Le doulos

Der Teufel mit der weissen Weste

Regie: Jean-Pierre Melville, , Frankreich, Italien, 1962

  • FSK 18  

Plakatmotiv Le doulos, © Compagnia Cinematografica Champion Roma, Rome Paris Films

Stills and posters © Compagnia Cinematografica Champion Roma, Rome Paris Films


Stab und Besetzung

Produktion Compagnia Cinematografica Champion Roma
Rome Paris Films
Produzent Georges de Beauregard
Carlo Ponti
Herstellungsleiter Georges de Beauregard
Regisseur Jean-Pierre Melville
Regieassistent Volker Schlöndorff
Drehbuch Jean-Pierre Melville
Story Pierre Lesou
Kamera Nicolas Hayer
Musik Paul Misraki
Schnitt Monique Bonnot
Architekt Daniel Guéret [(Unter dem Namen Daniel Gueret)]
Set Decoration Pierre Charron
Darsteller Jean-Paul Belmondo [Silien]
Serge Reggiani [Maurice Faugel]
Jean Desailly [Commissaire Clain]
René Lefèvre [Gilbert Varnove (Unter dem Namen René Lefevre)]
Marcel Cuvelier [Un inspecteur]
Philippe March [Jean (Unter dem Namen Aimé De March)]
Fabienne Dali [Fabienne]
Charles Bayard [Le vieil homme]
Charles Bouillaud [Barman]
Paulette Breil [Anita]
Daniel Crohem [Inspector Salignari]
Jacques De Leon [Armand]
Monique Hennessy [Thérèse]
Jacques Léonard [Un inspecteur (Unter dem Namen Jack Leonard)]
Christian Lude [Le docteur]
Philippe Nahon [Remy]
Michel Piccoli [Nuttheccio]
Carl Studer [Kern]
Andrès [Maitre d''Hotel (Nicht genannt )]
Robert Blome [Barman (Nicht genannt )]
Volker Schlöndorff [L'homme dans la barre (Nicht genannt )]
Georges Sellier [Barman (Nicht genannt )]
Dominique Zardi [Un homme de Nuttecchio (Nicht genannt )]

Technische Angaben
Kategorie: Langspiel Film
Technische Info: Format: 35 mm, 1:1,66 - Ratio: 1:1,66 - Schwarz-Weiss Film,Länge: 108 Minuten
Tonsystem: mono
Premiere: 13. Dezember 1962 in Italien
FSK ab 18 Jahren,
Szenenphoto aus Le doulos, © Compagnia Cinematografica Champion Roma, Rome Paris Films

Inhaltsangabe
Maurice Faugel (Serge Reggiani) hat eine langjährige Zuchthausstrafe verbüsst. Sie ist nicht spurlos an ihm vorübergegangen, Maurice ist unsicher und nervös geworden, zudem irritiert es ihn, dass man ihn überall vor seinem Freund Silien (Jean-Paul Belmondo) warnt. Silien wird in der Pariser Unterwelt gefürchtet, hinter seinem Rücken munkelt man, er habe insgeheim Verbindungen zur Polizei. Als Maurice eines Abends seinen ehemaligen Kumpan Gilbert (René Lefèvre) aufsucht, macht auch dieser keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Silien. Minuten später ist Gilbert ein toter Mann, Maurice hat ihn erschossen, um eine alte Rechnung mit dem einstigen Komplizen zu begleichen. Bald darauf lässt sich auch seine Freundin Thérèse (Monique Hennessy) abfällig über Silien aus, der Maurice bei den Vorbereitungen zu einem Einbruch hilft. Das Unternehmen scheint eine todsichere Sache zu sein, dennoch werden Maurice und ein anderer Gangster dabei von der Polizei überrascht. Maurice entkommt mit knapper Not, sein Komplize wird erschossen. Alles deutet darauf hin, dass Silien die Polizei informiert hat; er hilft ihr sogar, den flüchtigen Maurice festzunehmen. Jetzt ist Maurice überzeugt, dass Silien ein Polizeispitzel ist; im Untersuchungsgefängnis verspricht er einem Häftling, der kurz vor seiner Entlassung steht, viel Geld, wenn er Silien umbringt. Maurice weiss nicht, dass Silien inzwischen alles tut, um ihn wieder freizubekommen. Silien beeinflusst eine Zeugin und tötet zwei andere Gangster; am Tatort arrangiert er alles so, dass diese beiden Verbrecher als die wirklichen Mörder Gilberts erscheinen müssen. Dadurch kommt Maurice frei und erfährt nun von Silien, wer ihn wirklich verraten hat und was sein Freund für ihn getan hat. Er muss jetzt verhindern, dass der von ihm gedungene Mörder Silien erschiesst. Das gelingt ihm nicht; stattdessen fallen er und Silien im dramatischen Duell mit dem bestellten Blutschützen. (ARD Presse)

