Pordenone - Filmfestival 2016

Le Giornate del Cinema Muto - Pordenone

October 1 to October 8, 2016

Reihe: Canon

Erotikon

Directed by:   Mauritz Stiller, Sweden - 1920
Production: Svensk Filmindustri (SF) - AB Svenska Biografteatern - Producer: Charles Magnusson - Director: Mauritz Stiller - Scenario: Mauritz Stiller - Gustaf Molander - Arthur Nordén - Story: Ferenc Herczeg play 'A kék róka' - Director of Photography: Henrik Jaenzon - Art Director: Axel Esbensen - Cast: Karin Molander Martha, Charpentiers Nichte - Tora Teje Irene Charpentier - Martin Oscar Shah - Carl Wallin Pelzhändler - Carina Ari Schamane - John Lindlöf Preben's Freund - Stina Berg Dienstmädchen - Vilhelm Berntsson Diener - Vilhelm Bryde Baron Felix - Anders de Wahl Prof. Leo Charpentier - Torsten Hammarén Professor Sedonius - Lars Hanson Preben Wells - Bell Hedqvist Baron Felix's Freund - Elin Lagergren Irenes Mutter - Greta Lindgren Model - Gucken Cederborg Köchin -
Synopsis in German: Eine Salonkomödie, in deren Mittelpunkt ein Bildhauer steht, der in die Frau seines besten Freundes verliebt und schockiert über dessen Selbstzufriedenheit ist. Dieser Freund - ein Insektenforscher, der Vorlesungen über das Sexualleben der Käfer hält - ist bereit, seine kultivierte Frau für ein Mädchen aufzugeben, das seine Zuneigung mit Kohlrouladen erobert hat. Ein zerstreuter Professor und ein verwegener Pilot spielen in dieser geistreich und witzig erzählten Geschichte ebenfalls eine Rolle. Stillers Komödienstil, der seinen vollendeten Ausdruck in Erotikon fand, zeitigte Wirkungen weit über die unmittelbaren Nachfolger hinaus. Ernst Lubitsch, Billy Wilder und andere erklärten, dass sie mit Erotikon entdeckt hätten, dass ein Film 'zwischen der Bildern' zu erzählen vermag, erotisch gefärbte Beziehungen andeuten und den Regisseur in die Lage versetzen kann, mit Unterstellungen oder Doppeldeutigkeiten zu arbeiten.
Remarks and general Information: «Abschluss und Apotheose der komischen Karriere von Mauritz Stiller. Die romantischen Irrungen des Films folgen laut Vorspann, „einer der seltsamen Ideen von Stiller & Co“: Ein Insektenforschergenie findet Befriedigung darin, seinen Studenten die vorteilhafte Bigamie des Borkenkäfers näher zu bringen, während seine vernachlässigte Gattin zwischen dem gewissensgeplagten Hausfreund und einem fliegenden Frauenhelden umherstreift. Herr Professor tröstet sich derweil mit dem Anblick der jungen, kochkünstlerisch begabten Nichte. Die Eskalation der Situation ist unvermeidlich. Nicht nur in puncto sophistication konkurriert Stillers Sexkomödie mit Hollywood - Ernst Lubitschs US-Lustspiele vom kreisenden Eros sind sichtlich von Stillers inszenatorischen Leichtigkeit beeinflusst. Man scheute auch keinen Aufwand: Die Stockholmer Oper dient für ein episches Zwischenspiel, bei dem sich die Figuren ihre Lüste, Ängste und Dilemmas als Ballett à la Salome ansehen. (C.H.) » (filmmuseum.at)

Der Film basiert auf der Komödie "A kék róka" des Ungarndeutschen Ferenc Herczeg, die unter dem Titel "Der Blaufuchs" 1938 von Viktor Tourjansky mit Zarah Leander erneut verfilmt wurde. [lhg 2013]

