Song

Mise en scène: Richard Eichberg, , Allemagne, 1928

    Szenenphoto aus Song, © Eichberg-Film GmbH, Berlin

    Stills and posters © Eichberg-Film GmbH, Berlin


    Génénerique

    Production Eichberg-Film GmbH, Berlin
    Producteur Richard Eichberg
    Metteur en scène Richard Eichberg
    Scénariste Helen Gosewish
    Adolf Lantz
    D'après Karl Vollmoeller ["Schmutziges Geld", novel]
    Directeur de la Photographie Bruno Mondi
    Heinrich Gärtner
    Direction artistique Willi A. Herrmann
    Acteurs Anna May Wong [Song]
    Heinrich George
    Julius E. Herrmann
    Paul Hörbiger
    Mary Kid
    Hans Adalbert Schlettow

    Spécifications techniques
    Infos techniques: Format: 35 mm, 1:1,33 - Noir et Blanc,, 2739 meters, 6 reels
    Sonorisation: non indiqué
    Première Présentation: 21. Aout 1928 in Berlin, Alhambra
    Critiques (en Allemand): Song - Anna May Wong in ihrem ersten Europafilm

    «Die Mongolin aus Hollywood vor der deutschen Kamera des Herrn Gärtner. Und wenn man ihre Gastspiel-Arrangeure überschaut, vom Welt-Literaturreisenden Vollmöller und dem Regisseur freudenvollster Klamauk-Kisten Eichberg bis zu Adolf Lantz, der dem Film die Literatur zuführt, und diesmal die Autorin Helen Gosewish vorstellt, so wird einem ob der widerstrebenden Elemente des Fabrikanten-Kollektivs bange. (Dazu noch England als Supervisor dieses Films!)

    Aber die Mitarbeiter einigten sich doch, die Gegensätze glichen sich aus, da man allein der Frau vor der Kamera dienen wollte. Das Wagnis ist gelungen: einen (zweiten) Star aus Hollywood wurde in Berlin eine erste Starrolle geschaffen, für die nicht nur der Kurfürstendamm, sondern die Hunder[t]prozentigen aller Rassen Sympathie aufbringen können. Von Hitler bis Ku-Klux-Klan.

    Schwer war die Aufgabe: Hundert Rücksichten verweisen die Autoren auf mühevolle Konstruktionen. Soll doch ein Film und die Frau, die er ins Licht stellt, nicht nur an einer Ecke gefallen, deren Weltgenossen jedem Menschen das menschlichste Gefühl entgegenbringen, fern aller Fremdheit, und komme er aus fernstem Osten mit aller Mystik seiner Mandel- und Schlitzaugen.

    Anna May Wong, die Oestliche, hat lang genug in den exotischen Gärten Kaliforniens gefilmt, um zu wissen, wie sie ihre mimische Kraft gegen den konventionellen Filmstil durchsetzen kann. Und Vollmöller hat gewiß aus einem Dutzend der vielen Dutzendfilme, die wir gar nicht erst nach Europa bekommen, die Geschichte von der gedemütigten und erniedrigten Magd abgelesen, in der etwa Viola Danna ein armes Hindumädchen spielt; die ihren Weißen liebt und dran sterben muß.

    Auch Song muß sterben. Den Liebestod der Andersrassigen. Ach arme Butterfly, ach, arme Song.

    Die Butterfly-Romantik mit dem Realismus der Sonja-Geschichte Dostojewskys - und die brutal-amerikanische Hafenviertel-Atmosphäre, in dieses Milieu konnte man Anna May Wong stellen, zwischen Literatur und Kintopp, damit diese Yankeechinesin mit den Künsten einer östlichen Nielsen spielen kann. Und sie spielt gut.