Gerade aus dem Gefängnis entlassen, begeht Maurice Faugel schon die nächsten Verbrechen: Er tötet aus Rache den Hehler Gilbert und bittet seinen Freund Silien, ihm bei einem Einbruch zu helfen. Obwohl er von allen Seiten vor Silien gewarnt wird, weil dieser im Verdacht steht, ein Polizeispitzel zu sein, vertraut Maurice dem alten Freund bedingungslos. Doch der vermeintlich todsichere Einbruch misslingt und alles deutet darauf hin, dass Silien Maurice verraten hat.
Maurices Komplize Rémy wird von der Polizei erschossen. Er selbst kann zwar fliehen, wird aber bald wegen des Mordes an Gilbert festgenommen. Im Gefängnis beauftragt Maurice den bald freikommenden Mithäftling Kern, Silien zu töten. Währenddessen versucht Silien mit allen Mitteln, den Mord, für den Maurice einsitzt, einem anderen anzuhängen. Er fälscht Indizien, beeinflusst eine Zeugin und begeht sogar einen Doppelmord, um seinen Freund aus dem Gefängnis zu holen. Als Maurice daraufhin wirklich entlassen wird, kann Silien ihm noch sagen, wer ihn in Wahrheit verraten hat.
Doch Kern, der von Maurice beauftragte Killer, ist nicht mehr aufzuhalten. Als Maurice zu Silien nach Hause fährt, wartet Kern bereits auf sein Opfer. In der Dunkelheit erkennt er nur eine Silhouette und schiesst auf Maurice, der zu Boden geht. Kurz darauf erscheint Silien selbst und kann gerade noch von Maurice gewarnt werden. Die Schiesserei zwischen Kern und Silien nimmt jedoch ein tragisches Ende: Kern geht zu Boden und trifft mit letzter Kraft seinen Gegner, der bis zu diesem Moment noch von einem neuen Leben träumte. (arte Presse)

Szenenphoto aus Le doulos, © Compagnia Cinematografica Champion Roma, Rome Paris Films
Kritiken : "Dieser Film isr eine einzige Folge von hochdramatischen Erlebnissen..." (Falter, München)

(ür). "Jean-Pierre Melville, 1917 in Paris geboren, ist nach der Ansicht von 'Cinéma 60' (Nr. 46, Mai 1960) der 'eigentliche Erfinder der Nouvelle Vague', denn er drehte zehn Jahre vor Claude Chabrol ("Le Beau Serge") nach neuen Produktionsmethoden seinen Erstlingsspielfilm "Le Silence de la mer" ("Das Schweigen des Meeres" - 1947/48). Die ganze technische Equipe beschränkte sich auf einen Mann, den Chefoperateur Henri Decae (der dann als Nouvelle Vague Kameramann bei Chabrol berühmt werden sollte).

Aber Melvilles Filme vermochten sich eigentlich kaum stark durchzusetzen: "Deux hommes dans Manhattan" ("Zwei Männer in Manhattan" - 1959) wurde praktisch nur von der Kritik begrüsst, während dem ähnlich gelagerten "A bout de souffle" ("Ausser Atem" - 1959) von Jean-Luc Godard ein grösserer Erfolg zuteil wurde. (...)

