Zurich Stummfilm - Filmfestival 2018

Reihe: Retrospektive

A dog's life

(Ein Hundeleben), Directed by:   Charles Chaplin, USA - 1918
Production: First National Pictures Inc. - Distribution: First National Pictures Inc. - Producer: Charles Chaplin - Regisseur: Charles Chaplin - Regieassistent: Charles F. Reisner - Kamera: Roland H. Totheroh - Architekt: Charles D. Hall - Darsteller: Lillian Morgan Woman in Dance Hall (/xx/) - Florence Parellee Woman in Dance Hall (/xx/) - J.F. Parker Musician (/xx/) - Bruce Randall Man in Dance Hall (/xx/) - Granville Redmond Dance-Hall Proprietor (/xx/) - J. Miller Man in Dance Hall (/xx/) - Edward Miller Man in Dance Hall (/xx/) - James McCormick Man in Dance Hall (/xx/) - M.J. McCarthy Unemployed Man (/xx/) - John Lord Man in Dance Hall (/xx/) - James T. Kelley Man at Hot Dog Stand (/xx/) - J. Parks Jones Man in Dance Hall (/xx/) - Charles F. Reisner Employment Agency Clerk (/xx/) - Alfred Reeves Man at Bar (/xx/) - Mrs. Rigoletti Woman in Dance Hall (/xx/) - Grace Wilson Woman in Dance Hall (/xx/) - William White Man in Dance Hall (/xx/) - Bob Wagner Man in Dance Hall (/xx/) - Loyal Underwood Man in Dance Hall (/xx/) - N. Tahbel Hot Tamale Man (/xx/) - Janet Sully Woman in Dance Hall (/xx/) - Fredro Starr Man in Dance Hall (/xx/) - Lottie Smithson Woman in Dance Hall (/xx/) - H.C. Simmons Man in Dance Hall (/xx/) - Sarah Rosenberg Woman in Dance Hall (/xx/) - Thomas Riley Unemployed Man (/xx/) - Jean Johnson Woman in Dance Hall (/xx/) - Bud Jamison Thief (/xx/) - Dorothy Cleveland Woman in Dance Hall (/xx/) - Minnie Chaplin Dance-Hall Dramatic Lady (/xx/) - Mel Brown Unemployed Man (/xx/) - A.D. Blake Man in Dance Hall (/xx/) - Albert Austin Thief (/xx/) - Bert Appling Unemployed Man (/xx/) - Dave Anderson Bartender (/xx/) - Brownie the Dog Dog - Tom Wilson Policeman - Chuck Riesner Employment Agency Clerk - Edna Purviance Bar Singer - Syd Chaplin Lunchwagon Owner - Charles Chaplin Tramp - Slim Cole Unemployed Man (/xx/) - Margaret Cullington Woman in Dance Hall (/xx/) - Margaret Dracup Woman in Dance Hall (/xx/) - Fay Holderness Woman in Dance Hall (/xx/) - Oliver Hall Man in Dance Hall (/xx/) - Jim Habif Man in Dance Hall (/xx/) - J.L. Fraube Man in Dance Hall (/xx/) - Charles Force Unemployed Man (/xx/) - Louis Fitzroy Unemployed Man (/xx/) - Jerry Ferragoma Man in Dance Hall (/xx/) - Ted Edwards Unemployed Man (/xx/) - Minnie Eckhardt Woman in Dance Hall (/xx/) - Ella Eckhardt Woman in Dance Hall (/xx/) - Richard Dunbar Man in Dance Hall (/xx/) - Billy Dul Man in Dance Hall (/xx/) - Jack Duffy Man in Dance Hall (/xx/) - Henry Bergman Fat Unemployed Man / Dance-hall Lady -
Synopsis in German: Charlie bemüht sich erfolglos um einen Job. Als er entmutigt von der Arbeitsvermittlung zurückkehrt, trifft er auf den streunenden Hund Scraps und rettet ihn aus einer heiklen Situation. Zusammen klauen die Ausgehungerten Esswaren bei einem Kiosk. Als Charlie nachts Unterschlupf in einem Café sucht, lernt er eine arme, aus der Provinz stammende Sängerin kennen, die er tröstet, weil sie beim Publikum keinen Erfolg hat. Da Charlie jedoch kein Geld hat, um sein Bier zu bezahlen, wird er vom Cafébesitzer rausgeschmissen. Wenig später findet Scraps ein gestohlenes Portemonnaie und macht Charlie darauf aufmerksam. Dieser nimmt es an sich, kehrt als reicher Mann ins Café zurück und bittet die weinende Sängerin an seinen Tisch. Schon bald entdecken ein paar Diebe das Portemonnaie und nehmen es Charlie ab, der jedoch mit allerhand Tricks versucht, es zurückzubekommen...... (Arte Presse)
Remarks and general Information: "Chaplins satirisch-sentimentale Auseinandersetzung mit amerikanischen Mythen parallelisiert das Schicksal eines obdachlosen Arbeitslosen und eines streunenden Hundes. Beide wollen einen Zipfel vom Wohlstand, scheitern auf dem gewöhnlichen Weg, gewinnen dann aber - indem sie sich zusammentun - den Kampf mit der Tücke des Objekts. Da es sich bei diesem Objekt um ein reich gefülltes Portemonnaie handelt, ist es die Verheißung schnellen Reichtums, um die sich ein turbulentes Spiel entspinnt. " (arte Presse)

