwick - Scenario: Richard L. Schayer - Clyde Bruckman - Lew Lipton - Director of Photography: Reggie Lanning - Elgin Lessley - Editor: Hugh Wynn - Cast: Harold Goodwin - Buster Keaton - Marceline Day - Jimmy Durante - Harry Gribbon - Harry Griffith Cop - Sidney Bracey -
Synopsis in German: Luke Shannon (Buster Keaton) verdient sein Geld recht mühsam als Strassenfotograf. Dabei begegnet er eines Tages der hübschen Sally Richards (Marceline Day) und ist sofort entflammt für sie. Sally arbeitet als Sekretärin bei einer Wochenschau-Firma. Ihretwegen möchte Luke dort auch anfangen, seine ersten Aufnahmen sind jedoch so verheerend, dass man ihn an die Luft setzt.
Der verliebte junge Mann gibt jedoch nicht auf, zumal er bei Sally offensichtlich Chancen hat - allerdings gibt es auch einen überheblichen Rivalen (Harold Goodwin). Ein Sonntag mit Sally endet ziemlich kläglich, ausserdem zieht Luke sich auch noch den Argwohn eines Polizisten (Harry Gribbon) zu.
Am Montag hockt der unverdrossene Luke wieder bei Sally im Büro, und sie gibt ihm den Tipp, sich noch einmal als Kameramann bei einem Fest im Chinesen-Viertel zu versuchen. Dort halst er sich zunächst einen Affen auf und gerät dann in einen Bandenkrieg. Luke filmt wie ein Wilder, nur scheint er vergessen zu haben, einen Film einzulegen!
Erst nach einer Regatta, bei der er seiner Angebeteten das Leben rettet, wird er dann glänzend rehabilitiert... (ARD Presse)
Reviews in German: "Buster Keaton versucht sich als (nicht gerade begabter) Wochenschaukameramann, um so das Herz seiner angebetenen Schönen zu erobern. Immer noch ein Feuerwerk von tollen Regieeinfällen mit melancholischem Touch, temporeich und bildhaft intelligent." (lhg 2004)

«„Wie Chaplin und Lloyd habe auch ich noch nie mit einem auf dem Papier festgehaltenen Drehbuch gearbeitet“, sagte ich, „und ich werde es auch jetzt nicht tun. Ich verlange einzig und allein, dass wir das Drehbuch wegwerfen und Sedgwick und ich entscheiden dürfen, was hier gedreht werden soll.“

Thalberg war einverstanden. Es blieb ihm keine andere Wahl; er war 10000 Kilometer entfernt, und jeder Tag kostete viel Zeit und Geld.

Da wir nun uneingeschränkte Vollmacht hatten, warfen wir das Drehbuch weg, das zu erstellen acht Monate verschlungen hatte. In unserer Fassung wurde der fähige Hearst-Kameramann der Bösewicht und mein Rivale um die Gunst des Mädchens. Aber die hauptsächliche Arbeit bestand darin, die Handlung von Anfang bis Ende zu vereinfachen. Unsere Geschichte ermöglichte es uns auch, alle Szenen, ausser zweien, die in New York spielten, in Hollywood zu drehen.« (Buster Keaton, unter Mitarbeit von Charles Samuels: Schallendes Gelächter: Eine Autobiografie, München 1986 )

Remarks and general Information: "Um eine junge Frau für sich zu gewinnen, versucht ein wenig begabter Fotograf, Kameramann für die Kinowochenschau zu werden. Nach erfolglosen Versuchen und unglücklichen Missverständnissen finden seine Selbstlosigkeit und sein Mut schliesslich Anerkennung, und er kann die Schöne für sich gewinnen. Wenn die Welt des Journalismus hier auch nur als Hintergrund für die wunderbaren Gags Buster Keatons dient, so thematisiert The Cameraman doch das Gedeihen dieser neuen Industrie und ehrt die kühnen Bilderjäger."

"Buster Keaton (1895 - 1966), "der Mann, der niemals lachte", war schon zu Lebzeiten eine Legende unter den grossen amerikanischen Stummfilm-Komikern, berühmt für sein "steinernes Gesicht" und seine scheinbar leblosen Augen. Der spanische Dichter Federico Garcia Lorca hat sie in einem Einakter über Buster Keaton so zu charakterisieren versucht: "Seine Augen, unendlich und traurig wie die eines neugeborenen Tieres, träumen von Lilien, Engeln und Seidengürteln." Und Siegfried Kracauer schrieb über den Anti-Helden par excellence:
"Buster Keaton ist die Allegorie der Geistesabwesenheit. Wo sein Geist sich eigentlich aufhält, kann niemand ergründen." Als Sohn fahrender Vaudeville-Komödianten lernte Buster Keaton das Show-Business schon als kleines Kind kennen, seine grossen Erfolge fielen in die Jahre 1920 bis 1929. Mit dem Ende des Stummfilms verschwand er weitgehend von der Leinwand, aber die Wiederentdeckung stummer Meisterwerke wie "Der General" machte ihn Anfang der 60er Jahren zu einer Kultfigur der nachgewachsenen Generation." (ARD Presse)

Citizen Kane

Directed by:   Orson Welles, USA - 1941
Production: RKO Radio Pictures - Producer: Orson Welles - Director: Orson Welles - Scenario: Orson Welles - Herman J. Mankiewicz - Director of Photography: Gregg Toland - Composer: Bernard Herrmann /xx/ - Editor: Robert Wise - Art Director: Van Nest Polglase - Costume Design: Edward Stevenson - Special Effects: Vernon L. Walker - Cast: Jan Wiley Reporterin - Orson Welles Charles Foster Kane - Ray Collins James W. Gettys - Dorothy Comingore Susan Alexander Kane - Joseph Cotten Jedediah Leland - George Coulouris Bankier Thatcher - Alan Ladd Reporter - Agnes Moorehead Kanes Mutter - Erskine Sanford Carter - Harry Shannon Kanes Vater - Everett Sloane Bernstein - Ruth Warrick Emily Monroe Norton Kane - William Alland Jerry Thompson -
Synopsis in German: Von seiner Frau verlassen, stirbt der exzentrische Multimillionär Charles Foster Kane in seinem gigantischen Märchenschloss Xanadu. Das letzte Wort auf seinen Lippen lautet: "Rosebud". Um den Nachruf auf den berühmten Zeitungsmacher interessanter zu gestalten, will der Reporter Jerry Thompson den Sinn dieses Wortes ergründen. Thompson besucht Menschen, die Kane nahestanden, und bringt so die schillernde Lebensgeschichte des am Ende einsamen Mannes zum Vorschein: Kanes Mutter Mary kommt überraschend zu Reichtum. Gegen den Willen ihres Mannes gibt sie ihren achtjährigen Sohn in die Obhut eines Vormundes. Der Bankier Thatcher soll den Jungen in die Geschäftswelt einführen. Mit 25 verfügt Charles Foster Kane bereits über ein gigantisches Vermögen. Sein Interesse gilt jedoch ausschliesslich der kleinen Zeitung "The New York Inquirer". Zusammen mit seinem Freund Leland macht er diese bald zu einem einflussreichen Boulevardblatt. Kanes politischer Aufstieg scheitert an einer Affäre mit der Sängerin Susan Alexander. Seine erste Ehe zerbricht an dem Skandal. Charles heiratet Susan. Sein Ehrgeiz gilt von nun an Susans musikalischer Karriere. Er setzt alles daran, aus ihr eine berühmte Sängerin zu machen. Susans Talent ist allerdings bescheiden. Erst ihr Selbstmordversuch bringt Charles wieder auf den Boden der Realität zurück. Doch es ist zu spät, Susan verlässt ihren Ehemann. Wenig später erleidet C.F.K einen Herzanfall, an dem er kurz darauf stirbt. Thompson kann das Geheimnis von Charles letztem Wort für seinen Nachruf nicht lüften. Beim Aufräumen der monströsen Kunstsammlung in der Villa Xanadu wird der alte Rodelschlitten ins Feuer geworfen, mit dem der kleine Charles an dem Tag spielte, als seine Mutter ihn weggab. Auf dem Schlitten steht etwas geschrieben: "Rosebud".... (BR Presse)

