Friedrich Wilhelm Murnau

Portrait Friedrich Wilhelm Murnau
Regisseur - Deutschland
Geboren 28. Dezember 1889 in Murnau
Verstorben 11. März 1931 in Santa Barbara, CA, USA

Mini-Biography:
Friedrich Wilhelm Murnau was born on Dezember 28, 1889 in Murnau. He was a German Regisseur, known for Nosferatu, der Vampyr (1922), Satanas (1919), Der Bucklige und die Tänzerin (1920), Friedrich Wilhelm Murnau's first movie on record is from 1919. Friedrich Wilhelm Murnau died on März 11, 1931 in Santa Barbara, CA, USA. His last motion picture on file dates from 1931.
Biographische Notizen : eigentlich Friedrich Wilhelm Plumpe, deutscher Filmregisseur dramatisch-phantastischer, literarischer und dokumentarischer Filme. Meister des Kammer-Spielfilms. Studierte Kunstgeschichte, Nach dem 1. Weltkrieg zum Film. Theater und Theaterassistenz bei Max Reinhardt. Später nach Amerika.



Zur Person

Friedrich Wilhelm Murnau, geboren 1888 in Bielefeld, gestorben 1931 nach einem Autounfall in Santa Monica, USA, eine Woche vor der Premiere seines letzten Films 'Tabu'. Er war einer der ersten Regisseur des deutschen Kinos - ein Pionier, dem der Film grundlegende künstlerische und technische Neuerungen verdankt. Und doch ist Murnau, einer der größten Schöpfer und Visionäre der Filmgeschichte heute fast vergessen - in Deutschland noch mehr als in Frankreich. Vielleicht liegt es auch daran, dass er keinen einzigen Tonfilm hinterließ. Murnau blieb, wie der Filmkritiker Peter Buchka schreibt, 'in jeder Hinsicht ein stummer Klassiker' - 'ein weit entlegenes Idol'. Eingebrannt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit hat sich nur die Erscheinung des Schauspielers Max Schreck in Murnaus Stummfilmklassiker 'Nosferatu'.

Nach dem Ersten Weltkrieg, den er als Jagdflieger mit acht Abstürzen unverletzt überlebt, inszeniert F.W. Murnau in der Schweiz Theaterstücke. In Deutschland dreht er von 1919 bis 1926 17 Filme, die ihn zum anerkanntesten und bedeutendsten Filmregisseur der Weimarer Republik machen. Während er in Deutschland gefeiert wird, treten seine Werke einen weltweiten Siegeszug an. Hollywood wittert Gewinn und frisches Blut: 1926 holt der amerikanische Produzent William Fox Murnau in die USA: Mit einem gigantischen Budget ausgestattet, macht Murnau das Liebesmelodram 'Sunrise' zu einem Kritikererfolg, ein Kassenschlager wird es nicht. Nach einer ersten Vorführung seines übernächsten Films, des bäuerlichen Dramas 'City Girl', versucht der besorgte Produzent Murnau zu zwingen, alles 'amerikanischer' zu gestalten und mit 'komischen Szenen' anzureichern. Murnaus Kompromissbereitschaft ist erschöpft. Er wirft William Fox die Arbeit vor die Füße und verlässt für immer die Traumfabrik.

Murnau beginnt ein neues Leben. Er macht sein Kapitänspatent und kauft sich eine Jacht. Bald darauf lässt er Hollywood hinter sich und segelt in die Südsee. Er ist fasziniert von der Schönheit der Südseeinsulaner: 'Mehaos Lachen glich funkelndem Sonnenschein, und man brauchte nur in die Hände zu klatschen, um seinen ganzen Körper in einen wiegenden Freudentanz zu bringen. (...) Die Hüften schwenkten zu den Seiten und vorwärts, bewegten sich im Verlaufe des Tanzes schneller, wollüstiger und unbeschränkter als zu Beginn.' Der homosexuelle Friedrich Wilhelm Murnau, der tapfere kaiserliche Fliegeroffizier, der auch in seinem Beruf immer Selbstdisziplin geübt, 'Haltung bewahrt' und 'seinen Mann gestanden' hat - hier in der Südsee kann dieser Mensch seine Verstellungen aufgeben. Im Alter von 41 Jahren findet Murnau hier eine ganz neue Art persönlicher Freiheit. Auf Tahiti baut er sich ein Haus und lässt sich nieder in dieser Welt 'in der es weder Arbeit noch Sorgen gibt, wo die Tage in Spielen, Tanzen, Baden und Fischen sonnig dahingleiten, und die Nacht alle Liebenden unschuldig vereint'.

