Salome

Directed by: Charles Bryant, USA, 1923

USA, 1923
Szenenphoto aus Salome, © Nazimova Productions, Inc.


Cast and Credits

Production Nazimova Productions, Inc.
Distribution Nazimova Productions, Inc.
Producer Alla Nazimova
Director Charles Bryant
Scenario Charles Bryant
June Mathis [(uncertain or unconfirmed)]
Story June Mathis [Play]
Director of Photography Charles Van Enger
Art Director Aubrey Beardsley [Zwischentitel]
Natacha Rambova
Set Decoration Natacha Rambova
Costume Design Natacha Rambova
Cast Alla Nazimova [Salome]
Nigel de Brulier [Johannes der Taeufer]
Mitchell Lewis [Herodes Antipas]
Rose Dione [Herodiade]
Rose Dione [Tigellinus]
Rose Dione [Page]
Frederick Peters [Naaman, der Scharfrichter]
Earl Schenck [Ein junger Syrier]

Technical specifications
Technical Details: Format: 35 mm - Black and White,Length: 80 minutes, 5995 feet, 6 reels
Sound System: silent
First Screening: February 15, 1923 in USA

US Copyright: December 15, 1922 - ©LP 18655
Szenenphoto aus Salome, © Nazimova Productions, Inc.

Synopsis in German
Salomé basiert auf Oscar Wildes skandalträchtigem Theaterstück gleichen Titels, das sich wiederum an der biblischen Geschichte des Herod und seiner Stieftochter Salomé, die dem gestrengen Täufer Johannes verfällt, orientiert. Als dieser sie zurückweist, nutzt sie das offensichtliche Begehren ihres Stiefvaters, um ihre verschmähte Liebe zu rächen. Als Preis für einen aufreizenden Tanz vor dem König fordert sie den Kopf des Täufers.

Salome hört vor dem Palast ihres Stiefvaters Herodes die Stimme des Propheten Jochanaan, der in einer Zisterne gefangen gehalten wird. Jochanaan, der Prophet und Verkünder eines neuen christlichen Zeitalters, rügt die Mutter Salomes, Herodias, und verurteilt öffentlich Heroidas Ehe mit dem Bruder und Mörder ihres ersten Gatten. Er sieht in ihr die Verkörperung einer Welt, die ihrem Untergang entgegen geht: heidnisch, sinnlich, verdorben. Salome, die dieser Hassrede lauscht, wird plötzlich von einem leidenschaftlichen Verlangen nach Jochanaan ergriffen und fordert einen Kuss von ihm. Jochanaan ist empört von diesem Ansinnen und stösst sie von sich. Herodes, der die Szenerie beobachtet hat, ist von der Schönheit seiner Stieftochter fasziniert und bittet sie, für ihn zu tanzen. Er verspricht, im Gegenzug all ihre Wünsche zu erfüllen. Salome willigt ein und tanzt für Herodes den "Tanz der sieben Schleier". Der Preis, den sie dafür verlangt, ist der Kopf des Jochanaan. Als ihr der Kopf des Propheten überreicht wird und sie leidenschaftlich den Mund Jochanaans küsst, ist Herodes jedoch so angewidert, dass er seine Stieftochter töten lässt.... (ARTE Presse)

Reviews in German: "... Die Geschichte folgt rudimentär dem biblischen Stoff um König Herodes und dessen ungezügelter Lust auf seine 14-jährige Stieftochter Salomé, deren Liebe zu Johannes dem Täufer wiederum zurückgewiesen wird. Aus Rache läßt sie sich für ihren Schleiertanz von Herodes mit dem abgeschlagenen Kopf des Johannes belohnen. Nach der Kündigung ihres Vertrages mit MGM hatte die in Rußland geborene, exzentrische Schauspielerin Alla Nazimova beschlossen, nur noch "verdienstvolle" Filme zu machen. Für dieses von ihr produzierte Projekt gab sie die Regie an ihren "Ehemann" Charles Bryant. Sie selbst spielte die Hauptrolle und setzte zusammen mit der kapriziösen Natacha Rambova - ihrer Geliebten und der späteren Ehefrau von Rudolfo Valentino - die exzentrische Ästhetik der Zeichnungen des schwulen Grafikers Aubrey Beardsley in geniale Kulissen und Kostüme um. Zudem verfügte die Nazimova öffentlich, ein Großteil (?!) der Beteiligten solle homosexuell sein - gleichsam als Hommage an Oscar Wilde, den Autor der literarischen Vorlage. Im Grunde war dieses Projekt wohl von vornherein ein reines "Nähkreis"-Produkt (Sprich: Mehr "homo" ging nimmer!). Ein seltenes Juwel der frühen Filmgeschichte, keinesfalls verpassen!" (www.gegenpool.net)