Geheimnisse einer Seele

(Secrets of a Soul), Directed by:   Georg Wilhelm Pabst, Germany - 1926
Production: Neumann-Film - Production Manager: Hans Neumann - Director: Georg Wilhelm Pabst - Scenario: Hans Neumann - Colin Ross - Director of Photography: Robert Lach - Guido Seeber - Curt Oertel - Composer: Giuseppe Becce - Art Director: Ernö Metzner - Cast: Ilka Grüning Mutter - Werner Krauss - Jack Trevor - Hertha von Walther - Ruth Weyher - Polikarp Pavlov -
Reviews in German: "Nicht nur ein geschickter, sondern ein bleibender Film, dieses psychoanalytische Kammerspiel. Ein Kulturfilm, der ohne weiteres, ohne Begrenzung zum Spielfilm wird. Das ist sicher ein Verdienst des Regisseurs G. W. Pabst, der schon in zwei ausgezeichneten Filmen (DER SCHATZ, DIE FREUDLOSE GASSE) künstlerische Fähigkeiten bewiesen hat. Es wird unter der wissenschaftlichen Mitarbeit des verstorbenen Dr. Abraham und von Dr. Sachs ein Krankheitsfall in seinen Einzelheiten entwickelt. Genesis, Höhepunkt, Abklang eines seelischen Leidens werden dargestellt. Die Heilung aber bleibt nicht klar definiert, weil sie nicht bildlich übertragen werden kann. Ganz anders aber ist das bei der Darstellung (und Wiederholung) des Traums, einem Hauptteil des Films. Der ist nicht nur technisch ausgezeichnet gemacht, sondern auch in der Komposition phantastisch, spannend und echt. Die Deutung, und das ist das Entscheidende, erfolgt filmisch, die Deutung ergibt sich aus den Vorgängen. Die Bilder dieses Traumes sind bannend, sind überzeugend, sind natürlich. " (Rolf Nürnberger, in: Neue Berliner Zeitung, 25.3.1926) "Die verhaltene Erregung des Ganzen, die der Regisseur G. W. Pabst vortrefflich meistert, die grandiose Eindringlichkeit des hier unersetzlichen Schauspielers Werner Krauß und die schlechthin herrliche, einfallsreiche Photographie machen ein großes Kunstwerk aus Traum, Manie, Not und Erlösung - ein großes Kunstwerk aus einer psychiatrischen Krankengeschichte. Unglücklicherweise hat sich aber ein Mitarbeiter eingemischt, der bei diesem Film in letzter Minute noch vieles verdorben hat: die Filmzensur. Nun steht und fällt die Freudsche Lehre mit der Bedeutung ihrer Sexualtheorien. Und die Freudsche Lehre darf in Büchern verbreitet, in Vorträgen erläutert und sogar in Witzen verkomischt werden: Aber über den Film hat die Zensur Gott sei Dank noch genug Gewalt, um zu verhindern, daß mit seiner Hilfe eine Theorie allgemein verbreitet wird, die allerdings das ganze Dasein einer Zensur als höchst traurigen Verdrängungsvorgang erläutern würde." (Axel Eggebrecht, in: Die Literarische Welt Nr. 15/ 1926) "Indes ist es vor allem Pabst gewesen, der sich in einem Film aller jener Errungenschaften bemächtigt hat, die ihm der Expressionismus als Erbe bot. In den GEHEIMNISSEN EINER SEELE sucht er das traditionelle Verfahren zu transponieren. Neben süßlich anmutenden Traumvisionen im Öldruckstil und anderen, in denen ein neutraler weißer Hintergrund wie im »absoluten Film« die Realität mit ihren Beziehungen aufhebt, neben den Simultaneindrücke wiedergebenden Einblendungen, Überblendungen, wie sie französische Avantgardisten verwerten, verwendet Pabst Visionen, die ihm allein der deutsche Expressionismus vermitteln konnte. Er hat hier die Möglichkeit gefunden, Personen und Objekten ein leuchtendes Relief, eine Art von Aura, phosphoreszierende Konturen zu geben, architektonische Perspektiven zu verzerren, ihre Proportionen zu übersteigern und sie so zu den seltsamsten Gebilden umzuformen." (Lotte Eisner: Die dämonische Leinwand, Kommunales Kino Frankfurt 1975) / zitiert nach bonner kinemathek

Nana

Directed by:   Jean Renoir, France - 1926
Producer: Claude Renoir - Director: Jean Renoir - Scenario: Pierre Lestringuez - Based on : Emile Zola - Director of Photography: Jean Bachelet - Corvin - Art Director: Claude Autant-Lara - Cast: Pierre Lestringuez Pseudonym: Pierre Philippe - Werner Krauss - Catherine Hessling - Valeska Gert - Jacqueline Forzane - Pierre Champagne - Jean Angelo -
Synopsis in German: Die Geschichte von Nana, nach dem klassischen Roman von Emile Zola, ist die einer jungen Schauspielerin mit starkem Charme und einem vulgären Spiel. Nana, in eleganten Kostümen gekleidet, ist eigentlich eine gefallene Frau, mit einem unstillbaren Durst nach Macht und Reichtum und einem Auge für Männer. Mit Sinnlichkeit und Naivität ködert sie einen Mann nach dem anderen und streut in ihr geordnetes Leben Ruin und Trauer. (www.kultur-frankreich.de)
Reviews in German: «Das tragische Schicksal der kleinen ambitionierten Schauspielerin Nana, die gern als feine Dame auftritt, aber erfolglos bleibt und nach vielen erotischen Eskapaden an Syphilis stirbt. Eine eigenwillige Stummfilm-Adaption von Jean Renoir, der sich vom Naturalismus der Filme Erich von Stroheims inspiriert zeigt. Die Hauptfigur, gespielt von Renoirs damaliger Ehefrau Catherine Hessling, trägt burleske Züge. Unter den Nebendarstellern finden sich u.a. die deutsche Tänzerin Valeska Gert und der spätere Filmregisseur Claude Autant-Lara, der für "Nana" auch Bauten und Kostüme entwarf.» (Lexikon des Internationalen Films)
Remarks and general Information: «Nana ist der erste französische Film, der nach dem Krieg in den Berliner Studios gedreht wird. Der Film markiert auch einen Wendepunkt für Renoir: im Film zeigen sich sein Enthusiasmus für das amerikanische Kino, das deutsche Vorbild, die französischen Kultur und Bourgeoisie aber auch der Zwang, einem breiten Publikum gefallen zu müssen. Diese unterschiedlichen Intentionen führen vermutlich zum Misserfolg von Nana. Das Publikum folgt nicht. Um die Rechnungen, die eine Millionen Franc übersteigen, bezahlen zu können, verkauft Renoir einen Großteil seines Erbes. Nana bleibt nichtsdestotrotz Renoirs ambitioniertestes Projekt: ein komplexes psychologisches Werk, in dem er versuchte das „Gesicht von Nana“, die Charakterisierung dieser Figur, von dem Werk Zolas zu lösen.» (www.kultur-frankreich.de)

Padenje dinastij Romanovikh

(The Fall of the Romanov Dynasty), Directed by:   Esfir Shub, USSR - Sovjet Union - 1927
Production: Sovkino Moskau - Director: Esfir Shub - Scenario: Esfir Shub - Editor: Esfir Shub -

Umarete Wa mita keredo

(I was born, but ...), Directed by:   Yasujirô Ozu, Japan - 1932
Director: Yasujirô Ozu - Cast: Chishû Ryû - Tatsuo Saito -