Geschlossene Gesellschaft

Regie: Frank Beyer, , Deutsche Demokratische Republik, 1978


Stab und Besetzung

Regisseur Frank Beyer
Drehbuch Klaus Poche
Darsteller Jutta Hoffmann [Ellen]
Armin Mueller-Stahl [Robert]
Walter Plathe [Bernd]
Sigfrit Steiner [Karl]

Technische Angaben
Technische Info: ,Länge: 107 Minuten
Tonsystem: Keine Angabe

Inhaltsangabe
Unfreiwillig allein und sich selbst überlassen, verwandelt sich der Urlaub unversehens in eine harte Prüfung ihres familiären Zusammenlebens. Unausgetragene Konflikte brechen auf. Alles was bisher in der Ehe zwischen Robert und Ellen unter den Teppich gekehrt wurde, wird während eines Familienurlaubs ans Licht gezerrt. Beide gehen schonungslos offen mit einander ins Gericht. Es kommen Seitensprünge zur Sprache und Scheidungsabsichten, Leistungsdruck, Misstrauen und Anpassung aus Bequemlichkeit. Erschrocken über ihre Entdeckungen, fragen sie sich, was wohl mit ihnen los sei. Aus dem scheinbaren Miteinander wird ein Nebeneinander, ja Gegeneinander. Erst die Lebensweisheit eines alten Mannes hilft ihnen, sich ganz allmählich zu einem neuen Verständnis menschlichen Daseins, menschlicher Verantwortung und individueller Möglichkeiten vorzuarbeiten. Doch was bleibt, sind Schwermut und Melancholie. (mdr Presse)

Anmerkungen
Nach der DDR - Erstausstrahlung (November 1978) wurde mit dem Filmteam abgerechnet. Die Folgen: Autor Klaus Poche, Jutta Hoffmann und Armin Müller-Stahl verliessen das Land.

Frank Beyers beeindruckender und beklemmender Film über ein Paar am Abgrund ist eine Parabel auf die DDR-Gesellschaft der siebziger Jahre. Er wurde nach einmaliger Fernsehausstrahlung 1978 für elf Jahre ins Archiv verbannt und reihte sich damit in eine Vielzahl von "Kellerfilmen" ein, die sich mit der Realität in der DDR kritisch auseinandersetzten und Opfer einer härteren kulturpolitischen Gangart der SED wurden. Zu Opfern wurden auch die Macher dieser Filme. So war "Geschlossene Gesellschaft" auch der letzte Film, den Armin Mueller-Stahl in der DDR drehte. Am 17. Dezember beging er seinen 75. Geburtstag. Armin Mueller-Stahl, in Tilsit (ehemals Ostpreussen) geboren, gehörte zu den meistbeschäftigten und beliebtesten Schauspielern der DDR. Über 25 Jahre war er Ensemble-Mitglied der Berliner Volksbühne, seine Filmkarriere startete er 1960 als Hans Röder in dem Vierteiler "Flucht aus der Hölle". Über 60 Hauptrollen in DEFA-Filmen und im DDR-Fernsehen spielte er, geehrt wurde er mit zahlreichen Preisen - vom Kunstpreis der DDR bis zum "beliebtesten Schauspieler der DDR" - bis er nach seinem Protest gegen die Biermann-Ausbürgerung 1976 mit einem dreijährigen Berufsverbot belegt wurde. 1980 siedelte er nach Westdeutschland über und setzte dort seine schauspielerische Karriere mit Erfolg fort. Für seine Rolle in "Bittere Ernte" von Agnieszka Holland wurde er 1985 auf dem Filmfestival in Montreal als bester männlicher Darsteller ausgezeichnet. Mit 60 Jahren begann Armin Mueller-Stahl 1990 in Hollywood seine dritte Karriere. 1997 wurde er mit der "Berlinale Kamera" für sein Lebenswerk geehrt. (mdr Presse)



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