    Auch wenn sie mehr der Venus als der Psyche gleicht und ihre rührende Jungfrau so tapfer strampeln und beißen, so wunderbegabt tanzen kann, daß man ihr und ihren Autoren nicht ganz treu bis in den Tod der Song folgt. Diese behende zähe Krabbe stirbt nicht so leicht. Aber da gibt es eben - das alte Gesetz ... und einen Unglücksfall für's sorry end.

    Der Film darf das hemmungsvolle Liebepaar nicht zum Paaren treiben ... und so erfinden die Autoren die rührende Geschichte vom Parfüm der fremden Frau, das der erblindete Jack am Körper der verkleideten Song einatmet, so daß er sie anstelle der vermeintlichen Geliebten küßt. Die keusche Magd empfängt den Kuß, der der Herrin gebührt.

    Filmisch eine besonders gut gelungene Episode der in eine lange aber spannende Kette romantischer Ereignisse aufgelösten Filmgeschichte. Eisenbahnüberfall, Varieté-Attraktionen - bis an die kitzeligen Grenzen der Nervenreizung geht der Film - - wenn Jack von den ausströmenden Dämpfen der D-Zug-Lokomotive erblindet - - oder Song als Varieténummer mit den Wurfmessern verwundet wird.

    Der Eindruck wird zum Einhämmern. Man spürt den Ueberdruck der Regie. Reine Anschaulichkeit dringt aus dem Bild, sobald May Wong erscheint. Die Mongolin mit dem amerikanischen Girlkörper, in der nur beim Tanz der fremde Rhythmus, ein Wiegen aus dem Pflaumenblütentanz des Urlandes ihren Körper umzaubert.

    Aber das Antlitz. Augen wie dunkle Truhen. Ihre Wimpern hängen wie ein Baumzweig über ihnen.

    Ihre Lippen mimen amerikanisch - und doch hat sie vor allen ihren Kollegen ein Geheimnis ihrer Rasse voraus: daß die Maskenstarre ihres Antlitzes fixiert bleibt, auch wenn ihre Augen schreien, ihre Lippen aufbrennen. Dadurch ist sie für die Kamera geradezu auserlesen, die unter Gärtners porträtschaffender Hand denn auch eine Fülle fremden Lebens im fremden Antlitz uns menschlich nahe bringt.

    Das ist eine große Tat der Film-Technik: das fremde Leben so ins nahe Licht zu bringen.

    Die übrigen Mitwirkenden, unter denen der lustige Musikant Paul Hörbiger neben der unmöglichen Mary Kiel [!], dem blassen H.A. von Schlettow auffällt, stellen ein befriedigendes Gastspielensemble.

    Heinrich George gibt die Masse weißer Mensch gegenüber der dunklen Dienerin. Eine undankbare Aufgabe, so lustlos, verschmiert, träge und brutal sein zu müssen. Er hat den Galgenhumor nicht mit ins Atelier gebracht. Auch ihm gelingen ein paar große Augenblicke - - .Die Schminke des Fuhrmann Henschel und der Menschenhaß des Hinkemann sitzen seinem verbummelten Artisten aus der - übrigens in ausgezeichneten Bildern eingeschnittenen Hafenwelt von Konstantinopel - zu tief im Herzen.

    Ueber allem und vor allem also: das Schauspiel Anna May Wong.(...)» (Ernst Jäger, Film-Kurier 10.Jg. Nr. 199, 21.8.1928)

    Anna, die Chinesin.

    Als der "Dieb von Bagdad" bei uns erschien, wies der "Kinematograph" ausführlich auf die Bedeutung der chinesischen Schauspielerin Anna May Wong hin, die zwar im Programm nur als Dienerin der Prinzessin Julanne Johnston erschien, diese aber an Intensität des Spiels und im Umfang der Rolle weit überragte. Der kluge Fairbanks wußte schon, was er tat.

