The Magnificent Ambersons

Regie: Orson Welles, , USA, 1942

  • FSK 12  

Plakatmotiv The Magnificent Ambersons, © Production Company

Stills and posters © Production Company


Stab und Besetzung

Regisseur Orson Welles
Drehbuch Orson Welles
Story Booth Tarkington
Kamera Stanley Cortez
Musik Bernard Herrmann
Schnitt Robert Wise
Darsteller Joseph Cotten [Eugene Morgan]
Dolores Costello [Isabel Amberson]
Anne Baxter [Lucy Morgan]
Agnes Moorehead [Tante Fanny]
Tim Holt [Georges Minafer]
Ray Collins [Jack Amberson]
Richard Bennett [Major Amberson]
Erskine Sanford [Roger Bronson]
J. Louis Johnson [Sam]
Don Dillaway [Wilbur Minafer]
Sprecher Orson Welles [Erzähler]

Technische Angaben
Kategorie: Langspiel Film
Technische Info: Format: 35 mm - Schwarz-Weiss Film,Länge: 88 Minuten
Tonsystem: Mono
FSK ab 12 Jahren,
Szenenphoto aus The Magnificent Ambersons, © Production Company

Inhaltsangabe
Amerika, 1873. Im Mittelpunkt des Dramas, das im Jahre 1873 in einer beschaulichen amerikanischen Kleinstadt einsetzt, stehen die Ambersons, eine reiche angesehene Familie.
Es überrascht nicht, dass Isabel, die Tochter der Familie, von vielen jungen Männern umworben wird, so auch vom draufgängerischen Eugene Morgan. Isabel, die zwar Sympathien für ihn hegt, fühlt sich durch ein Missgeschick Eugenes bei der Brautwerbung dermassen brüskiert, dass sie ihn zurückweist und stattdessen den bodenständigen Wilbur Minafer heiratet. Da sie ihren Ehemann aber nicht wirklich liebt, der aber viel eher den konservativen Wertvorstellungen ihrer Familie entspricht, konzentriert sie ihre Liebe voll und ganz auf ihr einziges Kind, ihren Sohn George, was diesen zu einem verzogenen, eingebildeten Bengel werden lässt, der meint, dass ihm die ganze Stadt gehört. Als Eugene, inzwischen als Automobilerfinder ein gemachter Mann, nach vielen Jahren in die Stadt zurückkehrt, lebt die Freundschaft mit Isabel wieder auf. Nach Wilburs Tod stünde einer Verbindung der beiden eigentlich nichts mehr im Wege, wäre da nicht George, der zum ersten Mal in seinem Leben die Liebe seiner Mutter teilen muss und dessen aristokratischer Auffassung Eugene, dessen Automobile und die Industrialisierung, für die diese stehen, aufs Äusserste widerstreben, und setzt alles daran, eine Beziehung zwischen ihm und Isabel zu verhindern. Gleichzeitig beginnt er ein Verhältnis mit Eugenes Tochter Lucy. Angestachelt von seiner eifersüchtigen Tante Fanny Minafer, die auch ein Auge auf Eugene geworfen hat, widersetzt er sich der Verbindung seiner Mutter mit Eugene und stürzt zugleich seine Familie ins Verderben. (wdr Presse)

Szenenphoto aus The Magnificent Ambersons, © Production Company
Kritiken : «Liebevoll, ironisch, wehmütig und unerbittlich beschreibt Welles den äußerlich gefilterten, gleichwohl katastrophalen Aufeinanderprall von alter Aristokratie und industriellem Unternehmertum. "The magnificant Ambersons" - obgleich unter chaotischen Umständen entstandene, radikal gekürzte und veränderte Chronik zweier Großbürgerfamilien - erfüllt, was andere Sagas allenthalben schuldig bleiben: den unlösbaren Diskurs von Trauer und kritischer Einsicht, einer Welt geltend, die zu Recht zum Schwinden verurteilt ist und doch Unwiederbringbares mit sich nimmt...» (Theodor Kotulla)
Szenenphoto aus The Magnificent Ambersons, © Production Company

Preise und Auszeichnungen
Agnes Moorehead wurde für ihre Darstellung der Fanny mit dem New Yorker Kritikerpreis ausgezeichnet.

Anmerkungen : Die Geschichte des Niedergangs einer Familie wurde gegen den Willen von Welles vom Studio umgeschnitten.