A girl in every port

(In jedem Hafen eine Braut, Blaue Jungen - Blonde Mädchen), Directed by:   Howard Hawks, USA - 1928
Production: Fox Film Corporation - Producer: William Fox - Regisseur: Howard Hawks - Drehbuch: Reginald Morris - Seton I. Miller - Sidney Lanfield - Story : Howard Hawks - Kamera: L. William O'Connell - Rudolph J. Bergquist - Schnitt: Ralph Dixon - Architekt: Leo K. Kuter - William Darling - Darsteller: Phalba Morgan Lena, girl in Holland - Sally Rand Girl in Bombay - Eileen Sedgwick Second girl in Holland (AKA Greta Yoltz) - Felix Valle Lena's husband - Robert Armstrong Salami - Victor McLaglen Spike Madden - Francis McDonald Gangleader - Dorothy Mathews Girl in Panama - Louise Brooks Marie, Girl in France - Maria Alba Chiquita (AKA Maria Casajuana) - William Demarest /xx/ - Leila Hyams Die Frau des Matrosen - Natalie Joyce Girl in Panama - Elena Jurado Girl in Panama - Natalie Kingston Südseeinsel Girl - Caryl Lincoln Girl aus Liverpool - Myrna Loy Girl in China (/xx/) - Michael Visaroff (/xx/) -
Reviews in German: «Ein wunderbar unwahrscheinliches kleines Komödien-Drama. Auf halbem Weg kippt es von der genialen, überdrehten Komödie zum gedämpften Drama, von der jugendlich-übermütigen Geschichte zweier Seeleute, die sich gerne prügeln, zur präzisen Studie einer Dreiecksbeziehung.» (Donald C. Willis: The Films of Howard Hawks, Scarecrow Press 1975)
«Eine misogyne Komödie, die männliche Kameradschaft – mit homosexuellen Untertönen – zelebriert? Wohl kaum. Eher schon eine böse Satire über falsch verstandene Männlichkeit.» (Rolf Thissen: Howard Hawks, Heyne 1987)
Remarks and general Information: Remake 1931 unter dem Titel Goldie mit Jean Harlow in der Hauptrolle.
"Unter den unwiderstehlichen und unverwechselbaren Komödien, für die Howard Hawks berühmt ist, die früheste. Möglicherweise der Film, der das Genre der Buddy-Movies begründete, zugleich aber jener, der Louise Brooks definitiv zum Star machte." (www.filmpodium.ch

Bjelij Orjol

(Der Weisse Adler), Directed by:   Jakov Protazanov, UdSSR - Sowjet Union - 1928
Production: Mezhrabpomfilm - Regisseur: Jakov Protazanov - Regieassistent: Jakov Urinov - Aleksej Popov (Hilfsregisseur) - S Svonkov (Hilfsregisseur) - Drehbuch: Jakov Protazanov - Jakov Urinov - Oleg Leonidov - Nach einer Vorlage von: Leonid Andrejev novel "Der Gouverneur" - Kamera: Pjotr Jermolov - Musik: David Blok (--??--) - Architekt: Isaak Rabinovich - Maskenbildner: S Guskov - Darsteller: Aleksandr Chistjakov Häftling - Mikhail Komarov Arbeiter - Aleksandr Gromov Revolutionär - Jurij Vasilchikov Beamter - Vasilij Kachalov Gouverneur / губернато - Anna Sten Gouvernante / Hauslehrerin / гуверн - Vsevolod Mejerhold Würdenträger / cановник - Ivan Chuveljov Spion / шпик-прово - Andrej Petrovskij Polizeimeister / полицмей&# - Pjotr Repnin Bischof / архиерей - Jelena Volkonskaja Frau des Gouverneurs / губерна - Mikhail Zharov Chauffeur - Mikhail Narokov Assistent des Würdenträgers -
Synopsis in German: In einer Industriestadt Russlands streiken die Arbeiter bereits die zweite Woche. Petersburg aussert die Unzufriedenheit über den Liberalismus des Gouverneurs. Man rät ihm , nicht mit Patronen zu sparen. Der Gouverneur versucht mit den Arbeitern zu vereinbaren, den Streik zu beenden, indem er verspricht, 'die Herren zur Vernunft zu bringen'. Aufgewiegelt durch Provokateure verprügeln die Arbeiter den Gouverneur. Steine fliegen durchs Fenster seines Hauses. Daraufhin gibt der Gouverneur den Befehl, das Feuer zu eröffnen. Als er den Bericht über die Ereinisse für Petersburg unterschreibt, erfährt er, dass unter den Erschossenen auch drei Kinder sind. Von diesem Tag an lassen ihm seine Gewissensbisse keine Ruhe mehr. In Petersburg lobt man die 'Umsicht' des Gouverneurs und verleiht ihm den Orden des 'Weissen Adlers'. Ein degradierter Agent der zaristischen Geheimpolizei tötet den Gouverneur. [Sovjetskije Khudozhestvennyje Filmy, Tom I, N° 568, pg 247]

In einer Industriestadt des zaristischen Russlands streiken die Arbeiter. Die Regierung in Sankt Petersburg treibt den Provinz-Gouverneur zu hartem Durchgreifen an. Als die Arbeiter, von einem Provokateur angeheizt, Steine werfen, gibt der Gouverneur widerstrebend den Schiessbefehl. Angesichts toter Kinder hat er danach Gewissensbisse, doch aus Sankt Petersburg erhält er den Orden vom Weissen Adler. (www.filmpodium.ch)

Reviews in German: «Jeder von Protasanows späten Stummfilmen ist – auf ruhige, solide Weise – ein Experiment. (…) Der weisse Adler war der erste sowjetische Film, der einen zaristischen Regierungsvertreter in einem moralischen Dilemma zeigte, dem Konflikt zwischen privatem Gewissen und offizieller Pflicht – und der Film wurde deshalb falscher Sympathien bezichtigt. Heute erscheint er weniger durch sein Thema ausserordentlich als durch seine Besetzung.» (Jay Leyda: Kino – A History of the Russian and Soviet Film, George Allen & Unwin 1960)

«Zwei diametral entgegengesetzte Schauspielschulen treffen hier aufeinander: Katschalow war einer der Stars des Moskauer Künstlertheaters, ein echter Stanislawski-Schüler; Meyerhold entwickelte und propagierte die Biomechanik. Protasanow konstruierte eine klare Gegenüberstellung des ‹psychologischen› und des ‹physiologischen› Stils.» (Peter Bagrov, Katalog Giornate del cinema muto, Pordenone 2012)
Remarks and general Information: "Bjelij Orjol" ist bislang der einzige erhaltene Film mit dem sowjetischen Theaterpionier Wsewolod Meyerhold.
Denise J. Younglood erwähnt eine Premierenmusik von Mezhrabpom für das Kino Koloss von Dmitrij Blok, es handelt sich wahrscheinlich um David Blok.

