Poster von Die tausend Augen des Dr. Mabuse, © CCC-Filmkunst Berlin,
Die tausend Augen des Dr. Mabuse
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Die 1000 Augen des Dr. Mabuse
Deutschland, 1960
Regie: Fritz Lang,

Anmerkungen

"Menschen im Hotel: Das Luxor hat eine Nazivorgeschichte, es wurde eigens für die Bespitzelung internationaler Gäste gebaut, und Mabuse hat sich in diese Nazistruktur eingenistet, als wäre er persönlich das Kontinuum der deutschen Geschichte. Einen Schäferhund hat er auch. Lang beginnt wie in einem Remake der alten Mabuse-Filme mit einem Mord an einer Strassenkreuzung. Howard Vernon erschiesst mit einer Spezialwaffe einen Fernsehreporter, und wenig später kommt es zu einer Fernsehansage, die das Gegenteil der offensiven Rede von Dana Andrews in WHILE THE CITY SLEEPS ist: Die junge Frau weint vor laufender Kamera. Der Kriminalfall Bartel bringt alles ins Laufen, und auch hier gewährt Lang gleich zu Beginn einen kleinen Einblick in die Organisation von Mabuse, den er durch einen Klumpfuss charakterisiert, und durch eine Telefonstimme. Immerhin scheint er eine lebendige Person zu sein, und wenn sich auch unter den Kriminalbeamten noch einer an den alten Mabuse erinnern kann (über den es keine Aufzeichnungen gibt, „denn gleich danach kam Hitler und der braune Spuk"), so gibt es doch deutlich einen Grabstein. Gert Fröbe ist die Reinkarnation von Otto Wernicke, ein wunderbarer Kommissar Kras, der abends über den Groschenheften einschläft und ständig Bier trinkt. Bald konzentriert sich alles auf das Hotel Luxor und auf das Sensationsmilieu, vor allem auf die Bar mit dem Versicherungsagenten Mistelzweig. Es sind alle Motive der alten Filme da, dazu eine Andeutung des Kalten Kriegs, weil einmal ein Atommeiler in die Luft fliegt (was in der Handlung kaum Folgen hat), aber insgesamt ist die globale Dimension auf den Tresen der Hotelbar reduziert. Mabuses Wirksamkeit beschränkt sich eigentlich auf Howard Vernon, der bei einer Seance auf Kras schiesst (aber den Hellseher Cornelius meint), und auf den Lockvogel Marion Menil (Dawn Addams), die sich an den reichen Amerikaner Travers heranmachen soll. Mit dem Selbstmordversuch kommt auch die Sensationspresse ins Spiel, aber Lang hält die Meute auf dem Hotelkorridor im Zaum. Die Inszenierung sieht schon ein wenig nach TATORT aus, vor allem, weil ständig ziemlich viele Leute ins Bild müssen, und von den komplexen medialen Selbstinszenierungen Mabuses in seinem Testament aus dem Jahr 1932 ist wenig mehr geblieben als eine Überwachungszentrale mit zahlreichen Bildschirmen und eine schwere Stahltresortür, die sich auf Funkbefehl öffnet. Ästhetisch führt von hier aus der Weg in den Fernsehkrimi, und geopolitisch führt er in den Geheimdienst seiner Majestät. Auch hier wird der Kommissar schon von Interpol gerettet." (Österreichisches Filmarchiv)

«Die expressionistischen Stummfilme "Dr. Mabuse, der Spieler" und "Das Testament des Dr. Mabuse" von Meisterregisseur Fritz Lang gehören zu den wegweisenden Klassikern des frühen deutschen Kinos. Mit "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" führte Lang, der Deutschland während der Nazizeit verlassen hatte, nach seiner Rückkehr aus Amerika die Reihe erfolgreich fort. Zugleich war der intelligent konstruierte und spannend inszenierte Kriminalfilm Langs letzte Regiearbeit. Neben Gert Fröbe und Peter van Eyck in den Hauptrollen gehören auch Werner Peters ("Der Untertan") und Wolfgang Preiss ("Arzt ohne Gewissen") zum eindrucksvollen Ensemble des Films. Letzterer spielt mehrere Rollen, unter anderem, bis zur Unkenntlichkeit maskiert und unter dem Pseudonym Lupo Prezzo, auch den Hellseher Cornelius.» (BR Presse)

Der Thriller "Die 1.000 Augen des Dr. Mabuse" war der letzte Film von Meisterregisseur Fritz Lang.

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