Schloss Vogelöd

Regie: Friedrich Wilhelm Murnau, , Deutschland, 1921

    Szenenphoto aus Schloss Vogelöd, © Uco-Film GmbH, Berlin

    Stills and posters © Uco-Film GmbH, Berlin


    Stab und Besetzung

    Produktion Uco-Film GmbH, Berlin
    Verleih Decla-Bioscop AG., Berlin
    Produzent Erich Pommer
    Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau
    Drehbuch Carl Mayer
    Berthold Viertel
    Story Rudolf Stratz
    Kamera Laszlo Schäffer
    Fritz Arno Wagner
    Architekt Robert Herlth
    Hermann Warm
    Darsteller Arnold Korff [Von Vogelschrey auf Vogelöd]
    Lulu Korff-Kyser [Centa von Vogelschrey]
    Lothar Mehnert [Graf Johann Oetsch]
    Paul Hartmann [Graf Peter Paul Oetsch]
    Paul Bildt [Baron Safferstädt]
    Olga Tschechowa [Baronin Safferstädt]
    Julius Falkenstein [Ängstlicher Herr .]
    Georg Zawatzky [Küchenjunge]
    Rudolf Leffler [Majordomus]
    Victor Blütner [Pater Faramund]
    Walter Kurth Kühle [Diener]
    Loni Nest [Kleines Mädchen]
    Rosa Valetti
    Hermann Vallentin

    Technische Angaben
    Drehzeit: 10.02.1921-02.03.1921
    Kategorie: Langspiel Film
    Technische Info: Format: 35 mm - Schwarz-Weiss Film,Länge: 84 Minuten, 1625 Meter, 5 Akte
    Tonsystem: silent
    Premiere: 21. April 1921 in Berlin, Marmorhaus
    Erstzensur: Berlin 4. April 1921 No B.01752 Entscheid: Jugendverbot
    Vorhandene Kopien: Kopien des Films sind erhalten

    Inhaltsangabe
    Eine Adelsgesellschaft kommt auf einem Schloss zusammen, da ein geplanter Jagdausflug nicht wie geplant stattfinden kann. Unter ihnen ist auch Graf Oetsch, der Jahre zuvor des Mordes an seinem eigenen Bruder bezichtigt wurde.

    Wie jedes Jahr soll auf Schloss Vogelöd eine grosse Oktoberjagd stattfinden. Doch strömender Regen lässt die traditionsreiche Veranstaltung ins Wasser fallen. Tödliche Langeweile macht sich unter den Anwesenden breit; da erscheint ein unerwarteter und seltsamer Gast: Graf Johann Oetsch.

    Die Gerüchte über ihn verbreiten sich schnell. Angeblich hat Oetsch vor Jahren seinen Bruder erschossen ... und die Witwe des Toten, Baronin Safferstätt, wird abends mit ihrem jetzigen Ehemann auf Schloss Vogelöd eintreffen. Oetsch lässt diese Nachricht kalt, er bleibt.
    Die Baronin dagegen will sofort wieder abreisen; da erfährt sie, dass ein unbekannter Verwandter ihres ermordeten Mannes ebenfalls erwartet wird.

    Es beginnt ein mysteriöses Spiel um Schein und Sein, Wahrheit und Lüge. Wer ist dieser mysteriöse Verwandte? Was weiss er? Und was hat der neue Ehemann der Baronin mit der ganzen Sache zu tun? Personen verschwinden und tauchen plötzlich wieder auf, niemand weiss, was er noch glauben oder denken soll - da fällt ein Schuss. (arte Presse)

    Kritiken : Auf Schloss Vogelöd sind die Gäste zur Oktoberjagd gekommen, doch das regnerische Wetter erlaubt keine Ausflüge. Zur Jagdgesellschaft stösst ein weiterer, ungebetener Gast: der Graf Oetsch, der im Verdacht steht, seinen Bruder ermordet zu haben. Dessen damalige Frau, inzwischen durch eine zweite Heirat zur Baronin Safferstätt geworden, befindet sich auch gerade auf dem Schloss. Die Stimmung wird gereizter, alles läuft auf einen grossen Showdown hinaus.

    Nach einem damals äusserst populären Fortsetzungs-Kriminalroman schuf F. W. Murnau einen Film, der zwar wirkungsvoll die äusseren Spannungsmomente der Vorlage umsetzt, es aber auch gekonnt versteht, die Atmosphäre und das Innenleben der Handelnden stimmungsvoll zu vermitteln. (Deutsches Filminstitut DIF)

    Schloß Vogelöd

    Der Roman von Rudolf Stratz, der in der ”Berliner Illustrirten Zeitung” erscheint und der diesem Film zugrunde liegt, trägt mit Recht den Untertitel ”Die Enthüllung eines Geheimnisses”. Er läßt mit einer Spannung, die sich von Fortsetzung zu Fortsetzung steigert, eine tragische Familiengeschichte vor uns erstehen, die sich zunächst immer mehr verwickelt, immer geheimnisvoller wird, bis sie sich dann am Schluß überraschend auflöst...

