Ich möchte kein Mann sein

Regie: Ernst Lubitsch, , Deutschland, 1918

    Szenenphoto aus Ich möchte kein Mann sein, © Projektions-AG Union (PAGU)


    Stab und Besetzung

    Produktion Projektions-AG Union (PAGU)
    Produzent Paul Davidson
    Regisseur Ernst Lubitsch
    Drehbuch Hanns Kräly
    Ernst Lubitsch
    Kamera Theodor Sparkuhl
    Architekt Kurt Richter
    Kurt Richter
    Darsteller Ossi Oswalda [Ossi]
    Curt Goetz [Dr. Kersten]
    Ferry Sikla [Brockmüller]
    Margarete Kupfer [Gouvernante]
    Victor Janson

    Technische Angaben
    Kategorie: Langspiel Film
    Technische Info: Format: 28 mm - Ratio: 1:1,33 - Schwarz-Weiss Film,Länge: 45 Minuten, 914 Meter, 18 Bilder pro Sekunde
    Tonsystem: silent
    Premiere: Oktober 1918 in
    Vorhandene Kopien: Kopien des Films sind erhalten [Archiv: George Eastman House (Rochester)]

    Inhaltsangabe
    Ossi, eine dynamische junge Frau mit wenig damenhaftem Benehmen, fühlt sich von ihrer Gouvernante und ihrem strengen Hauslehrer Dr. Kersten eingeengt. Um alle Privilegien auskosten zu können, die sonst der Männerwelt vorbehalten sind, wirft sie sich in eine elegante Herrengarderobe. Der Plan scheint aufzugehen, doch schon bald verliebt sich Ossi in Dr. Kersten und beschliesst, dass sie nun doch kein Mann mehr sein möchte..

    Ossi wächst bei ihrem wohlhabenden, meist auf Geschäftsreise befindlichen Onkel auf, betreut von einer Gouvernante, die sich völlig erfolglos bemüht dem jungen Fräulein seine Leidenschaft für Zigaretten, scharfe Getränke und Pokern auszutreiben. Ein neuer Hauslehrer wird engagiert. Dr. Kersten, der Ossi schwört, er werde sie bald "soooo klein" haben. Ossi ist jedoch fest entschlossen, sich endlich die Privilegien zu sichern, die ihrer Meinung nach die Männerwelt geniesst.

    Sie lässt sich eine elegante Herrengarderobe anfertigen und entwischt abends in einen Tanzpalast. Dort entdeckt sie Dr. Kersten mit einem Mädchen. Das Mädchen lässt Dr. Kersten stehen. Kumpelhaften Trost spendet Ossi, deren Identität er nicht durchschaut. Mit Schnaps und Zigarren trösten die beiden sich über die Launen der Weiber hinweg. Teils wegen des Rauchs und des Alkohols, teils wegen ihrer erwachenden Zuneigung zu ihrem Lehrer fühlt Ossi bald, dass sie doch lieber kein Mann sein möchte.

    Im Morgengrauen nehmen die beiden eine Droschke nach Hause. In ihrer trunkenen Fröhlichkeit küssen sie sich. Der Fahrer verwechselt die Adressen, sodass Ossi am nächsten Vormittag in einem ihr fremden Bett aufwacht. Immer noch in ihren Männerkleidern geht sie nach Hause, wo Dr. Kersten in ihrem Bett geschlafen hat. Er durchschaut Ossis Spiel immer noch nicht. Ossi erklärt ihm, sie wolle nur nach seiner/ihrer Cousine Ossi schauen. Dr. Kersten fleht den Saufkumpan der letzten Nacht an, seinem Zögling bloss nichts zu erzählen. Ossi lässt ihre langen Haare sehen und kündigt ihm an, sie werde ihn bald "sooo klein" haben. Die beiden fallen sich glücklich in die Arme. (arte Presse)

    Kritiken : "Man hat sich bereits daran gewöhnt, mit grossen Erwartungen auf einen recht launigen Abend das Kino zu betreten, wenn ein Lubitsch-Lustspiel auf dem Programm steht. Diese Erwartung wurde bei der neuen Ossi-Oswalda-Komödie nicht enttäuscht. Es gab vielmehr sehr, sehr viel Drolliges zu sehen und in den Titeln zu lesen. Das Köstlichste ist natürlich die blonde Ossi in ihrer "tragikomischen" Hosenrolle. Es gab dann auch starke Lachsalven." (n., in: Lichtbildbühne, 8.5.1920)