Doch in Murnaus letztem Film 'Tabu' wird auch die soziale Wirklichkeit der Südsee vorkommen. Dafür sorgt der Dokumentarfilmer Robert Flaherty, der sich wie Murnau nicht dem Druck der Filmindustrie beugen will. Zusammen wollen sie ihren nächsten Film drehen - ohne professionelle Darsteller, so nah wie möglich am Leben und Erleben der Südseeinsulaner. Flaherty lieferte die erste Version der Story. Die Zusammenarbeit der beiden großen Regisseure aber ist zum Scheitern verurteilt, weil sie unterschiedliche Ziele verfolgen: Flaherty will die Realität inszenieren, um sie realistischer darstellen zu können. Murnau dagegen will eine persönliche Vision verwirklichen; die Laiendarsteller und die Natur dienen der Inszenierung. Flaherty zieht sich zurück. Murnau dreht allein weiter und setzt alles Geld ein, das er im Lauf seiner Karriere in Hollywood und bei der Ufa verdient hat. Schließlich kehrt er nach Kalifornien zurück, um 'Tabu' fertig zu stellen. Dort stirbt Friedrich Wilhelm Murnau noch vor der Premiere seines Films.

Über Murnau

"Kein anderer Regisseur hat den Raum seiner Filme so genau und erfindungsreich organisiert wie Murnau. Schon auf den ersten Blick vermitteln seine Werke den Eindruck, dass die ganze Leinwandfläche bis in die kleinsten Einzelheiten hinein und in jedem Moment belebt ist. Also den Eindruck einer absoluten Beherrschung aller Details, die zum bildlichen Ausdruck beitragen, und einer Erfindungskraft, die ständig neue Formen schafft und zusammenfügt." (Eric Rohmer)

"Er war der weiße Hai im Filmbusiness, elitär, in sich gekehrt, zu keinem Kompromiss bereit in seiner sich selbst gestellten Aufgabe, herauszufinden um vorzuführen, was technische Kunst ist. (...) Seine Erscheinung muss so ungewöhnlich gewesen sein in den Studios, in Berlin und Hollywood, gemessen an dem, was üblich und typisch war in der Umgebung des neuen Massenmediums, dass bis heute der Niederschlag der Bildung in seinen Bildern Anlass zu theoretisierendem Fabulieren ist. Und noch ein Abglanz fällt auf das deutsche Filmpublikum von damals: Wenn einer seine Filme aus so vielen Anspielungen und Bezügen auf die klassischen Künste speisen konnte und diese Filme erfolgreich waren, was müssen das für außerordentliche Zuschauer gewesen sein." (Frieda Grafe)

"Wenn einmal Jahrzehnte vergangen sein werden, dann wird man wissen, dass hier ein Pionier mitten aus dem Schaffen abtrat, dem der Film die eigentliche Basis verdankt, sowohl in künstlerischer wie in technischer Hinsicht. Das, was er erkannte: dass der Film weit mehr als die Bühne das Leben als Gleichnis darzustellen berufen ist - denn alle seine Werke waren eigentlich in Bildform vorgetragene Balladen - das wird sich dann als selbstverständlich durchgesetzt haben." (Fritz Lang in seiner Grabrede auf dem Stahnsdorfer Friedhof)

(nach Presseinfos WDR)

