60. Film Festival von Locarno


vom 1. bis 11. August 2007

Reihe: Piazza

The Bourne Ultimatum

Regie:   Paul Greengrass, USA - 2007
Produktion: Universal Pictures - Regisseur: Paul Greengrass - Darsteller: Julia Stiles - Joan Allen - David Strathairn - Matt Damon - Brian Cox - Edgar Ramirez - Scott Glenn - Patty Considine -
Kritiken : «Bei Brad Pitt mögen die Massen kreischen, bei George Clooney die Mädels seufzen - derjenige, der sein Geld am meisten wert ist, heißt Matt Damon! Das hat das Wirtschaftsmagazin "Forbes" auf Heller und Pfennig berechnet: Für jeden Dollar, den Damon an Gage bekommt, kriegt das Studio 29 Dollar zurück. Eine super Investition! Warum also nicht noch ein paar Bourne-Filme drehen? Aus Publikumssicht wäre nichts dagegen einzuwenden. Denn auch Teil drei ist ein rasantes und intelligent gestricktes Katz- und Maus-Spiel, wie man's zu Unterhaltungszwecken im Kino gern präsentiert bekommt. Dramaturgisch bleibt Regisseur Paul Greengrass beim bewährten Rezept: Die CIA-Zentrale hetzt einen Profi-Killer nach dem anderen auf den abtrünnigen Agenten und sitzt daheim vor den Überwachungs-Bildschirmen in der ersten Reihe; doch Bourne ist immer einen Schritt schneller und einen Deut cleverer als seine Gegner. Es gibt schon Stimmen, die behaupten, Jason Bourne sei der bessere James Bond. Auf jeden Fall waren die ersten beiden Bourne-Filme mit ihren gehetzten Handkamera-Sequenzen stilprägend für das gesamte Action-Genre - und ganz klar auch ein Vorbild für das jüngste 007-Abenteuer "Casino Royale". Außerdem hat Matt Damons traurige Heldenfigur den Kollegen etwas Entscheidendes voraus: Er wirkt - trotz übermenschlicher Stunt-Einlagen - durch und durch menschlich: "Ich sehe die Gesichter all derer vor mir, die ich getötet habe", klagt er im dritten Teil. Einem, der so normal aussieht wie Matt Damon und der so bodenständig wirkt, nimmt man diese Skrupel beim Gewaltanwenden tatsächlich ab. Man hätte ihm ein friedliches Aussteiger-Leben mit Filmfreundin Franka Potente auf Goa gewünscht ... Statt dessen muss er in "Das Bourne-Ultimatum" Potentes Film-"Bruder" Daniel Brühl den Tod der Schwester schonend beibringen. Für Brühl bleibt es bei dieser einzigen Szene im Film – nicht, weil er später rausgeschnitten wurde, sondern weil es schlichtweg nicht recht viel mehr Dialog-Szenen gibt, die wenigen aber mit hochkarätigen Darstellern besetzt sein sollen. ("Klar ist Daniel Brühl dafür überqualifiziert", schmunzelte Damon im Interview.) Fazit: Auch das "Threequel" der Bourne-Trilogie ist ein Adrenalin-peitschender Killer-Thriller im hippsten Look, den Hollywood gerade zu bieten hat.« (Walli Müller, www.br-online.de)

Death at a Funeral

Regie:   Frank Oz, USA, Deutschland, Grossbritannien - 2007
Produktion: Sidney Kimmel Entertainment - Regisseur: Frank Oz - Darsteller: Keeley Hawes - Peter Dinklage - Peter Egan - Rupert Graves - Kris Marshall - Jane Asher - Matthew MacFayden - Daisy Donovan - Ewen Bremner - Andy Nyman - Alan Tudyc -

The Drummer

Regie:   Kenneth Bi, HK, TW, Deutschland - 2007
Produktion: Kenbiroli Films - Regisseur: Kenneth Bi - Darsteller: Jaycee Chan - Tony Kai Fai Leung - Sinje Lee - Roy Cheung - Josie Ho - Kenneth Tsang -

Grindhouse

(Grind House - Planet Terror), Regie:   Quentin Tarantino, USA - 2007
Regisseur: Quentin Tarantino - Robert Rodriguez - Eli Roth - Drehbuch: Robert Rodriguez - Darsteller: Quentin Tarantino - Sheri Moon Eva Krupp - Udo Kier Franz Hess - Sybill Danning Gretchen - Nicolas Cage Fu Man-Chu - Josh Brolin - Melissa Arcaro - Naveen Andrews - Bruce Willis Lt. Muldoon -

