Tartüff

Rendező: Friedrich Wilhelm Murnau, Németország, 1925

Németország, 1925
Plakatmotiv Tartüff, © Universum-Film AG (UFA), Berlin


Színész és a csapat

Gyártó Universum-Film AG (UFA), Berlin
Producer Erich Pommer
Rendező Friedrich Wilhelm Murnau
Rendező asszisztens Erich Holder
Forgatókönyv Carl Mayer
A bemutató után Carl Mayer [Komödie "Le Tartuffe ou l''imposteur"]
Operatőr Karl Freund
Schwenker Robert Baberske
Zeneszerző Giuseppe Becce
Látványtervező Robert Herlth
Walter Röhrig
Színész Emil Jannings [Herr Tartüff]
Werner Krauss [Orgon]
Lil Dagover [Elmire]
Lucie Höflich [Dorine]
André Mattoni [Der Enkel]
Hermann Picha [Greiser Onkel - in der Rahmenhandlung]
Rosa Valetti [Die Gouvernante]
Camilla Horn [Double für Lil Dagover]

Technikai információk
Kategória: Játékfilm
Technikai információk Formátum: 35 mm, 1:1,33 - Ratio: 1:1,33 - fekete-fehér film,Lenght: 83 minutes, 1876 méter, 5 cselekmények
Hangrendszer: silent
Bemutató: 20. november 1925 in Wien
Szenenphoto aus Tartüff, © Universum-Film AG (UFA), Berlin

Szinopszis (német)
Ein alter Ratsherr wird von seiner Haushälterin aus reiner Nächstenliebe gepflegt - glaubt er zumindest. Denn eigentlich hat es die habgierige Frau einzig auf das Vermögen des kranken Mannes abgesehen. Und teilen will sie das Geld schon gar nicht. Deshalb verbreitet sie allerlei Schlechtes über den Enkel des Alten und erreicht damit, dass der junge Mann enterbt wird. Der Enkel aber denkt gar nicht daran, aufzugeben. Er nutzt vielmehr sein schauspielerisches Talent, um das wahre Gesicht der Haushälterin zum Vorschein zu bringen. Bis zur Unkenntlichkeit verkleidet, führt er in seinem Wanderkino einen Film vor, der ein Gleichnis zu der Intrige der gierigen Haushälterin darstellt: Der betrügerische Tartüff schleicht sich ins Haus des reichen Orgon ein und wird schon bald zu dessen engstem Vertrauten. Er verleitet Orgon zu religiös verbrämter Askese, während er selbst heimlich frisst, säuft und Orgons junger Gattin Avancen macht. Doch sie durchschaut Tartüff und bringt die Wahrheit über den Betrüger ans Licht. Als der Enkel nach Ende der Filmvorstellung seine Maske abnimmt, droht das Spiel der Haushälterin eine unvorhergesehene Wendung zu nehmen.

Szenenphoto aus Tartüff, © Universum-Film AG (UFA), Berlin
Vélemények (német): "Raffiniertes Intrigenspiel im Halbschatten" (TV Spielfilm)

Tartüff

"(...) Carl Mayer, der Manuskriptdichter, ist ein zuverlässiger Leser und Löser des mimisch bewegten Bildes. Deshalb musste ihn Molière sofort frappieren und fesseln.

Herrlich ist die Ruhe und Ausgewogenheit seines pantomimischen Procedé. Das rieselt und fliesst kristallen wie ein Bach. Er braucht fast gar nicht das, was man im allgemeinen "dramatische Spannung" nennt (ob allerdings das grosse Publikum darauf verzichten wird, ist eine andere Frage), weil eine solche noble Souveränität des Schrittes schon in sich eine Spannung hat, das Gespannte der Beherrschtheit, das sich dem besseren Zuschauer von selbst mitteilt. Es ist sozusagen die aristokratische Abart des Begriffes "Spannung". Wie unerhört schwer das ist, ein Szenarium von solcher schlackenlosen, perlenden Durchsichtigkeit zu schreiben, weiss wohl nur der ganz zu schätzen, der selbst hie und da Szenarium schreibt. Es ist so schwer, dass es sogar kinderleicht aussieht.

Es ist so, dass es nicht anders gemacht werden konnte. (...)

Molière, der nie eine Regiebemerkung gemacht hat, ist der schärfste Regisseur seiner Komödien, den es überhaupt gibt. Seine Wege sind ganz eng und ganz scharf abgegrenzt. Er verlangt den Schauspieler, der spielen kann, dessen Um-und-auf, dessen ganzes Leben die Schauspielerei ist; nicht den, der denken, interpretieren, interessante erklügelte Nuancen ankleben kann.