Der Aufstieg des Medien-Tycoons Kane, dargestellt und inszeniert von dem jungen Orson Welles. In seinem Schloss Xanadu stirbt Charles Foster Kane, vielfacher Millionär und Beherrscher der öffentlichen Meinung. Er stirbt mit einem seltsamen Wort auf den Lippen: "Rosebud". Ein Reporter zieht aus, um die verborgene Bedeutung dieses Wortes zu ergründen. Durch die Berichte der verschiedenen Menschen, die Kane kannten, ergibt sich eine fast lückenlose Rekonstruktion seines außergewöhnlichen Lebens.
Kane, der mit acht Jahren ein Vermögen erbt, wird gegen seinen Willen von seinem Elternhaus getrennt, um in der Stadt eine angemessene Erziehung zu erhalten. Mit 25 Jahren übernimmt er die Redaktion einer kleinen Tageszeitung, des "New York Daily Inquirer". Ohne Rücksicht auf seine eigenen geschäftlichen Interessen entlarvt er Korruption und Unehrlichkeit im öffentlichen Leben und wird bald von Tausenden verehrt - aber auch gehasst. Kane gewinnt zunehmend Einfluss auf andere Zeitungen, doch dieser gigantische Aufstieg verändert ihn. An die Stelle seines Kampfes für die Wahrheit tritt das Verlangen nach weiteren, größeren Erfolgen. (3Sat Presse)
Reviews in German: Ein epochaler Film. Seit Jahren hält dieser Geniestreich den ersten Platz der Hitparade der zehn besten Filme der Welt.(Gong-Lexikon Filme im Fernsehen)

"In vieler Hinsicht, in seiner assoziativen und anekdotischen Erzähltechnik, in seiner ausgefeilten Bildsprache, in seiner dichten Dramatrugie und in seiner politisch-menschlichen Aussage ein Meilenstein der Filmgeschichte." (Süddt. Ztg.)

"Welles (...) schockierte und faszinierte schon als Zwanzigjähriger das Publikum mit ungewöhnlichen Theaterinszenierungen. Und nachdem ihm 1938 eine Hörspielfassung von H. G. Wells' "Krieg der Welten" so realistisch geraten war, dass sie eine Massenhysterie auslöste, gab Hollywood dem jungen Mann den wohl grosszügigsten Vertrag in der Geschichte der Filmmetropole: Welles sollte jährlich einen Film in absoluter Freiheit drehen. So entstand Citizen Kane (1940). Aber bald gab es doch Meinungsverschiedenheiten, Einsprüche und Eingriffe. Orson Welles verliess 1947 Hollywood und filmte seither in verschiedenen Ländern, wobei man insgesamt dem Schauspieler Welles mehr Chancen bot als dem Regisseur. Seine Inszenierungen entstanden nicht selten durch die Unterstützung von Mäzenen, manche Filme blieben unvollendet, wie etwa sein in Mexiko begonnener Don Quijote.

Welles' erster Film war eine radikale Absage an die damals gültigen ästhetischen Regeln des Films. Er löste die übliche Handlung in Erinnerungsfetzen auf; mit Hilfe der Tiefenschärfe des Bildes, die ein Spiel im Vorder- und Hintergrund ermöglichte, zog er Gegenwart und Vergangenheit stellenweise in einer Szene zusammen; Weitwinkelobjektive verzerrten und verfremdeten die Handlung. Welles hat daraus aber keinen "neuen Stil" entwickelt, den er zum Prinzip erhoben hätte. So wie er sich stets wieder andersartiger Stoffe bemächtigt hat, so hat er sie auch in immer neuen Formen behandelt. Dabei wirken alle seine Filme, in denen er gewöhnlich auch die Hauptrolle spielte, gleichsam überlebensgross und ganz individuell. Selbst Macbeth und Othello erscheinen weniger als Shakespeare-Adaptionen, sondern als Welles-Filme." (Krusche, Dieter: Reclams Filmführer. Reclam Verlag, Stuttgart, 10. neu bearb. Aufl. 1996.)

"Ein Geniestreich, 1962 und 1972 von internationalen Kritikern jeweils zum besten Film aller Zeiten gekürt: Orson Welles' Citizen Kane, das Spielfilmdebüt eines Fünfundzwanzigjährigen, der damit 1941 Filmgeschichte schrieb. Ein Werk, das dem Kino seine erzählerischen Fesseln nahm.

"Rosebud" lautet das mysteriöse letzte Wort des Zeitungszaren Charles Foster Kane (Orson Welles), bevor er auf seinem monströsen Schloss Xanadu stirbt. Diesem Geheimnis möchte der Reporter der Wochenschau "News of the March" auf die Spur kommen. Dazu befragt er die Menschen, die dem legendären Pressemagnaten am nächsten standen: dessen zweite Frau Susan (Dorothy Comingore), eine heruntergekommene Barsängerin, Mr. Bernstein (Everett Sloane), den früheren Chefredakteur, Jedediah Leland (Joseph Cotten), Kanes besten Freund. Nach und nach entsteht ein Bild der Persönlichkeit.

Als Fünfundzwanzigjähriger gelangte Kane in den Besitz eines riesigen Vermögens, mit dem er erst die marode Zeitung "Inquirer" kaufte, zu einem auflagenstarken Sensationsblatt machte und sich dann rastlos in neue Aktivitäten stürzte. Seine Ehe zerbricht darüber, die - wie Leland den Reportern erzählt - endgültig scheitert, als Kane mit der Sängerin Susan Alexander ein Verhältnis eingeht, das von seinem politischen Rivalen an die Öffentlichkeit gebracht wird. Aber auch die Verbindung mit Susan scheitert an Kanes Eigenwilligkeit und dem Egoismus, mit dem er seine Frau in seinem Prunkschloss Xanadu einschloss. Vom Butler Raymond (Paul Stewart) erfährt der Reporter schliesslich, dass dem sterbenden Kane eine Schneeglaskugel aus der Hand glitt, wobei er jenes ominöse "Rosebud" murmelte. Während der Reporter das Schloss verlässt, ohne dessen Bedeutung zu kennen, fährt die Kamera auf einen Ofen, in dem allerlei Gerümpel verbrannt wird. Gerade wird ein alter Schlitten hineingeworfen, auf dem "Rosebud" zu lesen ist.

François Truffaut meinte von Citizen Kane, dass dies wohl der Film sei, der die meisten jungen Leute veranlasst habe, Regisseur zu werden. Unbestritten zählt Citizen Kane zu den Massstab setzenden Werken der Filmgeschichte - ein ungemein reiches, vielschichtiges Werk, verwirrend wie ein unfertiges Puzzle, ebenso exzentrisch wie poetisch. Orson Welles hatte für seinen Erstlingsfilm völlige künstlerische Freiheit erhalten, im starren Studiosystem der dreissiger und vierziger Jahre eine Ausnahme. Doch RKO, das den Film produzierte, erhoffte sich von dem jungen Welles Wunderdinge. Als Theaterschauspieler und -regisseur genoss er bereits einen guten Ruf, als Rundfunkmacher war er legendär. 1938 hatte seine Reportage über die (fiktive) Landung von Marsmenschen in New York eine Panik verursacht.

Welles' erstes Projekt war die Verfilmung von Joseph Conrads "Heart of Darkness". Dazu experimentierte er mit einer "subjektiven" Kamera, die die Geschichte gewissermassen mit den Augen der Hauptfigur sehen sollte. Doch das Verfahren erwies sich als undurchführbar. Welles nahm es aber in seinem zweiten Projekt Citizen Kane in abgeänderter Form wieder auf. So ist der Reporter fast nur von hinten zu sehen, schaut ihm die Kamera über die Schulter. Geradezu revolutionär aber sind Erzählweise und Kameraführung. Zwar gab es auch schon 1941 im Hollywood-Kino Ansätze, eine Geschichte nicht mehr chronologisch zu erzählen, doch erst Welles und sein Co-Autor Herman J. Mankiewicz führten einen weitgehenden Bruch mit dieser Tradition herbei.