Hairspray

Regie:   Adam Shankman, USA - 2007
Produktion: New Line Cinema - Regisseur: Adam Shankman - Darsteller: Michelle Pfeiffer - Christopher Walken - Amanda Bynes - John Travolta - Queen Latifah - Nicole Blonsky - Zac Efron - Elijah Kelley -

J'ai toujours rêvé d'être un gangster

Regie:   Samuel Benchetrit, Frankreich - 2007
Regisseur: Samuel Benchetrit - Drehbuch: Samuel Benchetrit - Darsteller: Jean-Pierre Kalfon - Laurent Terzieff - Venantino Venantini - Anna Mouglalis - Jean Rochefort -
Inhaltsangabe : Vier Gruppen von Ganoven, deren Schicksal bloss durch Zufall und Ungeschick verknüpft ist, treffen in diesem kultverdächtigen Gangsterstück aufeinander: Ein Amateurdieb, dessen attraktives Opfer selbst Gefallen an bewaffneten Raubüberfällen findet. Zwei Gauner die eine junge Frau entführen, die das Leben so satt hat, dass sie die beiden darum bittet, sie doch bitte gleich umzubringen – ihr Vater hat ja sowieso nicht die Absicht das Lösegeld zu bezahlen. Ein Sänger, der mangels Inspiration die neusten Kompositionen eines erfolgreicheren Kollegen stiehlt. Und schliesslich fünf Pensionäre, die ihren sicheren Lebensabend gegen eine freudvolle Rückkehr zum kriminellen Leben eintauschen. Knotenpunkt ist ein schummriges Pariser Café. Der Duft bittersüsser Erinnerungen hängt in der Luft und an der verrauchten Theke träumen sie von einer besseren Zukunft. Ein Ort, wo sich alle treffen, doch keiner verweilt. Ein Ort wie gemacht für kleine Ganoven, die sich mehr schlecht als recht durchs Leben stehlen.

Journée

Regie:   Jacob Berger, Frankreich, Schweiz - 2007
Produktion: Vega Film AG, Zürich - Why Not Produzione - Regisseur: Jacob Berger - Darsteller: Bruno Todeschini - Natacha Régnier - Noémie Kocher - Louis Dussol - Hiro Uchiyama - Cyril Couton -

Knocked Up

Regie:   Judd Apatow, USA - 2006
Regisseur: Judd Apatow - Drehbuch: Judd Apatow - Darsteller: Jonah Hill - Jay Baruchel - Jason Segel - Leslie Mann - Paul Rudd - Katherine Heigl - Seth Rogen - Martin Starr -
Kritiken : «In Amerika ist der Regisseur Judd Apatow der absolute König der derben Sex-Komödie. "Jungfrau (40), männlich, sucht…" – der Film, in dem Steve Carell als männliches Mauerblümchen von seinen Kollegen in ein Leben mit Geschlechtsverkehr getrieben wurde – war vor zwei Jahren ein Überraschungserfolg. Dessen Einspielergebnis von über 100 Millionen Dollar wurde vom Nachfolger "Beim ersten Mal" in Amerika inzwischen locker übertroffen. Das Erfolgsrezept des neuen Comedy-Überfliegers Apatow, der in den USA Publikum wie Filmkritik hinter sich weiß, ist erstaunlich simpel: Er treibt die "Bad-Taste"-Gags, aus denen sich amerikanische Komödien zunehmend speisen, auf die Spitze, lässt sie aber von sympathischen und lebensechten Charakteren spielen. In "Beim ersten Mal" geht es wieder um Sex, allerdings steht er hier nicht am Ende, sondern am Anfang allen Leidens. Die aufstrebende Moderatorin Alison (Katherine Heigl) zieht nächtens um die Häuser, um eine Beförderung zu feiern und stürzt dabei mit Ben (Seth Rogen) ab. Ben sieht aus wie ein fleischgewordener Teddybär, kifft ganz gerne und will mit seinen Hänger-Kumpels eine Website aufziehen, auf der man nachschlagen kann, welcher Star in welchem Film wie nackt zu sehen ist. Nachdem Ben beim Frühstück fröhlich verkündet, gerade gereihert zu haben und Alison indigniert die Flucht antritt, müsste das inkompatible Paar mit seiner gemeinsamen Zeit am Ende sein. Nur: Alison ist schwanger und entscheidet sich für das Kind und den Versuch, mit Ben eine funktionierende Familie aufzubauen. Judd Apatow hat aus der arg konstruierten Konstellation Slacker trifft Karrierebarbie vor allem einen Film über die Tücken des Erwachsenwerdens und Beziehungslebens gemacht. Als Negativbeispiel stehen im Film Alisons Kontrollfreak-Schwester Debbie (Apatows Ehefrau Leslie Mann) und deren Mann Pete (Paul Rudd) parat, die eine Beziehung zwischen offenem Misstrauen, Fluchtversuchen und kaum verhohlener Aggression führen. Beide Seiten versuchen teilweise mit Gewalt, ihre verlorene Jugend und Freiheit zurückzugewinnen. "Beim ersten Mal" entwickelt aus dieser traurigen Sehnsucht seine komischsten Szenen: Debbie pöbelt einen Disko-Türsteher an, der die Mädels nicht reinläßt, weil sie zu alt und zu schwanger seien. Zeitgleich rasten Ben und Pete randvoll mit halluzinogenen Pilzen im Cirque du Soleil in Vegas aus – einer Aktion, die sich anfänglich noch nach dem ultimativen Buddy-Spaß anhörte. Stattdessen geht es reumütig zurück zum Kindergeburtstag. Judd Apatow zeigt in diesen Momenten echtes Talent, lebendige Figuren zu entwerfen und sich über ihre alltäglichen Sorgen mit einem liebevollen Blick herzumachen. Die Geschichte von Ben, der vom Durchhänger nach manch umgangener Fußangel zum angehenden Vorzeigepapa reift, ist so konservativ wie rührend. Parallel hält Apatow allerdings weiter stolz die Fackel des Brachialhumors hoch: Mit den als Gag gedachten Einblicken in den Geburtsvorgang dürfte "Beim ersten Mal" im Mainstreamkino Neuland betreten haben. In solchen Momenten erinnert man sich daran, dass Judd Apatow auch der Produzent debiler Filmspäße wie "Ricky Bobby - König der Rennfahrer" ist. Auch dieser Film war in Amerika immens erfolgreich.» (Gunnar Mergner, www.br-online.de)

