Figure di cera

Das Wachsfigurenkabinett

Regia: Paul Leni, Leo Birinski, Robert Wiene, Germania, 1924

Germania, 1924
Szenenphoto aus Figure di cera, © Leni Film GmbH., Neptun-Film AG, Berlin, Universum-Film AG (UFA), Berlin, stills by Ernst Stern


Génénerique

Casa produtrice Paul Leni Film GmbH.
Neptun-Film AG, Berlin
Universum-Film AG (UFA), Berlin
Direttore di Produzione Universum-Film AG (UFA), Berlin
Regista Arthur Kiekebusch
Direttore Paul Leni
Leo Birinski [Co-Regie]
Robert Wiene [Supervision]
Assistente al Direttore Wilhelm Dieterle
Scenaggiatore Henrik Galeen
Leo Birinski [Dramaturgie]
Direttore della Fotografia Helmar Lerski
Architetto-scenografo Paul Leni
Fritz Maurischat
Alfred Junge
Ernst Stern
Costumi Ernst Stern
Stand Photos Ernst Stern
Interpreti Emil Jannings [Harun al Raschid]
Conrad Veidt [Ivan der Schreckliche]
Werner Krauss [Jack the Ripper]
Wilhelm Dieterle [Dichter / Pastetenbäcker Assad / Russischer Fürst]
Olga Belajeff [Eva / Maimune / Bojardin (Unter dem Namen Olga von Balaieff)]
John Gottowt [Besitzer des Panoptikums]
Paul Biensfeldt [Wesir]
Georg John
Ernst Legal

Caratteristiche tecniche
Categoria: Lungometraggio
Informazioni tecniche: Format: 35 mm, 1:1,33 - Ratio: 1:1,33 - Bianco e Nero,Durata: 78 minuti, 2139 metri, 7 ruoli
Sistema sonoro: silent
Prima Presentazione: 13º Novembre 1924 in Berlin, UT Kurfürstendamm

Copie esistenti: Copie di questa pellicula esistono parzialmente

Sinossi (in Tedesco)
Aufwendig gestalteter Episodenfilm über die Figuren eines Wachsfigurenkabinetts, die in den Erzählungen eines jungen Dichters zum Leben erwachen. - Der Kalif Harun al Raschid, Iwan der Schreckliche und Jack the Ripper sind die jeweiligen Protagonisten der drei Phantasiegebilde, in denen auch der Dichter selbst sowie die von ihm verehrte Tochter des Kabinettbesitzers in verschiedenen Rollen auftauchen. (www.filmportal.de)