Dauernd wechselt die Perspektive, werden die jeweiligen Erzähler konterkariert. Sie kennen immer nur Teile des Puzzles Kane, der Zuschauer indes erfährt mehr. Er kennt das Bild als Ganzes und erlebt nun mit, wie es von den Beteiligten nur unvollständig zusammengebracht wird. Angeschnittene Bilder, Einstellungen aus der Froschperspektive, eine an den deutschen Expressionismus erinnernde Lichtsetzung tun das ihre, die Person des Charles Foster Kane in ihrer Grösse zu relativieren und ihr Geheimnis zu bewahren.

Innovativ war hierbei der Einsatz von Tiefenschärfe. Wie auf einer Bühne spielt sich das Geschehen mal vorne, mal hinten im Raum ab, ohne dass durch Schnitte Figuren oder Aktionen herausgehoben oder isoliert werden. Das Bild wurde in seiner Unberechenbarkeit zum Spiegel der im Raum agierenden Personen - die Visualisierung der menschlichen Psyche.

Reales Vorbild für die Figur des Charles Foster Kane war der Zeitungszar William Randolph Hearst, der in seinen Blättern den Film heftig angreifen liess. Eingeschüchtert verzichteten vor allem ländliche Kinobesitzer darauf, Citizen Kane zu spielen, obwohl die Kritik begeistert war. Die enttäuschend schwachen Einspielergebnisse veranlassten RKO zu einer Vertragsänderung. Seinen nächsten Film, The Magnificent Ambersons, konnte Welles bereits nicht mehr selbst montieren, worauf er bei seinem dritten RKO-Projekt, Journey Into Fear, die Regie einem anderen überliess. Welles' weitere Karriere war fortan bestimmt durch die Beschneidung seiner künstlerischen Freiheit. Mit den Gagen als Schauspieler in anderen Filmen finanzierte er seine eigenen Projekte, etwa die Shakespeare-Verfilmungen Macbeth und Chimes at Midnight. Doch erreichte Welles, der im Oktober 1985 starb, mit keinem seiner anderen Filme mehr die Wirkung und Bedeutung wie mit Citizen Kane, seinem ersten." (Günter Engelhard/Horst Schäfer/Walter Schorbert in Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung 'Rheinischer Merkur/Christ und Welt' (Hrsg.): 111 Meisterwerke des Films. Das Video-Privatmuseum. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M. 1989.)

"Nach dem Tod des einflussreichen Zeitungsmagnaten Charles Foster Kane arbeitet ein Wochenschau-Team an einem Porträt des Verstorbenen. Unzufrieden mit dem bisherigen Ergebnis, erinnert der Produktionsleiter an Kanes letztes Wort: "Rosebud". Der Reporter Thompson wird beauftragt, herauszufinden, was es damit auf sich hat - in der Hoffnung, damit einen Schlüssel zum Verständnis für Kanes Leben zu erhalten.

Im Verlauf der Recherche befragt Thompson fünf Zeugen; Rückblenden schildern Etappen aus dem Leben Kanes, so dass sich das Wissen des Zuschauers synchron mit dem des Reporters aufbaut. Mit einer Ausnahme: der Auflösung des vermeintlichen Rätsels in der letzten Einstellung des Films. Beim Verbrennen der Hinterlassenschaften Kanes erscheint auf einem Schlitten der Schriftzug "Rosebud", kurz bevor er von den Flammen verzehrt wird. Mit diesem Schlitten hatte sich der achtjährige Kane gewehrt, als er von seinem Vormund, einem Bankier, von Zuhause weggeholt wurde. Der plötzliche Reichtum der Familie Kane dank der Goldmine eines Schuldners hat seine Kindheit zerstört und scheint verantwortlich zu sein für seine Unfähigkeit zu Liebe und Freundschaft, sein Scheitern in sozialen Beziehungen. Ob dies jedoch wirklich der Schlüssel zu dem Leben des machtbesessenen Mannes ist, wird kurz zuvor von Thompson ausdrücklich in Frage gestellt: "Ich bin nicht der Meinung, dass ein Wort ein ganzes Leben erklären kann. Ich glaube, ‘Rosebud’ ist bloss ein Stein aus einem Puzzle-Spiel, ein verlorengegangener Stein." Der Zuschauer kennt diesen Stein, doch die geheimnisvolle Faszination wird dadurch nicht aufgehoben. Orson Welles: "Der Sinn des Films liegt nicht in seiner Auflösung des Rätsels, sondern in der Art und Weise seiner Darstellung."

Mit Citizen Kane, dem Debütwerk des 25jährigen, hat Orson Welles Filmgeschichte gemacht. Nach seinem sensationellen Erfolg mit dem Hörspiel The War of the Worlds konnte er bei der Produktionsfirma RKO einen Vertrag durchsetzen, der ihm sämtliche Freiheiten zusicherte. Regisseur, Hauptdarsteller und Coautor in Personalunion, wählte Welles einen brisanten Stoff: Offenkundig hat die Figur Kane in dem Pressezar Randolph Hearst ein reales Vorbild. Hinter den Kulissen versuchte Hearst, den Film und seine Premiere im Kino zu verhindern. Bei der Uraufführung erwies sich Citizen Kane zunächst als kommerzieller Misserfolg; der einst als Wunderkind Hollywoods gefeierte Welles musste sich bei allen anderen Filmen später den Restriktionen der Produzenten beugen und hat kaum eine Arbeit vollendet. Erst Jahrzehnte später wurde die Bedeutung von Citizen Kane erkannt: Das Meisterwerk, das einen amerikanischen Mythos zum Thema hat, ist längst selbst zu einem Mythos geworden. Der Film ist ein Puzzlespiel, dessen Teile nicht recht zusammenpassen: Thompson stösst auf subjektive Erinnerungen, die ein widersprüchliches Bild von Kane ergeben. Multiperspektivität bestimmt die Gestaltung und den Aufbau des Films: die fragmentarische Erzählweise in Ellipsen und nicht chronologisch geordneten Rückblenden, die Verwendung der Tiefenschärfe, die raffenden Bildfolgen und kühnen Überblendungen, die ungewöhnlichen Kameraperspektiven. Die Darstellungsweise, die oft manieristisch und eklektizistisch wirkt, legitimiert sich aus der Geschichte: Extreme Auf- und Untersichten machen den Zeitungsmagnaten zu einer hervorgehobenen Gestalt: Kane dominiert immer das Bild. Sein Durchsetzungswille ist so gross, dass er nur noch sich selbst bestätigt; zugleich leidet er unter seinem Versagen, anderen gegenüber frei und offen zu sein. Citizen Kane ist auch die Geschichte eines Scheiterns, begründet in Grössenwahn und Allmachtsphantasien. Am Ende haust er einsam in seinem Schloss Xanadu. Orson Welles, seinem Protagonisten in manchen Zügen verwandt, hat diese Biographie eindrucksvoll visualisiert." (Michael Töteberg (Hrsg.): Metzler Filmlexikon. J. B. Metzler Verlag, Stuttgart/Weimar 1995.)

"Wie nie ein einzelner Film zuvor oder danach revolutionierte und radikalisierte Welles mit CITIZEN KANE das gesamte Filmschaffen: Expressionistische Schrägperspektiven mit Unter- oder Aufsicht dienten ihm als Metaphern für Souveränität bzw. Abhängigkeit der Personen; eine bis dahin für unmöglich gehaltene Schärfentiefe nutzte er, um seinen Bildaufbau in mehreren Tiefenebenen zu staffeln; und mit der Chuzpe des Anfängers befreite er sich von dem Zwang chronologischer Erzählweise. (Paul Werner)

«Der 25-jährige Welles revolutionierte mit dieser fiktiven Biografie eines Zeitungstycoons die Grammatik filmischen Erzählens. Fast wäre der Film nie gezeigt worden, weil der Medienzar William Randolph Hearst sich durch Kane verunglimpft sah. Trotz des kommerziellen Misserfolgs führt "Kane" seitdem die Bestenlisten der Kritiker an. Der Geniestreich eines Wunderkindes, den Orson Welles so niemals mehr wiederholen konnte.
Unvergessen:
Kane flüstert sein letztes Wort "Rosebud" – für den Reporter, der sein Leben recherchiert, ein unlösbares Rätsel.» (Cinema, 2000)
Remarks and general Information: Expo 1958 in Bruxelles als einer der besten 10 Filme der Welt gekürt.