Mio fratello è figlio unico

Regie:   Daniele Luchetti, Italien, Frankreich - 2007
Produktion: Babe Film - Cattleya - Produzent: Riccardo Tozzi - Giovanni Stabilini - Marco Chimenz - Regisseur: Daniele Luchetti - Drehbuch: Daniele Luchetti - Stefano Rulli - Antonio Pennacchi - Sandro Petraglia - Kamera: Claudio Collepiccolo - Musik: Franco Piersanti - Schnitt: Mirco Garrone - Darsteller: Luca Zingaretti - Anna Bonaiuto - Ascanio Celestini - Angela Finocchiaro - Riccardo Scamarcio - Elio Germano - Massimo Popolizio -
Anmerkungen: Accio and Manrico are two brothers forced to confront their choices, indeed their own lives, in suburban Italy during the '60's and '70's. Their paths are as separate as can be imagined over the course of a series of wild and passionate adventures that will test the brothers' relationship - though tempestuous and unstable, always marked by their mutual affection and unity - to its limit. (Filmfest Motovun)

Nichts als Gespenster

Regie:   Martin Gypkens, Deutschland - 2007
Regisseur: Martin Gypkens - Drehbuch: Martin Gypkens - Story : Judith Hermann - Darsteller: Sólveig Arnarsdóttir - Walter Kreye - Stipe Erceg - Janek Rieke - Fritzi Haberlandt - Chiara Schoras - August Diehl - Brigitte Hobmeier -