    "Die zur Zeit erfolgreichste und beliebteste deutsche Lustspielfirma Lubitsch und Kräly hatte es sich mit ihrem neuesten, Ossi Oswalda auf den schlanken Leib geschriebenen Manuskript recht leicht gemacht. Denn die Geschichte von dem tollen, übermütigen Backfisch, der sich einmal als Junge ordentlich austobt, dabei in allerlei Nöte gerät und schliesslich im Hafen der Ehe landet, ist schon tausendmal vorher in allen möglichen Variationen auf die Bühne gebracht worden. Wenn es trotzdem den Autoren gelungen ist, das Publikum zu stürmischer Heiterkeit hinzureissen, ja, es zeitweise direkt zum Wiehern zu bringen, - ich weiss, dass das kein hübscher Ausdruck ist, aber die Damen hinter mir haben es tatsächlich getan -, so ist ihr Verdienst um so höher zu bewerten. Die Hauptstärke liegt diesmal in den launigen Titeln, die voll Witz und famoser Situationskomik sind, während die Situationen selbst zum grossen Teile der Originalität entbehren. Trotzdem schlugen sie mächtig ein, was zum grossen Teile auf das Konto der Darsteller zu setzen ist.

    Ossi Oswalda entzückte durch ihr sprudelndes Temperament, ihre überschäumende Laune und ihre schelmische Koketterie. Ihr Gegenspieler, der sich gar rasch vom strengen Vormund zum verliebten Anbeter verwandelt, wurde von Curt Goetz elegant, flott und mit diskretem Humor dargestellt. Dass Lubitsch für eine sorgfältige und dabei doch sehr temperamentvolle Regie gesorgt und eine ganze Reihe entzückender Bilder gestellt hat, versteht sich beinahe von selbst." (Frank, in: Film-Kurier, 8.5.1920)

    «Man hat sich bereits daran gewöhnt, mit großen Erwartungen auf einen recht launigen Abend das Kino zu betreten, wenn ein Lubitsch-Lustspiel auf dem Programm steht. Diese Erwartung wurde bei der neuen Ossi-Oswalda-Komödie nicht enttäuscht. Es gab vielmehr sehr, sehr viel Drolliges zu sehen und in den Titeln zu lesen. Das Köstlichste ist natürlich die blonde Ossi in ihrer "tragikomischen" Hosenrolle. Es gab dann auch starke Lachsalven.» (n., in: Lichtbildbühne, 8.5.1920)

    Anmerkungen : "Von 1916 bis 1920 machten Lubitsch und Ossi Oswalda zwölf Filme miteinander. ICH MöCHTE KEIN MANN SEIN, ihre achte Zusammenarbeit, ist eine umwerfende berlinerische Komödie, in der das Temperament der Inszenierung völlig identisch wird mit dem Temperament der Komödiantin; wer jemals das, was Damen wie Marika Rökk oder Lilo Pulver auf die Leinwand donnerten, für Temperament hielt, hat Ossi Oswalda nie erlebt. Eine Schönheit war sie eigentlich nicht, aber mit ihrem rundlichen, frechen Gesicht und der entspannten Selbstverständlichkeit ihrer emanzipierten Teenager-Vitalität genau die erquickliche Person, von der sich ein ganzes Regiment Dragoner gerne hätte die Pferde stehlen lassen. Der junge Curt Goetz, in seinen witzig-mokanten Allüren schon ganz der alte Goetz, ist ihr ein idealer Partner." (Ilona Brennicke/Joe Hembus: Klassiker des deutschen Stummfilms; Goldmann, München 1983)

    Eine junge Frau unter der Fuchtel ihres Onkels. Als er verreisen muss, engagiert er einen Instruktor. Sie kleidet sich als Mann und nutzt die Schwächen des resoluten Vormunds. Lubitsch gibt der temperamentvollen Ossi Oswalda eine brillante Plattform, macht sich lustig über die bürgerliche Doppelmoral und stellt gar die Geschlechtertrennung infrage. (Locarno 2010)

    «Ernst Lubitsch führte 1915 zum ersten Mal Regie für den Film "Als ich tot war", in dem er selbst die Hauptrolle spielte. Lubitsch wurde mit Rollen in Aufsteigerkomödien zum Publikumsliebling und Star.

    Aljoscha Zimmermann (1944-2009), Pianist und Komponist, begleitete im Filmmuseum München über lange Jahre Stummfilme, insbesondere Filmpräsentationen des damaligen Direktors Enno Patalas in den 1980er und 1990er Jahren. Eine besondere Affinität entwickelte er dabei zu den rasanten Filmkomödien von Ernst Lubitsch, die ihn mit ihrem Tempo und den pointierten Dialogen zu kongenialen Filmmusiken inspirierten.» (Arte Presse)

    Ich möchte kein Mann sein is a motion picture produced in the year 1918 as a Deutschland production. The Film was directed by Ernst Lubitsch, with Ossi Oswalda, Curt Goetz, Ferry Sikla, Margarete Kupfer, Victor Janson, in the leading parts. The movie had its first screening on Oktober 00, 1918.



    Literatur Hinweise - Film-Kurier, 8. Mai1920
    - Lichtbildbühne, 8. Mai 1920
    - Filmmuseum München, Heft 10. 2006

    Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

    Unter anderem wurde der Film bei folgenden Filmfestivals aufgeführt:


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