»The basic intention was to portray a golden world – almost one of memory – and then show what it turns into. Having set up this dream town of the ›good old days‹, the whole point was to show the automobile wrecking it – not only the family but the town. All this is out. What’s left is only the first six reels. Then there’s a kind of arbitrary bringing down the curtain by a series of clumsy, quick devices. The bad, black world was supposed to be too much for people.« (Orson Welles) (Filmmuseum München)

« Wie in seinem ersten Film "Citizen Kane" (1941) beschäftigt sich Orson Welles auch in seinem zweiten Werk mit dem Amerika des Spätkapitalismus. Der Film, der ohne Einwilligung des Regisseurs von den Produzenten verstümmelt wurde, erzählt von der Glanzzeit und dem Niedergang der vermögenden und einflussreichen Familie Amberson.

In nur neun Tagen schreib Welles das Buch zum Film, wobei er viel von Tarkingtons Sentimentalität aussparte und die psychologischen Aspekte verstärkte.

Welles' ursprünglich konzipierte und fertiggestellte Fassung war 148 Minuten lang, er selbst reduzierte sie später auf 131 Minuten. Als ihn seine Produzenten von RKO nach Brasilien schickten, um den Dokumentarfilm "It's all true" (1942) zu inszenieren, ging die Firma daran, das Werk auf 88 Minuten herunterzukürzen. Von Freddie Flick wurde eine neue Schlussszene aufgenommen. Diese verstümmelte Version vernichtete "das ganze Herz des Films", wie der Regisseur später feststellte.

Aber selbst die Kurzfassung lässt noch die geniale Gestaltung des Films erahnen. Der dramatische Einsatz von Licht und Schatten liess ein Flair entstehen, das Jean Cocteau einmal als "stille Schönheit" bezeichnete. Welles verwendet die nostalgische Irisblende zu Beginn und zum Ende der Szenen. Er schnitt den Film sozusagen bereits in der Kamera - Szene für Szene, Vignette für Vignette -, ohne auf die Schneidetischarbeiten zu vertrauen. Die Erzählstimme sprach er selbst, liess Dialoge, Strassengeräusche und Musik einander überlappen.» (Pressetext ZDF)

«Orson Welles' zweite Kinoregiearbeit war zum Zeitpunkt ihrer Erstaufführung nur mässig erfolgreich, zählt jedoch heute zu den ganz grossen Klassikern des amerikanischen Kinos.

1940 hatte Orson Welles sein vielbeachtetes, aber kommerziell desaströses Regiedebüt "Citizen Kane" vorgelegt, der Filmkritikern und Filmhistorikern heute als einer der besten Filme aller Zeiten gilt. Für Welles' zweiten Film forderte das Produktionsstudio RKO ein Projekt mit grösserem kommerziellem Potenzial. Der 1919 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Roman "Die stolzen Ambersons" von Booth Tarkington über den Aufstieg und Fall einer aristokratischen Familie zur Zeit der Jahrhundertwende, schien ein geeignetes Projekt. Zudem hatte Welles 1939 bereits eine Radio-Inszenierung des Stoffes erstellt. Doch ähnlich wie bei fast allen von Welles' Projekten nach "Citizen Kane" kam es auch hier bald zu Problemen zwischen der Produktionsfirma und dem begabten Regisseur. Nach Fertigstellung von "Der Glanz des Hauses Amberson" entschied sich das Studio, das barock-melodramatische Werk um eine Dreiviertelstunde auf knapp 88 Minuten zu kürzen. Bis heute ist Welles' ursprünglich konzipierte Fassung verschollen. Dennoch gilt der Film, der 1943 für vier Oscars nominiert war, heute als einer der ganz grossen Klassiker des amerikanischen Kinos und als Einfluss auf Meisterwerke wie Luchino Viscontis "Der Leopard" und Martin Scorseses "Zeit der Unschuld".» (BR Presse)

The Magnificent Ambersons ist ein Film, der im Jahr 1942 in USA produziert wurde. Regie führte Orson Welles, mit Joseph Cotten, Dolores Costello, Anne Baxter, Agnes Moorehead, Tim Holt, in den wichtigsten Rollen.

Szenenphoto aus The Magnificent Ambersons, © Production Company


Literatur Hinweise La Cinémathèque Suisse # 125 pg 18f

Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

    Unter anderem wurde der Film bei folgenden Filmfestivals aufgeführt:


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