Das gelbe Haus

Die Prostitution

Regie: Richard Oswald, , Deutschland, 1919


    Genre: Aufklärung, Prostitution,


Stab und Besetzung

Produktion Richard Oswald-Film GmbH, Berlin
Produzent Richard Oswald
Regisseur Richard Oswald
Drehbuch Richard Oswald
Magnus Hirschfeld [Wissenschaftl. Beratung]
Kamera Max Fassbender
Karl Freund
Architekt Emil Linke
Darsteller Fritz Beckmann [Klassen, Agent]
Anita Berber [Lona, Tochter Klassens]
Gussy Holl [Hedwig, Tochter Klassens]
Conrad Veidt [Alfred Werner]
Rudolf Klein-Rohden [Hiller, Hausbesitzer]
Rita Clermont [Vera, Hillers Tochter]
Reinhold Schünzel [Karl Döring]
Ferdinand Bonn [Michalsky]
Marga Köhler [Madame Riedel]
Kissa von Sievers [Die Prostitution]
Preben Rist [Ein Herr]
Emil Lind [Ein alter Mann]
Werner Krauss [Ein Mann]
Wilhelm Diegelmann [Ein Diener der Gerechtigkeit]
Grete Freund
Ernst Gronau
Ilka Grüning
Gertrud Hoffmann

Technische Angaben
Technische Info: Format: 35 mm - Schwarz-Weiss Film,, 2544 Meter, 7 Akte
Tonsystem: silent
Premiere: 1. Mai 1919 in Berlin, Marmorhaus
Erstzensur: Berlin 4. Mai 1921 Entscheid: Jugendverbot
Vorhandene Kopien: Kopien des Films sind erhalten

Inhaltsangabe
Sittenfilm, der in Episoden das Schicksal zweier "gefallener" Mädchen schildert, deren sozialer und moralischer Niedergang im Bordell endet.

Die allegorische Rahmenhandlung, in der ein fiktives Weltgericht der Prostitution den Prozess macht, weist die Schuld jedoch nicht den ausgebeuteten Frauen zu, sondern verortet die Ursachen für Gewalt und sexuelle Devianz vielmehr in einer ungerechten Gesellschaft. (www.filmportal.de)

Anmerkungen : Das gelbe Haus

«Auch das Kino hat jetzt mehr Bewegungsfreiheit, es kann sich mehr als früher an heikle Stoffe wagen. Nur kommt es viel auf die delikate Durcharbeit an. "Die Prostitution" heisst der jüngste Kulturfilm von Richard Oswald und Dr. Magnus Hirschfeld, der im Marmorhaus läuft. Der Film bringt aus dem Leben gegriffene Gestalten auf die Leinwand, die trefflich Werdegang, Glück und Ende einer Verlorenen, ohne Überschwang und ohne Benutzung allzu greller Farben, illustrieren. Die Handlung vermeidet jede Rührseligkeit ebenso wie den belehrenden Ton, den manche andere dieser Filme anschlagen, und gerade deshalb wirkt er eindringlicher als diese. Reinhold Schünzel als Zuhälter und Fritz Beckmann als kupplerischer Vater liefern Kabinettstücke. Anita Berber und Gussy Holl spielen die beiden weiblichen Hauptpersonen des Films und entledigen sich ihrer Aufgabe mit Takt und Geschmack. Ferdinand Bonn, Veidt und Klein-Rohden zeigen sich als gewandte Filmdarsteller.» (Berliner Tageblatt, Nr. 199, 4.5.1919)

Das gelbe Haus

«Einer kleinen Zahl von Freunden zeigte Richard Oswald seinen neuen Film, das Dr. Magnus Hirschfeld' sche Tendenzwerk "Die Prostitution". Man kann beim Lesen der Anzeige verschiedener Meinung darüber sein, ob man schon heute, gleich nach der Milderung der Zensur, solche Themen für die Leinwand zurechtmachen soll. Es ist zu befürchten, dass die Kinofeinde bei ihrem Feldzug gegen die Zensurfreiheit auf solche "anstössigen" Titel hinweisen. Wenn man sich den Film angesehen hat, so werden wohl solche Bedenken verstummen müssen, da es sich hier nicht etwa um ein wildes Sensations-Radau-Stück, sondern um ein ernstes Werk von Bedeutung im Aufklärungskampf gegen das kasernierte und wilde Dirnentum handelt. (...)

Am meisten fesselt wie bei der Mehrzahl des Oswald-Films hier die Leistung der Darsteller. Anita Berber als Hauptvertreterin der Dirnen zeichnet eine trefflich lebenswahre Type. Man ist erstaunt, wie die Tanzkünstlerin mit Grazie und Geschick eine Filmdiva wird. Wenn man sich ihrer wenig ergötzlichen "Dreimäderl-Haus"-Leistung erinnert, muss man mit Genugtuung konstatieren, dass sie ausgezeichnete Fortschritte in der dramatischen Schauspielkunst gemacht hat. Ihre Gegenspielerin ist Gussy Holl. Zum erstenmal vor dem Kurbelkasten. Überraschend gut. Von einer Bildwirksamkeit, wie man sie nur ganz selten bei deutschen Flimmern findet. Auch bei ihr wundert man sich, wie aus der schlüpfrigen Überbrettldiva eine gesetzte, ernste Schauspielerin geworden ist. Von den weiblichen Hauptrollen ist dann noch Marga Köhler als Leiterin des gelben Hauses eine amüsable Figur. Die Herren haben gleichgute Darsteller: Conrad Veidt wie immer, tadelfrei in Maske und Mimik: Fritz Beckmann in einer Guido Herzfeld-Rolle und Ferdinand Bonn als "Agent" sind zwar wenig sympathische Erscheinungen, doch von einer entzückenden Komik. Bliebe noch Reinhold Schünzel, der nicht weicht von seiner Spezialität: der "gutmütige Jugendfreund". Auch dieses Mal spielt er ihn mit den bei ihm gewohnten Mitteln. » (Der Kinematograph, Nr.633, 19.2.1919)

(Kritiken zitiert nach www.filmportal.de)

Das gelbe Haus is a motion picture produced in the year 1919 as a Deutschland production. The Film was directed by Richard Oswald, with Fritz Beckmann, Anita Berber, Gussy Holl, Conrad Veidt, Rudolf Klein-Rohden, in the leading parts. The movie had its first screening on Mai 01, 1919 in Berlin, Marmorhaus. There are no reviews of Das gelbe Haus available.

Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:


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