Saraband

(Sarabande), Regie:   Ingmar Bergman, Schweden - 2003
Regisseur: Ingmar Bergman - Drehbuch: Ingmar Bergman - Kamera: Raymond Westerlöw - Darsteller: Erland Josephson - Börje Ahlstedt - Julia Dufvenius - Liv Ullmann - Gunnel Fred -
Inhaltsangabe : Marianne und Johan haben sich seit ihrer Scheidung vor 32 Jahren nicht mehr gesehen. Keiner von beiden pflegt regelmäßigen Kontakt zu den gemeinsamen Töchtern Martha und Sara. Sara lebt jetzt in Australien, die Autistin Martha ist in einem Pflegeheim untergebracht. Zurückgezogen lebt Johan, mittlerweile 86 Jahre alt, im Sommerhaus seiner Großeltern. In der schwedischen Provinz Dalarna genießt er die ländliche Idylle. An einem schönen Tag im Herbst beschließt Marianne, die weiterhin als Familien- und Scheidungsanwältin in Stockholm tätig ist, Johan einen Besuch abzustatten. Mit aller Vorsicht kommt es zur Wiederbegegnung dieses ehemals so streitsüchtigen Paares, noch einmal verbringen sie einige gemeinsame Wochen, tauchen ein in Vergangenes, erleben die Gegenwart. Auf dem Sommersitz in Dalarna lebt auch Henrik, Johans Sohn aus erster Ehe, mit seiner Tochter Karin. Den Tod seiner geliebten Ehefrau Anna vor zwei Jahren hat Henrik nie verwinden können. Anna scheint immer noch allgegenwärtig. Seine Professur als Musiker an der Universität in Uppsala hat er aufgegeben, er schreibt nun an einem Buch über Bachs Johannespassion. Sein ganzer Ehrgeiz richtet sich auf die Erziehung von Karin, die als hoch begabte Musikerin von ihrem Vater unterrichtet wird. Das Verhältnis zwischen den beiden ist gespannt. Auch Henriks Beziehung zu seinem Vater Johan gestaltet sich seit Kindheitstagen kompliziert. Beide verbindet, dass sie Anna nicht vergessen können, zu der auch Johan eine innige Beziehung hatte. Mariannes plötzliches Eintreten in diesen geschlossen Familienkreis hat zur Folge, dass die unterschwelligen Konflikte offen ausbrechen. Endlich hat Karin eine Ansprechpartnerin, der sie sich anvertrauen kann. Mit Marianne redet sie zum ersten Mal über ihre schwierige Beziehung zu ihrem Vater Henrik, ihr ambivalentes Verhältnis zu ihrem Großvater Johan und den schmerzhaften Verlust der Mutter... (arte Presse)
Anmerkungen: Hintergrundinformationen: Der "film-dienst" schreibt: "Die in zehn Szenen arrangierte Versuchsanordnung einer Hassliebe wurde mit einer meisterhaften Einfachheit und Dichte sowie großer Leidenschaft für das Wort inszeniert. Die pessimistische Weltsicht hinterlässt einen bitteren Nachhall und ruft einmal mehr das tief lotende existenzialische Oeuvre des Regisseurs in Erinnerung." Ingmar Bergman zählt zu den renommiertesten Film- und Theaterregisseuren der Welt. Allein dreimal gewann er in der Kategorie "Bester ausländischer Film" den begehrten Oscar: mit "Jungfrauenquelle" (1961), "Wie in einem Spiegel" (1962) und "Fanny und Alexander" (1984). Der Regisseur erhielt mit der Goldenen Palme, dem Goldenen Bären und dem Goldenen Löwen aber auch die größten Auszeichnungen des europäischen Films. Ingmar Bergman wurde 1918 in Uppsala geboren und wuchs in