Blue Jeans

Directed by:   John H. Collins, USA - 1917
Production: Special Production De Luxe - Metro Pictures Corporation - Distribution: Metro Pictures Corporation - Producer: B.A. Rolfe - Maxwell Karger (--??--) - Regisseur: John H. Collins - Regieassistent: Albert H. Kelley - Drehbuch: June Mathis - Charles A. Taylor - Nach einer Vorlage von: Joseph Arthur (play: Blue Jeans) - Kamera: John Arnold - William H. Tuers - Musik: Samuel Berg (AKA S.M. Berg) (musical accompaniment) - Darsteller: Henry Hallam Colonel Henry Clay Risener - Tom Blake - Viola Dana June - Robert Walker Perry Bascom, AKA Jim Nelson - Sally Crute Sue Eudaly - Augustus Phillips Jack Bascom - Margaret McWade Cindy Tutwiler - Russell Simpson Jacob Tutwiler - Clifford Bruce Ben Boone -
Synopsis in German: Der Sohn einer Sägereibesitzerfamilie kehrt in das heimatliche Provinznest zurück, um den Betrieb zu übernehmen, verliebt sich in eine Waise und gerät in die Kämpfe und Intrigen der Lokalpolitik.
John H. Collins ist selbst unter filmhistorisch Bewanderten ein kaum bekannter Name. Umso grösser war die allgemeine Begeisterung über seine Wiederentdeckung am Stummfilmfestival in Pordenone 2016. (www.filmpodium.ch)
Reviews in German: «Er [John H. Collins] drehte 1914/15 bei Edison erste Kurzfilme und danach rund zwei Dutzend Spielfilme, bis die Grippewelle 1918 den knapp 29-Jährigen dahinraffte. (…) Am deutlichsten traten die Qualitäten von Collins in Blue Jeans (1917) zu Tage. Der Film wirkt im Vergleich zu Griffith-Filmen jener Zeit viel direkter zupackend, moderner auch in der Spielweise. Dazu trägt wesentlich Viola Dana bei, Collins’ Ehefrau und bevorzugte Hauptdarstellerin. Sie verleiht der eher konventionellen Story durch eine starke Frauenfigur eine ungewöhnliche Note. Sogar die haarsträubende Last-Minute-Rescue (die Errettung des gefesselten Helden vor der Kreissäge) ist das Werk der Heldin.» (Martin Girod, Filmbulletin, 8/2016)

«Es ist spannend, einen hervorragenden Regisseur wie John H. Collins zu entdecken. (…) Seine Filme ziehen alle Register, doch seine grösste Stärke liegt in den einfühlsamen und nuancierten Bildern eines ländlichen Amerikas, das fast wie zur Pionierzeit wirkt.» (Jean-Pierre Berthomé und Hubert Niogret, Positif, Dez. 2016)
Remarks and general Information: Von der ursprünglichen Länge des Films mit 6890 ft sind 5639 ft im George Eastman Museum, Rochester, NY. erhalten, Allerdings fehlen die opening credits und die originalen Zwischentitel bis auf eine Titelkarte. Die seinerzeit besonders gestalteten Zwischentitel sind anscheinend verloren. (lhg 2016)

Der Gang in die Nacht

Directed by:   Friedrich Wilhelm Murnau, Deutschland - 1920
Production: Goron-Films, Berlin - Distribution: Progress-Film GmbH, Berlin - Producer: Sascha Goron - Regisseur: Friedrich Wilhelm Murnau - Drehbuch: Carl Mayer - Nach einer Vorlage von: Harriet Bloch Der Sieger - Kamera: Max Lutze - Architekt: Heinrich Richter - Darsteller: Erna Morena Helene - Clementine Plessner - Conrad Veidt blinder Maler - Olaf Fønss Prof. Dr. Eigil Boerme - Gudrun Bruun Stephensen Tönzerin Lily -
Synopsis in German: Der Augenarzt Eigil Boerne verlässt seine Verlobte Helene für die Tänzerin Lilly und zieht mit ihr in ein Fischerdorf. Er heilt dort einen blinden Maler, für den Lilly wiederum ihn verlässt. Boerne kehrt verbittert in die Stadt zurück. Als Lilly eines Tages bei ihm auftaucht und ihn um Hilfe für den Maler bittet, der neuerlich zu erblinden droht, fordert er sie im Affekt auf, sich umzubringen – dann sei er zur Rettung ihres Geliebten bereit. Sie nimmt ihn beim Wort und tötet sich. Der Maler will nun nicht mehr geheilt werden, denn, so erklärt er Boerne, Lilly war alles auf der Welt, was er habe sehen wollen. (www.filmportal.de)
Reviews in German: Für die Decla-Bioscop AG erwirbt Murnau das Manuskript «Büxl», nach der Komödie von Arno Holz und Oskar Jerschke; das Vorhaben einer Verfilmung wird nicht realisiert. Murnau und Veidt kaufen das Manuskript «Hände», von dem vermutlich Motive in Robert Wienes 1924 mit Veidt gedrehten Film ORLACS HÄNDE eingehen. Nach einem Drehbuch von Mayer, einer freien Bearbeitung des dänischen Filmszenariums «Der Sieger» von Harriet Bloch, inszeniert Murnau im Herbst 1920 DER GANG IN DIE NACHT: «Die Handlung? Ein Minimum von einem Minimum. Zwei Frauen, zwei Männer. Ein Spiel von Leidenschaften, was sie zueinander treibt, und sie wieder voneinander wegtreibt. Das nebeneinander; hier sind die subtilsten Differenziertheiten des Menschenlebens, die der Kurzsichtige nur 'Inkonsequenzen' nennen wird: Der Gute wird in der Verzweiflung böse, mörderisch böse: er fordert Selbstmord. Die Lächelnd-Selige wird von irgendeiner Unendlichkeit angerührt, eine Angst wirbelt sie herum, ein neues Licht löst sie in eine noch höhere, noch einfachere Seligkeit auf, das alles in Handlung gebracht, das alles in Menschengesichter geprägt, das alles in das Unbeschreibliche, Feinste der Bewegung gelegt denn die Titel, wunderbar schlicht gefasst, geben in diesem Film schon nichts mehr als ganz entfernte Andeutungen.» (W. Haas, Film-Kurier, 14.12.1920).

