Die Spinnen II - Das Brillantenschiff

Regie: Fritz Lang, , Deutschland, 1920

    Plakatmotiv Die Spinnen II - Das Brillantenschiff, © Decla-Film Gesellschaft, Holz & Co., Berlin

    Stills and posters © Decla-Film Gesellschaft, Holz & Co., Berlin


    Stab und Besetzung

    Produktion Decla-Film Gesellschaft, Holz & Co., Berlin
    Produzent Erich Pommer
    Produktionsleiter Rudolf Meinert
    Regisseur Fritz Lang
    Drehbuch Fritz Lang
    Kamera Karl Freund
    Emil Schünemann [Mitwirkung fraglich oder ungesichert]
    Schwenker Robert Baberske
    Schnitt Paul Falkenberg
    Architekt Hermann Warm
    Otto Hunte
    Carl Ludwig Kirmse
    Heinrich Umlauff
    Darsteller Carl de Vogt [Kay Hoog]
    Carl Hoffmann
    Ressel Orla [Lio-Sha]
    Georg John [Dr. Telphas]
    Rudolf Lettinger [Diamantenkönig John]
    Thea Zander [Ellen Terry]
    Lil Dagover [Mitwirkung fraglich oder ungesichert]
    Friedrich Kühne [Yogi All-hab-mah]
    Gilda Langer [(Mitwirkung fraglich oder ungesichert )]
    Meinhardt Maur [Chinese]
    Paul Morgan [Jude]
    Edgar Pauly [Vierfinger-John]
    Karl A. Römer
    Reiner Steiner [Kapitän des Brillantenschiffes]

    Technische Angaben
    Technische Info: Format: 35 mm - Schwarz-Weiss Film,, 2815 Meter
    Tonsystem: stmm
    Premiere: 2. Januar 1920 in Berlin, Theater am Moritzplatz
    Erstzensur: Januar 1920 No 43748; Entscheid: Jv
    Szenenphoto aus Die Spinnen II - Das Brillantenschiff, © Decla-Film Gesellschaft, Holz & Co., Berlin
    Kritiken : Der Bankraub ist Langs erste wirklich meisterliche Einstellung. Er filmt von oben ein Geschoß, das in zahlreiche Bürowaben unterteilt ist. Darüber öffnet sich ein freier Raum bis unter die Decke, der allein dem Blick vorbehalten ist. Ein Nachtwächter versieht seinen Dienst, die Einbrecher bewegen sich in diesem Labyrinth so, dass er sie nie zu Gesicht bekommt. Tom Gunning hat in seinem Buch über die Allegories of Vision and Modernity bei Lang gezeigt, dass Lang für diese Szene vermutlich ein Vorbild in einem Film von Maurice Tourneur hatte (ALIAS JIMMY VALENTINE, 1915), dass er die überblicksperspektive aber entscheidend reduziert hat: Es ist jetzt nicht mehr die souveräne überwachung eines verbrecherischen Geschehens zu sehen, sondern der unverwandte Blick auf ein verstohlenes Hin und Her, dessen Sinn sich erst mit der Zeit erschließt. Für Gunning ist der zweite Teil des SPINNEN-Films ein entscheidender Fortschritt des Regisseurs Lang: Hier geht es nicht mehr allein um ein Abenteuer in exotischer Umgebung, dessen Protagonisten aus einem im Grunde sportlichen Prinzip vorgehen, hier geht es bereits um die Fundamente der modernen Gesellschaft. Es gibt erste Elemente dessen, was sich später zu der Vision von METROPOLIS entwickeln sollte: Die Vorstellung einer Unterwelt, nicht wie im ersten Teil unterhalb eines fernen Reichs, sondern unter der modernen Stadt selbst. Zwar bedarf es auch hier noch eines eigenen ethnischen Raums der Vermittlung, denn der Zugang zur Unterwelt findet sich in Chinatown, aber die Durchdringung der Welten ist bereits entscheidend fortgeschritten. In der Lobby eines mondänen Hotels treffen die Protagonisten aufeinander, ohne ihre Anonymität aufgeben zu müssen. Die Organisation der Spinnen bekommt konkrete Züge, sie wird mit dem Bild einer Maschine gefasst, und das ,Stahlhaus" funktioniert wie eine überwachungszentrale, in der sich die Befehlsgewalt immer noch eine Hintertür offen halten kann. Kay Hoog hingegen verfügt über eine ganz auf seine Bedürfnisse hin entworfene, mobile überlebenszelle. Die Razzia auf das Stahlhaus krönt er durch einen Zugriff aus der Luft, sie bringt aber trotzdem nicht den gewünschten Erfolg, und es liegt neuerlich an einer Bewegung des Abstiegs, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Die Weltreise mit dem Schiff, die bis auf die Falkland-Inseln führt, ist letztlich eine ferngesteuerte. Eine Hotel-Lobby in London ist die Szene der Entscheidung: Dazu müssen Vertreter aller möglichen Organisationen auf den Plan. Die Spinnen enden mit einer ersten Idee von Globalisierung. (Filmarchiv Austria)

    Das Brillantenschiff. - Der "Spinnen" II.Teil.

