Das wandernde Bild

Madonna im Schnee (Arbeitstitel)

Regie: Fritz Lang, , Deutschland, 1920


    Genre: Drama, *,

Szenenphoto aus Das wandernde Bild, © May-Film AG, Berlin

Stills and posters © May-Film AG, Berlin


Stab und Besetzung

Produktion May-Film AG, Berlin
Produzent Joe May
Regisseur Fritz Lang
Drehbuch Fritz Lang
Thea von Harbou
Kamera Guido Seeber
Architekt Otto Hunte
Erich Kettelhut [Modellbauten]
Darsteller Mia May [Irmgard Vanderheit]
Hans Marr [Georg Vanderheit - John Vanderheit]
Rudolf Klein-Rogge [Georgs Vetter Wil Brand]
Harry Frank
Loni Nest [Irmgards Tochter]

Technische Angaben
Kategorie: Langspiel Film
Technische Info: Format: 35 mm, 1:1,33 - Ratio: 1:1,33 - Schwarz-Weiss Film,, 2032 Meter, 5 Akte
Tonsystem: silent
Premiere: 25. Dezember 1920 in Berlin
Erstzensur: Berlin 20. Dezember 1920 No B975 Entscheid: Jv

Inhaltsangabe
Eine Frau auf der Flucht in die Berge. Verfolgt von einem Mann, der ihr nach dem Leben trachtet. Irmgard (Mia May) ist die Geliebte des Philosophen Georg Vanderheit (Hans Marr). Dieser hat einst mit einem Buch über die freie Liebe Aufsehen erregt. Weil er an seinen Grundsätzen festhielt, durfte er Irmgard, die er liebte, nicht heiraten. Nicht einmal, nachdem sie ein Kind von ihm erwartet hat. Irmgard ehelichte daraufhin pro forma John, den skrupellosen Bruder Georgs. Als Georg von der Scheintrauung erfuhr, täuschte er einen Selbstmord vor. Tatsächlich zog er sich als Eremit in die Berge zurück. Zufällig genau in jene, in die Irmgard gerade flüchtet. Die beiden erkennen einander, während eine Lawine über sie hereinbricht. Doch Georgs Gelübde ist nicht so leicht zu lösen. Erst wenn eine im Schnee aufgestellte Madonnenstatue sich bewegen würde, dürfe er "in die Welt" zurückkehren. Als Irmgard während eines Sturms ein Waisenkind über jenes Schneefeld trägt, meint Georg die Statue wandern zu sehen. Er darf nun seine Einsamkeit aufgeben. Freudig willigt Irmgard ein, mit ihm in die Berge zu gehen und fern von den Menschen, die er auch ferner meiden will, mit ihm zu leben. Fest aneinandergeschmiegt gehen Georg und Irmgard, vereint durch die wahre reine Liebe, einer neuen, glücklichen Zukunft entgegen. (Filmarchiv Austria)

Kritiken : "Ein Alpenfilm. Auch Stroheim (BLIND HUSBANDS) und Lubitsch (MEYER AUS BERLIN) drehten um 1920 in den Bergen, und Lang, der zu diesem Zeitpunkt noch sehr elementar mit den Schauwerten des Kinos experimentiert, macht die Gegend um den Lago Maggiore zum exotischen Ort. Es beginnt mit einer unruhigen Frau. Der Zug fährt in eine ländliche Gegend, aber die Telegrafie holt sie auch hier noch ein: ,Du entgehst mir nicht". Irmgard Vanderheit (Mia May) ist auf der Flucht vor ihrem Mann John (Hans Marr). Der hilfreiche Wil Brand (Rudolf Klein-Rhoden) arrangiert ihre überfahrt über den See, und dann beginnt die Alpenüberquerung. Nebel fällt ein, Irmgard stützt sich auf den Wanderstab, es ist ein ,chase movie" in Bergschuhen. In der Felslandschaft trifft sie auf den Einsiedler Georg, in dem sie einen Menschen wieder erkennt. Es ist der Schauspieler Hans Marr, der hier eine Zwillingsrolle spielt. Nach dem zweiten Akt sitzen Irmgard und Georg in einer Schutzhütte fest, die unter einer Gerölllawine begraben liegt. Und erst jetzt, nach diesem ausführlichen Beginn, der sich ganz der Dramatik der Bewegung überantwortet, hält Lang inne, und erzählt die Vorgeschichte dieser Flucht in die Berge: Es ist ein Ehedrama in der Stadt. Irmgard liest ein Buch über freie Liebe, und gleich darauf lernt sie den Autor kennen: Georg Vanderheit ist philosophischer Gegner der Ehe. Seine Theorie ist ihm wichtiger als seine Erfahrung, und obwohl er Irmgard liebt und sie ein Kind von ihm erwartet, kann und will er sie nicht heiraten. Irmgard löst dieses Dilemma, indem sie John heiratet, der zwar Georgs Zwillingsbruder ist, aber in seinen Eigenschaften eher ein Spiegelbild: John ist impulsiv, besitzergreifend, masslos, und Hans Marr spielt dies auch deutlich aus. Georg zieht sich in die Berge zurück. Er gilt als tot, und das Element Wahrheit in dieser zeitkritischen Geschichte liegt eben in dieser Verwandlung eines Libertins in einen mönchischen Unverstandenen, der sich von einem Wunder erlösen lassen muss. Lang trifft hier zum ersten Mal auf den müden Tod: Die Hand eines Skeletts zieht an einem Totenglöckchen. In den Bergen wird der magische Zusammenhang ganz selbstverständlich genommen, aber Lang ist aufgeklärt genug, zu der entscheidenden Szene eine natürliche Erklärung mitzuliefern: Das Wunder vom ,wandernden Bild" bedarf dann doch der Hebelwirkung, und der Einsiedler fällt zum letzten Mal einer Verblendung zum Opfer. Die Schlussszene spielt in einem Restaurant, in das Georg tritt wie der Idiot der Gesellschaft." (Filmarchiv Austria)

Anmerkungen : "Die Zwangslagen des deutschen Spielfilms der 1920er-Jahre sind hier musterhaft ausgebreitet: Es gibt immer nur eine Option, Konflikte werden sprachlos ausgetragen, und hinter jeder Entscheidung lauert ein Abgrund. Wo keine überstimmung zu erzielen ist oder das Schicksal es befiehlt, da gilt es zu flüchten. Vorzugsweise in zivilisationsfreie Territorien, denn nur dort gibt es die Chance auf Zukunft." (cr, Filmarchiv Austria)

Der Film galt als verschollen, wurde 1985 durch Walther Seidler in der Cineteca von Sao Paolo in Brasilien entdeckt.

Das wandernde Bild ist ein Film, der im Jahr 1920 in Deutschland produziert wurde. Regie führte Fritz Lang, mit Mia May, Hans Marr, Rudolf Klein-Rogge, Harry Frank, Loni Nest, in den wichtigsten Rollen. Der Film hatte am 25. Dezember 1920 in Berlin seine Premiere.



Literatur Hinweise Anzeige in Der Kinematograph # 728, 30. Jan 1921

Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

    Unter anderem wurde der Film bei folgenden Filmfestivals aufgeführt:


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