Friedrich Wilhelm Murnau Filmographie [Auszug]
1931: Tabu (Regisseur), Regie Robert J. Flaherty, mit Hitu, Jules, Kong Ah,
1930: Die zwölfte Stunde (Eine Nacht des Grauens) (Regisseur: wird nicht genannt), Regie Waldemar Rogner, mit Hans Behall, Alexander Granach, Max Schreck,
1930: Our daily bread (Regisseur), mit Edith York, David Torrence, David Rollins,
1928: Die Filmstadt Hollywood (Darsteller), Regie Max Goldschmidt, mit Conrad Veidt, Dolores Del Rio, Emil Jannings,
1928: Four devils (Die vier Teufel) (Regisseur), mit Philippe de Lacy, Anders Randolf, Anne Shirley,
1927: Sunrise (Sonnenaufgang - Lied von zwei Menschen) (Regisseur), mit Jane Winton, George O'Brien, Barry Norton,
1926: Faust (Faust - eine deutsche Volksage) (Regisseur), mit Eric Barclay, Frida Richard, Hanna Ralph,
1925: Tartüff (Regisseur), mit Emil Jannings, Werner Krauss, Lil Dagover,
1924: Der letzte Mann (Regisseur), mit Erich Schönfelder, Emil Jannings, Maly Delschaft,
1924: Komödie des Herzens (Drehbuch: (AKA Peter Murglie), Regie Rochus Gliese, mit Nigel Barrie, Ruth Weyher, Lydia Potechina,
1923: Die Finanzen des Grossherzogs (Regisseur), mit Hermann Vallentin, Walter Rilla, Harry Liedtke,
1923: Die Austreibung (Die Macht der zweiten Frau) (Regisseur), Regie Rochus Gliese, mit Wilhelm Dieterle, Carl Goetz, Ilka Grüning,
1922: Phantom (Regisseur), mit Karl Etlinger, Aud Egede-Nissen, Adolf Klein,
1922: Zwischen neun und neun (Titel not confirmed) (Regisseur: (--??--)),
1922: Der brennende Acker (Regisseur), Regie Rochus Gliese, mit Elsa Wagner, Harry Frank, Unda Faliansky,
1922: Nosferatu, der Vampyr (Eine Symphonie des Grauens, Die zwölfte Stunde) (Regisseur), mit Max Schreck, Gustav von Wangenheim, Greta Schröder,
1921: Marizza, genannt die Schmugglermadonna (Ein schönes Tier, Das schöne Tier (AT, Die Schmugglermadonna, Grüne Augen) (Regisseur), mit Tzwetta Tzatschewa, Maria Forescu, Hans Heinrich von Twardowski,
1921: Schloss Vogelöd (Regisseur), mit Arnold Korff, Lulu Korff-Kyser, Lothar Mehnert,
1920: Sehnsucht (Bajazzo, Die Tragödie eines Tänzers) (Regisseur), mit Conrad Veidt, Gussy Holl, Eugen Klöpfer,
1920: Der Bucklige und die Tänzerin (Der grüne Kuss (Working title)) (Regisseur), mit Paul Biensfeldt, John Gottowt, Sascha Gura,
1920: Der Gang in die Nacht (Regisseur), mit Olaf Fønss, Erna Morena, Conrad Veidt,
1920: Der Januskopf (Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Schrecken, Dr. Warren und Mr. O'Connor, Ein2 Tragödie am Rande der Wirklichkeit) (Regisseur), mit Conrad Veidt, Magnus Stifter, Margarete Schlegel,
1920: Abend... Nacht... Morgen (Abend - Nacht - Morgen) (Regisseur), mit Conrad Veidt, Gertrud Welcker, Bruno Ziener,
1919: Der Knabe in Blau (Der Todessmaragd) (Regisseur), mit Margit Barnay, Blandine Ebinger, Leonhard Haskel,
1919: Satanas (Regisseur), mit Fritz Kortner, Sadjah Gezza, Ernst Hofmann,

Preise [selection]

Oscars 1929: Best Unique and Artistic Picture in Sunrise

. 3 . 5 . 7 . 11 . 12 . 17 . 18 . 19 . 20

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