Deshalb ist Jannings ein so ausgezeichneter, ja unübertrefflicher Tartüff.

Sein Tartüff ist ein saftiger, muskulöser, dreckiger Plebejer. Fast ein Dorftrottel, der es einfach faustdick hinter den Ohren hat. Das zeugt von Schauspielinstinkt. Das Primitive der Molièreschen Charakterführung, das nicht berührt werden durfte, können wir Heutigen uns wirklich nur in der allerprimitivsten Menschenmaske, fast Untermenschenmaske denken. (...)

Jannings Instinkt macht sich das Komplizierte des ganzen schauspielerischen Molièreproblems nicht um einen Grad leichter als es ist: er entwickelt tatsächlich die ganz unermessliche mimische Vielfalt einer Molièreschen Figur innerhalb der engsten Grenzen dieser charakterologischen Primitivität. Er wirkt wie das steinerne Monument einer sturen Angefressenheit; aber gleichzeitig hat er die ganze harlekinhafte mimische Gelenkigkeit des Erzkomödianten Molière. Man begreift, dass sein Einbruch in ein Haus dem Einbruch einer elementaren Macht gleichen kann. Man begreift das Unbegreifliche, weil es eben vollkommen unbegreiflich ist. Er wirkt wie ein einziger, gesunder, unanständiger Rülpser, wobei man einfügen muss, dass die Rülpser aus den tiefsten Tiefen der Natur kommen, dort auch die Erde manchmal rülpst, und dass ein solcher Rülpser dann ein städteverheerendes Erdbeben ist.

Molière ist nicht zu modernisieren; er ist nur in einem ganz besonders feinen Sinn zu monumentalisieren. Nämlich so, dass die barocke Pracht seiner Linienführung herauskommt. Die Comédie francaise macht ein grosses historisches Gemälde aus seiner Komödie; der kühlere F.W. Murnau, ein wundervoll nobles Figuralmonument mit grossen barock gesehenen Gesten, das förmlich leuchtet von der zarten schimmernden Wärme eines alten Marmors.

Er geht von einer ganz aristokratischen Zurückhaltung aus. Seine herrliche Elmire – Lil Dagover – ist klug und still und schön wie eine griechische Göttin; Orgon – Werner Krauss – ist einfach und unberührbar als Einer, der sich nun ganz zu sich selbst, zu seiner Seligkeit gefunden zu haben glaubt. Das Ganze sieht merkwürdigerweise von vornherein viel tragischer aus als bei Molière – das ist die grösste Dezidiertheit des stummen Filmes – und so muss er auch tragischer werden als bei Moliere. Aber dieses Tragische kann sich nicht entladen, es muss wie eine Bürde getragen und wie eine Bürde mit grosser und einfacher Ruhe niedergelegt werden. Es muss die Geste erfüllen; nicht aus der Geste herausspitzen. Das ist ganz prachtvoll erreicht. Das Tragische löst sich feierlich und rein in grosses Spiel auf, so vollkommen auf, dass der Schluss so komödiantenhaft-molièrisch mit Ohrfeigen enden kann wie bei Molière – ohne das Gefüge der Linienführung zu zerbrechen. Das alles ist herrlich und allerersten Ranges. Molière, der mittlere bürgerliche Schicksale in bürgerlicher Atmosphäre aus bürgerlicher Perspektive gezeichnet hat – wenngleich seine Helden oft Adlige sind – hat für uns etwas Feierliches bekommen. Und "feierlich", auf eine unnachahmliche edle Art feierlich, hat auch Murnau diesen Film gestaltet; wozu übrigens die weiche, hauchzarte, meisterliche Photographie Karl Freunds ihr gutes Teil beigetragen hat. (...)

Die feierliche Einweihung des neuen Gloria-Palastes wurde eingeleitet durch einen sogenannten "launigen" Festspruch von Eulenberg, Marke Gelegenheitsdichter Goethe D.R.P., und durch ein feines, buntes, graziöses Ballet von Jaap Kool nach dem Pantomimenlibretto "Die Flöhe" von Wedekind, inszeniert von S. Vermel, in dem Lil Dagover und eine süsse Tanzgruppe von Kindern das Publikum entzückte. Das Beiprogramm zeigte den Kulturfilm: "Zeitlupenrevue aus der gefiederten Welt". (Willy Haas, Film-Kurier, Nr. 22, 26.1.1926) (zitiert nach ARTE)


Tartüff

Wer objektiv zu diesem Werke Stellung nehmen will, muss zunächst seinen Molière vergessen. Es ist von der barocken Grazie des grossen Franzosen so gut wie nichts übriggeblieben. Was wir hier sehen, ist urdeutsches, derb zugreifendes und stark untermalendes VoIksstück. Volksstück um so mehr, da eine Rahmenhandlung nach Art des seligen Bonifazius Kiesewetter eine handgreifliche "Moral" anfügt, gewissermassen also die Molièresche Satire für den Hausgebrauch verständlich macht. Für den Film durchaus diskutabel, aber für irgendwelche literarische Wertung nicht. Und da man bekanntlich prinzipiell keinen literarischen Massstab an Filme legen soll, so wollen auch wir darauf verzichten, trotzdem ein Karl Mayer dieses Manuskript geschrieben hat.