Riviste (in Tedesco): Das Wachsfigurenkabinett

Künstler haben diesen Film geschaffen, wahre und im Herzen reine Künstler. Wir sind sicher, daß der schlichte Arbeiter der entzückenden Naivität, der bezaubernden Phantastik dieses ganz köstlichen Kunstwerkes sich weit eher noch hingeben wird, als dieses unser Premierenpublikum, dessen Wohlgefallen leider fast stets schon für eine gewisse Minderwertigkeit der betreffenden Arbeit zeugt. Muß man sich "weltfremder Literat" schelten lassen, weil einem derartige Versuche, das künstlerische Niveau des Films zu heben, gefallen haben? Ach nein! Mit "Literatur" hat dieser Film gar nichts zu tun. Im Gegenteil. Literarisch schwächeres als das Manuskript Henrik Galeens gibt es kaum noch: Sprunghaft, ohne innere Zusammenhänge, ohne dramatische Steigerung. Also literarisch und dramaturgisch fast wertlos (hier wohl auch einer der Hauptgründe für den lauen Erfolg!). Was aber haben Paul Leni, der "Regisseur", und Leo Birinski, der "Spielleiter", trotz allem daraus zu machen verstanden! Wir vermuten wohl richtig, wenn wir im Regisseur Leni den technischen, im Spielleiter Birinski den darstellerischen Kommandeur annehmen. Auch wir müssen die abgedroschene Begründung hervorholen, daß es der Maler Leni ist, der diesem seinen Werk den Stempel aufdrückt. Das Ganze ist eine Künstlerlaune, ein graziöses und von Geist sprühendes Spiel, in dem das malerische weitaus die Hauptsache ist. Originelleres, als diese bizarren Bauten in Architekturen, die selbst den inhaltlich allerschändlichsten Schmarren noch zu köstlichstem Kunstgenuß machen würden. Hier wird der Stoff mit einer Virtuosität ins filmisch dankbarste Gebiet des Unwirklich-Märchenhaften übertragen auf eine Art, die selbst im ""Caligari"" und in dem ""Schatten"" ohnegleichen ist. Wir haben erfolgreichste Filmmärchen gesehen, die alle doch keine "Märchen" waren, eben weil sie diesen naiv-grotesken, zauberisch-phantastischen Stil nicht zu treffen wußten. Hier ist ureigenstes Filmgebiet, hier sollte Leni weiterbauen! Weit leichter hatte es Birinski mit seinen Darstellern, Da hatte er schon von vornherein edelstes Material: Jannings, Veidt, Krauß, Dieterle, Tiedtke, Gottowt, John und ein gleichwertiges, liebenswürdig-jugendliches Talent, Olga Belajeff. Es muß für ihn keine geringere Freude gewesen sein, diese Vollblutmenschen zu lenken, als für uns, sich an ihren Leistungen zu erbauen. Hei, wie: gab Jannings da "seinem Affen Zucker", als er diesen urkomischen, derbsinnlichen, ebenso gewalttätigen, wie gutmütigen Harun al Raschid hinstellen durfte! Laß dich küssen, göttlicher Emil – auch wenn du outriert hast (oder weil...?)! Werner Krauß in einem Danse macabre des Grauens als Jack the Ripper eindrucksvollst, trotz aller Kürze seiner Episode. Conrad Veidt überwältigend als der grausame Feigling auf dem Zarenthron, unvergeßlich in der Wahnsinns-Szene. Dieterle auf Harry Liedtkes Gebiet, an ihn erinnernd in bestrickender Liebenswürdigkeit, ihn weit übertreffend, wo es ernstes Spiel galt. Seine Partnerin die Belajeff: Eine große Hoffnung für die Zukunft. Dreimal ein Bravo dem feinsinnigen Kameramann Lerski, ein Bravo auch dem Kapellmeister und Orchester des U. T.! – Und allen, allen der heiße Dank derjenigen, die es gut meinen mit dem deutschen Film, die eine schöne, große Tat auch zu schätzen wissen, selbst wenn sie – kein "Geschäft" sein sollte. Vom Kitsch zur Kunst ... ! » (Dr. M–l. (= Dr. Mendel), Lichtbild-Bühne, Nr. 134, 15.11.1924 - zitiert nach www.filmportal.de)


