Stalker

Regie: Andrej Tarkovskij, , UdSSR - Sowjet Union, 1979

    Plakatmotiv Stalker, © Production Company

    Stills and posters © Production Company


    Stab und Besetzung

    Regisseur Andrej Tarkovskij
    Drehbuch Arkadij Strugatzki
    Boris Strugazki
    Kamera Aleksandr Knjazhinskij
    Musik Eduard Artemyev
    Darsteller Natacha Abramowa [Martha, Tochter des Stalkers]
    Alisa Frejndlikh [Die Frau des Stalkers]
    Nikolaj Grinko [Professor für Physik]
    Aleksandr Kajdanovskij [Stalker]
    Anatolij Solonizijn [Der Schriftsteller]

    Technische Angaben
    Kategorie: Langspiel Film
    Technische Info: Format: 35 mm - Farbfilm,Länge: 161 Minuten
    Tonsystem: Ton
    Szenenphoto aus Stalker, © Production Company

    Inhaltsangabe
    Unter der Führung eines "Stalkers" - ein Pfadfinder und Ortskundiger, der am Rande der Welt in einer vom Verfall gezeichneten Industrielandschaft lebt - begeben sich ein Wissenschaftler und ein Schriftsteller in die so genannte Zone: ein geheimnisvoller, verbotener Ort, an dem angeblich die tiefsten Wünsche der Menschen in Erfüllung gehen. Zu dritt betreten sie eine menschenleere Welt, in deren Mitte ein verfallenes Gebäude steht. Hier gehen Realität und Traumwelt nahtlos ineinander über, was unter den Männern Angst und Faszination auslöst - und die unterschiedlichen Motive des abenteuerlichen Ausflugs der drei Reisenden in die Geheimnis umwobene Zone zutage bringt. Die Expedition wird zum Trip in die Innenwelt der Protagonisten und zum Panorama einer gottverlassenen europäischen Zivilisation.

    Ausgangspunkt der Handlung ist eine in Zeit und Ort nicht näher beschriebene Stadt, die am Rande eines als Zone bezeichneten Gebietes liegt. In dieser Zone geschehen seltsame Dinge.
    Es gibt rätselhafte Erscheinungen, deren Ursache zum Zeitpunkt der Handlung schon Jahre zurückliegt und nur vermutet werden kann. War es der Besuch einer ausserirdischen Zivilisation oder ein merkwürdiger Meteoriteneinschlag, man weiss es nicht. Das Gebiet wurde evakuiert, abgesperrt und steht unter schwerer militärischer Bewachung. Der Stalker - eine Art Pfadfinder, Ortskundiger oder auch Kundschafter - verdient sich seinen Lebensunterhalt damit, Leute durch den Sperrgürtel zu bringen und sie innerhalb der Zone zu führen. Er hat ein Gespür für diesen sich ständig verändernden Ort entwickelt, fühlt die Gefahren im Voraus und hat seine Methoden, den tödlichen Fallen, die die Zone stellt, auszuweichen. Zwei seiner Kunden, der "Professor" und der "Schriftsteller", wollen aus unterschiedlichen Motiven an einen Ort gebracht werden, der sich in der Zone befindet und der als "Raum der Wünsche" bezeichnet wird. An dieser Stelle gehen, glaubt man der Legende, die geheimsten, innigsten Wünsche in Erfüllung. Während der Schriftsteller sich die ihm seit einiger Zeit fehlende Eingebung zurückwünschen möchte, hat der Professor völlig andere Absichten: Er will diesen Raum zerstören, weil er dessen Missbrauch befürchtet. Aber auch der Stalker selbst hat seine Gründe, an diesen Ort zu gehen. Seine Tochter ist krank, der Beruf des Vaters und das Leben nahe der Zone haben an dem Mädchen ihre Spuren hinterlassen. Dieser Wunsch ist so stark, dass er sogar bereit ist, seine beiden Begleiter zu opfern.... (Arte Presse)

    Szenenphoto aus Stalker, © Production Company
    Kritiken : "Typisch Andrej Tarkowskij: Sein famoses Filmkunstdrama isrruhig, unheimlich und lang - Wie in seiner Stanislaw-Lem-Verfilmung "Solaris" führt auch diese Reise letztlich in die Innenwelt der Protagonisten. Unzufrieden mit seiner ersten Fassung, liess Tarkowski den kompletten Film vernichten und drehte alles noch einmal - eine Radikalität, die sich auch in der Sowjetunion nur wenige Filmschaffen leisten konnten. Tarkowskij zählte mit seinen metaphorisch dichten Werken, die sich einer schlüssigen Deutung entziehen, zu den bedeutendsten Regisseuren des Kinos der ausgehenden Sowjetunion." (TV Spielfilm 15/2008)