«Der früheste erhaltene Film von F. W. Murnau ist paradoxerweise der einzige seiner Filme, von dem das originale Kameranegativ vorhanden ist. Von diesem ausserordentlichen Material ausgehend, hat das Münchner Filmmuseum eine ausserordentliche Restaurierung gemacht: einen Film, der zum ersten Mal eine genaue Vorstellung vermittelt von Murnaus innovativer, höchst ausdrucksvoller Lichtführung. Die Story – ein bedeutender Arzt erliegt dem Zauber einer skrupellosen Tänzerin – wird in der ganzen Weimarer Zeit ihren Widerhall finden, Sternberg inklusive.» (Museum of Modern Art, New York, Nov. 2016)

«Ein spontanes Gespür entwickelt sich für jenen eigenen filmischen Rhythmus, der nicht bestimmt wird von der Logik des Erzählens. (…) Ein Film über das Sehen, über das Sich-Verschauen. Demonstrativ schaut Eigil im Varieté weg, er scheut den Blick auf die Szene. (…) Automatisch kommen einem bei diesem komischen Professor Freud-Texte in Erinnerung. Den anderen sehen machen, so sah auch Freud seinen Job.» (Fritz Göttler, in: Frieda Grafe u. a.: Friedrich Wilhelm Murnau, Hanser 1990)

«Von den neun Filmen, die Murnau vor Nosferatu drehte, haben nur zwei mehr oder minder vollständig überlebt. (…) Nun liegt Der Gang in die Nacht, Murnaus siebter Film, in einer digitalen Restaurierung vor – und welch einer Restaurierung! Das Team des Münchner Filmmuseums hat eine der schönsten Ausgaben eines Stummfilms geschaffen, die ich je gesehen habe. (…) Man schaut sich diese Einstellungen an und realisiert, dass die meisten Stummfilmfassungen in keiner Weise dem gerecht werden, was das Publikum damals sah. (…) In jenen Tagen wurden die Vorführkopien in der Regel direkt vom Kameranegativ gezogen, das heisst, was aufgezeichnet war, gelangte auch auf die Leinwand. Diese neue Münchner Restaurierung erlaubt es uns, in jedem einzelnen Bild alles zu sehen, mit einer wunderbaren Klarheit und Detailgenauigkeit.» (David Bordwell, www.davidbordwell.net/blog)

Himmelskibet

(Das Himmelsschiff), Directed by:   Holger-Madsen, Dänemark - 1918
Production: Nordisk Films Kompagni - Distribution: Tower Film Corporation (USA) - Universum-Film AG (UFA), Berlin (Germany) - Fotorama, Aarhus - Producer: Ole Olsen - Regisseur: Holger-Madsen - Drehbuch: Ole Olsen - Story : Sophus Michaëlis - Kamera: Louis Larsen - Darsteller: Zanny Petersen Corona Planetaros - Aage Lorentzen - Peter Jørgensen - Nils Asther Marsbewohner - Alfred Osmund Priester auf dem Mars - Harald Mortensen Telegraphist - Birger von Cotta-Schønberg Orientalischer Mitreisender auf der Excelsior - Nicolai Neiiendam Prof. Planetaros - Gunnar Tolnæs Avanti Planetaros - Lilly Jacobsson Marya - Frederik Jacobsen Prof. Dubius - Alf Blütecher Dr. Krafft - Svend Kornbeck David Dane - Philip Bech Martian Prince of Wisdom -
Reviews in German: «Avanti Planetaros, bislang Seekapitän, startet in einem Raumschiff, das sein Vater, ein Astronom, konstruiert hat, zum Mars. Die Reise verläuft nicht störungsfrei: Der amerikanische ‹Astronaut› David Dane greift zum Alkohol, dann droht eine Meuterei. Auf dem Mars begegnet der Besatzung der ‹Excelsior› eine Hochkultur aus Pazifisten und Vegetariern; sogar einen übereilten Schusswaffengebrauch verzeihen die Marsianer den Erdenbürgern. In Marya, der Tochter des regierenden Weisheitsfürsten, findet Avanti Planetaros seinen ‹Lebensmenschen›. Auf der Heimreise begleitet sie ihn, um die Menschheit zur Vernunft zu bekehren … Während des Ersten Weltkriegs eine Friedensbotschaft: (…) Das Himmelsschiff entwirft das Andere als Ideal einer aufgeklärten, geistig und moralisch überlegenen Gesellschaft. Moderne technische Errungenschaften der Kinematografie und der Fliegerei treffen hierbei auf hellenistische Gewänder und florale Jugendstilformen. Auch deshalb gehört der frühe ‹Blockbuster› (…) eindeutig zu den Blütenträumen des Genres.» (Katalog Berliner Filmfestspiele 2017)

«Dieser aufwendig produzierte Weltraumfahrtsfilm ist ein Meilenstein im Science-Fiction-Genre. Die zeitbedingte Begeisterung für die Fliegerei ist offensichtlich: Das Raumschiff hat Flügel und einen Propeller und die Crew steckt in ledernen Fliegerkombinationen. Auch wenn die druidenähnlichen Marsbewohner unfreiwillig komisch erscheinen mögen, ist die Vorstellung des Films von einer utopischen idealen Welt, kulturgeschichtlich gesehen, recht erstaunlich.» (Casper Tybjerg, Katalog Giornate del cinema muto, Pordenone 2006)

«Neun von zehn Aliens im Kino sind bösartig und mörderisch. Doch schon mit den jeglicher Gewalt abholden Marsbewohnern in Himmelskibet aus dem Jahr 1918 beginnt eine Seitenlinie mit Filmen, in denen der Ausserirdische der zumindest moralisch bessere ‹Mensch› ist.» (Georg Seesslen/Fernand Jung: Science Fiction, Marburg 2003)

Les Deux Timides

(Die beiden Schüchternen), Directed by:   René Clair, Frankreich - 1928
Production: Sequana Films - Les Films Albatros - Distribution: Les Films Armor - Producer: Alexandre Kamenka - Regisseur: René Clair - Regieassistent: Georges Lampin - Georges Lacombe - Drehbuch: René Clair - Nach einer Vorlage von: Eugène Labiche play - Kamera: Nicolas Roudakoff - Robert Batton - Musik: Georges Delerue (1952) - Bernd Schultheis (1997) - Schnitt: René Clair - Architekt: Lazare Meerson - Darsteller: Yvette Andréyor Mme. Garadoux - Véra Flory Cecile Thibaudier - Jim Gérald Anatole Garadoux - Françoise Rosay La tante de Jules - Bill Bocketts - Maurice de Féraudy Thibaudier - André Volbert - Madeleine Guitty Annette, Magd - Léon Larive - Anna Lefeuvrier la cousine Garadoux - Louis Pré Fils le cousin Garadoux - Antoine Stacquet - Odette Talazac la chanteuse - Pierre Batcheff Jules Fremissin -
Synopsis in German: René Clairs letzter Stummfilm aus dem Jahr 1928 erzählt eine verwickelte Liebesgeschichte und ein Verwirrspiel um zwei schrecklich schüchterne Herren.