«"Bric à brac" nennt man das raffiniert-saloppe Durcheinander in den Vitrinen geniesserischer Amateurs: Da steht ein Meissner Biskuitschäfer von Kandler neben einer bemalten antiken Tanagrafigur, eine Alt-Wiener Miniaturdame von Daffinger konversiert mit einer knallbunten russischen Holzbäuerin, ein Kopenhagener blassbrauner Porzellanwindhund mit einem blaugoldenen grellen chinesischen Porzellandrachen aus der Kuang-Sü- Dynastie -- die Dynastie kann übrigens auch anders heissen, ich will nur sagen: Paul Lenis preziös-abseitiger Film ist aus einer Art bric-a-brac-Gefühl entstanden; aus einer sehr raffinierten dekorativen Freude am abgestimmten Stilgewirr, an dem sich die unbeirrbare Geschmackskultur einer hochgezüchteten Geniesserseele barock und lustvoll manifestiert. Ein Zusammenklang absonderlicher Stilreize, delikat gemicht, stark gewürzt. Das dramatische Gefüge Henrik Galeen ist lose, Feuilleton, fast nur skizzenhaft improvisiert auf die jeweils stärksten stilistisch-dekorativen Reize hin. Es ist das >chaud-froid<, das Baudelaire den geweihten Jüngern seiner dreimal versiegelten ästhetischen Esoterik vorschreibt: die kühle Lust am Abseitigen, bis zur irrsinnigen Grausamkeit auf der einen, bis zur Burleske des Puppenspiels auf der anderen Seite: vom Raubtier zur mechanischen Welt; an den verachteten Menschen vorüber. Zweimal wird dasselbe Thema, das Thema des Stellvertreters eines Despoten, der an dessen Stelle fällt, variiert; einmal ist es ein Bojar Iwans des Schrecklichen, einmal eine Wachspuppe Harun al Raschids, die den Herrscher vertritt; dort die angstvolle Tücke des Tieres, hier mechanische Skurrilität des Puppentheaters. Dazwischen eine vorübergleitende musikalische Bildimprovisation des Schreckens, eine kurze, flatternde Albdruck-Symphonie: Jack the Ripper als Traumgespenst ... und alle dreimal ist es die Dämonie des Eros, die Sinnlichkeit, die den Abgrund eines Jenseits-vom-Menschlichen aufdeckt. Das Intime, Direkte, die Konfession darin, beschränkt sich auf die einheitliche Stilisierung ins Kugelrunde (Paul Lenis freundliches Embonpoint wird uns diese Indiskretion verzeihen) -- kugelrund in ihren goldstrotzenden Trachten sind die Bojarinnen des ersten Aktes, ausladend gerundet die Bogen-Architektur des Kremls, das stilisierte Himmelbett Iwans, kugelrund im dritten Teil Harun und sein Vezier und die Kuppeln des Palastes und der kühne Schwung der Palasttreppen; und nur Iwan selbst und die Weisen von Bagdad recken sich gotisch-steil in dieses kugelige Welttheater. Aber voll rhythmischer Geheimnisse sind die Einstellungen, die maestoso-Bewegung des Apparates in manchen Panoramabildern des ersten Aktes -- so gleich am Anfang das nächtliche Schleichen des Zaren durch finstere Palastgänge --, das Raffinement des Bildausschnittes a la Beardsley in der Gruppe der tanzenden Bojarinnen, die magischen Schleier der durcheinanderkopierten Traumvisionen von Jack the Ripper und vieles vieles andere. Vorbilder aus dem Bereich der graphischen Künste wären sehr oft nachweisbar: es ist eben die Produktivität aus Kunstgenuss, eine Art produktiver Stilrausch...

Regie und Schauspielerein.
Auf dem Programm steht zu lesen: Regie Paul Leni, Spielleitung Leo Birinski. Mit Verlaub: Ich habe bisher immer Regie für Spielleitung, Spielleitung für Regie und beide für ein und dasselbe gehalten. Also, wie ist das? Herr Leni hat den Conrad Veidt sehr stark und einheitlich auf eine schroffe, starre, fast reglose Haltung angelegt in der nur das Gesicht sich spannt, lauert, sein Opfer anzuspringen scheint, die begehrte Frau mit einem ganz kleinen Seitenblick besitzt -- aber Herr Birinski hat die Einstellungen tatsächlich etwas zu reichlich gedehnt, zu undeutlich detailliert; und Herr Birinski andererseits hat Emil Jannings fabelhaft auf die kugelrunde Burleske angelegt, aber Herr Leni hat manchen lustigen, mimischen Haupttreffer nicht ganz getroffen -- oder ist alles umgekehrt? Sagen wir es so: Herr Lenibirinski zusammen mit Herrn Birinskileni (Ersterer Regisseurspielleiter, letzterer Spielleiterregisseur) haben brillant konzipiert, golden eingestellt, aber nur silbern ziseliert (-- um ein Seitenstück zu der Sprachverwirrung des Programmes zu liefern.) Deshalb ist Werner Krauss, der mehr als ein erster Konzept in einer ganz statuarischen Rolle nicht geben konnte, vielleicht der vollendetste Eindruck des Abends. Aber nicht vergessen sei die bildschöne, verführerische Belajeff. Der Gesamteindruck ist: ein seltener, kostbar-kühler, aber ganz reiner Kunstgenuss. Und ein bedeutender Schritt vorwärts in der Geschmacksverfeinerung des deutschen Films. Der Film signiert: Leni-Film der Ufa im Hansa-Verleih.» (W. L. in: Film-Kurier, Nr. 270, 14.11.1924)