Stockholm auf. Seine Filmkarriere startete er 1944 als Drehbuchautor mit dem Film "Die Hörige". Jahrzehntelang prägte er die Entwicklung des erzählenden Kinos in entscheidendem Maße. Legendäre Filme wie "Wilde Erdbeeren" (1957), "Szenen einer Ehe" (1973) und "Fanny und Alexander" (1982) hatten großen Zuschauererfolg und brachten Bergman die größte Bewunderung von Kollegen wie Woody Allen und Federico Fellini. Seit Anfang der 90er Jahre konzentriert sich Bergman verstärkt auf seine Theaterarbeiten und sein schriftstellerisches Werk. Liv Ullmann wurde 1938 als Kind norwegischer Eltern in Tokio geboren und besuchte in London die Schauspielschule. Zum ersten Mal stand sie im Rogaland Theater in Stavanger auf der Bühne, die erste Filmrolle bekam sie 1957. Sie spielte in zahlreichen Filmen von Ingmar Bergman, u.a. in "Persona" (1966), "Schreie und Flüstern" (1972), "Szenen einer Ehe" (1973) und "Herbstsonate" (1977). In den letzten Jahren hat Liv Ullmann, die oft für ihre Natürlichkeit gerühmt wurde, nur wenige Rollen angenommen. Sie begann Drehbücher zu schreiben und selbst Regie zu führen. Ihre erste Regiearbeit "Sofie" gewann 1992 beim Festival in Montréal drei Preise. 1996 und 2000 arbeitete sie wieder mit Ingmar Bergman zusammen und verfilmte dessen Drehbücher "Private Confessions" und "Faithless". Bekannt wurde Liv Ullmann auch durch ihr Engagement als UNICEF-Botschafterin. Ihre beiden autobiografischen Bücher "Wandlungen" (1976) und "Gezeiten" (1984) wurden in 24 Sprachen übersetzt und in Deutschland zu Bestsellern. Erland Josephson wurde 1923 in Stockholm geboren. Er zählt zu den beliebtesten Schauspielern in Schweden. Josephson spielte in großen internationalen Produktionen wie "Prospero's Books" und "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins". Mit Ingmar Bergman verbindet Josephson eine lebenslange Zusammenarbeit. "Szenen einer Ehe" (1973), "Von Angesicht zu Angesicht" (1976) und "Fanny und Alexander" (1982) sind nur einige ihrer herausragenden gemeinsamen Filmarbeiten. Erland Josephson ist auch als Film- und Theaterregisseur und Schriftsteller tätig. Er hat sieben Romane, fünf autobiografische Schriften, zwei Gedichtbände sowie zahlreiche Drehbücher und Theaterstücke veröffentlicht. Julia Dufvenius, Jahrgang 1975, absolvierte die Theaterschule in Göteborg. Sie wurde durch ihre Rolle in der schwedischen TV-Serie "Backlash" (1997) bekannt. Neben Börje Ahlstedt spielte sie auch in Bergmans Inszenierung von "Maria Stuart" am Königlichen Theater in Stockholm. Börje Ahlstedt wurde 1939 in Stockholm geboren. Nach seiner Ausbildung am Königlichen Theater in Stockholm bekam er dort 1965 ein Engagement und ist bis heute festes Mitglied des Ensembles. Schwedische Kinder kennen seine Stimme aus den Neuverfilmungen von "Pippi Langstrumpf" und "Karlsson auf dem Dach". International bekannt wurde er durch die Rolle des Onkel Karl in "Fanny und Alexander" (1982). Er spielte auch in Bergmans TV-Produktionen "Dabei: Ein Clown" (1997) und "Der Geburtstag" (2000)." (arte Presse - Daniel Alfresson (SVT)