Mit der für ihn typischen Leichtigkeit und psychologischen Genauigkeit inszeniert René Clair die Komödie von Eugène Labiche und Marc Michel. Virtuos nutzt er am Ende der Stummfilmära noch einmal alle Mittel des Genres. Er kommt mit einem Minimum an Zwischentiteln aus und entzündet dabei ein wahres Feuerwerk optischer Effekte wie Trickblenden und Leinwandteilungen. In diesem Kaleidoskop simultaner und gegensätzlicher Handlungsstränge sind die absurden Verwicklungen direkt auf die Leinwand übersetzt und in ballettartigen Bildfolgen aufgelöst. Zweifellos ist der Film zu den technisch ausgereiftesten Filmen der Stummfilmzeit zu zählen. Der Film, der zu seiner Zeit populärer war als andere meisterhafte Labiche-Verfilmungen von René Clair, steht jetzt mit einer neuen Musik zur Wiederentdeckung an. (ZDF Journal)


Reviews in German: «René Clairs wichtigste Filme der Stummfilmzeit, Un chapeau de paille d’Italie und Les deux timides, lassen sich aus dem Boulevardtheater ebenso wie von den Grotesken Mack Sennets herleiten. Sie stehen in jenem eigentümlichen Spannungsverhältnis zwischen sozialer Realität, poetischer Erfindung und Ironie, die das Besondere des clairschen Stils ausmacht. (…) In Les deux timides gab Clair seinen Personen stärkeres psychologisches Profil. Im Mittelpunkt steht ein schüchterner und furchtsamer Rechtsanwalt, den eine Maus im Gerichtssaal völlig durcheinanderbringt und der sich dem Mädchen, das er liebt, nicht zu erklären wagt. (…) Das stete Zögern der Protagonisten vor notwendigen Entscheidungen und ihre Unsicherheit setzt der Film in ballettartige Bildfolgen um.» (Ulrich Gregor/Enno Patalas: Geschichte des Films, Sigbert Mohn 1962)
Remarks and general Information: "Die Balance zwischen Komik und Fantastik kennzeichnet Clairs Komödie Les Deux Timides (Die beiden Schüchternen). Clair greift hier auf die Tradition des Singspiels zurück. Auf der Leinwand erscheinen Gestalten aus der provinziellen Kleinbürgerwelt. Die Schicksalsschläge, die einen schüchternen Rechtsanwalt treffen, dem der Mut fehlt, um die Hand der Geliebten zu werben, geben Clair Gelegenheit zur grotesken Zeichnung subalterner Hierarchie. Die sich überschlagenden und sich widersprechenden Bilder dienen bei Clair dadaistischer Karnevalisierung und zugleich gesellschaftlicher Karikatur." (StummFilmMusikTage Erlangen)

René Clair, zuvor eher für avantgardistische Filme wie Entr’acte bekannt, wandte sich bei der von Exilrussen geführten Produktionsfirma Albatros der Komödie zu. Der Rückgriff auf Theaterstoffe mag auf den ersten Blick kaum Clairs früherer Forderung nach Filmen entsprechen, «die direkt für die Leinwand geschrieben sind und die spezifischen Mittel der Kamera verwenden». Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn man sieht, wie Clair, durchaus noch avantgardistisch, an die Stelle der Bühnendialoge eine «mit den Mitteln der Kamera» erzeugte Komik setzt.
Nach einer mehreren Restaurierungen (1958, 1983 und in den frühen 90er-Jahren) wurde 2016 durch die Cinémathèque française auf der Grundlage des Negativs und der Original-Nitrat-Zwischentitel eine 4K-Restaurierung erstellt. Diese konnte dank der Digitalisierung des CNC und der Partnerschaft mit dem San Francisco Silent Film Festival abgeschlossen werden. (www.filmpodium.ch)

Lonesome

(Zwei junge Herzen), Directed by:   Paul Fejos, USA - 1928
Production: Universal Pictures - Producer: Carl Laemmle jr. - Regisseur: Paul Fejos - Drehbuch: Tom Reed - Edward T. Lowe jr. - Mann Page - Kamera: Gilbert Warrenton - Darsteller: Eddie Phillipps - Barbara Kent - Glenn Tryon - Fay Holderness - Gustav Partos -
Synopsis in German: Zwei alleinstehende junge Angestellte, ein Mann und eine Frau, lernen sich bei einem Ausflug nach Coney Island kennen, verlieben sich und verlieren sich in der Menge wieder aus den Augen.
An der Schwelle zur Tonfilmzeit entstand dieser aussergewöhnliche Hollywoodfilm, der an Originalschauplätzen in New York und Coney Island gedreht und nachträglich um drei Dialogszenen erweitert wurde. (www.filmpodium.ch)
Reviews in German: «Es ist eine Liebesgeschichte, die von New York handelt und von der Einsamkeit junger Menschen in der Stadt. Paul Fejos (1897 in Ungarn geboren; Red.) wusste, wovon er sprach. Er war mit 26 Jahren in New York angekommen, konnte anfangs kaum ein Wort Englisch und hatte kein Geld. Dieses Erfahrene und Erlittene ist in den Film eingegangen.» (Peter Nau, zit. nach Programmheft Filmmuseum München, Sept. 2007)

«Aus dem banalen Stoff hat Paul Fejos eine bis zum Rand gefüllte Handlung geschaffen. (...) Die Monotonie dieses Lebens ist durch viele treffende Einzelzüge belegt. Zu unterbrechen vermag sie einzig der Kitsch. Es gehört zu den besten Einfällen des Films, dass dem Schlager eine entscheidende Rolle angewiesen worden ist.» (Siegfried Kracauer, Frankfurter Zeitung, 9.4.1929)