«To my mind, Salome is the mostextraordinarily beautiful picture that has ever been produced. Nazimova chose to carry out the Beardsley design in translating Wilde's play to the screen, and succeeded admirably. The effect of the picture was weird and wonderful. Natacha Rambova was responsible for the correct interoretation of Beardsley's drawings.
Salome possessed many dramatic defects, but as a spectacle for the eye, it was absolutely superlative.» (Robert E. Sherwood in The best moving Pictures of 1922-1923 (Small, Maynard and Company, 1923, pg 103)
Szenenphoto aus Salome, © Nazimova Productions, Inc.
Remarks and general Information in German: "Salomé ist ein Paradebeispiel künstlerischer und visueller Exzentrik: Alla Nazimova war die treibende Kraft des Projekts: Sie spielte nicht nur die Hauptrolle und finanzierte den Film aus ihrem Privatvermögen; unter ihrem Pseudonym Peter M. Winters verfasste sie auch das Drehbuch. Charles Bryant, zum Zeitpunkt der Dreharbeiten angeblicher 'Ehemann' der Nazimova und Regisseur des Films, war kaum mehr als ein Strohmann für "Madames" exzentrische Ideen.
Für Bauten und Kostüme verpflichtete Nazimova Natacha Rambova, mit der sie zuvor schon Billions und Camille (Die Kameliendame) gedreht hatte. Rambova, Rudolpho Valentinos Ehefrau und Nazimovas Geliebte, orientierte sich bei ihren Entwürfen an der Ästhetik von Aubrey Beardsleys skandalösen Zeichnungen zu Wildes englischsprachiger Erstausgabe des Stückes aus dem Jahre 1894. Weder Kosten noch Mühen wurden gescheut, um die aufsehenerregenden Entwürfe umzusetzen. Für den berühmten Schleiertanz verwand Rambova, eine geborene Winifred Shaughnessy aus Salt Lake City, gar eine Seidentunika, die zur besseren Passform mit einem Gummi-Futter ausgestattet wurde, dass von einem Autoreifenhersteller speziell für Salomé angefertigt wurde.
Neben Berichten zur visuellen Opulenz schürte Nazimova das publicityträchtige Gerücht, dass alle am Film Beteiligten als Hommage an Wilde entweder schwul, lesbisch oder bisexuell gewesen seien. Die Figur eines römischen Soldaten, der den syrischen Hauptmann begehrt, wurde eigens dazu erfunden.
Trotz der öffentlichen Diskussion, die sich um Salomé entspann - als besonders anstössig empfanden die Zensoren die Vermischung von "Dekadent-Perversem" mit biblischen Figuren und Motiven - floppte der Film an den Kinokassen. The New Republican schrieb gar: "Entwürdigend und unintelligent. Nazimova versucht sich an einer Rolle, für die sie keinerlei Qualifikation besitzt [...] Wie sehr sie sich auch bemüht, sie kann nicht verführerisch sein [...] Die tödliche Verlockung des Sexes, die Wildes Stück wie ein schleichendes Gift durchdringt, wird in dem Augenblick ausgetrieben, in dem man ihrer knabenhaften Gestalt gewahr wird."
Andere hingegen erkannten die künstlerische Vision, die hinter dem Projekt steckte und reagierten entsprechend. Im Life Magazine hiess es: "Die Personen, die für Salomé verantwortlich sind, verdienen von ganzer Seele die Dankbarkeit eines jeden, der an die Möglichkeiten des Films als Kunst glaubt." (StummFilmMusikTage Erlangen)

«"Salome" ist die Stummfilmversion der Tragödie von Oscar Wilde, deren Drehbuch Natacha Rambowa, die Frau des berühmten Schauspielers Rudolph Valentino, unter dem Pseudonym Peter M. Winters verfasst hat. Rambowa entwarf auch das opulente Dekor und die Kostüme, für die sie sich an den Originalillustrationen von Aubrey Beardsley zu Wildes Theaterstück orientiert hat. Produziert wurde der bis zur Stilisierung künstlich gehaltene Film von der russischen Tänzerin und unabhängigen Filmemacherin Alla Nazimova. Publikumswirksam liess Nazimova verbreiten, dass als Hommage an Oscar Wilde der Film mit einer durchweg homosexuellen Crew und Besetzung produziert worden sei und löste damit einen ungeheuren Skandal aus. Auch wegen seiner offenen Darstellung von Homosexualität wurde der Film stark zensiert.

Vor allem filmhistorisch ist "Salome" eine interessante "Ausgrabung", die die Dekadenz ihrer Entstehungszeit und die Exzentrik seiner Schöpfer spiegelt. Der Film kann als einer der wenigen experimentellen Filme betrachtet werden, der im Hollywood der 20er Jahre entstand. Nach mässigem Erfolg verschwand er in der Versenkung. 1993 wurde er vom George Eastman House wiederentdeckt und rekonstruiert; der Filmkomponist Marc-Olivier Dupin schuf eine neue Musik. Nun ist der "erste Kunstfilm Amerikas" erstmals wieder in einer Fassung zu sehen, die in etwa der ursprünglichen Länge entspricht.» (ARTE Presse)

General Information

Salome is a motion picture produced in the year 1923 as a USA production. The Film was directed by Charles Bryant, with Alla Nazimova, Nigel de Brulier, Mitchell Lewis, Rose Dione, , in the leading parts.

Szenenphoto aus Salome, © Nazimova Productions, Inc.
Szenenphoto aus Salome, © Nazimova Productions, Inc.Szenenphoto aus Salome, © Nazimova Productions, Inc.

Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

Unter anderem wurde der Film bei folgenden Filmfestivals aufgeführt:

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