Son of Rambow

Regie:   Garth Jennings, Grossbritannien, Frankreich - 2007
Produktion: Paramount Vantage - Regisseur: Garth Jennings - Darsteller: Zofia Brooks - Neil Dudgeon - Tallulah Evans - Adam Godley - Jessica Hynes - Diane Leach -

Vexille

Regie:   Fumihiko Sori, Japan - 2007
Regisseur: Fumihiko Sori -

Vogliamo anche le rose

Regie:   Alina Marazzi, Schweiz, Italien - 2007
Regisseur: Alina Marazzi -

Le Voyage du Ballon rouge

Regie:   Hou Hsiao-Hsien, Frankreich - 2003
Produktion: Margo Films - Regisseur: Hou Hsiao-Hsien - Darsteller: Juliette Binoche - Simon Iteanu - Song Fang - Hippolyte Girardot - Louise Margolin -

Waitress

Regie:   Adrienne Shelly, USA - 2007
Produktion: Night and Day Pictures - Regisseur: Adrienne Shelly - Darsteller: Keri Russell - Nathan Fillion - Cheril Hines - Jeremy Sisto - Andy Griffith -

Winners and Losers

Regie:   Lech Kowalski, USA, Frankreich - 2007
Regisseur: Lech Kowalski -

Zabriskie Point

(Zabriskie Point), Regie:   Michelangelo Antonioni, USA - 1970
Produzent: Carlo Ponti - Regisseur: Michelangelo Antonioni - Drehbuch: Michelangelo Antonioni - Tonino Guerra - Sam Shepard - Kamera: Alfio Contini - Darsteller: Paul Fix Gastwirt - Mark Frechette Mark - Daria Halprin Daria - Rod Taylor Lee Allen - Bill Garaway -
Inhaltsangabe : Los Angeles in den 60er Jahren: Der Student Mark verlässt eine heftige Studentendiskussion zwischen radikalen Schwarzen und marxistischen weißen Studenten. Nach einem Teach-In, bei dem die Polizei mit brutaler Gewalt gegen die Studenten vorgeht und grundlos einen Schwarzen erschießt, zieht Mark seine Pistole. Aber ein anderer schießt und trifft tatsächlich einen Polizisten. Mark wird verdächtigt und flieht mit einem gestohlenen Sportflugzeug in die Wüste. Dort begegnet er Daria, Sekretärin in einem Immobilienunternehmen, die mit einem alten Chevrolet in Richtung Death Valley aufgebrochen ist. Nahe dem Aussichtspunkt "Zabriskie Point" lieben sich die beiden im Wüstensand. Mark und Daria malen das Flugzeug bunt an, und Mark fliegt zurück nach Los Angeles, wo er von der Polizei erschossen wird. Daria hört die Nachricht im Radio und fährt zur luxuriösen Villa ihres Arbeitgebers. In einer Vision sieht sie die Explosion des Hauses - ein Traumfeuerwerk, in dem sich die Zivilisation symbolisch in schwerelos durch die Luft fliegende Teile auflöst... (3Sat Presse)
Kritiken : "Wirkt eine Spur zu grell, zu absichtlich, und verliert deshalb an Glaubwürdigkeit" (die Welt)
Anmerkungen: "Zabriskie Point" entstand in den USA. Thema des Films ist die Gewalt, die "saubere" Gewalt der Herrschenden, die die Polizei, die Werbung und das wirtschaftliche Management repräsentieren, und die Gegengewalt der Unterdrückten. Die Antwort, die der Film darauf gibt, enthält eine humane Botschaft in der Sprache von gewaltigen, schönen visionären Bildern. Antonioni erhielt 1995 in Hollywood einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk, nachdem "Zabriskie Point" von der amerikanischen Kritik zunächst mit großen Vorbehalten aufgenommen worden war. (3Sat Presse) "Zabriskie Point" beginnt auf dem Höhepunkt der Studentenunruhen in Los Angeles. Der Film zeigt die diskutierenden Studentenfraktionen, schildert die Eskalation ihrer Auseinandersetzungen mit der Polizei und die Radikalisierung der Studenten gegen staatliche Willkür und Verständnislosigkeit. Diesen Schauplatz verlässt der Film jedoch bald mit seinem Helden, einem rebellischen Außenseiter unter den Kommilitonen, erschließt aus der Vogelperspektive die endlose Wüstenlandschaft - Antonionis Metapher von grenzenloser Freiheit und Selbstverwirklichung - und wartet dann mit Actionkino-Elementen auf, bevor die Schlusssequenz apokalyptische Visionen zelebriert. Von der US-Kritik zunächst mit Befremden aufgenommen, erreichten die von der musikalischen Untermalung geprägte Szene am Zabriskie Point - eine gelöste, archaische Vision einer befreiten Liebe - sowie Darias wütend-ohnmächtige Zerstörungsfantasie inzwischen Kultcharakter. Michelangelo Antonioni erzeugt in seinem vielfach preisgekrönten Gesamtwerk stets auch Bilder einer anderen, surrealen Realität. Er erzählt von Leere und Entfremdung und konfrontiert seine Figuren in symbolträchtiger Weise mit Landschaften und Architektur. 1995 erhielt der Regisseur so paradigmatischer Filme wie "Die Nacht" (1961) und "Blow up" (1966) den Oscar für sein Lebenswerk. Sein bisher letztes Werk "Eros - The Dangerous Thread of Things" entstand in Zusammenarbeit mit Stephen Soderbergh und Wong Kar-Wai. Erzählt wird die Geschichte eines Paares, das sich auseinander lebt. Mitautor des Drehbuchs zu "Zabriskie Point" ist Sam Shepard, geboren 1943. Aus der Feder des profilierten Bühnen- und Drehbuchautors stammt das Drehbuch zu Wim Wenders' Kultfilm "Paris, Texas" (1984). In seinem von Robert Altman verfilmten Theaterstück "Fool for Love" (1985) stand Shepard dann in der Hauptrolle selbst vor der Kamera und machte sich fortan auch als Schauspieler einen Namen. Volker Schlöndorff wählte ihn für die Rolle des einsamen und verschlossenen Walter Faber in der Verfilmung von Max Frischs Roman "Homo Faber" (1991). Zuletzt war Shepard unter anderem in Michael Haussmans Thriller "Blind Horizon - Der Feind in mir" (2004) zu sehen. Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt: "Antonionis in Amerika entstandener Film erzählt in zum Teil allegorisch-visionären Bildern vom Mythos eines Wunderlandes, von der Faszination seiner unbegrenzten Möglichkeiten und von den Symptomen seines Zerfalls, wobei utopische Wunschträume unvermittelt in tödliche Albträume umschlagen. Die radikalen Befreiungsversuche der Helden korrespondieren mit einem experimentellen Erzählstil, der bewusst grelle Effekte des Actionkinos und der Kolportage mit Elementen der Pop- und Werbeästhetik verbindet." (ARTE Presse)