Das Rätsel von Bangalore

Das Rätsel von Bangalor

Regie: Alexander von Antalffy, , Deutschland, 1917


    Genre: Crime,

Szenenphoto aus Das Rätsel von Bangalore, © Pax-Film, Berlin

Stills and posters © Pax-Film, Berlin


Stab und Besetzung

Produktion Pax-Film, Berlin
Regisseur Alexander von Antalffy
Drehbuch Rudolf Kurtz
Paul Leni
Musik Robert Assmann
Architekt Paul Leni
Darsteller Gilda Langer [Elles, die Tochter des Gouverneurs]
Harry Liedtke [Archie Douglas, ein schottischer Arzt]
Conrad Veidt [Dinja, ein indischer Maharadscha]

Technische Angaben
Kategorie: Langspiel Film
Technische Info: Format: 35 mm, 1:1,33 - Ratio: 1:1,33 - Schwarz-Weiss Film,, 1808 Meter, 5 Akte, 18 Bilder pro Sekunde
Tonsystem: silent
Premiere: 11. Januar 1918 in Hamburg, Lessing-Theater am Gänsemarkt
Erstzensur: Berlin, Polizei Dezember 1917 No BPZ.41322 Entscheid: Jugendverbot
Vorhandene Kopien: Nur noch in Fragmenten erhalten [Archiv: Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen (Berlin)]

Inhaltsangabe
Ein exotischer Abenteuerfilm, produziert gegen Ende des Ersten Weltkrieges: Ein indischer Fürst lässt die schöne Tochter des englischen Gouverneurs entführen und hält sie in seinem prächtigen Palast gefangen. Ein schottischer Arzt verliebt sich und befreit sie. Der Fürst verfolgt das Paar durch die ganze Welt. Als er schliesslich erkennt, dass ihre Liebe nicht zu besiegen ist, gibt er das Mädchen frei und begeht Selbstmord. (www.filmportal.de)

Indien, der fiktive Ort der Handlung heisst übrigens inzwischen Bengaluru, vor langer Zeit. Die diversen Geheimsekten des Landes haben dem Gouverneur Rache geschworen, weil sie glauben, dass er sie verraten habe und sie unter britische Kolonialherrschaft bringen wollte. Sie entführen des Gouverneurs noch junge Tochter Ellen, die vom Fürsten Dinja in dessen prachtvollen Palast gefangen gehalten wird. Ein schottischer Arzt namens Archie Douglas erfährt von ihrem Schicksal, als er eines Tages mit verbundenen Augen in den Palast geführt wird. Beide verlieben sich rasch ineinander.

Die beiden Liebenden schmieden einen Fluchtplan. Tatsächlich gelingt es Archie, Ellen aus ihrem goldenen Käfig zu befreien. Doch die äusserst mächtigen Gegner, allen voran der diabolische Dinja, geben nicht auf und verfolgen das Paar rund um den Erdball, von Indien über Amerika bis nach Japan. Einmal gelingt es ihnen, der jungen Frau erneut habhaft zu werden, doch Douglas kann Ellen erneut befreien. Schliesslich muss Dinja einsehen, dass nichts stärker ist als die Liebe, lässt das Mädchen gehen und bringt sich schliesslich in Tokio in einem Flammenmeer um. (wikipedia)

Kritiken : Das Rätsel von Bangalor gehört zu den größten Ausstattungsfilms, die der Weltmarkt überhaupt kennt. Es gereicht dem zum Vorteil, daß er in den Werkstätten der Union mit dem außerordentlichen Reichtum an Fundus und Requisiten hergestellt werden konnte. Der Maler Paul Leni hat mit stilsicherem Geschmack und künstlerischem Feingefühl Bilder auf die Leinwand gezaubert, wie sie in ähnlicher Pracht und Echtheit kaum wiederzufinden sind. Würdig rundet die Regie Alexander von Antalffy’s das Werk ab, dessen Textbuch von Rudolf Kurtz und Paul Leni den Bedürfnissen eines so außergewöhnlichen Ausstattungsfilms gemäß geschickt verfaßt wurde. -- Harry Liedtke gibt als schottischer Arzt eine Meisterleistung her. Mit außerordentlich schauspielerischer Kraft weiß er die Gefühlserlebnisse darzustellen und legt nie den Zauber der Liebenswürdigkeit, die wir besonders an ihm schätzen, ab. Als die Tochter des Gouverneurs betritt Gilda Langer zum ersten Male die Filmbühne, mit einem Erfolge, der sie zu den schönsten Hoffnungen unserer Kunst macht. Gilda Langer verbindet eine sichere Beherrschung der schauspielerischen Möglichkeit mit einer faszinierenden Eleganz der Erscheinung. Als indischer Fürst gibt Conrad Veith die meisterhafte Charakterstudie eines von leidenschaftlichen Gefühlen zerwühlten Mannes, in dem die angeborene Vornehmheit mit den wilden Begierden seiner exotischen Natur kämpft. (…) Wir müssen noch einmal der großen Ausstattungskunst Paul Leni’s unser Lob zollen, der mit Geschmack und sicherem Instinkt dem Film ein äußeres Kleid verliehen hat...“ (Lichtbild-Bühne, Berlin, Band 11, Ausgabe 4, 26. Januar 1918, pg 76)