    «Stalker schmuggelt Leute in die Zone, die wie ein Militärstützpunkt bewacht wird und von der gesagt wird, dass sie jegliche Wünsche erfüllt. Auch ein Professor, der fürchtet, dass der Ort missbraucht werden könnte, oder ein Schriftsteller, der sich Heilung für seine Eingebungsblockade erhofft, lassen sich durch Stalker hineinführen. Ehrfurcht und Gespür verbinden den Kundschafter mit der raumzeitlich losgelösten Industrie- und Flusslandschaft, in der seltsame Dinge geschehen und sich rätselhafte Erscheinungen zeigen. Andrej Tarkowskij mochte keine Erklärungen über die «Zone» abgeben. Sie war für ihn «das Leben, durch das der Mensch hindurch muss, wobei er entweder zugrunde geht oder durchhält». Die Reise ins Innere lässt sich auch nicht auf religiösen Symbolismus reduzieren. Zu vieldeutig sind die melancholischen und traumartigen Bilder, deren dichte Atmosphäre minimalistische Musik begleitet. «Ein Filmerlebnis, wie es in der Geschichte der bewegten Bilder kaum ein vergleichbares gibt, und eine ästhetische Vision jenseits der Filmgeschichte und gängiger Genre- und Narrationsreglemente. Ein schweigsamer Monolith, dessen Geheimnisse es zu erforschen gilt. Nach Möglichkeit auf der grossen Leinwand, denn für diesen Ort der Magie der Moderne ist er geschaffen worden.» (Thomas Groh)» (www.xenix.ch)

    Anmerkungen : Entstanden nach der Erzählung "Picknick am Wegesrand" der Brüder Boris und Arkadi Strugatzki schuf Regisseur Andrej Tarkowski eine düstere und resignative Beschreibung menschlicher Grenzfindung, ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch das Gesamtwerk dieses grosses russischen Filmemachers zieht.

    «Tarkowskij war mit der ersten Fassung von "Stalker" so unzufrieden, dass er das gesamte belichtete Material vernichten liess und alles noch einmal drehte. Dass die Verantwortlichen des sowjetischen Filmstudios Mosfilm sich diesen Exzess des Künstlers gefallen liessen, macht deutlich, welchen Status Andrej Tarkowskij innerhalb des staatlichen Filmwesens genoss. Freilich war diese aussergewöhnliche Position nicht in erster Linie der Ehrfurcht der Parteigewaltigen vor dessen künstlerischer Bedeutung zu verdanken, sondern wohl eher der Tatsache, dass Tarkowskijs grosse internationale Reputation westliche Devisen in die leeren Kassen brachte. Ähnlich wie in "Solaris" benutzt Tarkowskij auch bei seinem enigmatisch-rätselhaften Meisterwerk "Stalker" eine Science-Fiction-Vorlage als Hintergrund für mystisch-philosophische Reflexionen und überwältigende Bildvisionen, mit denen er die Grenzen des herkömmlichen Erzählkinos sprengt.» (arte Presse)

    «"Stalker" basiert auf einer Science-Fiction-Story, die unter Andrej Tarkowskis Händen zu einer suggestiven Entdeckungsreise in die dunklen Bereiche der menschlichen Seele wird. Ebenso faszinierend wie vieldeutig, mit einer Fülle von Sprach-, Bild- und Tonsymbolen, erzählt er von menschlicher Selbsterfahrung, menschlichen Zweifeln, menschlichen Grenzen und Hoffnungen. "Im Stalker spreche ich es offen und konsequent aus, dass die menschliche Liebe jenes Wunder - jene Zone - ist, das jedwedem trockenen Theoretisieren über die Hoffnungslosigkeit der Welt erfolgreichen Widerstand entgegenzusetzen vermag", erklärte Tarkowski seine Intentionen. Kritiker zählen das Werk des russischen Regisseurs (1932-1986), der in 25 Berufsjahren nur acht Filme produzieren konnte, "zum Vollkommensten, was das Kino in der Geschichte seines Bestehens hervorgebracht hat" (Ambros Eichenberger).» (mdr Presse)

    Stalker is a motion picture produced in the year 1979 as a UdSSR - Sowjet Union production. The Film was directed by Andrej Tarkovskij, with Natacha Abramowa, Alisa Frejndlikh, Nikolaj Grinko, Aleksandr Kajdanovskij, Anatolij Solonizijn, in the leading parts.

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