    Richard Eichberg, der mit Vorliebe unerprobten Talenten in seinen Filmen Gelegenheit gibt, sich auszuwirken, gibt jetzt Anna May Wong Gelegenheit, in einer ganz großen Rolle zu erscheinen. Denn dies ist schließlich auch charakteristisch für Amerika, daß man es nicht wagte, sie in einer führenden Rolle herauszustellen. - Selbst im "Wr. Wu" [!], wo jede Gelegenheit gewesen wäre, wurde Anna nur episodisch beschäftigt, dagegen Renée Adorée in den Vordergrund gerückt, wo sie[,] deren Fähigkeiten auf anderem Gebiete liegen, nicht mit Ehren bestehen konnte. Eichberg öffnet der chinesischen Künstlerin in dem Film "Schmutziges Geld" den Weg zum Weltruhm. Er hat in Neubabelsberg eine Stadt aufbauen lassen, die Singapur sein kann oder eine andere Hafenstadt des Ostens, worin Anna May Wong, wie aus der eben gefilmten Szene hervorzugehen schien, eine Hafendirne ist. Wenigstens schien Heinrich George, dem nach Wochen der Bartlosigkeit wieder ein Schnauzer über die Lippen hängt, ein betrunkener Matrose zu sein, der die Chinesin liebt. Mit ganz sparsamen Bewegungen, mit einem Schluchzen im Halse, das zu Herzen gehen wird. Die May Wong spiegelte in dieser Szene die Empfindungen Georges in ihrem Gesicht. Man weiß, daß diese Künstlerin vor allem mit den Augen spielt. Sie ging hier über den Kreis der bisher geübten Schauspielkunst hinaus.» (Quelle: Kinematograph, 22.Jg., Nr.1107, 6.5.1928; Rubrik: Hinter Filmkulissen)

    "Song"

    «Große Premiere in der Alhambra am Kurfürstendamm, dem umgebauten, renovierten Theater, das jetzt von Eugen R. Schlesinger geführt wird und das in Paul Dessau einen wertvollen, geschickten Kapellmeister bekommen hat.

    Man eröffnet das verjüngte Haus mit dem ersten Film, den Eichberg in Deutschland für British International gemacht hat, zeigt in dem Stück Anna May Wong, den Star, der unbedingt die Geschichte vom kleinen Malaienmädchen trägt und mit Heinrich George zusammen den Erfolg des Abends entscheidet.

    Die Handlung, das muß klar gesagt werden, ist schlimmste Hintertreppe. Da wird ein kleines Malaienmädchen im Hafen von Jack, dem Artisten, gerettet, aber zwei Minuten darauf beinah gewaltsam dazu gezwungen, Zielscheibe beim Messerwurf in einer Vorstadtkneipe zu werden.

    In diese Kneipe ist der einst bedeutende Artist gekommen, weil er auf eine Frau eifersüchtig war, seinen Nebenbuhler ins Wasser warf, selbst nachsprang und nachher in der Großstadt untertauchte, um sich der irdischen Gerechtigkeit zu entziehen.

    Man kann sich denken, was sich ungefähr tut, wenn die Tänzerin und Jack zusammentreffen. Nein, man kann es nicht, denn hundertundfünfzig Meter ist sie wahnsinnig in ihn verliebt, zweihundert Meter weist sie ihn von sich, und schließlich geht er unter die Räuber, um Geld zu verdienen.

    Er überfällt mit Komplicen einen Eisenbahnzug, verliert dabei das Augenlicht und redet sich ein, daß die Tänzerin ihn heilen läßt. In Wirklichkeit stammt das Geld von der Anna May Wong, die es aber gestohlen hat und die dafür einem jungen Mann gefällig sein muß.

    Das heißt, genau weiß man das nicht, weil sie plötzlich als große Tänzerin im Palast-Varieté auftritt.

    Jedenfalls erhält Jack das Augenlicht wieder, vergreift sich an seiner Retterin, sucht erst die tanzende Dame, und als er schließlich erfährt, was eigentlich los ist, die kleine Malaiin, die sich in diesem Augenblick in Schwerter stürzt, zwischen denen sie tanzen soll.

