La Sirène du Mississippi

Das Geheimnis der falschen Braut

Regie: François Truffaut, , Frankreich, Italien, 1969

  • FSK 16  

Plakatmotiv La Sirène du Mississippi, © Production Company

Stills and posters © Production Company


Stab und Besetzung

Regisseur François Truffaut
Drehbuch François Truffaut
Nach einer Vorlage von William Irish [Roman oder Erzählung]
Kamera Denys Clerval
Musik Antoine Duhamel
Darsteller Jean-Paul Belmondo [Louis Mahe]
Catherine Deneuve [Julie/Marion]
Michel Bouquet [Comolli]
Nelly Borgeaud [Berthe]
Roland Thenot [Richard]
Marcel Berbert [Jardine]

Technische Angaben
Kategorie: Langspiel Film
Technische Info: Format: 35 mm, 1:2.35 - Ratio: 1:2,35 - Farbfilm,Länge: 124 Minuten
Tonsystem: Ton
FSK ab 16 Jahren,
Szenenphoto aus La Sirène du Mississippi, © Production Company

Inhaltsangabe
Erwartungsvoll sieht Louis Mahe (Jean-Paul Belmondo), Tabakpflanzer auf der französischen Insel Reunion im Indischen Ozean, der Ankunft der "Mississippi" entgegen, mit der seine Braut Julie Roussel (Catherine Deneuve) eintreffen soll. Julie, die er über eine Anzeige gefunden und bisher nur durch ihre Briefe kennen gelernt hat, ist noch hübscher, als erwartet. Die beiden heiraten sofort, und Louis erteilt seiner jungen Frau unbedenklich Bankvollmacht, obwohl es in ihrem Verhalten gewisse Dinge gibt, die ihn eigentlich irritieren müssten. Die Quittung dafür bekommt er, als seine Frau den grössten Teil seines Geldes abhebt und damit von der Insel verschwindet. Offensichtlich ist er einer Schwindlerin aufgesessen. Daraufhin beauftragt er den Privatdetektiv Comolli (Michel Bouquet), nach der Betrügerin zu suchen. Er selbst fliegt nach Europa, wo er die falsche Julie durch einen Zufall als Animiermädchen in einem Nachtlokal in Antibes wieder findet. Louis glaubt nur zu gern ihren Beteuerungen, dass sie ihn liebe und sich lediglich unter Druck zu dem betrügerischen Spiel mit ihm bereitgefunden habe. Er mietet sich mit ihr in einer Villa in Aix-en-Provence ein; Comolli bittet er, seine Nachforschungen einzustellen. Als der Detektiv das ablehnt, reagiert Louis in einer Weise, die ihn zwingt, nun erst recht mit seiner Frau unterzutauchen. Auf der Flucht vor der Polizei verstecken sie sich in einem Wochenendhaus an der Schweizer Grenze. Was Louis dort mit ihr erlebt, ist ein neuer Schock für ihn...... (BR Presse)

Szenenphoto aus La Sirène du Mississippi, © Production Company
Kritiken : "Eine perfekte Mischung von serienhafter Trivialgeschichte und fein ausbalanciertem Drama der Leidenschaften" (Frankfurter Rundschau)

Anmerkungen : "Das Geheimnis der falschen Braut" gehört zu den schönsten Filmen Truffauts und ist eine würdige Hommage an sein verehrtes Vorbild Alfred Hitchcock. Er hat hier Elemente des Abenteuerfilms und des Krimis eingesetzt; zentrales Thema ist jedoch - wie so oft bei ihm - die leidenschaftliche Liebe bis hin zur Selbstaufgabe oder Selbstzerstörung. (ARD Presse)