    «Kay Hoog, der durch die Intriguen Lio Shas das Liebste, was er besaß, verloren hat, sinnt auf Rache. Tollkühne Einbrüche weisen ihm den Weg: Die "Spinnen" sind wieder an der Arbeit! Besonders haben sie es auf einen wertvollen Brillanten abgesehen, der der Besitzerin nach einer alten Sage die Herrschaft über Asien verheißt. Die Jagd nach dem Brillanten geht durch die unterirdische Chinesenstadt von San Francisco, übers Meer bis nach den Falklandinseln. Dort gehen die "Spinnen" mit Lio Sha in einem giftigen Krater zu Grunde. Kay Hoog rettet den Stein ...

    Der Film ist an und für sich recht gut! Durch eine sich bis ins Detail hinein erstreckende Aehnlichkeit des Sujets mit der "Herrin der Welt" fordert der Film aber zu Vergleichen heraus, bei denen er über Gebühr den kürzeren zieht. Bei gleichzeitiger enger Anlehnung an die amerikanischen Vorbilder bringt der Film psychologisch womöglich noch weniger als jene, und die Sensationen sind nicht durchweg stark. Vielleicht war dies mit ein Grund, weshalb die Decla den Film ziemlich sang- und klanglos herausgebracht hat, mit dem übrigens die ursprünglich auf vier Werke berechnete Abenteurerklasse ihr Ende erreicht hat.

    In den Hauptrollen haben Ressel Orla und Carl de Vogt wieder Gelegenheit, ihre große sportliche Gewandtheit zu zeigen. Mimisch finden sie kaum irgend welche Aufgaben. Die kleineren Rollen sind gut besetzt. Von den einzelnen Aufnahmen seien besonders hervorgehoben der Wolkenkratzer aus Stahl, die Verfolgung durch die Takelage des "Sturmvogels" mit dem Sprung Kay Hoogs ins Wasser und verschiedene sehr schöne Meerbilder. Fritz Lang, dem Autor und Regisseur, fehlten bei diesem letzten Film, den er für die Decla gearbeitet hat, wohl teilweise auch die Mittel, um mit dem "Brillantenschiff" die Höhe zu erreichen, auf der seine früheren Werke durchweg standen. Trotzdem dürfte auch dieses Werk durch die geschickten Spannungseffekte, die es zu erzielen weiß, seinen Weg machen!» (H.H., Der Film, 5.Jg., Nr. 7, 14.2.1920)

    «(...) "The Golden Sea" employs motifs from the feuilleton literatur which had been accumulating stock characters and situations for nearly a century. (...) "The Golden Sea" adds little that is new to this tradition, other than the impressive sets (...) of the supposedly 'Incan' (stylistically Mayan) temples. Few critics, however have seemed to notice the emergence of Lang as truly innovative sensation-film-maker with the second "Spiders" film, "The Diamond Ship". (...) It is precisely fromt the exotism of both "The Golden Sea" and "Harakiri" that "The Diamond Ship" departs in order to create the first of Lang's truly modern thrillers.» (Quelle: Tom Gunning: The Films of Fritz Lang. Allegories of Vision and Modernity, London 2000, S.90)

    Anmerkungen : «Der zweite Teil der SPINNEN konzentriert sich in seiner Gestaltung mehr auf Innenräume und deutet die Visionen der späteren Filme Fritz Langs, DR. MABUSE, METROPOLIS und SPIONE, bereits an: Unter dem Chinesenviertel von San Francisco, in dem die Organisation der Gegenspieler Kay Hoogs ihre Zentrale betreibt, liegt eine unterirdische Stadt, in der das Verbrechen regiert. Die Jagd nach einem diamantenen Buddha-Kopf endet auf den Falklandinseln - gefilmt in der Märkischen Heide bei Berlin. » (Stummfilmtage Berlin)

    Die Spinnen II - Das Brillantenschiff ist ein Film, der im Jahr 1920 in Deutschland produziert wurde. Regie führte Fritz Lang, mit Carl de Vogt, Carl Hoffmann, Ressel Orla, Georg John, Rudolf Lettinger, in den wichtigsten Rollen. Der Film hatte am 02. Januar 1920 in Berlin, Theater am Moritzplatz seine Premiere. Zur Zeit haben wir keine Inhaltsangabe zu diesem Film;



    Literatur Hinweise Stummfilmtage Bonn 2008, Katalog

    Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

    Unter anderem wurde der Film bei folgenden Filmfestivals aufgeführt:


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