    Einige Leute behaupten, daß Anna May Wong am Schluß stirbt, daß Heinrich George blind wird. Ganz klar ist die Sache nicht erwiesen.

    Diese fürchterliche Geschichte hat Eichberg ausgezeichnet inszeniert. Er gibt ihr dekorativ den großen Rahmen, fügt fabelhafte Szenen aus Varieté und Kababett [!] zu, läßt elektrisches Licht in allen Beleuchtungseffekten spielen und macht aus Konstantinopel, dieser Stadt, die sich in ganz Europa am wundervollsten photographiert, so eine Art Film-Singapur.

    Er entdeckt Anna May Wong nicht nur für Europa, sondern vielleicht für den Film, denn er stellt diese hochtalentierte Frau zum erstenmal in einen großen Rahmen, macht aus ihr eine asiatische Mary Pickfort, die in Heinrich George einen unübertrefflichen Partner hat. Dieser Mann findet sich selbst durch diesen Kitsch durch, der in der Idee von Vollmöller stammen soll, und der im einzelnen von Herrn Adolf Lantz und Frau Helen Gosewish verantwortlich gezeichnet ist. Sein Jack wird zu den großen schauspielerischen Leistungen deutscher Filmkunst gehören. Er bedeutet neben der May Wong den einzigen Gewinn. Frau Mary Kid wirkt deplaciert, Adalbert von Schlettow kann mit seiner Rolle nichts Rechtes anfangen und Paul Hörbiger sich nicht entfalten.

    Wenn es Beifall gab, ist das Eichbergs Regie und den beiden Hauptdarstellern zu verdanken. In der Provinz, wo man an das Manuskript nicht so große Anforderungen stellt, wird der Film ein gutes Geschäft.» (Quelle: Kinematograph, 22.Jg., Nr.1146, 23.8.1928)

    Song

    «Ein glücklicher, großer Start. Die schlanke Chinesin mit den rätselvollen, unergründlichen Augen, Anna May Wong, hat auf der ganzen Linie gesiegt. Nicht etwa, weil ihre ostasiatische Fremdheit und Scheu bezaubert. Sondern, weil sie eine Gestalterin hohen Grades ist, eine Künstlerin, wie sie der Weltfilm nur ganz wenige besitzt.

    Carl Vollmöller, der Vielgewandte, der Mirakelmann, hat eine Novelle geschrieben, in der ein kleines Chinesenmädel an der Liebe zu einem Manne, der von dieser Liebe nur leichtweg das Körperliche nimmt, zugrunde geht. In einem Milieu, das trostlos und bunt zugleich ist: Hafenkneipe einer orientalischen Stadt am Meer, eine Mischung von Marseille, Konstantinopel und Aden. In einem Vorstadtvarieté, einem kahlen Zimmer und einem Luxushotel vollziehen sich die Schicksale, bunt, seltsam und doch vom Hauch einer tiefen Menschlichkeit umweht.

    Die Manuskriptbearbeiter Adolf Lantz und Helene Gosewich haben den rein psychologischen Stoff Vollmöllers auf Filmwirkung bearbeitet. Es ist dabei weniger ein geschlossenes, von Steigerung zu Steigerung schreitendes Drama herausgekommen, als ein fesselnder Filmroman mit dramatischen Effekten, mit stark vorgetriebenen Spannungen, mit glücklichen Situationen. Die Figuren sind mit bemerkenswerter Plastik herausgearbeitet: insbesondere die mit geradezu hingebender Liebe ziselierte Gestalt, die Anna May Wong zu verkörpern hat und aus der sie, vorweg bemerkt, ein menschliches Erlebnis ersten Ranges macht.