Maldone

Directed by:   Jean Grémillon, Frankreich - 1928
Production: Société des Films Charles Dullin - Producer: Charles Dullin - Regisseur: Jean Grémillon - Regieassistent: Georges Lacombe - Drehbuch: Alexandre Arnoux - Story : Alexandre Arnoux - Kamera: Georges Périnal Interiors - Christian Matras Exteriors - Musik: Jean Grémillon - Jacques Brillouin - Marcel Delannoy - Schnitt: Jean Grémillon - Architekt: André Barsacq - Darsteller: Georges Téroff - Roger Karl - Geymond Vital - André Bacqué - Genica Athanasiou - Annabella - Charles Dullin Olivier Maldone - Marcelle Charles-Dullin -
Synopsis in German: Olivier Maldone ist Kanalarbeiter und lebt ein geregeltes Leben auf dem Anwesen seiner Eltern. Besessen vom Gedanken der Freiheit, flüchtet er von zu Hause und gibt sein bürgerliches Leben auf, um ein Nomadenleben zu führen. Auf einer Feier lernt er die Zigeunerin Zita kennen und verliebt sich in sie. Endlich fühlt sich Olivier frei und glücklich. Als jedoch sein Bruder stirbt, ist er gezwungen, wieder auf das elterliche Anwesen zurückzukehren. Dort wird er Landbesitzer und heiratet die wohlhabende charmante Nachbarstochter Flora, die dann auch die Mutter seines Kindes wird. Lange Zeit später trifft Olivier auf einer Reise Zita wieder, die sich jetzt als Tänzerin behauptet. Olivier versteht nun, dass auch er aufbrechen muss, um dem Ruf der Strasse zu folgen. So trifft er die Entscheidung, seine Familie zu verlassen. Er zieht seine alte Kleidung wieder an und reitet ohne Reue seinem Schicksal entgegen.
Reviews in German: "Grémillon realisierte seinen ersten Langfilm als eine Ode an die Freiheit. Die Inszenierung des grossen geometrischen Innenraumes des elterlichen Anwesens steht im starken Kontrast zu den naturalistischen Aussenaufnahmen. Grémillon erzählt in fast dokumentarischer Manier, wobei er Originalschauplätze bevorzugt und in Maldone ein alter ego findet, da er sich selbst gegen den Willen seines Vaters für den Beruf des Regisseurs entschied. Der für die Schule des Dokumentarfilms der 20er Jahre typische Populismus wurde stark vom sowjetischen Kino beeinflusst." (filmdienst / arte Presse)

«Der Misanthrop Maldone arbeitet in den Kanälen, verliebt sich in eine Zigeunerin, kommt aber dann zu einer Erbschaft. Aus dieser dürftigen Geschichte macht Grémillon eine einzigartige visuelle Erfahrung von einer halluzinatorischen Intensität. Mit jedem Schauplatz wechselt der Stil, und der Film bietet unvergessliche Bilder: die fiebrige Sommerhelligkeit der Kanalszenen, das matte Art-déco-Kasino, die wildwirbelnde Exstase auf dem Tanzboden. Das Ergebnis ist ein klassisches Leinwandgedicht.» (Katalog Edinburgh International Film Festival 2013)

«Olivier Maldone, der seit zwanzig Jahren mit den Landstreichern und Flussschiffern lebt, kehrt nach dem Tod seines Bruders heim auf das elterliche Schloss, heiratet eine junge Frau aus der Nachbarschaft, sehnt sich nach seiner Zigeunerliebe zurück und bricht schliesslich wieder auf.
Maldone war ein grosser Wurf mit wunderbaren Kanal-Landschaften, Bergen und Weiden. Eine brillante ländliche Ballsequenz nahm die Spitzenleistungen des ‹réalisme poétique› der dreissiger Jahre vorweg.» (Georges Sadoul: Dictionnaire des films, Paris 1967)

«Man kann sich vorstellen, dass die komplexe Struktur des Films mit seinen Parallelmontagen und Rückblenden damals ebenso auf Ablehnung und Verständnislosigkeit stiess wie seine gesellschaftliche Provokation: die Weigerung, ein Besitzbürger zu sein; die sehnsüchtige Verklärung des Tagelöhnerlebens; die Ablehnung der bürgerlich-wohlanständigen Ehe; die fleischliche Erotik der Zigeunerin. (…) Charles Dullin, der nun wirklich nicht das Aussehen hat, das man für die Rolle erwartet – der gewinnende Charmeur ist klein und gebeugt, fast bucklig –, beherrscht den Film durch die aussergewöhnliche Feinheit seines Spiels. Das Leiden der Figur, das Zerrissensein zwischen dem eigenen Wollen und der Pflicht des Erben lassen sich auf seinem spitzen Gesicht und an seinen Blicken ablesen. (…) Ein unglaublich einfallsreicher, beherrschter und starker Spielfilmerstling.» (Hubert Niogret, Positif, April 2002)

Shoulder arms

(Charlie als Soldat), Directed by:   Charles Chaplin, USA - 1918
Production: First National Pictures Inc. - Regisseur: Charles Chaplin - Drehbuch: Charles Chaplin - Kamera: Roland H. Totheroh - Darsteller: Albert Austin Offizier / dt. Soldat / Chauffeur - Jack Wilson Kronprinz - Loyal Underwood Short German Officer - John Rand Soldat - Edna Purviance The Girl / Französin - J. Parks Jones U.S. Soldier (/xx/) - Syd Chaplin Charlie's Comrade / The Kaiser (AKA Sydney Chaplin) - Charles Chaplin Doughboy - Henry Bergman Dt. Soldat /Hindenburg / Barman - Tom Wilson Dumb German Wood-Cutter -