"Zwei Superstars der französischen Kinoszene - Jean-Paul Belmondo und Catherine Deneuve - spielen die Hauptrollen in diesem Film von François Truffaut, der nach einem 'schwarzen' Roman von Cornell Woolrich entstand. Im Gewand eines abenteuerlichen Kriminalfilms erzählt er die Geschichte einer 'amour fou' und spielt dabei raffiniert mit Versatzstücken amerikanischer und französischer Kinotraditionen.
2001 verfilmte Michael Cristopher den Woolrich-Roman 'Waltz into Darkness' noch einmal - mit Antonio Banderas und Angelina Jolie in den Hauptrollen, ebenfalls ein überaus attraktives, aber längst nicht so starkes Paar wie ihre Vorgänger.
'Das Geheimnis der falschen Braut', entstanden nach einem 'schwarzen' Krimiklassiker von William Irish alias Cornell Woolrich, gehört zu den schönsten Filmen von François Truffaut - eine würdige Hommage an Truffauts Lieblingsregisseur Alfred Hitchcock und zugleich die Geschichte einer (selbst-) zerstörerischen Liebe. 'Seine Variation über das Thema der 'amour fou' - gespickt mit zahlreichen Hinweisen auf amerikanische und französische Kinotraditionen - ist hervorragend gespielt und mit doppelbödiger Ironie inszeniert' (Lexikon des Internationalen Films). Dabei entfaltet Truffaut eine schwelgerisch schöne Bilderwelt, die deutlich macht, dass hier nicht Realität dargeboten, sondern die künstliche Wirklichkeit des Kinos beschworen wird. In der schwarzen Liebesgeschichte sind die Rollen vertauscht: 'Catherine Deneuve war der böse Junge, ein mit allen Wassern gewaschener Ganove, und Jean-Paul Belmondo war das junge, verschüchterte Mädchen, das sich alles von seiner Hochzeit verspricht ...' (François Truffaut). Das Ziel, das er mit seiner Cornell-Woolrich-Adaption verfolgte, formulierte er gegenüber seiner Titelheldin Catherine Deneuve: 'Niemals waren die amerikanischen Filme besser als dann, wenn James Stewart und Katharine Hepburn, Cary Grant und Grace Kelly, Bogart und Bacall ein Paar bildeten. Mit 'Das Geheimnis der falschen Braut' will ich ein neues, brillantes und starkes Tandem zeigen: Jean-Paul, so lebendig und zerbrechlich wie ein Held von Stendal, und sie, die blonde Sirene, deren Gesang von Giraudoux inspiriert wird.'
Es ist Truffauts zweite Hommage an das Kino des 'Master of Suspense' und seine zweite Adaption eines Romans von Cornell Woolrich. Ein Jahr zuvor hatte er den Roman 'Die Braut trug schwarz' auf die Leinwand gebracht und die Titelrolle wieder mit einer ganz Grossen des französischen Kinos, mit Jeanne Moreau, seinem Star aus 'Jules und Jim', besetzt. Woolrich war für den 'film noir' wohl der wichtigste Stofflieferant, nicht nur Truffaut und Hitchcock ('Das Fenster zum Hof'), sondern auch Robert Siodmak ('Zeuge gesucht'), Mitchell Leisen ('Entgleist'), Ted Tetzlaff ('Das unheimliche Fenster') und Rainer Werner Fassbinder ('Marta') adaptierten seine surrealistisch düsteren, meist im Grossstadtdschungel angesiedelten Geschichten.
Weitere Informationen zu Cornell Woolrich:
Cornell Woolrich (1903 - 1968), in New York geboren und in New York gestorben, war neben Dashiell Hammett und Raymond Chandler der Kriminalautor, dessen Werk nicht nur für die Literaturszene seiner Zeit, sondern auch für ein bestimmtes Filmgenre am wichtigsten war: Seine Stoffe, die düstere Grundstimmung seiner Arbeiten, das Environment und die gebrochenen Helden machten ihn zu einem idealen 'Lieferanten' für die 'Schwarze Serie' im Hollywood der vierziger Jahre und ihrer Nachfolger.
Woolrichs Helden waren keine Detektive wie bei Raymond Chandler (Philip Marlowe) oder Dashiell Hammett (Sam Spade), es waren Menschen, die aus ihrer bürgerlichen Existenz herausfallen und zu einem Spielball eines mitleidslosen Schicksals werden. Der 'Zufall' - auch Schicksal genannt - bringt sie mit einem Verbrechen in Verbindung, sie werden zu Verfolgten und zu Beschuldigten, zu Opfern eines Geschehens, das sich im Labyrinth der nächtlichen Grossstadt abspielt. Hilflos geraten sie in einen Strudel von Ereignissen, versuchen sich zu wehren gegen einen Alptraum des Unerklärlichen, die Angst ist das alles beherrschende Gefühl.
Cornell Woolrichs Leben war von dieser Angst bestimmt. Fast 40 Jahre lang hat Woolrich in Hotelzimmern gelebt, Furcht vor der Begegnung mit Menschen hat ihn zu einem Mann gemacht, dessen innigste Beziehung die zu seiner Mutter - und zur Schreibmaschine war. Woolrich war ein 'Voyeur', der das Leben beobachtete und seine Beobachtungen niederschrieb, um alles von sich fernzuhalten - wie sein Held in der Kurzgeschichte 'Das Fenster zum Hof', die von den 'Mystery Writers of America' mit einem 'Edgar' (dem Oscar für Kriminalautoren) ausgezeichnet wurde und Alfred Hitchcock zu einem seiner Meisterwerke inspirierte.
Rund 60 Filmtitel sind nach Woolrich-Vorlagen entstanden, einige Romane oder Storys wurden mehrmals verfilmt. Woolrich selbst hat daran nicht viel verdient, er war zu weltfremd und zu menschenscheu, aus seinem Ruhm Publicity-Kapital zu schlagen. Dennoch hat er so viel 'Geld gemacht', dass er ein Millionenerbe per Stiftung vermachen konnte." (Walter Greifenstein, BR Presse)

La Sirène du Mississippi ist ein Film, der im Jahr 1969 in Frankreich, Italien produziert wurde. Regie führte François Truffaut, mit Jean-Paul Belmondo, Catherine Deneuve, Michel Bouquet, Nelly Borgeaud, Roland Thenot, in den wichtigsten Rollen.

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