Geheimnisse einer Seele

Regie: Georg Wilhelm Pabst, , Deutschland, 1926

    Szenenphoto aus Geheimnisse einer Seele, © Neumann-Film


    Stab und Besetzung

    Produktion Neumann-Film
    Produktionsleiter Hans Neumann
    Regisseur Georg Wilhelm Pabst
    Drehbuch Hans Neumann
    Colin Ross
    Kamera Robert Lach
    Curt Oertel
    Guido Seeber
    Musik Giuseppe Becce
    Architekt Ernö Metzner
    Darsteller Ilka Grüning [Mutter]
    Werner Krauss
    Polikarp Pavlov
    Jack Trevor
    Hertha von Walther
    Ruth Weyher

    Technische Angaben
    Technische Info: Format: 35 mm - Schwarz-Weiss Film,
    Tonsystem: silent
    Premiere: 23. April 1926 in
    Szenenphoto aus Geheimnisse einer Seele, © Neumann-Film

    Kritiken
    "Nicht nur ein geschickter, sondern ein bleibender Film, dieses psychoanalytische Kammerspiel. Ein Kulturfilm, der ohne weiteres, ohne Begrenzung zum Spielfilm wird. Das ist sicher ein Verdienst des Regisseurs G. W. Pabst, der schon in zwei ausgezeichneten Filmen (DER SCHATZ, DIE FREUDLOSE GASSE) künstlerische Fähigkeiten bewiesen hat. Es wird unter der wissenschaftlichen Mitarbeit des verstorbenen Dr. Abraham und von Dr. Sachs ein Krankheitsfall in seinen Einzelheiten entwickelt. Genesis, Höhepunkt, Abklang eines seelischen Leidens werden dargestellt. Die Heilung aber bleibt nicht klar definiert, weil sie nicht bildlich übertragen werden kann. Ganz anders aber ist das bei der Darstellung (und Wiederholung) des Traums, einem Hauptteil des Films. Der ist nicht nur technisch ausgezeichnet gemacht, sondern auch in der Komposition phantastisch, spannend und echt. Die Deutung, und das ist das Entscheidende, erfolgt filmisch, die Deutung ergibt sich aus den Vorgängen. Die Bilder dieses Traumes sind bannend, sind überzeugend, sind natürlich. " (Rolf Nürnberger, in: Neue Berliner Zeitung, 25.3.1926)

    "Die verhaltene Erregung des Ganzen, die der Regisseur G. W. Pabst vortrefflich meistert, die grandiose Eindringlichkeit des hier unersetzlichen Schauspielers Werner Krauß und die schlechthin herrliche, einfallsreiche Photographie machen ein großes Kunstwerk aus Traum, Manie, Not und Erlösung - ein großes Kunstwerk aus einer psychiatrischen Krankengeschichte. Unglücklicherweise hat sich aber ein Mitarbeiter eingemischt, der bei diesem Film in letzter Minute noch vieles verdorben hat: die Filmzensur. Nun steht und fällt die Freudsche Lehre mit der Bedeutung ihrer Sexualtheorien. Und die Freudsche Lehre darf in Büchern verbreitet, in Vorträgen erläutert und sogar in Witzen verkomischt werden: Aber über den Film hat die Zensur Gott sei Dank noch genug Gewalt, um zu verhindern, daß mit seiner Hilfe eine Theorie allgemein verbreitet wird, die allerdings das ganze Dasein einer Zensur als höchst traurigen Verdrängungsvorgang erläutern würde." (Axel Eggebrecht, in: Die Literarische Welt Nr. 15/ 1926)

    "Indes ist es vor allem Pabst gewesen, der sich in einem Film aller jener Errungenschaften bemächtigt hat, die ihm der Expressionismus als Erbe bot. In den GEHEIMNISSEN EINER SEELE sucht er das traditionelle Verfahren zu transponieren. Neben süßlich anmutenden Traumvisionen im Öldruckstil und anderen, in denen ein neutraler weißer Hintergrund wie im »absoluten Film« die Realität mit ihren Beziehungen aufhebt, neben den Simultaneindrücke wiedergebenden Einblendungen, Überblendungen, wie sie französische Avantgardisten verwerten, verwendet Pabst Visionen, die ihm allein der deutsche Expressionismus vermitteln konnte. Er hat hier die Möglichkeit gefunden, Personen und Objekten ein leuchtendes Relief, eine Art von Aura, phosphoreszierende Konturen zu geben, architektonische Perspektiven zu verzerren, ihre Proportionen zu übersteigern und sie so zu den seltsamsten Gebilden umzuformen." (Lotte Eisner: Die dämonische Leinwand, Kommunales Kino Frankfurt 1975) / zitiert nach bonner kinemathek

    Geheimnisse einer Seele ist ein Film, der im Jahr 1926 in Deutschland produziert wurde. Regie führte Georg Wilhelm Pabst, mit Ilka Grüning, Werner Krauss, Polikarp Pavlov, Jack Trevor, Hertha von Walther, in den wichtigsten Rollen. Der Film hatte am 23. April 1926 seine Premiere. Zur Zeit haben wir keine Inhaltsangabe zu diesem Film;



    Literatur Hinweise - Bonner Kinemathek
    - Deutsche Spielfilme von den Anfängen bis 1933, hg von Günther Dahlke und Günther Karl, Berlin 1988, pg 128f

    Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

      Unter anderem wurde der Film bei folgenden Filmfestivals aufgeführt:


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