    Der Film ist sicherlich – schon mit Rücksicht auf die große Publicität des Romans – ein gutes Geschäft und wird ebenso volle Häuser finden... (Aros (= Alfred Rosenthal), Deutsche Lichtspiel-Zeitung, Nr. 16, 16.4.1921)

    Schloß Vogelöd

    (...) Daß es der Regie F.W. Murnaus gelungen ist, gerade das Seelische zum Ausdruck zu bringen und auf äußere Sensationen zu verzichten, ist die besondere Stärke dieses Films. Die Inszenierung ist ganz auf Stimmungen eingestellt: Die äußere Atmosphäre mit Sonne, Regen und Sturm gibt stets die unter den Schloßbewohnern herrschende Stimmung wieder, ist Mittler für feinste Seelenschwingungen, wie das Schloß selbst, das mit hellerleuchteter Front bald fröhliche Gesellschaft, bald mit nur zwei ins nächtliche Dunkel leuchtenden Fenstern sorgenschwere Stunden andeutet. Hier sind neue Ausdrucksmittel von ausgezeichneter Wirkung gefunden. Famos war die bei Sonnenschein ausrückende und bald darauf bei strömendem Regen heimkehrende Jagdgesellschaft.

    Auch die Darstellung war vorzüglich, allen voran Lothar Mehnert als Graf Oetsch, eine prachtvolle Figur, äußerst prägnant im Mienenspiel, durchaus der Typ des aristokratischen Outsiders, wie ihn das Buch schildert und die dominierende Gestalt des Ganzen. / Olga Tschechoff vom Moskauer Theater war wie geschaffen für die Baronin Safferstädt, voll sonniger Grazie in der Episodenrolle, besser noch und tief ergreifend in der Darstellung der von Gewissensnöten geplagten Frau, rein menschlich und ohne falsche Töne. (...) » (Der Kinematograph, Nr. 739, 17.4.1921, zitiert nach www.filmportal.de)


    Anmerkungen : «Drehbuch nach der gleichnamigen Erzählung von Rudolf Stratz
    "Schloss Vogelöd" ist ein früher, vor "Nosferatu" entstandener Film von Friedrich Wilhelm Murnau, der neben Fritz Lang und Ernst Lubitsch zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Stummfilms zählt. Murnau, mit bürgerlichem Namen Plumpe (Bielefeld 1988-Santa Barbara 1931), war stark vom Expressionismus beeinflusst und benannte sich sogar nach dem Maler-Ort am Staffelsee, in dem Gabriele Münter, Kandinsky und Jawlensky gewirkt hatten. Aber Murnau fand in seinen Filmen früh zu einer künstlerischen Selbstständigkeit, die sich unter anderem durch eine damals revolutionäre psychologische Kameraführung auszeichnete.
    Das Drehbuch schrieb der Autor Carl Mayer, mit dem Murnau seit "Der Bucklige und die Tänzerin" (1920) kongenial zusammenarbeitete. Der an und für sich triviale Stoff stammt aus einem für die "Berliner Illustrierte Zeitung" geschriebenen Kurzroman. Das Cinegraph-Lexikon schreibt zu "Schloss Vogelöd": "Der Film wird in nur 16 Tagen abgedreht und zeigt Murnaus inzwischen errungene Meisterschaft, Stimmungen von Angst und Grauen filmisch geschickt einzusetzen (...). Dieser frühe Film bezeigte (...) Murnaus einzigartige Gabe, die Grenzen zwischen Wirklichem und Unwirklichem zu verwischen. Ein Lichthof aus Traum und Ahnung umgab die Wirklichkeit in seinen Filmen, und eine greifbare Gestalt wurde in den Augen der Zuschauer plötzlich zu einer blossen Erscheinung. (S. Kracauer)."» (arte Presse)

    ARTE zeigt die 2002 vom Bundesarchiv/Filmarchiv und der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung rekonstruierte Fassung mit einer Musik des britischen Komponisten und Musiker Neil Brand.

    Schloss Vogelöd ist ein Film, der im Jahr 1921 in Deutschland produziert wurde. Regie führte Friedrich Wilhelm Murnau, mit Arnold Korff, Lulu Korff-Kyser, Lothar Mehnert, Paul Hartmann, Paul Bildt, in den wichtigsten Rollen. Der Film hatte am 21. April 1921 in Berlin, Marmorhaus seine Premiere.



    Literatur Hinweise Cinémathèque Suisse, Nr. 159, Lausanne 1997

    Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:


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