The Crowd

(Die Menge, Ein Mensch der Masse, Die Mühlen des Lebens, Ein Mensch in der Masse), Directed by:   King Vidor, USA - 1927
Production: Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) (A King Vidor Production) - Distribution: Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) - Producer: Irving Thalberg - Regisseur: King Vidor - Drehbuch: John V.A. Weaver - Harry Behn - King Vidor - Story : King Vidor - Kamera: Henry Sharp - Architekt: Arnold Gillespie - Cedric Gibbons - Kostümbild: André-Ani - Stand Photos: Ruth Harriet Louise - Darsteller: Joseph W. Girard Member of Board of Directors (/xx/) - Chris-Pin Martin Worker in Hallway (/xx/) - Claude Payton Undetermined Secondary Role (/xx/) - Warner P. Richmond Mr. Sims - John's Father (/xx/) - Virginia Sale Mary's Sister-in-Law (/xx/) - Larry Steers Doctor (/xx/) - Sally Eilers Party Girl at Bert's Place (/xx/) - Johnny Downs John - Age 12 (/xx/) - Lucy Beaumont Mother - Eleanor Boardman Mary - Estelle Clark Jane - James Murray John Sims - Bert Roach Bert - Dell Henderson Dick - Freddie Burke Frederick Junior - Alice Mildred Puter Daughter - Sidney Bracey John's Supervisor (/xx/) - Daniel G. Tomlinson Jim -
Reviews in German: «Geboren am 4. Juli 1900, versucht ein hoffnungsvoller junger Mann sein Glück in New York, bringt es aber nur zum namenlosen Angestellten in einem Grossraumbüro. Seine Träume zerrinnen im Verlauf von Jahren zwischen Eheproblemen, den Sorgen um seine Familie und endloser Arbeit ohne Aussicht auf Aufstieg. Authentische, teilweise mit versteckter Kamera gedrehte Aufnahmen von Manhattan sowie eine ungewöhnlich illusionslose Sicht des amerikanischen Traums haben diesem Film den Ruf eines sozialkritischen Ausnahmefalls und Meisterwerks des späten amerikanischen Stummfilms eingetragen.» (Andreas Furler, Programm Filmpodium, Juli/Aug. 2002)

«Ein Film, dem alle Ingredienzien eines Hollywood-Erfolges fehlen: keine Bösewichter, keine Actionszenen, kein Happy End, nicht einmal eine ordentliche dramatische Handlung. (…) Der Erzählstil ist betont nüchtern und direkt. Bei einigen Szenen wird der Versuch deutlich, durch eine bewusst ungewöhnliche Bildgestaltung symbolische Bezüge aufzubauen.» (Günter Giesenfeld, in: Reclam Filmklassiker)

«Die schauspielerischen Leistungen sind makellos, und erstaunliche Aussenaufnahmen in den verkehrsreichen New Yorker Strassen verleihen dieser zutiefst menschlichen Odyssee einen rauen Klang von Wahrheit.» (Tom Milne, Time Out Film Guide)

The Informer

(Die Nacht nach dem Verrat), Directed by:   Arthur Robison, USA - 1929
Regisseur: Arthur Robison - Drehbuch: Arthur Robison - Darsteller: Lya de Putti - Lars Hanson - Warwick Ward - Carl Harbord - Dennis Wyndham - Janice Adair - Dorothy Green -
Reviews in German: «The Informer hat alle Kennzeichen eines klassischen Hollywood-Noirs – nur ein Jahrzehnt zu früh und einen Ozean entfernt. Er war eine Spitzenproduktion von British International Pictures, gestaltet von einem kosmopolitischen Team, wie es für die europäischen Filme der späten zwanziger Jahre typisch war. (…) Diese stumme Version, angesiedelt in dem revolutionären Gärprozess des gerade unabhängig gewordenen Irlands, trifft das Wesentliche des Romans, die Atmosphäre einer Welt ohne Entrinnen. (…) Robison drehte fast ausschliesslich im Studio, in Grossaufnahmen und mittleren Einstellungen, um ein Gefühl der Enge zu vermitteln, und liess den Film beinahe in ‹Realzeit› spielen – wie der Roman in einem Tag und einer Nacht –, wodurch die Noir-hafte Anspannung entsteht.» (Bryony Dixon, Katalog Il cinema ritrovato, Bologna 2017)
Remarks and general Information: Nach der Vorlage des Romans „The Informer“ von Liam O’Flaherty verfilmte der deutsche Regisseur Arthur Robison eine Geschichte aus dem irischen Kampf gegen die britische Fremdherrschaft, in der ein Verräter aus den Reihen der Freiheitskämpfer verstossen und durch die nächtlichen Gassen von Dublin gejagt wird. Unter Mitwirkung von im deutschen Stummfilm geschulten Kameramännern und Set-Designern entstand ein faszinierender Thriller, der vom British Film Institute restauriert wurde. (Förderverein Filmkultur Bonn)

Liam O'Flahertys Geschichte eines irischen Revolutionärs, der einen seiner Kameraden verraten hat und nun von den andern verfolgt wird, ist bekannt geworden durch die Tonfilmversion von 1935 unter der Regie von John Ford (einem Cousin des Autors). Doch schon vier Jahre nach dem Erscheinen des Romans war diese erste Filmversion entstanden, die Fords berühmtem Film ebenbürtig ist. (www.filmpodium.ch)

The last command

(Sein letzter Befehl), Directed by:   Josef von Sternberg, USA - 1928
Production: Paramount Pictures, Inc. - Regisseur: Josef von Sternberg - Drehbuch: Herman J. Mankiewicz Untertitel - Nach einer Vorlage von: Ernst Lubitsch - Lajos Biró - Kamera: Bert Glennon - Harold Rosson - Musik: Siegfried Franz - Architekt: Hans Dreier - Darsteller: Emil Jannings Fürst Sergius Alexander - Jack Raymond Regieassistent - Evelyn Brent Natascha Dobrowa - Fritz Feld - Nicholas Soussanine Adjutant - William Powell Leo Andrejev - Michael Visaroff Sergej -
Synopsis in German: Nach der Revolution von 1917 wandert Fürst Alexander nach Amerika aus. Er fristet als Komparse sein Leben in Hollywood. Eines Tages erhält er die 'Rolle seines Lebens'..."
Reviews in German: "Ein kunstvolles Licht- und Schatten-Drama der kleinen und grossen Katastrophen..." (Gong Lexikon Filme im Fernsehen)

