Abend... Nacht... Morgen

Evening - Night - Morning

Directed by: Friedrich Wilhelm Murnau, , Germany, 1920


    Cast and Credits

    Production Helios-Film Erwin Rosner, Berlin
    Distribution Decla-Bioscop AG., Berlin
    Producer Erwin Rosner
    Director Friedrich Wilhelm Murnau
    Scenario Rudolf Schneider-München
    Director of Photography Eugen Hamm
    Art Director Robert Neppach
    Cast Conrad Veidt [Brilburn, Mauds Bruder]
    Gertrud Welcker [Maud, eine Demi-mondaine]
    Bruno Ziener [Cheston, ein reicher Herr, Mauds Liebhaber]
    Otto Gebühr [Ward, ein Detektiv]
    Carl von Balla [Prinz, ein Spieler]

    Technical specifications
    Category: Feature Film
    Technical Details: Format: 35 mm, 1:1,33 - Black and White,, 1713 meters, 5 reels
    Sound System: silent
    First Screening: September 17, 1920 in Hamburg, Waterloo
    First Censorship: Berlin June 9, 1920 No B.00385 Verdict: Banned for Minors
    Survival Status: This picture is presumably lost

    Synopsis in German
    Frühe Regiearbeit von Murnau für die Detektivfilm-Serie der Decla-Bioscop, die z.Zt. als nicht erhalten gilt. Die Handlung spielt sich in weniger als 24 Stunden ab. Maud, eine Halbweltdame, hat es mit ihrem Bruder Brilburn auf den reichen Cheston abgesehen. Cheston kauft eine teure Perlenkette, die er abends in einem Klub herumzeigt und nachts in seinem Geheimschrank einschliesst. Der bankrotte Glücksspieler Prince will sie rauben, wird dabei von Cheston überrascht und stranguliert ihn. Als Brilburn seinerseits nach der Kette sucht, stösst er auf den Toten und steht nun selbst unter Mordverdacht. Der anwesende Detektiv Ward findet jedoch durch Tabakkrümel auf die Spur des wahren Schuldigen. (www.filmportal.de)

    Reviews in German: Abend – Nacht – Morgen>

    «Aus "Abend, Nacht, Morgen" ward ein fünfaktiges Detektivstück, das sich bei der Erstaufführung in den Decla-Lichtspielen, Unter den Linden, keineswegs als ein Wunder der Filmschöpfung darstellte. Wieder einmal eine Perlenhalsbandgeschichte, deren Dunkel durch den Detektiv Ward (Otto Gebühr) am Schluß des fünften Aktes aufgehellt wird. Aufregungen bleiben dem sensationslüsternen Kinobesucher erspart, zumal die Zensur, eine erbitterte Feindin der Kriminalistik, ängstlich alles unterdrückt hat, was eine Spannung hätte fördern können. Conrad Veidt, Gertrud Welcker und Bruno Ziener haben die Hauptrollen. » (B. Z. am Mittag, 25.9.1920, zit. nach Film und Presse, Nr. 12, 2.10.1920)

    Abend – Nacht – Morgen

    «Dieser nicht sonderlich zugkräftige Titel deutet schon an, daß die Handlung weniger als 24 Stunden umfaßt, aber in dieser Zeit erleben wir eine vollständige Mordgeschichte wenigstens bis zu Ende. Mehr kann man auch von dem besten Detektivfilm nicht verlangen. Im übrigen keine sonderlich aufregende Angelegenheit. Es ist ja immer dasselbe, ein besonders interessanter Fall mit dem dazugehörigen scharfsinnigen Detektiv, der das geheimnisvolle Dunkel in genialer Weise lüftet, und dieser Detektiv war in diesem Falle Otto Gebühr, der mir persönlich von allen Detektivdarstellern der sympathischste ist, weil er sich freihält von affektierten Mätzchen, die im wesentlichen durch seine heitere Gelassenheit wirkt. Gertrud Welcker, na ja. Conrad Veidt in der Rolle einer dunklen Existenz in Einzelheiten glänzend. Das Manuskript geschickt aufgebaut, die Bauten wieder echt Neppach. » (F. O., Berliner Börsen-Zeitung, 26.9.1920, zit. nach Film und Presse, Nr. 12, 2.10.1920)

    Abend – Nacht – Morgen

    «Der neue Detektivfilm in den Decla-Lichtspielen (die nach ihrer Renovierung einen angenehmen Aufenthalt bieten) scheint ein Versuch des Herrn Schneider aus München zu sein. Er bietet keine Sensationen, keine Überraschungen, keine artistischen Bravourstücke, dafür aber umsomehr Unwahrscheinlichkeiten, Unmöglichkeiten und eine große Portion Regienaivität.

