Rosen für den Staatsanwalt

Regie: Wolfgang Staudte, , Deutschland, 1959

    Plakatmotiv Rosen für den Staatsanwalt, © Kurt Ulrich Filmproduktion


    Stab und Besetzung

    Produktion Kurt Kurt Ulrich Filmproduktion
    Produzent Kurt Ulrich
    Regisseur Wolfgang Staudte
    Drehbuch Georg Hurdalek
    Story Wolfgang Staudte
    Kamera Erich Claunigk
    Musik Raimund Rosenberger
    Architekt Walter Haag
    Darsteller Martin Held [Dr.Wilhelm Schramm]
    Walter Giller [Rudi Kleinschmidt]
    Ingrid van Bergen [Pensionswirtin Lissy]
    Camilla Spira [Hildegard, Schramms Ehefrau]
    Roland Kaiser [Werner Schramm]
    Werner Finck [Haase]
    Ralf Wolter [Hessel]
    Inge Meysel [Erna, Schramms Haushälterin]
    Wolfgang Müller [2. Fernfahrer]
    Wolfgang Neuss [Paul, 1. Fernfahrer]
    Burkhard Obrigies [Manfred Schramm]
    Werner Peters [Otto Kugler]
    Wolfgang Preiss [Generalstaatsanwalt]
    Paul Hartmann
    Wolfgang Wahl

    Technische Angaben
    Kategorie: Langspiel Film
    Technische Info: Format: 35 mm, 1:1,37 - Ratio: 1:1,37 - Schwarz-Weiss Film,Länge: 98 Minuten, 2680 Meter
    Tonsystem: mono
    Premiere: 24. September 1959 in Hamburg, Barke
    Szenenphoto aus Rosen für den Staatsanwalt, © Kurt Ulrich Filmproduktion

    Inhaltsangabe
    Die Rosen, die dem Oberstaatsanwalt Dr.Schramm eines morgens ins Haus geschickt werden, sind von einem antisemitischen Oberstudienrat und Zeichen dafür, dass ihm die Flucht ins Ausland geglückt ist. Ermöglicht hat sie der Oberstaatsanwalt, indem er den Haftbefehl zurückgehalten hat - schliesslich beschmutzt man doch nicht das eigene Nest. Dr.Schramm hat noch eine hübsche Karriere vor sich und auch schon eine hinter sich.Eines seiner damaligen unrühmlichen Urteile als Kriegsgerichtsrat führt jedoch zum jähen Sturz des selbstgefälligen Mannes. Der Zufall führt ihn nämlich mit jenem Mann zusammen, den er in den letzten Kriegstagen zum Tode verurteilte. Das Delikt: Er hat auf dem schwarzen Markt Fliegerschokolade gekauft. Der Verurteilte von damals, Rudi Kleinschmidt,hat heute keinen Anteil am Wirtschaftswunder, er schlägt sich als Strassenhändler mit Spielkarten und Krawatten durchs Leben. Hätten ihn zwei lastwagenfahrer nicht mitgenommen, wäre er wahrscheinlich nie in diese Stadt gekommen, in der seine frühere Freundin Lissy und jener Oberstaatsanwalt Schramm zu Hause sind. Als sich Kleinschmidt und Schramm zum ersten Mal auf der Strasse begegnen, ist ersterer sofort im Bilde, währendder andere nicht weiss, wo er das Gesicht hinstecken soll. Kleinschmidt bringt an Schramms Stammtisch den Stein ins Rollen, Schramm versucht, den unerwünschten Zeugen durch Schikanen aus der Stadt zu vertreiben. Doch Kleinschmidt, nicht dumm, provoziert eine erneute Anklage. In der Verhandlung verliert Dr.Schramm die Nerven und beantragt für zwei geklaute Tafeln Schokolade abermals die Todesstrafe und wird daraufhin beurlaubt... (ZDF Presse)

    In der Nachkriegszeit begegnet Rudi Kleinschmidt dem ehemaligen Militärrichter Schramm wieder, der ihn in den letzten Kriegstagen wegen einer Lappalie zum Tode verurteilt hatte. Kleinschmidt entkam der Urteilsvollstreckung damals nur durch einen glücklichen Zufall. Nun muss er mit ansehen, wie Schramm, der in der jungen Bundesrepublik zum Oberstaatsanwalt aufgestiegen ist, vor Gericht einen üblen Antisemiten laufen lässt. Der Richter erkennt Kleinschmidt wieder und beschliesst, den unliebsamen Zeugen mundtot zu machen.

    In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs verurteilt der fanatische Nationalsozialist Schramm als Militärrichter den Gefreiten Rudi Kleinschmidt wegen Diebstahls von Schokolade zum Tode. Als das Urteil wegen "Wehrkraftzersetzung", Diebstahl und "Verhinderung des Endsieges" verkündet wird, rettet dem Soldaten ein Bombenangriff auf das Gerichtsgebäude das Leben, denn Kleinschmidt kann im Chaos fliehen.