«Einer der seltsamsten, grössten und unbarmherzigsten Filme über Hollywood in der Stummfilmzeit. (…) Aufstieg und Fall von Klassen stehen im Zentrum des Films, auch wenn Sternberg erklärte, sich nicht für Politik zu interessieren.» (Katalog Il cinema ritrovato, Bologna 2008)

«Mit dieser Geschichte eines zum Filmstatisten herabgesunkenen ehemaligen Generals der Zarenarmee, der bei Filmarbeiten noch einmal Gelegenheit erhält, seine einstigen Triumphe und die Entwicklung zu seinem Untergang nachzuerleben, gab Sternberg nicht nur Jannings die Gelegenheit zu einer seiner eindrucksvollsten Verkörperungen pathetischer Altgrössen, er bestätigte auch seinen (…) Ruf als Regisseur von ausserordentlicher Bildkraft. Erstmals setzte er in diesem Film die langsamen Überblendungen ein, die ein wesentliches Element seines flüssigen Stils werden sollten.» (Buchers Enzyklopädie des Films)

«Das ist Sternbergs erstes Meisterwerk, die erste seiner glitzernd stilisierten Rhapsodien über Engagement und Verrat, gekonnt ausbalanciert zwischen Satire und ‹absurdem› Melodram.» (Tony Rayns, Time Out Film Guide)

The Life and Death of 9413 - A Hollywood Extra

Directed by:   Robert Florey, USA - 1928
Regisseur: Robert Florey -
Reviews in German: «Eine Satire auf Hollywood. Ein Mann möchte ein Filmstar werden, bekommt von Mr. Almighty eine Zahl auf die Stirn gemalt, erreicht aber sein Ziel nie. Erst als er stirbt, wird er (im Himmel) von seinem marionettenhaften Dasein befreit.» (Hans Scheugl/Ernst Schmidt jr.: Eine Subgeschichte des Films, Suhrkamp 1974)

«Der Film galt im damaligen Hollywood als Sensation; auch in den heute erhaltenen Teilen fasziniert die Kühnheit der optischen Gestaltung.» (Buchers Enzyklopädie des Films)

Un chapeau de paille d'Italie

(Ein italienischer Strohhut, Der Florentiner Hut), Directed by:   René Clair, Frankreich, Deutschland - 1927
Production: Les Films Albatros - Producer: Alexandre Kamenka - Regisseur: René Clair - Regieassistent: Georges Lacombe - Lily Jumel - Drehbuch: René Clair - Kamera: Nicolas Roudakoff - Maurice Desfassiaux - Musik: Georges Delerue (1952) - Benedict Mason Neufassung 1987 - Architekt: Lazare Meerson - Kostümbild: Souplet - Darsteller: Geymond Vital Lt. Tavernier - Pré Fils Cousin Bobin - Paul Ollivier Onkel Vésinet - Albert Préjean Fadinard - Olga Tschechowa Anais de Beauperthuis - Yvonneck Nonancourt - Maryse Maia Hélène, Die Braut - Valentine Tessier Customer - Alex Allin Felix - Jim Gérald De Beauperthuis - Alice Tissot A cousin -
Synopsis in German: Paris 1895. Fadinard ist mit der Kutsche auf dem Weg zu seiner Hochzeit mit Hélène, der Tochter des Baumschulmeisters Nonancourt. Da frisst das Pferd unterwegs den Hut von Anais de Beauperthuis, die gerade mit dem Oberleutnant Tavernier ein Schäferstündchen im Wald verbringt und nun nicht mehr wagt, ohne den Florentinerhut zu ihrem Gatten nach Hause zu kommen. Beide fordern von Fadinard einen neuen und vor allem gleichen Strohhut. Andernfalls werde seine Wohnung kurz und klein geschlagen. In dem Bemühen, sich der Hochzeitsgesellschaft gegenüber ganz ungezwungen zu geben und gleichzeitig während der Trauungszeremonie den Hut bei einer Modistin aufzutreiben, schafft Fadinard die totale Verwirrung. (ZDF Presse)


Reviews in German: «(...) Clairs berühmte Stummfilmkomödie aus der Welt der Kleinbürger (1895): Die Wiederbeschaffung eines von einem Droschkenpferd halb verspeisten Strohhutes beschäftigt einen Bräutigam den ganzen Hochzeitstag über und gefährdet auch noch sein Eheglück.» (Zoom)

«Spritzige Verwechslungskomödie mit hohem Tempo: Ein Pferd verspeist den Hut einer verheirateten Dame, die gerade mit einem anderen Mann zärtlich ist. Das führt zu zahlreichen Missverständnissen.» (Heyne Film Lexikon)

Der 29-jährige René Clair war anfänglich wenig begeistert von der Idee, das 1851 uraufgeführte Boulevardstück für den Film umzusetzen. Er fand die Lösung, indem er die Handlung ins Geburtsjahr des Cinématographe, 1895, verpflanzte. Damit war er einer der Ersten, der den optischen Reiz der Belle Époque und ihrer Kostüme für eine ironische Verfremdung zu nutzen verstand.
«Der Film, Clairs erster grosser Publikumserfolg, hat den Dialogwitz seiner Bühnenvorlage geschickt in optische Gags übersetzt. Den roten Faden der Handlung liefert weniger die Dramaturgie als vielmehr die Bewegung – eine ständige Verfolgungsjagd. (…) Clair gestaltet das mit dem Einfallsreichtum eines Choreografen und fand in dem allgemeinen Getümmel noch die Zeit, in den skurrilen Randfiguren Vertreter des Bürgertums zu ironisieren.» (Reclams Filmführer)
Remarks and general Information: 1939 erfolgte ein Remake unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle.

Dieser Stummfilmkomödien-Klassiker wird in einer 4K-Restaurierung aus dem Jahr 2016 gezeigt, welche die Cinémathèque française und das San Francisco Silent Film Festival ausgehend von den Negativen der französischen und internationalen Versionen erstellt haben. Aufgrund von Vereinbarungen der Cinémathèque française mit den Rechteinhabern kann der Film ausschliesslich mit der Musik gezeigt werden, die Raymond Alessandrini in den 1980er-Jahren für die erste Restaurierung komponiert und nun an die längere Version angepasst hat. (www.filmpodium.ch)

Zurich Stummfilm Filmfestival 2018 Program

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