Die Nibelungen I - Siegfrieds Tod

Siegfrieds Tod

Regie: Fritz Lang, , Deutschland, 1924

  • TV Tip:

Plakatmotiv Die Nibelungen I - Siegfrieds Tod, © Production Company


Stab und Besetzung

Produzent Erich Pommer
Regisseur Fritz Lang
Drehbuch Fritz Lang
Thea von Harbou
Kamera Carl Hoffmann
Günther Rittau
Walter Ruttmann
Musik Gottfried Huppertz
Architekt Otto Hunte
Erich Kettelhut
Darsteller Gerhard Bienert
Bernhard Goetzke
Ernst Legal
Theodor Loos
Hanna Ralph [Brunhild]
Paul Richter [Siegfried]
Hans Adalbert Schlettow [Hagen Tronje]
Margarete Schön [Kriemhild]
Margarete Schön [Dankwart]

Technische Angaben
Kategorie: Langspiel Film
Technische Info: Format: 35 mm, 1:1,33 - Ratio: 1:1,33 - Schwarz-Weiss Film,Länge: 145 Minuten
Tonsystem: silent
Szenenphoto aus Die Nibelungen I - Siegfrieds Tod, © Production Company

Inhaltsangabe
Der junge Königssohn Siegfried hat seine Ausbildung als Schmied beendet, als er von der wunderschönen Prinzessin Kriemhild, Schwester des Königs Gunther von Worms, hört und beschliesst, um ihre Hand anzuhalten. Auf seinem Weg muss Siegfried es mit einem gefährlichen Drachen aufnehmen und tötet diesen im Kampf. In der Hoffnung auf Unverwundbarkeit, nimmt er ein Bad im Blut des Drachen. Dann begegnet er dem heimtückischen Zwergenkönig Alberich, Hüter des Nibelungenhortes. Nach kurzem Kampf kommt er in den Besitz seines Schwertes Balmung und einer Tarnkappe des Nibelungen.

Am Hofe der Burgunden in Worms bittet Siegfried König Gunther um die Hand seiner Schwester Kriemhild. Doch Gunther fordert dafür die Hilfe des Helden, für ihn die kriegerische Brunhild als Frau zu gewinnen. Unter der Tarnkappe versteckt, kann Siegfried an Gunthers Stelle Brunhild besiegen. So kommt es zur Doppelhochzeit Siegfrieds mit Kriemhild und Gunthers mit Brunhild. Doch noch einmal erbittet Gunther Siegfrieds Hilfe - in seiner Hochzeitsnacht. (3Sat Presse)

Anmerkungen : ,Dem deutschen Volke zu eigen" ist diese Produktion der Decla-Bioscop. Die verfilmte Sage von den Nibelungen soll einen Nationalmythos für die Gegenwart erschliessen. Lang glaubt, im jungen Medium (er selbst ist noch ganz hingerissen von den technischen Möglichkeiten des Kinos) käme der alte Stoff erst so richtig zu sich: als Abenteuergeschichte in grossem Stil, die weit in die Geschichte zurückgreift und Regionen des Archetypischen erschliesst - ein Märchen eben, das auf ein Massenmedium gewartet hat, um sich in eine unendliche Geschichte verwandeln zu lassen. Der erste Gesang geht auch noch in diese Richtung. Siegfrieds Auszug in die Welt und seine Tötung des Drachens zeigen ein Reich des Fantastischen, aber schon das erste Bild vom Hof in Worms macht deutlich, dass es nur im deutschen Wald noch halbwegs kreatürlich zugeht. Aus der Festung der Burgunder ist alles Leben bereits entwichen, und Lang schaut dem Tod bei der Arbeit zu. Tom Gunning sieht darin die klassische Definition der Allegorie verwirklicht: Das Leben wird durchsichtig auf den Tod, an markanter Stelle im Film verwandelt sich auch tatsächlich ein blühender Baum in einen Totenkopf aus Flammen. ,Im Untergrund dieser Beschwörung einer ursprünglichen, mythischen Welt", schreibt Gunning, ,rumort ein Bedürfnis nach Systematik, nach dem Schematischen und Abstrakten." Für Gunning beruht die ganze ästhetik der NIBELUNGEN auf ihrem Verhältnis zum Mythos, den Lang vorgeblich wieder beleben will, während er praktisch vorführt, dass es keine andere Verbindung in die alte Welt gibt als eine des ästhetizismus. Kracauer hat ihm dies grimmig vorgeworfen: ,So triumphiert das Ornamentale über das Menschliche auf der ganzen Linie. Absolute Autorität behauptet sich dadurch, dass sie die ihr unterworfenen Menschen zu gefälligen Mustern anordnet. Dies ist der Fall beim Nazi-Regime, das seine starken ornamentalen Neigungen durch Massenaufgebote zum Ausdruck brachte. Wann immer Hitler sich an das Volk wandte, glitt sein Blick weniger über Hunderttausende von Hörern hinweg als über ein Riesenornament, das aus hunderttausend Einzelteilen bestand. Am TRIUMPH DES WILLENS, dem offiziellen Nazifilm des Nürnberger Parteitages von 1934, lässt sich nachweisen, dass die Architekten der Veranstaltung zur Anordnung ihrer Massenornamente Anregung schöpften aus den NIBELUNGEN. Die theatralischen Trompetenbläser, pomphafte Treppenaufgänge und autoritäre Muster von Menschen aus SIEGFRIEDS TOD tauchen in dem modernen Historienfilm aus Nürnberg, extrem vergrössert, wieder auf." (Filmarchiv Austria)

«Fritz Lang konzipierte gemeinsam mit Drehbuchautorin Thea von Harbou den zwischen 1922 und 1924 entstandenen Nibelungenfilm in zwei Teilen, "Siegfried" und "Kriemhilds Rache" - die bis dahin teuerste deutsche Filmproduktion. Für das Drehbuch bevorzugte von Harbou bewusst die nordische Sage gegenüber der populären Wagner-Oper. Konsequent fortgesetzt wurde dieser Ansatz in der Stilisierung, die Fritz Lang, seine Architekten und Kostümbildner für die Dekorationen, Kostüme und die Schauspielführung entwickelten. Und statt Wagner-Motive zu verwenden, komponierte Gottfried Huppertz ein neues Werk. In der restaurierten Fassung des Films wurden die in Schwarz-Weiss hergestellten Kopien viragiert, das heisst in einem Farbbad gefärbt, wodurch alle transparenten Teile farbig erscheinen. Erst so wurde es möglich, Fritz Langs Meisterwerk in einer fotografischen Qualität zu zeigen, die die ästhetischen und visuellen Leistungen des Films wieder nahe bringt.» (3Sat Presse)

General Information

Die Nibelungen I - Siegfrieds Tod is a motion picture produced in the year 1924 as a Deutschland production. The Film was directed by Fritz Lang, with Gerhard Bienert, Ernst Legal, Theodor Loos, Hanna Ralph, Paul Richter, in the leading parts. There are no reviews of Die Nibelungen I - Siegfrieds Tod available.



Literatur Hinweise - Deutsche Spielfilme von den Anfängen bis 1933, hg von Günther Dahlke und Günther Karl, Berlin 1988, pg 98fff

Hinweise auf Datenbanken
KinoTV Database Nr. 1488

Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

    Unter anderem wurde der Film bei folgenden Filmfestivals aufgeführt:

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