Mit seinem letzten Atemzug entschlüpft Charles Foster Kane - einem millionenschweren Pressemagnaten, Politiker, Sammler und «Pygmalion» - ein rätselhaftes Wort: «rosebud». Was will er damit sagen? Um dies herauszufinden, befragt ein Journalist die, die dem Verstorbenen nahe standen. Aber kann so das Geheimnis eines solchen Menschen gelüftet werden? Als Meilenstein der Filmgeschichte und erstes Werk von Orson Welles beinhaltet Citizen Kane eine Reflexion über die Medien und die Macht. Dieses labyrinthische Spiel mit den Möglichkeiten überzeugt nicht zuletzt durch das Können des Kameramanns Gregg Toland.

– Ein Reporter versucht, der Bedeutung des Wortes »Rosebud« auf die Spur zu kommen, das der Medienmogul Charles Foster Kane im Augenblick seines Todes aussprach. »There are more conscious shots – for the sake of shots – in CITIZEN KANE than in anything I’ve done since. It has things like that shot where they’re all posed around that trophy which is just a ›let’s see if we can make that shot‹ kind of shot. There’s a kind of unjustified visual strain at times in CITIZEN KANE, which just came from the exuberance of discovering the medium.« (Orson Welles) (Filmmuseum München)

«Der damals 24-jährige Orson Welles spielte die Hauptrolle in seinem virtuos inszenierten Meisterwerk, das vielen Kritikern noch heute als "bester Film aller Zeiten" gilt.
Das Regiedebüt des damals 24-jährigen Orson Welles zählt zu den stilbildenden Meilensteinen der Filmgeschichte und gilt vielen Kritikern als "bester Film aller Zeiten".
Zwischen dem jungen selbstbewussten Genie Orson Welles und seinem Vorbild für "Citizen Kane", dem Zeitungszar William Randolph Hearst, kam es zu einem Kampf, der sich für beide als zerstörerisch erwies. Hearst setzte seinen ganzen Einfluss, seine ganze Medienmacht gegen den Film und seinen Macher ein. Der Pressezar verzieh dem Kinogenie nie das Porträt, das er von ihm in "Citizen Kane" gezeichnet hatte, er verzieh aber vor allem nicht, dass seine Lebensgefährtin Marion Davies dort als haltlose Trinkerin geschildert wurde. Dass Welles in die Figur des "Citizen Kane" mindestens ebenso viel Autobiografisches hatte einfliessen war, hatte er entweder nicht gesehen oder nicht sehen wollen. Noch bevor der Film fertig geschnitten war, begann die Fehde. Dass der Film herauskam, konnte Hearst nicht verhindern, dass "Citizen Kane" bei der Oscar-Verleihung trotz neun Nominierungen (darunter als bester Film, für den Regisseur und Hauptdarsteller Welles) fast leer ausging, ist sein 'Verdienst'. Nur das Drehbuch, das Welles mit Herman J. Mankiewicz verfasst hatte, gewann. Solange Hearst (1863 - 1951) lebte, verfolgte er Welles mit seinen Angriffen, sorgte u. a. auch dafür, dass dieser als Kommunistenfreund in Misskredit geriet. Auch Hearst verlor auf der ganzen Linie.» (BR Presse)

«"Citizen Kane" ist das Erstlingswerk des erst 25 Jahre alten Orson Welles, der zwei Jahre zuvor mit seiner Hörspielfassung vom "Kampf der Welten" ganz New York in Aufruhr versetzt hatte. Der Film ist ein Meilenstein der Filmgeschichte: in seiner assoziativen und anekdotischen Erzähltechnik, seiner ausgefeilten Bildsprache, der glänzenden Montage, der neuartigen Tonmischung und der dichten Dramaturgie. Durch die Zusammenarbeit Welles' mit Gregg Toland, einem der renommiertesten Kameramänner seiner Zeit, konnten die Bilder entstehen, die das Leben des Medienmoguls Kane so facettenreich beleuchten. Nominiert für insgesamt elf Oscars, erhielt "Citizen Kane" lediglich einen Oscar für das "Beste Originaldrehbuch" zugesprochen. Welles' Meisterwerk steht bis heute ganz oben auf den internationalen Listen der besten Filme aller Zeiten.

Der amerikanische Schauspieler, Regisseur und Produzent wurde am 6. Mai 1915 als zweiter Sohn einer gut situierten Fabrikantenfamilie in Wisconsin geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern erprobte der junge Mann seine Talente auf der Bühne, als Maler und Stierkämpfer und war 1937 in New York Mitbegründer des künstlerisch engagierten Mercury-Theaters. Die legendäre Rundfunkinszenierung von "Krieg der Welten" machte das "Wunderkind" auch in Hollywood schlagartig bekannt. Mit seinen Filmen nach "Citizen Kane" aber verzettelte sich der Regisseur immer mehr, so dass er in den folgenden Jahrzehnten finanzielle Verluste durch schauspielerische Leistungen wettmachen musste. Orson Welles starb am 10. Oktober 1985 in Hollywood an Herzversagen.» (3Sat Presse)

Deux hommes dans Manhattan

(Two Men in Manhattan), Directed by:   Jean-Pierre Melville, France - 1958
Director: Jean-Pierre Melville - Scenario: Jean-Pierre Melville - Director of Photography: Jean-Pierre Melville - Nicolas Hayer - Composer: Christian Chevallier - Martial Solal - Cast: Ginger Hale Judith - Pierre Grasset Delmas - Christiane Eudès Anne - Jean-Pierre Melville Moreau - Jean Darcante Rouvier - Monique Hennessy Gloria -

Fantômas contre Fantômas

(Fantômas versus Fantômas, Fantomas Against Fantomas), Directed by:   Louis Feuillade, France - 1914
Production: Société des Etablissements L. Gaumont - Distribution: Société des Etablissements L. Gaumont - Producer: Roméo Bosetti - Director: Louis Feuillade - Scenario: Louis Feuillade - Story: Pierre Souvestre - Marcel Allain - Director of Photography: Georges Guérin - Editor: Georges Guérin - Cast: Jane Faber Princesse Danidoff - Eugène Bréon Inspecteur Juve (AKA Edmond Bréon) - Renée Carl Lady Beltham - Yvette Andréyor - Laurent Morléas L'apache Paulet - Georges Melchior Jérôme Fandor, journaliste - René Navarre Fantômas / Le père Moche / Le détective Tom Bob - Naudier Nibet -
Reviews in German: "Feuillades vierter Fantomas Film ist nicht vollständig erhalten geblieben. Bei der in Locarno 2004 gezeigten Kopie wurde die Szene in der Zeitungsredaktion aus einem anderen Film ergänzt: Fantomas' Gegenspieler Inspektor Juive gerät selbst in Verdacht, Fantomas zu sein, während sich Fantomas eine falsche Identität als amerikanischer Detektiv Tom Bob zugelegt hat. Virtuoses Stummfilmvergnügen um den genialen 'König der Verbrecher'." (lhg 2004)

Five Star Final

Directed by:   Mervyn LeRoy, USA - 1931
Director: Mervyn LeRoy - Cast: Boris Karloff - Edward G. Robinson -