    Die Geschichte dreht sich nach bewährtem Muster um ein Perlenhalsband, welches ein reicher alter Herr für eine kleine Grisette, in die er verliebt ist, erstanden hat. Ein Bekannter dieses Millionärs ist ein ruinierter Lebemann, der Geld braucht und in seiner Klemme auf den Gedanken kommt, dem alten Herr den Schmuck zu rauben. Er bricht Nachts in die Villa ein und da er den Schmuck nicht findet, kommt er auf die Idee, den alten Herrn durch Zerschlagen einer Vase aus dem Schlaf zu wecken. (!) Dieser erwacht auch programmäßig, schlägt aber nicht – wie man erwarten sollte – Lärm, sondern sieht zunächst in seinem Tresor nach, ob der Schmuck noch vorhanden ist. Bei dieser Gelegenheit wird er des Einbrechers hinter der Gardine gewahr und will ihn erschießen, wobei ihm aber der noble Einbrecher zuvorkommt. Der raubt dann den Schmuck und täuscht Selbstmord vor, indem er die Leiche nachträglich erhängt. Die kleine Grisette hat einen Bruder, namens Brilburn, auch ein Taugenichts der stets in Geldverlegenheit ist. Er bricht des Schmuckes wegen ebenfalls bei dem Millionär ein und findet diesen am Strick vor. In seinem noch nicht ganz ertöteten Gefühl der Menschlichkeit schneidet er den Erhängten ab und verschwindet unverrichteter Dinge. Der alte Herr hat aber ein sehr zähes Leben (aus Menschlichkeitsgefühl wünsche ich dem Herrn Schneider auch ein solches) und ist trotz Kugel und Strick garnicht tot. Nun tritt der Detektiv in Aktion, der mit einer kolossalen Findigkeit – man müßte meinen, seine Nase wäre eine Wünschelrute – alles am nächsten Morgen herausbaldowert und den Verbrecher hinter einer Brikettwand, (die garnicht einfallen wollte, weil dem Herrn Autor auch nichts einfiel) mit Handschellen fängt, worauf auf der Leinwand das Wort "Ende" erscheint. An dem Film kann keine Weddingkolonne und kein Detektiv etwas lernen, und das wird der Zensur vielleicht angenehm gewesen sein. Man fragt sich nur, wie ein Conrad Veidt (als Brilburn), ein Otto Gebühr (als Detektiv Ward) und eine Gertrud Welker (als Lebedame Maud – ich bezeichnete sie als Grisette) einen solchen Schmarren spielen konnten. Wären diese Drei nicht so begnadete Künstler, man könnte ihnen böse sein. Der Name des Regisseurs ist nicht genannt. (F. W. Murnau, Anm. d. Red.) Gratuliere! Und die Film-Firma hat sich auch gedrückt. Wäre es nicht besser gewesen, das Honorar dieses Manuskriptes au fonds perdu zu schreiben? – Herr Hamm hat durchweg gute Bilder geliefert und Herr Neppach vornehme Dekorationen. Gertrud Welcker trug schöne und interessante Kostüme, die ihrer Lieblichkeit viel Reiz verliehen. » (Rudolf Schneider, Film und Presse, Nr. 12, 2.10.1920)

    Abend ... Nacht ... Morgen ...