    Ein Artist, breitschultrig, brutal, irgendwo von einer gelassenen Gutmütigkeit, befreit ein kleines Chinesenmädel von zwei Burschen, die sie bedrängen. Unausbleibliche Folge: sie geht nicht mehr von ihm. Er tritt in einem Hafenvarieté auf, hat eine Nummer, in der er mit breiten Messern die Silhouette einer menschlichen Gestalt abtastet. Die schlanke Chinesin wird jetzt Partnerin des Messerspielers, sie tanzt und verkauft an die lärmenden, lüsternen Gäste der Kneipe Postkarten.

    Für den Artisten ist sie die Partnerin, mit der man zusammenlebt, die mit zu den Aktiven gehört, ohne daß irgendwelche gefühlsmäßigen Bande ihn verpflichten. Denn er ist ein Mann mit einer Vergangenheit, von der nicht loszukommen ist. Einstmals liebte er eine Artistin, warf ihretwegen einen Mann ins Meer und verschwand, angeblich ertrunken. Und diese Frau taucht jetzt plötzlich als gefeierter Star auf, eine Laune läßt sie ihren Freund bitten, sie in ein Hafenvarieté zu fahren - und da sehen sie sich wieder. Auch in dem großen Varietéstar erwachen kleine Gefühle. Nicht übermäßig, aber sie flirtet mit dem heruntergekommenen Geliebten von ehemals. Er nimmt die leichte Laune für das Wiedererwachen der großen Liebe, er braucht nur Geld, Geld, um mit dieser Dame standesgemäß aufzutreten. Aber das Geld liegt nicht auf der Straße: er beteiligt sich an einem Eisenbahnüberfall, der einen sensationellen Höhepunkt des Films bildet. Der Überfall mißlingt, der Artist versteckt sich unter der Lokomotive - und zischend, dampfend, pfeifend braust der Zug über ihn weg.

    Als er sich wieder erhebt - die Schienen sind tief gelagert - haben ihm die heißen Dämpfe die Augen verletzt. Langsam spürt er, daß er erblindet ist - und nun erwacht in der kleinen Chinesin eine rührende Geliebte, die nur für den brutalen, finsteren Mann da ist, den sie liebt und der leidet. Mit einer scheuen, stillen Zärtlichkeit sorgt sie für ihn, sie gibt sich hin, sie stiehlt, sie tanzt im Hotel - und zieht sich ihre Lumpen an, um in die Klinik zu dem Erblindeten zu gehen. Sie spielt die Rolle des Varietéstars, nach der seine Leidenschaft verlangt, nur um ihm eine glückliche Minute zu verschaffen. Und als er, glücklich operiert, diesen Betrug merkt, packt er sie wie ein Paket und schleudert sie auf die Straße.

    Zerschlagen wankt sie in das Luxushotel zurück und tanzt, in einem wunderbaren Kostüm, einen alten chinesischen Schwertertanz. Da erfährt er, daß der Varietéstar seit Wochen abgereist ist, daß alles, was er Gutes auf ihr Konto gesetzt hat, von der kleinen, scheuen, mißhandelten Chinesin für ihn getan ist, und er stürzt in das Hotel. Sie tanzt gerade zwischen den aufgerichteten, blitzenden Schwertern: da erscheint er, sie erschrickt und stürzt in einen der blitzenden Dolche. Wie ein Urmensch schleppt er sie auf seinen Armen in seine kahle Stube: und noch ihr letztes Wort, als seine Tränen fließen, ist die scheuliebende, mitleidsdurchwärmte Frage: "Tun dir noch deine Augen weh?" Und dann stirbt sie, still und menschenfern, wie sie in diesem ganzen, wundervoll menschlichen Film vor uns gelebt hat. Wenn ein Meister der Publikumswirkung wie Richard Eichberg einen so schweren, psychologisch zerklüfteten Stoff anfaßt, darf man damit rechnen, daß er ihn in filmwirksame Formen umgießt. Und er hat dieses schwierige Problem kunstvoll gelöst. Der Film verläßt nicht eine Minute lang sein hohes Niveau, und er ist so mit inneren Spannungen, optischen Reizen, überraschenden Situationen angefüllt, daß man immer neu mitgerissen wird. Und Eichberg hat die spezifischen filmischen Einfälle mit solcher Diskretion in den Rahmen der menschlich ergreifenden Handlung eingebaut, daß sie sich zwanglos in das schwermütig-farbige Gebilde einfügen.