Foreign correspondent

Directed by:   Alfred Hitchcock, USA - 1940
Production: United Artists - Producer: Walter Wanger - Director: Alfred Hitchcock - Scenario: Budd Schulberg - Charles Bennett - Joan Harrison - Director of Photography: Rudolph Maté - Composer: Alfred Newman - Editor: Otho Lovering - Dorothy Spencer - Art Director: William Cameron Menzies - Alexander Golitzen - Cast: Albert Bassermann - Crauford Kent - Gertrud Hoffmann (AKA Gertrude W. Hoffmann) - Jane Novak - Joan Brodel - Louis Borell - Elly Malyon - E.E. Clive - Eddie Conrad - Martin Kosleck - Eduardo Cianelli - Harry Davenport - Edmund Gwenn - Robert Benchley - Laraine Day - Herbert Marshall - Joel McRea - George Sanders - John Burton English Announcer -
Synopsis in German: August 1939: Der amerikanische Reporter John Jones wird unter einem Decknamen nach Europa geschickt, um dort die Lage zu beobachten und Kontakte zu Pazifisten und Diplomaten aufnehmen. Unmittelbar nach seiner Ankunft wird er Zeuge eines Attentats auf den holländischen Politiker Van Meer, der eine Geheimklausel des Bündnisvertrages kennt, die den Ausbruch des Krieges noch verhindern könnte. Mit Hilfe von Carol Fisher und Scott Ffolliott findet Jones heraus, dass das Attentat nur vorgetäuscht war und Van Meer in Wirklichkeit entführt worden ist. Als Drahtzieher hinter der Entführung entpuppt sich kein geringerer als Carols Vater Stephen Fisher, der Vorsitzender einer pazifistischen Organisation ist.
Während dieser auf einer übereilten Flucht nach Amerika seiner Tochter schliesslich seine Verstrickung in geheimdienstliche Machenschaften beichtet, wird sein Flugzeug von einem deutschen Zerstörer unter Feuer genommen und stürzt ins Meer. Fisher opfert sich, um die anderen Passagiere zu retten. Jones überlebt und hat endlich seine begehrte Story für die Zeitung. In seinem Heimatland angekommen, hält er eine flammende Rede, welche die Amerikaner zum Überdenken ihrer Neutralität auffordert. (arte Presse)
Reviews in German: «Phantasiereicher, spritziger und cleverer Hitchcock ...» (tele 44/2009)
Remarks and general Information: «Regisseur Alfred Hitchcock wurde im Herbst 1939 für "Der Auslandskorrespondent" von David O. Selznick an den damaligen "Paramount"-Produktionschef Walter Wanger weiterempfohlen. Hitchcock sollte den autobiografischen Roman "Personal History" von Vincent Sheean verfilmen, der die Erlebnisse eines Auslandsreporters im krisengeschüttelten Europa der 30er Jahre beschreibt. Wanger wollte den Film so aktuell wie möglich haben und somit die brenzligen Geschehnisse in Europa einarbeiten. Das war jedoch aufgrund der sich überschlagenden Ereignisse nicht möglich. Rund ein Dutzend Drehbuchautoren versuchten sich im Laufe der Monate erfolglos am Drehbuch, bis Hitchcock seinen alten Mitarbeiter Charles Bennett aus England rief, um mit ihm und Joan Harrison das Drehbuch in kürzester Zeit völlig neu zu schreiben. Von Sheeans Roman blieb danach nur die Anfangskonstellation in Holland übrig.
Obwohl Hitchcocks zweiter Hollywoodfilm ursprünglich als Propagandafilm in Auftrag gegeben worden wurde, um für den Kampf Englands gegen die Nationalsozialisten zu werben, hält er sich letztlich mit politischen Botschaften zurück - vor allem aufgrund des politischen Drucks, die strikte Neutralität der USA zu wahren. Die treibende Kraft des Films ist die Jagd nach einer wichtigen "Geheimklausel" zwischen zwei nicht näher benannten europäischen Staaten, ein typischer "MacGuffin". Der von Hitchcock geprägte Begriff bezeichnet ein mehr oder weniger beliebtes Objekt, dessen letztliche Bedeutung im Film nebensächlich ist. Stattdessen dient der MacGuffin dazu, die Handlung auszulösen oder voranzutreiben.
Lediglich der Schluss enthält eine politische Nachricht.» (Arte Presse)

«Ein New Yorker Journalist wird im August 1939 nach Europa geschickt, um über den drohenden Konflikt zu berichten. Als vor seinen Augen ein holländischer Diplomat entführt wird, versucht er, ihn wiederzufinden. Dabei gerät er in Clinch mit einem Spionagenetz, das sich als Friedensorganisation tarnt, in Wirklichkeit aber für die Nazis arbeitet. Obwohl von verschiedener Seite Druck ausgeübt wird, kommt die Sache ans Licht. Dieser zweite Amerika-Film Hitchcocks – humorvoll und formal ausgereift – beinhaltet nicht nur ein Lob auf die Presse, sondern auch einen Appell an die USA, in den Krieg einzugreifen." (Locarno 2004)

Front Page

Directed by:   Lewis Milestone, USA - 1931
Production: United Artists - Producer: Howard Hughes - Director: Lewis Milestone - Scenario: Bartlett Cormack - Charles Lederer - Story: Ben Hecht - Charles McArthur - Director of Photography: Tony Gaudio - Glen McWilliams - Cast: Eugène Strong Endicott - Spencer Charters Woodenshoes - Maurice Black Diamond Louie - Effie Ellsler Mrs. Grant - Dorothea Wolbert Jenny - James Gordon Fred, the Mayor - James Donlan /xx/ Reporter - Francis Ford Carl, Detektiv /xx/ - Herman J. Mankiewicz Bit Part (/xx/) - Lewis Milestone Bit Part (/xx/) - Gustav von Seyffertitz Professor Max J. Engelhoffer - Phil Tead Wilson - Fred Howard Schwartz - Adolphe Menjou Walter Burns - Pat O'Brien Hildebrand 'Hildy' Johnson - Mary Brian Peggy Grant - Edward Everett Horton Roy V. Bensinger - Walter Catlett Jimmy Murphy - George E. Stone Earl Williams - Mae Clarke Molly Malloy - Slim Summerville Irving Pincus - Matt Moore Ernie Kruger - Frank McHugh 'Mac' McCue - Clarence Wilson Sheriff Peter B. 'Pinky' Hartman - Richard Alexander Jacobi (AKA Dick Alexander) -
Reviews in German: "Adaptation eines Theaterstücks von Charles MacArthur und Ben Hecht über Sensationsjournalismus und Intrigen um einen entflohenen Mörder: Trotz rasanter Dialoge doch eher steife Inszenierung durch Milestone mit einigen bravurösen Auftritten von Adolphe Menjou." (lhg 2004)

His Girl Friday

Directed by:   Howard Hawks, USA - 1940
Production: Columbia Pictures Corporation - Director: Howard Hawks - Scenario: Charles Lederer - Based on : Ben Hecht play - Charles MacArthur play - Director of Photography: Joseph Walker - Editor: Gene Havlick - Art Director: Lionel Banks - Costume Design: Robert Kalloch - Cast: Abner Biberman Louis - Cliff Edwards Endicott, Reporter - Clarence Kolb Bürgermeister - Roscoe Karns McCue, Reporter - Frank Jenks Wilson, Reporter - Regis Toomey Sanders, Reporter - John Qualen Earl Williams - Helen Mack Molly Malloy - Ernest Truex Roy V. Bensinger, Tribune reporter - Gene Lockhart Sheriff Peter B. 'Pinky' Hartwell - Porter Hall Murphy, Reporter - Ralph Bellamy Bruce Baldwin - Rosalind Russell Hildegaard 'Hildy' Johnson - Cary Grant Walter Burns - Alma Kruger Mrs. Baldwin -
Synopsis in German: Reporterin Hildy Johnson will ihren Job an den Nagel hängen. Sie plant ein neues Leben als Hausfrau und Mutter an der Seite des Versicherungsberaters Bruce Baldwin. Doch ihr Exmann, der Zeitungsherausgeber Walter Burns, überredet sie zu einem letzten Auftrag: Hildy soll den zum Tode verurteilten Earl Williams interviewen und dem umstrittenen Fall auf den Grund gehen. Vertreter der Justiz und der Politik wollen sich durch die Vollstreckung des Urteils profilieren, während die Horde der Journalisten auf eine exklusive Story lauert. Für Hildy scheint diese Gelegenheit zum Greifen nahe, als Earl aus dem Gefängnis flieht und in ihrem Büro Schutz sucht. Sie versteckt ihn vor Polizei und Reportern und ruft Walter zur Hilfe. Der wiederum hat zuvor mehrere Tricks angewandt, um Hildys Verlobten ins Gefängnis zu bringen und somit die geplante Abreise der beiden hinauszuzögern. Die chaotischen Ereignisse spitzen sich zu und bringen das einstige Ehepaar einander wieder näher... (ZDF Presse)
Reviews in German: "Howard Hawks Umsetzung des Theaterstückes von Ben Hecht ist eine temporeiche Komödie vor dem Hintergrund des amerikanischen Sensationsjournalismus geworden: weit dynamischer und pointenreicher als Milestone's Verfilmung aus dem Jahre 1931 setzt Hawks voll auf seine brillanten Schauspieler und eine kaskadenreiche Dialogflut, die trotz der Beschränkung auf wenige Schausplätze nie an Spannung verliert. Gary Grant ist so gut wie selten, und die Umkehrung der Geschlechterrollen (Rosalind Russell spielt die Reportering) sorgt für zusätzlichen Witz. Eine Screwball-Komödie, die in den letzten sechzig Jahren kein Staub angesetzt hat." (lhg 2004)
Remarks and general Information: Sein Mädchen für besondere Fälle" basiert auf dem Bühnenstück "The front page" von Ben Hecht und Charles MacArthur, das seit 1931 mehrfach verfilmt wurde. Unter anderem im Jahr 1974 von Billy Wilder mit Walter Matthau und Jack Lemmon in den Hauptrollen. Howard Hawks inszenierte den Stoff als Screwball-Komödie. Die rasanten verbalen Gefechte der Protagonisten tragen den Film, während auf Musik weitgehend verzichtet wird. Erstmals kommt hier die Technik des sich überlappenden Dialogs zum Einsatz, bei dem die Darsteller einander permanent ins Wort fallen. Die Hauptrolle besetzte Hawks mit Cary Grant, seinem Lieblingsschauspieler für Komödien. Erst zwei Jahre zuvor hatten die beiden mit "Leoparden küsst man nicht" ("Bringing up Baby", 1938) Erfolge gefeiert. Doch diesmal spielte nicht Katherine Hepburn den wortgewaltigen weiblichen Gegenpart, sondern Rosalind Russell. "Sein Mädchen für alle Fälle" ironisiert genregemäss das Verhältnis der Geschlechter, übt aber unterschwellig auch Kritik an einem korrupten Rechtssystem und stellt die Berichterstattung der Skandaljournalisten in Frage. Der Film zählt zu den Höhepunkten der Hollywoodkomödien der 30er und 40er Jahre. (ZDF Presse)