Das Rätsel von Bangalor von Rudolf Kurz und Paul Leni hat weiter keinen Untertitel, soll also bei dem Zuschauer durch nichts als durch sich selbst wirken. (…) Die dramatische Handlung dieses Filmes ist für mein Empfinden stark, entwickelt sich von dem in dieser Beziehung matten ersten Akt in aufsteigender Linie und die Spannung hält an. Der Ausklang dieses Hohen Liedes der Liebe hat poetische Töne und so darf man sagen, dass die textliche Unterlage gut ist. Und dennoch scheint sie bei diesem Film das Unwesentliche. Denn sie wurde in einen Rahmen von unerhörter Pracht gestellt. Die Regie führte mit sehr grossem Gelingen Alexander von Antalffy, aber er hatte als wichtigsten Faktor des Ganzen Paul Leni neben sich, der für die Bildleitung seines Filmes sein feinkultiviertes Künstlertum einsetzte. Der indische Palast, das rauschende Weltstadtraffinement, die blumenbesäte japanische Stadt, alles das sind Bilder, voller Romantik und doch voll so echten Lebens. Hier zeigte deutsche Kunst, daß sie den Wettbewerb auszuhalten und auszukämpfen vermag. Der Weg, der hier beschritten wurde, war mit allen notwendigen Mitteln geebnet und deshalb musste er zum sensationellen Erfolg führen. Die deutsche Industrie aber darf stolz darauf sein. Die Darstellung war ausgezeichnet. Gilda Langer hatte zwar nur schön auszusehen, was ihr nicht schwer gefallen sein dürfte, aber Harry Liedtke war ein feuriger, eleganter Liebhaber und Conrad Veith als indischer Fürst ein scharfer Charakteristiker.“ (Der Kinematograph, Düsseldorf, Band 12, Nr. 580, 13. Februar 1918)

„Vor überfülltem Hause erzielte im Unionpalast ein neues monumentales, überaus wirkungsvolles Filmschauspiel Das Rätsel von Bangalor (Pax-Film; Monopol James Henschel-Hamburg bzw. Wilhelm Feindt) einen verheißungsvollen Erfolg, der vor allem auf die hervorragende künstlerische und technische Ausgestaltung zurückzuführen sein dürfte, welche dem spannenden Sujet (von Rudolf Kurtz und Paul Leni) erst seinen eigentlichen Wert gibt. (…) Dabei wird der Zuschauer nicht nur in die geheimnisvollen dunklen Winkel der altindischen Stadt, sondern durch die halbe Welt geführt, um endlich Zeuge zu werden, wie Liebe und Energie über List, Rache und Ränke siegen.“ (Der Film, Berlin, Band 3, Nr. 7, 16. Februar 1918, pg 74)

Anmerkungen : Bei seiner Uraufführung 1917 hatte der Film laut Zensurentscheid eine Länge 1808 metern (bei 18 Bildern/Sekunde). Am 18. Oktober 1922 wurde der Film in Berlin erneut der Zensur vorgelegt. Laut Entscheid B.6633 war der Film erheblich gekürzt worden und die Länge wurde nur noch mit 1350 meter angegeben.

Im Jahre 2010 wurde ein etwa 30' Sekunden langes Fragment im Archiv der Deutschen Kinemathek auf Grund des Hinweises auf "PAX-FILM" im einem Foto identfiziert. Das Fragment zeigt eine Szene in einem Restaurant, Im Vordergrund sitzen sich Gilda Langer und Harry Liedtke gegenüber, während Conrad Veidt als indischer Fürst aus dem Hintergrund auf die Kamera zugeht und sich hinter den beiden an den Tisch setzt. Er scheint einen Kellner nach dem Namen des Mannes zu fragen, während dieser sich eine Zigarette anzündet. Dies ist bislang das einzige Filmdokument mit Gilda Langer, das bekannt ist. (lhg Pordenone 2011)

Das Rätsel von Bangalore ist ein Film, der im Jahr 1917 in Deutschland produziert wurde. Regie führte Alexander von Antalffy, mit Gilda Langer, Harry Liedtke, Conrad Veidt, in den wichtigsten Rollen. Der Film hatte am 11. Januar 1918 in Hamburg, Lessing-Theater am Gänsemarkt seine Premiere. Nach unseren Informationen existieren von diesem Film Das Rätsel von Bangalore nur noch Fragmente.



Literatur Hinweise - gildalanger.de/2010-03-18_dreissig_sekunden_gilda.htm
- Giornate del Cinema Muto Pordenone 2011, Katalog pg 186f
- Der Film, Berlin, Band 3, Nr. 7, 16. Februar 1918, pg 74
- Der Kinematograph, Düsseldorf, Band 12, Nr. 580, 13. Februar 1918
- Lichtbild-Bühne, Berlin, Band 11, Ausgabe 4, 26. Januar 1918, pg 76

Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

Unter anderem wurde der Film bei folgenden Filmfestivals aufgeführt:


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