"Le doule" heisst so viel wie "Hut"; "le doulos" ist jener, der ihn trägt, aber auch ein "Polizeispitzel". Der Hut bedeutet für Silien aber auch seinen eigenen Lebensstil, den er erst im Tode verliert. Seine Persönlichkeit ist nicht zu durchschauen, wir wissen am Ende nicht, ob er gelogen oder die Wahrheit gesprochen hat. Diese Charakterisierung macht den eigentlichen Reiz des Filmes aus, indem Melville sie unter ein 'Motto' stellt: "Man muss wählen, sterben oder lügen...?" (Fragment eines Satzes von Céline). "Le Doulos" ist ein Film über die Lüge, die 'Wahrheit' aus dem Munde eines - oder besser gesagt - mehrerer Lügner. Clain, Nuttheccio, Faugel oder Silien, sie alle haben ihre eigene Art, etwas auszusagen.

"Le Doulos" inspiriert sich an einem Roman von Pierre Lesou, aber er folgt ihm keineswegs. Melville drehte kein Dokument über den Montmartre, denn schon in der ersten Sequenz finden wir jenes symbolische Zoom, das den Film von Lesou und Montmartre entfernt. Melville hat eine Vorliebe für den amerikanischen Film der Dreissiger Jahre, die sich in den Decors (amerikanische Fenster, Bar, Polizeibureau usw.), aber auch in der Lichverteilung äussert. Man denke an die zahlreichen Innenaufnahmen mit künstlichem Licht, dann an die Aussenaufnahmen, die sich fast ausschliesslich nachts abspielen. "Le Doulos" ist bedeutsam, nicht etwa durch das Neue - Melville sprach "Nouveauté: zéro!" - sondern durch jene Fortführung einer klassischen Tradition in der Verbindung mit dem Persönlichen." (Freie Innerschweiz, 5. Juni 1963)

"Unterkühlt inszeniert, aber dennoch packend ... " (tele 24/2011)

Anmerkungen : "Der Teufel mit der weissen Weste" gilt als Klassiker des französischen Gangster-Films der Sechzigerjahre. Jean-Pierre Melville ist es wie kaum einem anderen französischen Regisseur gelungen, mit seinen Filmen die Brücke zu schlagen zwischen der Nouvelle Vague und dem Genrefilm. Die Tradition des "film noir" aufgreifend, sind bei ihm Gangster und Polizisten am Ende austauschbar und hegen freundschaftliche Gefühle füreinander. Sie sind Protagonisten der Ausweglosigkeit, die dem selben Gesetz folgen, was ihren ebenso rituellen wie tödlichen Konfrontationen die Aura des Tragischen verleiht." (ZDF Presse)

"Der französische Regisseur Jean-Pierre Melville (1917-1973) gehört zu den Vorläufern der Nouvelle Vague. Malle, Chabrol und Truffaut wurden von ihm stilistisch inspiriert. In Paris geboren, war Melville zunächst als Schauspieler, Bühnenregisseur und Drehbuchautor tätig, ehe er nach einigen Kurzfilmen 1947 seinen ersten Spielfilm "Das Schweigen des Meeres" nach Vercors drehte. 1949 verfilmte er Cocteaus "Die schrecklichen Kinder". Weitere Filme von Melville, der gern Aussenseiter und Verfolgte zu seinen Helden macht, sind "Drei Uhr nachts" (1955), "Eva und der Priester" (1961), "Der zweite Atem (1966) und "Der eiskalte Engel" (1967). (wdr Presse)

«Mit "Der Teufel mit der weissen Weste" kehrte der französische Regisseur Jean-Pierre Melville 1962 in das Milieu seines ersten Gangsterfilms "Drei Uhr nachts" (1956) zurück. Diesmal inszenierte er die Unterwelt jedoch nicht in demselben improvisierten Stil, sondern mit fast klinisch kalter Präzision. Aus dem "Série Noire"-Roman von Pierre Lesou machte der Regisseur einen "typischen Melville": Die komplizierte Konstruktion des Drehbuchs mit zahlreichen Rückblenden macht "Der Teufel mit der weissen Weste" zum wohl spannendsten und undurchschaubarsten Film Melvilles.» (arte Presse)

Le doulos ist ein Film, der im Jahr 1962 in Frankreich, Italien produziert wurde. Regie führte Jean-Pierre Melville, mit Jean-Paul Belmondo, Serge Reggiani, Jean Desailly, René Lefèvre, Marcel Cuvelier, in den wichtigsten Rollen. Der Film hatte am 13. Dezember 1962 in Italien seine Premiere.



Literatur Hinweise La cinématèque Suisse # 121, pg 3:
Film Nr. 5:

Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:


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