    Der Film ist bewußt eine einzige Rolle für Anna Wong, die eine Gestalt schafft, rührend wie die Gish, von einer anmutigen Heiterkeit, mit einer hingebenden, stillen Schwermut. Es ist vielleicht der beste Vergleich, den man gestern von einem alten Filmmann hörte: eine jugendliche Asta Nielsen. Anna May Wong kann wirklich alles: Hingabe, Scheue, Trauer, Heiterkeit - alles bringt sie zwanglos, natürlich und mit einer ungeheuer einfachen Gebärde. Man weiß natürlich nicht, wieweit hier Richard Eichbergs erfahrene Hand geführt hat. Aber jeder war überrascht, weil sich die Wong nie wiederholte, wie immer ein neuer Ausdruck kam, wie ungezwungen Trauer, Anmut und Drolerie sich in ihrem Spiel vermischte. Dieser deutsche Film wird mit seinem eigenen Erfolg den Ruhm Anna May Wongs als einer der größten Filmkünstlerinnen durch die Welt tragen.

    Ihr Partner ist Heinrich George, der allmählich in das Format großer Menschgestaltung hineinwächst. Er hat die große darstellerische Begabung, auch das Unsympathische und Brutale einer Erscheinung noch menschlich verständlich und dadurch erträglich zu machen. Er ist ein Meister der Zwischentöne und es ist vor allem seiner Kunst zu verdanken, daß sein Artist bei aller Herzensroheit noch menschlich erträglich blieb. Etwas blaß und farblos war Mary Kid als Varietéstar: man hätte als Gegenspielerin für May Wong mehr eine dämonische, als eine blonde Schönheit erwartet. In einer kleinen Rolle fiel Paul Hörbiger auf, der witzig und mit unverwüstlichem Temperament einen Harmonikaspieler auf die Beine stellte.

    Ganz hervorragend war die photographische Leistung des Films, für die an erster Stelle Heinrich Gärtner verantwortlich zeichnet, mit ihm Bruno Mondi. Es war geradezu ein Meisterstück der modernen Kamerakunst. Es sei hier nicht einmal von einzelnen Effekten gesprochen, wie etwa die photographische Gestaltung des Erblindens, sondern nur von dem allgemeinen Niveau, das geradezu vorbildlich zu nennen ist. Die Gestalten sind außerordentlich individuell photographiert, die Beleuchtung löst die Figuren von den Wänden, es ist nicht übermäßig "gesoftet" und es sind auch harte Effekte da, wo sie hingehören: kurzum, es ist ein mit seltener Liebe und seltener Kunst photographierter Film. W.A. Hermann hat stilvoll und mit großer künstlerischer Wirkung gebaut. Das Publikum war begeistert und Beifallssalven brausten durch das Theater, und die Künstler Anna May Wong an der Spitze, konnten sich nicht oft genug zeigen.» (M.P., Lichtbildbühne 21.Jg., Nr.201, 21.8.1928)

    Song is a motion picture produced in the year 1928 as a Allemagne production. The Film was directed by Richard Eichberg, with Anna May Wong, Heinrich George, Julius E. Herrmann, Paul Hörbiger, Mary Kid, in the leading parts. The movie had its first screening on Aout 21, 1928 in Berlin, Alhambra. We have currently no synopsis of this picture on file;



    Bibliographie Stummfilmtage Bonn 2008, Katalog

    Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

      Unter anderem wurde der Film bei folgenden Filmfestivals aufgeführt:


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