Inviati Speciali

Directed by:   Romolo Marcellini, Italy - 1942
Director: Romolo Marcellini - Cast: Luigi Pavese - Piero Palermini - Barbara Ledi - Adele Garavaglia - Mino Doro - Maurizio D'Ancora - Onorato Bindoni - Nerio Bernardi - Liana Serena -
Reviews in German: "Ein Dokument des Faschistischen Films: die Erlebnisse eines italienischen Journalisten im Spanischen Bürgerkrieg und zu Beginn des - für die faschistische Allianz damals noch siegesreichen - Zweiten Weltkrieges: Kritiklosen Verherrlichung des Krieges durch die Optik des italienischen Journalisten, verflochten mit einer Liebesgeschichte mit einer Spionin aus dem Lager der spanischen Republikaner." (lhg 2004)

The Kid Reporter

Directed by:   Alfred J. Goulding, USA - 1923
Production: Century Film Corporation - Ausführender Produzent: Abe Stern - Julius Stern - Director: Alfred J. Goulding - Cast: Blanche Payson - James T. Kelley AKA Jim Kelly - Buddy Williams - Albert Willis - Peggy Montgomery AKA Baby Peggy -
Synopsis in German: In einer Anzeige von Daily News verspricht ein reiches Paar demjenigen eine hohe Belohnung, der ein gestohlenes Halsband wiederfindet. Der Zeitungsbesitzer geht noch weiter: Der Reporter, der den Fall lösen kann, soll zum Chefredaktor ernannt werden. Die sehr, sehr junge Sekretärin Peggy macht sich auf die Suche. Dank ihrer Verkleidungskünste, den Verfolgungsjagden und ihrem detektivischen Gespür wird sie zur jüngsten Chefredaktorin in der Geschichte der Presse.
Remarks and general Information: "In dieser verrückten Komödie gibt der damals fünfjährige Kinderstar Baby Peggy der Figur der Detektivin-Journalistin einen parodistischen Touch." (Locarno 2004)

Kärlek och Journalistik

(Love and Journalism), Directed by:   Mauritz Stiller, Sweden - 1916
Production: AB Svenska Biografteatern - Director: Mauritz Stiller - Scenario: Harriet Bloch - Director of Photography: Gustaf Boge - Composer: Umberto Prandini - Art Director: Axel Esbensen - Cast: Richard Lund Dr. Eric Bloomé, Forscher - Paul Hagman Journalist - Edith Wallén Mädchen - Helge Karlsson stadsbudet - Gucken Cederborg Rosika Amunds, Journalistin - Jenny Tschernichin-Larsson Staatsrätin Bloomé, Eric's Mutter - Karin Molander Herta Weye, Journalistin - Stina Berg Stina, Dienerin bei Bloomé - Julius Hälsig Redakteur -
Reviews in German: "Amüsant gedrehte Komödie aus der Frühzeit des Schwedischen Kinos: mit viel Leichtigkeit führt Mauritz Stiller seine Schauspieler in dem Verwechslungsspiel zwischen Journalismus und Liebe." (lhg 2004)

Making a Living

Directed by:   Henry Lehrman, USA - 1914
Production: Keystone Film Company - Distribution: Mutual Film - Producer: Mack Sennett - Director: Henry Lehrman - Scenario: Reed Heustis - Director of Photography: Enrique Juan Vallejo - Frank D. Williams - Cast: Virginia Kirtley Daughter - Chester Conklin Policeman / Bum - Edward Nolan Cop at Apartment Steps - Grover Ligon Bald Man in Newspaper Office - Edgar Kennedy Wreck Bystander - Charles Inslee Newspaper Editor - Beverly Griffith Seated Man with Editor - Billy Gilbert Jealous Husband - Emma Bell Clifton Jealous Husband - Tammany Young Onlooker - Alice Davenport Mother - Minta Durfee Girl - Henry Lehrman Reporter - Charles Chaplin Dandy -
Reviews in German: 'Ein Komiker reinsten Wasser's' schrieb seinerzeit MOVING PICTURE WORLD über Charlie Chaplins ersten Filmauftritt: Als halbzerumpter Dandy sind Ansätze für die chaplineske Figur des Tramps erkennbar, auch wenn er noch nicht alle Attribute seiner Figur hat: Noch spürt man deutlich den Einfluss Mack Sennett's - die Epiosde mit den Keystone-Cops, die endlosen Verfolgungsjagden, die virtuosen Kaskaden zeigen welcher Schule dieser Film ist. " (lhg 2004)
Remarks and general Information: In seinem ersten Leinwandauftritt verkörpert Charlie Chaplin nicht den Landstreicher, dem er später seinen Erfolg verdankt, sondern einen kleinen Duckmäuser mit herunterhängendem Schnurrbart, der einen Job als Journalist ergattern will. Nebst dem Genuss, Chaplin zu sehen, bietet diese kurze Komödie einen spannenden Einblick in eine Redaktion zu Beginn des 20. Jahrhunderts und entlarvt in mehrfacher Hinsicht den Opportunismus und die Gleichgültigkeit der Journalisten. Als ein Reporter beispielsweise Zeuge eines Unfalls wird, macht er zuerst Fotos, ehe er dem Opfer Hilfe leistet. Ausschnitte in "The funniest man in the world"

Le mystère des Roches de Kador

(The Mystery of the Kador Cliffs), Directed by:   Léonce Perret, France - 1912
Production: Société des Etablissements L. Gaumont N° 4068 - Producer: Léon Gaumont - Director: Léonce Perret - Scenario: Léonce Perret - Director of Photography: Georges Specht - Art Director: Robert-Jules Garnier - Cast: Marie Dorly Mme Dorlysse - Louis Leubas le chef de la sûreté - Jean Ayme Maître de Jeandé - Max Dhartigny capitaine d’Erquy - Léonce Perret Fernand - Émile Keppens professeur Williams - Suzanne Grandais Suzanne - Jean Perrier (--??--) -
Remarks and general Information: Frédéric Zarch nennt in seinem Buch zu den Aufführungen in Saint Étienne Jean Perrier als Architekten des Films. (lkg 2015)