Rein filmisch interessiert bei diesem Werk in erster Linie die überragende Darstellung. Am interessantesten ist Jannings. Man ist gewohnt, den Tartüff der Sprechbühne als übereleganten, weltgewandten Abbé zu sehen. Jannings gibt ihn als grobschlächtigen, urkomischen und doch so heimtückischen, schleicherischen Proleten, dessen Sinnlichkeit nur mühsam hinter dem vorgehaltenen Gebetbuch verborgen wird. Dieser Tartüff ist grotesk und doch vielleicht wirksamer, als jener der Sprechbühne, denn er arbeitet mit volkstümlicheren Mitteln. Er persifliert den Heuchlertyp, wie er uns nähersteht, als jener aus der galanten Zeit des Barock. Auch Lil Dagover in der Rolle der Elmire gibt diese geistvolle Frau, trotz des Kostüms, das sie mit herrlichem Anstand zu tragen versteht, geistig durchaus modern. Wir hätten uns keine andere in dieser zwar dankbaren, aber darstellerisch recht komplizierten Aufgabe denken können. Lucie HöfIich gibt die Magd Dorine. Auch diese Partie wird sonst vom üblichen Kammerkätzchen gespielt. Die Höflich aber ist der treue, derbe deutsche Hausgeist: sie passt sich also dem vergröberten Ton bestens an.

Völlig überflüssig leider erscheint uns die Rahmenhandlung mit ihrer aufdringlichen Nutzanwendung. Die Personen des Hauptstückes sind sowieso schon so zeitgemäss gesehen, dass ein Hinweis auf die Gegenwart übrig erscheint. Und wenn man schon die Entlarvung einer Heuchlerin und Erbschleicherin besorgen lassen wollte, so doch lieber nicht gerade durch den finanziell am meisten Interessierten. Man nimmt der beabsichtigten Moral damit die Objektivität. Nein, diese Rahmenhandlung ist eine Entgleisung und schädigt die prächtige Mitte.

Ganz hervorragend ist der Film in seiner Technik. Herlth und Röhrig haben Räume hingestellt, die zwar nicht durch die sonst übliche und üble Kolossalität wirken, sondern durch feinste Stilkunst, die es insbesondere auch dem Kameramann erlaubt, seine unerhörten Lichteffekte anzubringen. Karl Freund hat auch hier wieder durchaus Eigenes geschaffen. In allen seinen Arbeiten steckt eine eigene Note die das Betrachten seines Werkes zum ästhetischen Genuss macht. Selbst einige Härten der Beleuchtung, mit denen man nicht immer einverstanden zu sein braucht, sind bei ihm bestimmte künstlerische Absicht.

Der überaus starke Beifall des Publikums galt allen an diesem Werke Beteiligten, insbesondre dem Regisseur Murnau und den Darstellern. Von diesen sei ausserdem noch Rosa Valetti erwähnt, die in der Rahmenhandlung zusammen mit Picha ausgezeichnete Typen hinstellte und endlich auch Werner Krauss. Er hatte die undankbare Rolle eines Trottels, aus der auch dieser grosse Künstler nichts Rechtes machen konnte. (Dr. M–l (= Dr. Mendel), Lichtbild-Bühne, Nr. 21, 25.1.1926) (zitiert nach ARTE)

General Information

Tartüff is a motion picture produced in the year 1925 as a Németország production. The Film was directed by Friedrich Wilhelm Murnau, with Emil Jannings, Werner Krauss, Lil Dagover, Lucie Höflich, André Mattoni, in the leading parts.

Irodalom - Dr. M–l (= Dr. Mendel), Lichtbild-Bühne, Nr. 21, 25.1.1926
- Willy Haas, Film-Kurier, Nr. 22, 26.1.1926
- W. L., Film-Kurier, Nr.32, 6.2.1926
- Deutsche Spielfilme von den Anfängen bis 1933, hg von Günther Dahlke und Günther Karl, Berlin 1988, pg 123ff
- Cinémathèque Suisse, Nr. 159, Lausanne 1997

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