Osservazione generali (in Tedesco): Das Wachsfigurenkabinett (Drehbericht)
Ein Wachsfigurenkabinett: An den Wänden die Nachbildungen von Harun al Raschid, Iwan, dem Schrecklichen, Rinalodo Rinaldini und Jack, the Ripper.
In vier verschiedenen Ausdrucksformen stellen sie gleichsam Verkörperungen eines verirrten Machtwillens dar.
Und nun gewinnen die vier in den Visionen eines Träumers ein seltsam unwirkliches Leben, werden zu Helden phantastischer Marionettenspiele, in denen sich aus Traum und Realität gewissermassen eine wunderbare dritte Welt kristallisiert.
Das ist die Grundlage des Films "Das Wachsfigurenkabinett", der zur Zeit von Paul Leni im May-Atelier in Weissensee gedreht wird.
Wir sehen einige Szenen aus dem Akt, der sich um die Person des heute schon halb legendären Zaren "Iwan", gruppiert, dem sein Volk den Beinamen des Schrecklichen verlieh, jenes halb wahnsinnigen Selbstherrschers, dessen Grausamkeiten im Grunde der schlotternden Angst vor einem unerbittlichen Schicksal entsprangen.
Wir sehen ihn inmitten einer Bojarenhochzeit.
Wie ein Alb liegt seine Anwesenheit über den Hochzeitsgästen.
Ist doch vorher der Vater der Braut infolge einer Verwechslung einem Mordanschlag zum Opfer gefallen, der eigentlich gegen den Zaren gerichtet war.
Leichenstille liegt über der Hochzeitsfeier. Drohend erhebt sich der Zar. Die Starre ringsumher ängstigt ihn.
"Warum tanzt ihr nicht", ruft er, reisst einen Tisch um und schreitet in den Kreis der Gäste, die sich vor dem Zorn ihres Herrschers demütig beugen, wie vor einer dämonischen Naturmacht, gegen die ein Aufbäumen vergeblich ist.
Wie Conrad Veidt diese Szene spielt, ist bei der Aufnahme von starker suggestiver Wirkung.
Man hat das Gefühl: dieser Zar ist ebenso Opfer wie Henker.
Die ganze Szene ist von Paul Leni aus dem Geiste des bewegten Bildes herausgestaltet.
Jede Figur ist Teil einer Gesamtkomposition.
Trotz der historischen Treue der Trachten ist das Ganze nicht etwa auf Historienstil, sondern auf die Stimmung eines Legendenspiels gestellt.
Man glaubt etwa, eine Ballade vom grausamen Zaren an sich vorüberziehen zu sehen.
Mit unermüdlicher künstlerischer Energie arbeitet Paul Leni an jeder Einzelheit, bis die Szene restlos seiner Vision von ihr entspricht.
Dies hier ist ein Film im Werden, der nicht aus der Welt der Wortkunst in die des lebenden Bildes transportiert ist, sondern einer rein optischen Idee entstammt. » (H. M–s. (= Heinz Michaelis), Film-Kurier, Nr.196, 29.8.1923, zitiert nach www.filmportal.de)

General Information

Figure di cera is a motion picture produced in the year 1924 as a Germania production. The Film was directed by Paul Leni, Leo Birinski, with Emil Jannings, Conrad Veidt, Werner Krauss, Wilhelm Dieterle, Olga Belajeff, in the leading parts.

Bibliografia Der Film # 23, 1922; Filmstellen VSETH/VSU Dokumentation 1980/1981, Zürich, Oktober 1980
- Deutsche Spielfilme von den Anfängen bis 1933, hg von Günther Dahlke und Günther Karl, Berlin 1988, pg 105f

Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

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