The Mystery of the Yellow Room

Directed by:   Émile Chautard, USA - 1919
Production: Emile Chautard Pictures - Mayflower Photoplay - Producer: Émile Chautard - Director: Émile Chautard - Assistant Director: Josef von Sternberg - Scenario: Émile Chautard - Story: Gaston Leroux - Director of Photography: Jacques Bizeul - Cast: William Morrison Judge de Marquet - John McQuire Mathieu - Henry S. Koser Bernier - Louis Grisel Monsieur Maleine - Jean Ewing Mme. Bernier - Edmund Elton Robert Darzac - Catherine Ashley Mme. Mathieu - Jean Del Val Jean Sainclair (AKA Jean Gauthier) - W.H. Burton Daddy Jacques - Ivan Dobble Gärtner -
Synopsis in German: Ein mysteriöser Unbekannter überfällt eines Nachts die Tochter von Professor Strangerson und entwendet wertvolle Dokumente. Doch wie konnte er in den von innen verriegelten Raum, dessen Fenster verstellt waren, eindringen und daraus wieder entwischen? Der berühmte Polizist Larsan wird mit dem Fall betraut, doch der unerfahrene Reporter Rouletabille ist es, der das Rätsel schliesslich lösen wird.
Reviews in German: "Ein 'Who did it' im damals üblichen Stil der Zeit: der Journalist mit kriminalistischen Spürsinn überführt den Mörder - diesmal war's nicht der Gärtner sondern der Polizist. Die Inszenierung wirkt reichlich steif, unfreiwillige Komik herrscht und die Charaktere wirken herrlich hölzern. Kein besonders sehenswerter Film, aber doch ein interessantes Zeugnis für ein damals sehr populäres Genre mit allen dazu erforderlichen Versatzstücken." (lhg 2004)
Remarks and general Information: "Diese amerikanische Adaption des gleichnamigen Romans von Gaston Leroux greift ein Thema auf, das in der Filmgeschichte ständig wiederkehrt: der als Detektiv agierende Journalist." (Locarno 2004) Die Romanvorlage wurde u.a. 1930 unter dem Titel "Le Mystère de la chambre jaune" von Marcel L'Herbier verfilmt.

Nothing Sacred

Directed by:   William A. Wellman, USA - 1937
Production: Selznick International Pictures - United Artists - Producer: David O. Selznick - Director: William A. Wellman - Scenario: Charles McArthur - Ben Hecht - Budd Schulberg - Story: James H. Street - Director of Photography: Howard Greene - Cast: Alexander Schoenberg Dr. Kerchinwisser (/xx/) - Charles Richman Bürgermeister (/xx/) - Monica Lyman Salome (/xx/) - Betty Douglas Helen of Troy (/xx/) - Shirley Chambers Lady Godiva (/xx/) - Troy Brown Ernest Walker - Elinor Troy Katharina die Grosse (/xx/) - Fredric March Wally Cook - Hans Steinke Wrestler (/xx/) - Claire du Brey Nurse Rafferty - Monica Bannister Pocahontas (/xx/) - Olin Howland Gepäckträger - Margaret Hamilton Lady im Drugstore - Hedda Hopper - Hattie McDaniel Mrs. Walker - Aileen Pringle - John Qualen - Maxie Rosenbloom Max - Carole Lombard Hazel Flagg - Charles Winniger Dr. Enoch Downer - Walter Connolly Oliver Stone - Sig Ruman Dr. Emil Eggelhoffer - Frank Fay Master of Ceremonies - Mary MacLaren Banquet Guest (/xx/) -
Reviews in German: "Klasse-Komödie" (TV-Movies)
"Screwball-Komödie mit makabrem Hintergrund" (lhg)

Obzalovany

(Accused), Directed by:   Elmar Klos, CZ - 1964
Director: Ján Kadár - Elmar Klos - Scenario: Vladimír Valenta - Ján Kadár - Elmar Klos - Story: Lenka Hasková novel - Director of Photography: Rudolf Milic - Composer: Zdenek Liska - Cast: Vlado Müller Josef Kudrna - Jaroslav Blazek - Jirí Menzel - Josef Somr -

The Philadelphia Story

Directed by:   George Cukor, USA - 1940
Production: Metro-Goldwyn-Mayer - Producer: Joseph L. Mankiewicz - Director: George Cukor - Scenario: Donald Ogden Stewart - Story: Philip Barry - Director of Photography: Joseph Ruttenberg - Composer: Franz Waxman - Cast: John Howard - Roland Young - Virginia Weidler - James Stewart Macauly Connor - Cary Grant C.K. Dexter Heven - John Halliday - Katharine Hepburn Tracy Lord - Ruth Hussey Elizabeth Imbrie - Mary Nash -
Synopsis in German: Am Tag vor ihrer zweiten Hochzeit mit dem biederen George Kittredge (John Howard) erhält die extravagante Millionärstochter Tracy Lord (Katharine Hepburn) unerwarteten Besuch. Ihr erster Mann, der forsche Playboy C. K. Dexter Haven (Cary Grant), versucht, ihr die Feier zu vermasseln. Dafür hat er den Klatschreporter Mike Connor (James Stewart) und die Fotografin Elizabeth Imbrie (Ruth Hussey) vom 'Spy'-Magazin mitgebracht. Tracy kann die ungebetenen Gäste nicht hinauswerfen, denn sonst würde der 'Spy'-Verleger eine peinliche Geschichte über einen Seitensprung ihres Vaters drucken lassen. Schlagfertig geht sie daher in die Offensive und überschüttet ihre Gäste mit ebenso intelligenten wie boshaften Anspielungen. Als sie herausfindet, dass der Reporter Mike ein verkannter Schriftsteller ist, entwickelt sich zwischen ihnen eine freundschaftliche Beziehung. Mike will daraufhin seinen indiskreten Job aufgeben. Dexter ist ebenfalls wieder von seiner Ex-Frau fasziniert. Amüsiert lässt er sich auf ihr launisches Spiel ein, doch schon bald kommt es wie früher zum heftigen Streit. Unter dem Einfluss von etlichen Flaschen Champagner entwickelt sich ein feucht-fröhlicher Beziehungsreigen zwischen Tracy, Mike und Dexter, an dem bloß der stocknüchtern auftauchende Bräutigam George überhaupt keinen Gefallen finden kann.
Remarks and general Information: "Hintergrundinformationen: George Cukors Verfilmung des Bühnenstücks 'The Philadelphia Story' ist eine der brillantesten Hollywood-Komödien. Katharine Hepburn hatte mit dem eigens für sie geschriebenen Werk schon einen Broadway-Erfolg. Die selbstbewusste Schauspielerin kaufte die Rechte an dem Stück und konnte vom MGM-Studio nicht nur eine hohe Gage fordern, sondern auch den Regisseur sowie ihre beiden Filmpartner selbst wählen. Der Film wurde ein Kassen-Schlager. James Stewart und der Drehbuch-Autor Donald Ogden Stewart bekamen einen Oscar." (SWR Presse) "C. K. Dexter Haven, der vom Besitzer eines Skandalblatts erpresst wird, führt zwei Journalisten bei seiner Ex-Frau ein. Diese sollen über die Heirat der reichen Aristokratin mit einem Selfmademan berichten. Die Hochzeit findet zwar statt, doch ist das Setting etwas durcheinander geraten. Diese feine Komödie, bei der sich alles um die Beziehung zwischen den Geschlechtern und den Klassen dreht, wirft ein kritisches Licht auf den Journalismus: Nicht mehr als ein Broterwerb für die beiden Reporter, die allerdings höhere Ambitionen hegen, ist er für die Reichen und Berühmten nichts als ein lästiges Übel." (Locarno 2004) Charles Walters drehte 1956 ein gelungenes Remake unter dem Titel "High Society".

