Rapsodia Satanica

Regie: Nino Oxilia, , Italien, 1915

    Szenenphoto aus Rapsodia Satanica, © Cines

    Stills and posters © Cines


    Stab und Besetzung

    Produktion Società Italiana Cines
    Regisseur Nino Oxilia
    Drehbuch Fausto Maria Martini
    Story Alberto Fassini [(Unter dem Namen Alfa)]
    Fausto Maria Martini
    Zwischentitel Fausto Maria Martini
    Kamera Giorgino Ricci
    Musik Pietro Mascagni
    Darsteller Lyda Borelli [Contessa Alba d'Oltrevita]
    Andrea Habay [Tristano]
    Ugo Bazzini [Mephisto]
    Giovanni Cini [Sergio]
    Alberto Nepoti

    Technische Angaben
    Kategorie: Langspiel Film
    Technische Info: Format: 35 mm, 1:1,33 - Ratio: 1:1,33 - --,Länge: 45 Minuten, 905 Meter
    Tonsystem: silent
    Premiere: 3. Juli 1917 in Augusteo
    Erstzensur: Roma 1. Juli 1917 No 12873
    Vorhandene Kopien: Kopien des Films sind erhalten [Archiv: Cinémathèque Suisse (Lausanne), Cineteca di Bologna (Bologna)]

    Inhaltsangabe
    Rapsodia Satanica: Die greise Aristokratin Alba d'Oltrevita sehnt sich nach ihrer verlorenen Jugend und schliesst einen Pakt mit dem Teufel. Unter der Bedingung des Liebesverzichts erhält sie von Mephisto ewige Schönheit. Kurz darauf wird sie von zwei Brüdern umworben. Den leidenschaftlichen Sergio, der sich sogleich in sie verliebt, weist Alba verächtlich zurück. Stattdessen verführt sie Tristano, der sich für seinen Bruder Sergio einsetzt. Die Tragödie nimmt ihren Lauf: Sergio erschiesst sich, womit der Frühlingsrausch endet. Verschleiert als Braut Tristanos, geht Alba der Vergänglichkeit, dem Tod, entgegen.... (Arte Presse)

    Kritiken : "In der Abfolge von Posen, Gesten und Blicken modulierten die italienischen Filmdiven ihre stummen Arien, jede mit dem ihr eigenen physischen Timbre. Lyda Borelli ist die Unwirklichste. Mehr bewegte Malerei als bewegte Photographie ... oszilliert sie zwischen zwei vorformulierten erotischen Phantasmen der Dekadenz, der femme fatale und dem Androgyn; metallisch, gleissend, mit grossen Gesichtszügen und muskulösem Hals, wirkt sie manchmal mächtig wie ein Transvestit ..." (Mariann Lewinsky)

    Anmerkungen : Rapsodia satanica ist wohl das bedeutendste Werk des italienischen Filmpioniers Nino Oxilia. Der kurze, temporeiche Film greift mit der Ästhetik und dem Symbolismus d'Annunzios Elemente des Faust Stoffes auf, wenn die greise Dame Alba d'Oltrevita auf ihrem Schloss Castelle dell'Illusione vom Teufel die Möglichkeit erhält, die Gesetze der Zeit zu durchbrechen. Mit raffinierter Ausstattung und Montage, in straff durchzogener Rhythmik erzählt Oxilia diese Geschichte zwischen haltlosen Exzessen der Jugend und Unsterblichkeitswunsch des Alters.

    Grundlage für den Film bildet ein langes Versgedicht von Fausto Maria Martini, das nicht nur als Drehbuch diente, sondern auch an die Zuschauer als eine Art Opernlibretto verkauft wurde - es galt, mit diesem "Poema cinemusicale" (so der Untertitel) die kulturelle Aura des Konzert- und Opernbetriebes ins Kino einzuführen und so neue Publikumsschichten zu gewinnen. Mit Pietro Mascagni, der auch die durch den Krieg verzögerte Uraufführung 1917 in Rom sowie über 50 weitere Vorstellungen bis 1918 dirigierte, gewann man erstmals einen bedeutenden Opernkomponisten für die Kinomusik. Der Schöpfer des Evergreens "Cavalleria Rusticana" verschmolz - dem neuen Medium entsprechend - höchst wirkungsvoll die Klangwelt der Mailänder Scala mit jener Hollywoods. (Film + Musik, Wien April 1995)

    «Hintergrundinformationen:

    Frühe Filmgeschichte in ihrer schönsten Form, restauriert in ihrer ursprünglichen Farbigkeit und mit orchestraler Originalmusik: der grosse Klassiker des italienischen Stummfilmkinos "Rapsodia Satanica".

    Die tragische Liebesgeschichte des Stummfilms "Rapsodia Satanica" entwickelt sich um die Illusion und Hoffnung, ewig zu leben, und ist eine filmische Anlehnung an Johann Wolfgang Goethes "Faust"-Topos. Basierend auf der Darstellung törichter Leidenschaften und unmöglicher Liebe ist "Rapsodia Satanica" Ausdruck des d'Annunzio-Einflusses im italienischen Film.

    "Rapsodia Satanica" stellt eine der spektakulärsten Produktionen des italienischen Stummfilmkinos dar, das in den 1910er Jahren ambitionierte Filmprojekte hervorbrachte; insbesondere waren die Farbkopien der italienischen Filmfirma Cines legendär, die auch "Rapsodia Satanica" produzierte. So wurde es lange Zeit als grosses Defizit empfunden, dass gerade dieses Werk nur in einer Schwarz-Weiss- Fassung überliefert war. Mitte der 90er Jahre wurde in der Cinémathèque Suisse, Lausanne, eine Nitrokopie mit den originalen Farben des Werks entdeckt. Die Kopie enthält alle historischen Färbungs-Verfahren: Tinting, Toning und Schablonen-Kolorierung. Das Sensationelle der "Rapsodia"-Farben ist die Kombination von Tinting, was eine monochrome Einfärbung des Filmbilds bedeutet, hier in gelb, orange, blaugrün, pink und grün sowie Schablonenkolorierung einzelner Bildpartien, was wiederum eine aussergewöhnliche Palette von Farbnuancen im Film ergibt.

    Regisseur Nino Oxilia war erst 22 Jahre alt, als er als Koautor das populäre Erfolgsstück "Addio, giovinezza!", eine Tragikomödie über die studentische Bohème, schuf. Er entwickelte sich zu einem der wichtigsten Vertreter des "tail coat cinema" und arbeitete mit zahlreichen grossen Filmdiven wie Pina Menichelli und Lyda Borelli zusammen.

    Die experimentierfreudige Körperkunst der Diva Borelli ist zentral für "Rapsodia Satanica".» (arte Presse)

    Rapsodia Satanica is a motion picture produced in the year 1915 as a Italien production. The Film was directed by Nino Oxilia, with Lyda Borelli, Andrea Habay, Ugo Bazzini, Giovanni Cini, Alberto Nepoti, in the leading parts. The movie had its first screening on Juli 03, 1917 in Augusteo.



    Literatur Hinweise - Vittorio Martinelli, Il Cinema Cinema Muto Italiano 1917, pp 246ff
    - Film + Musik, Wien April 1995
    - Eric de Kuyper, Rapsodia satanica ou le frémissement des couleurs, “Cinegrafie”, n. 9, 1996
    - La Cinémathèque Suisse, Nr. 165-66, Lausanne 1998
    - Giovanni Lasi, Cinema Ritrovato, Katalog Bologna 2015, pg 38/39

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