    Es ist ein Conrad Veidt-Film. In dem dieser nicht die Hauptrolle spielt. Auch Gertrud Welcker nicht, die man nicht nur der schöngeformten Beine wegen gerne sieht. Bisweilen mutet der Film wie eine Satire auf Detektiv-Filme an. Er soll aber keine sein. Jedenfalls besitzt er die Spannung, die man von einem guten Detektivfilm erwartet. Er ist sehr geschickt aufgebaut, und wenn auch der Detektiv mit dem charakteristischen Künstlerkopf, den Otto Gebühr in jeder Beziehung gebührlich darstellte, vielleicht, allzu leicht alle Schwierigkeiten überwindet, die zur Entlarvung des Verbrechers führen, so muß doch anerkannt werden, daß der Schein der Möglichkeit stets gewahrt ist und die Logik nicht vergewaltigt wird (wie das leider oft genug der Fall ist). Den Verbrecher spielt Carl von Balla, gut in Maske wie Ausdruck. Nur läßt er sich am Schluß zu leicht fesseln. Oder ist Gummiarabicum an der Kohle, die der Detektiv – naiv genug – ihm auf die Hände packt? … Das (reiche) Opfer ist Bruno Ziener, durchaus geziemend. Er liebt, wie es sich nicht gehört, wird stranguliert, wie es sich nicht gehört, und lebt dennoch, wie es sich gehört.

    Conrad Veidt und Gertrud Welcker sind eine verbrecherische Paarung eingegangen. D. h. sie sind (im Film!) Bruder und Schwester. Er – Apache. Sie – lebt vom – – Sonnenschein – – der Liebe. Also: Vögel, die nicht säen, aber doch ernten, das sagt eine Titelüberschrift des Films selber. Herr Cheston, das (reiche) Opfer – bitte sehr, "reiche" muß unterstrichen werden; denn wenn er nicht reich wäre, wäre er gewiß nicht das Opfer! – Liebt die Priesterin der freien Liebe (wer will's ihm verdenken, wenn man Gertrud Welcker sieht). Kauft ihr unter erschwerenden Umständen eine kostbare Perlenkette, zeigt diese im Klub, wo der durch das Bac Ruinierte mit den Verbrecherinstinkten und der Detektiv anwesend sind. Verbirgt sie in einem Geheimschrank. Und wird darob beinah eine Leiche. Der Spieler spielt va banque, geht nächstens hin, sucht nach der kostbaren Perlenkette, findet sie nicht, zertrümmert eine Vase, überwältigt (das "wie" ist Zensuropfer! Wie leider vieles, vieles, vieles. Ich wünschte manchmal, die Zensur wäre das Opfer!) den Erwachten, hängt ihn genial am Deckenhaken auf, schreibt einen falschen Abschiedsbrief und dreht sich eine Zigarette. Das letzte wird ihm zum Verhängnis. Tabakreste spielen eine wichtige Rolle. Der Detektiv kommt dadurch auf die richtige Spur. Dieser wirkliche Verbrecher aus pekuniärer Not verläßt den Schauplatz seiner Untat. Der Apache taucht auf. Um die Perlenkette zu rauben. Schneidet das Opfer ab. Und entflieht entsetzt. Verliert sein Messer. Reißt sich einen Jackenknopf ab. Bricht sich den Arm. Schläft auf der Polizei. Kommt in Verdacht. Wird aber gereinigt davon. Der geniale Detektiv findet die richtige Spur. Und der Richtige, der im Auto (mit Gewaltstreich) zu fliehen versucht, wird gefaßt, als er die geraubte Perlenkette aus dem Versteck holen will.

    Man ist zufrieden. Der Gerechtigkeit ist Genüge geschehen. So ist's recht. Gute Photographie wurde am Ort des Ereignisses durch ausgezeichnete Projektion unterstützt. Der Film findet sicher überall sein Publikum. (...) » (L. K. F. (= Lothar Knud Frederik), Film-Kurier, Nr. 215, 25.9.1920)

    (Kritiken zitiert nach www.filmportal.de)

    Abend... Nacht... Morgen is a motion picture produced in the year 1920 as a Germany production. The Film was directed by Friedrich Wilhelm Murnau, with Conrad Veidt, Gertrud Welcker, Bruno Ziener, Otto Gebühr, Carl von Balla, in the leading parts. The movie had its first screening on September 17, 1920 in Hamburg, Waterloo.

    Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:


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