The quiet American

Directed by:   Joseph L. Mankiewicz, USA - 1957
Director: Joseph L. Mankiewicz - Scenario: Joseph L. Mankiewicz - Based on : Graham Greene novel - Director of Photography: Robert Krasker - Cast: Audie Murphy der Amerikaner - Bruce Cabot - Georges Bréhat französischer Oberst - Kerima Phuongs Schwester - Richard Loo Mr. Heng - Clinton Anderson Joe Morton - Giorgia Moll Phuong - Peter Trent Eliot Wilkins - Fred Sadoff Dominguez - Sonia Moser /xx/ - Michael Regrave Thomas Fowler - Claude Dauphin Inspektor Vigot -
Synopsis in German: Saigon, 1952: In der Stadt herrscht ausgelassener Neujahrstrubel, der die Einwohner für kurze Zeit die blutigen Kämpfe in Indochina vergessen lässt. Thomas Fowler berichtet als Korrespondent einer grossen englischen Zeitung über den Krieg. Er ist verheiratet, doch seine Ehe existiert nur noch auf dem Papier. Tatsächlich ist Fowler mit der schönen Vietnamesin Phuong zusammen und hängt sehr an ihr. So sieht er es gar nicht gerne, dass der junge Amerikaner Pyle sich für Phuong zu interessieren beginnt. Pyle arbeitet angeblich für eine Hilfsmission und schwingt Reden, die Fowler nicht gefallen. Andererseits zeigt er viel Mut, als er und Fowler eines Nachts beinahe Opfer eines kommunistischen Überfalls werden. Mit Pyles Hilfe übersteht Fowler die gefährliche Situation. Einerseits ist er dem jungen Mann nun zu Dank verpflichtet, andererseits verfolgt er mit wachsendem Ärger, wie dieser sich um Phuong bemüht. Sein Verdacht, dass Pyle in ein politisches Ränkespiel verwickelt ist, verstärkt sich, als er bestimmte Informationen zugespielt bekommt, die den Amerikaner belasten. Zum ersten Mal ergreift Fowler Partei in den Kämpfen der verfeindeten Lager - und das hat fatale Folgen... (arte Presse)
Remarks and general Information: Saigon, im Jahre 1952. Der desillusionierte englische Journalist Fowler taucht aus seiner Apathie empor, um einen Amerikaner – den er für einen Attentäter hält und der gleichzeitig sein Liebesrivale ist – umbringen zu lassen. Diese erste Adaption des gleichnamigen Romans fand keine Zustimmung beim Autor Graham Greene, weil sie seinen Antiamerikanismus nicht respektierte und Fowler als von den Kommunisten betrogen hinstellte. Mankiewiczs Film verzichtet so auf die Kritik an der amerikanischen Aussenpolitik und wendet sich den politischen Manipulationen zu, deren Opfer Reporter werden können.

«"Vier Pfeifen Opium" ist die Adaption des berühmten Romans "Der stille Amerikaner" von Graham Greene. Der Regisseur Joseph L. Mankiewicz behält die nicht-chronologische Erzählstruktur des Romans zwar bei, nimmt sich aber die Freiheit, das Ende des Romans nach seinen eigenen Vorstellungen zu verändern. Die spannende Geschichte - erzählt in einer grossen Rückblende - wird trotz dieser Abweichung durch die Zeichnung der Hauptfiguren und der Atmosphäre im damaligen Indochina zu einer überzeugenden Umsetzung des kritischen Politthrillers.
Der Regisseur und Drehbuchautor Joseph L. Mankiewicz wurde 1909 als Sohn polnisch-amerikanischer Juden in Pennsylvania geboren, zog aber bald mit seiner Familie nach New York. Bevor er sich dem Film zuwendete, arbeitete er einige Zeit in Berlin als Auslandskorrespondent für die Zeitung "Chicago Tribune". Er schrieb 48 Drehbücher, unter anderem das zu "All about Eve", für das er 1951 den Oscar erhielt.» (Arte Presse)

Shubun

(Skandal, Sukyandaru), Directed by:   Akira Kurosawa, Japan - 1950
Production: Shochiku - Director: Akira Kurosawa - Scenario: Ryuzo Kikushima - Akira Kurosawa - Director of Photography: Toshio Ubukata - Composer: Fumio Hayasaka - Cast: Toshiro Mifune - Takashi Shimura - Toshiko Yamagushi -

Sob Sister

Directed by:   Alfred Santell, USA - 1931
Director: Alfred Santell - Scenario: Edwin J. Burke - Story: Mildred Gilman - Director of Photography: Glen MacWilliams - Editor: Ralph Dietrich - Cast: James Dunn - Linda Watkins - Molly O'Day -

Story of G.I. Joe

(War Correspondent), Directed by:   William A. Wellman, USA - 1945
Production: United Artists - Director: William A. Wellman - Assistant Director: Robert Aldrich - Scenario: Philip Stevenson - Arthur Miller --??-- /xx/ - Leopold Atlas - Guy Endore - Story: Ernie Pyle Reportage - Director of Photography: Russell Metty - Cast: Dorothy Coonan Nurse Lt. Elizabeth 'Red' Murphy - Jack Reilly Robert 'Wingless' Murphy - Jimmy Lloyd Private Spencer - Wally Cassell Private Dondaro - Freddie Steele Sgt. Steve Warnicki - Robert Mitchum Lt./Capt. Bill Walker - Burgess Meredith Ernie Pyle - Billy Murphy - Gene Garrick - William Self - Tito Renaldo - Yolanda Lacca -
Reviews in German: "Der amerikanische Kriegsberichterstatter Ernie Pyle begleitet eine Infanteriekompanie im Zweiten Weltkrieg auf die Schlachtfelder von Nordafrika und Italien. Keine heroischen Soldatenabenteuer, sondern ein skeptisches Kriegsdrama mit humaner Gesinnung, das ohne reißerische Spannung auskommt." (KIM) "William Wellman's STORY OF G.I. JOE ist einer der exemplarischen Kriegsfime - oder sollte man nicht besser ANTI-KRIEGSFILME sagen - geblieben: Nicht die Verherrlichung des Helden steht im Vordergrund, sondern das menschliche Schicksal des eizelnen 'kleinen' Soldaten in einem unbarmherzigen Kriegsalltag. So wie in den Reportage von Pyle nicht der Autor im Vordergund steht, gelingt Wellman eine facettenreiche Schilderung der bunt zusammengewürfelten C-Kopagnie mit ihrem Leutnant/Hauptmann (Robert Mitchum) in den Kriegsjahren von Afrika und dem Krieg in Süditalien mit den Kämpfen um Monte Cassino. " (lhg 2004)

Der Teufelsreporter

Directed by:   Ernst Laemmle, Germany - 1929
Production: Universal-Film Comp. Berlin - Production Manager: Joe Pasternak - Director: Ernst Laemmle - Scenario: Billy Wilder AKA Billie Wilder - Director of Photography: Charles J. Stumar - Art Director: Gustav A. Knauer - Willy Schiller - Cast: Gritta Ley Miss Bessie - Eddie Polo Reporter der Zeitung Rapid - Fred Grosser Redaktionsjunge Maxe - Jonas Garrison Jonas - Maria Forescu Madame Lourdier -
Reviews in German: "... bei Bühne und Film scheint das Thema 'Journalist' aktuell zu sein. Aber dieser Teufelsreporter ist gerade keine besonders glückliche dieses an sich hochinteressanten Berufes. Billie Wilders Manuskript und Ernst Laemmles Regie sind merkwürdig veraltet, trotz der Zugtelephonie... Eddie Polo bringt körperliche Gewandtheit für die Rolle mit, spielt einige gute Sensationen, bleibt aber mimisch alles schuldig. Maria Forescu und Robert Garrison zeigen ihre bekannten Gaunertypen. Gritta Ley ist hübsch, blond aber steif..." (-au-, Berliner Morgenpost Nr. 178, 27. Juli 1929)

The big clock

Directed by:   John Farrow, USA - 1948
Production: Paramount Pictures - Director: John Farrow - Scenario: Harold Goldman - Jonathan Latimer - Story: Kenneth Fearing novel - Director of Photography: John F. Seitz - Composer: Victor Young - Editor: LeRoy Stone - Cast: Maureen O'Sullivan Georgette Stroud - Ray Milland George Stroud - George MacReady Steve Hagen - Charles Laughton Earl Janoth - Elsa Lanchester - Rita Johnson Pauline York - Ernst Verebes -
Remarks and general Information: "George Strud erhält von seinem Chef, dem Pressemagnaten Earl Janoth, den Auftrag, den Mord an seiner Geliebten aufzuklären. Der findige Journalist, spezialisiert auf die Lösung von Verbrechen, steht am Schluss seiner Ermittlungen als Hauptverdächtiger da. Obwohl er vom Verlagshaus in die Enge getrieben wird, gelingt es ihm, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Dieser Thriller, in dem Charles Laughton als manierierter und megalomaner Verleger brilliert, prangert die Entwicklung der Verlagsmonopole an und übt scharfe Kritik an der zunehmenden Technisierung und deren Einfluss auf das Leben der Menschen." (Locarno 2004)