    Knapp 15 Jahre später ist Schramm, der sich gegenüber den Alliierten als Regimegegner ausgegeben hat, in der jungen Bundesrepublik zum Oberstaatsanwalt und angesehenen Familienvater aufgestiegen. An seiner Gesinnung hat sich jedoch nicht viel geändert. Rudi Kleinschmidt dagegen schlägt sich als Strassenverkäufer durch und verkauft Spielkarten, Krawatten und anderen Kleinkram.

    Eines Tages verschlägt es ihn in die Stadt, in der Schramm mittlerweile wohnt. Durch Zufall begegnet er seinem ehemaligen Peiniger. Als Kleinschmidt mitbekommt, dass Schramm die Anklage gegen einen Antisemiten verschleppt, zögert er, sein Wissen um die Nazivergangenheit des Richters an die Öffentlichkeit zu bringen - zu gering ist sein Vertrauen in die Justiz. Doch auch Schramm hat derweil Kleinschmidt wiedererkannt und versucht, den unliebsamen Zeugen einzuschüchtern. Da begehrt der kleine Händler endlich auf ... (BR Presse)
    ***
    In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs versucht Kriegsgerichtsrat Schramm mit aller Macht, ein Todesurteil gegen den Gefreiten Rudi Kleinschmidt wegen des Diebstahls von Fliegerschokolade zu erwirken.
    Tatsächlich hatte Rudi das corpus delicti von niederländischen Schwarzhändlern gekauft. Das Todesurteil wird verkündet, doch ein Bombenangriff auf das Gerichtsgebäude rettet Rudi das Leben: Er kann mitsamt dem Dokument seiner Verurteilung im Chaos verschwinden.
    Knapp 15 Jahre später: Schramm, der seine Vergangenheit als NS-Kriegsgerichtsrat vor den Alliierten und seinen Vorgesetzten verschweigen und sich als Gegner des Nazi-Regimes verkaufen konnte, ist nun Oberstaatsanwalt und angesehener Bürger seiner Stadt. Doch in Wirklichkeit hat sich an seiner Gesinnung nicht viel geändert. Patriotismus, Ehre sprich Standesdünkel, Pflichtgefühl und Disziplin (vor allem der anderen) führt er ständig im Munde.
    Rudi Kleinschmidt schlägt sich derweil als Strassenverkäufer durch, zieht von Ort zu Ort, verkauft Spielkarten, Krawatten und was sonst so anfällt. Eines Tages begegnet Schramm auf der Strasse dem Verkäufer Kleinschmidt. Er weiss, dass er das Gesicht schon mal gesehen hat, kann es aber - noch nicht - einordnen. Dunkel ahnt er, dass Gefahr von diesem Kleinschmidt ausgeht. Rudi hingegen weiss sofort, wen er vor sich hat, behält sein Wissen aber für sich, ihm ist nicht nach Rache. Er will nur in Ruhe gelassen werden. (BR Presse)

    Kritiken
    «Zeitkritischen Parabel» (tele 12/2008)

    Anmerkungen
    "... einer jener bedeutenden zeitkritischen Filme, die Regisseur Wolfgang Staudte zuerst bei der DEFA in Ostberlin drehte: "Die Mörder sind unter uns" (1946), "Rotation" (1949) und die Heinrich-Mann-Verfilmung "Der Untertan" (1951). 1956 in die Bundesrepublik übergesiedelt, wurde Staudte Ende der Fünfzigerjahre durch den Fall des Offenburger Studienrates Zind, der später wegen antisemitischer äusserungen in Abwesenheit zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde, zu "Rosen für den Staatsanwalt" angeregt." (ZDF Presse)

    «Wolfgang Staudte gelang mit "Rosen für den Staatsanwalt" eine brillant gespielte Satire auf die junge Bundesrepublik, die die personellen Kontinuitäten von Nazizeit zu Bundesrepublik anprangert und auf einem authentischen Fall basiert. Bereits mit dem für die DEFA entstandenen "Trümmerfilm" "Die Mörder sind unter uns" (1946) - zugleich der erste deutsche Nachkriegsfilm überhaupt - hatte der Regisseur sich dem Thema des Umgangs mit ehemaligen Kriegsverbrechern gewidmet.

    Der Titel seines 1959 uraufgeführten Klassikers bezieht sich auf die Rosen, die der "furchtbare Jurist" Schramm zum Dank erhält, als er einem Gesinnungsgenossen zur Flucht ins Ausland verhilft. Zu der ausgezeichneten Besetzung zählen Martin Held und Walter Giller, hier erstmals in einer Charakterrolle zu sehen, und Ingrid van Bergen.

    "Rosen für den Staatsanwalt" wurde 1960 beim "Deutschen Filmpreis" mit drei "Filmbändern in Silber" ausgezeichnet - für das beste Drehbuch (George Hurdalek), als "überdurchschnittlichen abendfüllender Spielfilm" und für den besten Hauptdarsteller (Walter Giller).
    Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit nach 1945 war bis in die späten 60er-Jahre nicht nur im Kino unterpräsentiert.» (BR Presse)

    Rosen für den Staatsanwalt ist ein Film, der im Jahr 1959 in Deutschland produziert wurde. Regie führte Wolfgang Staudte, mit Martin Held, Walter Giller, Ingrid van Bergen, Camilla Spira, Roland Kaiser, in den wichtigsten Rollen. Der Film hatte am 24. September 1959 in Hamburg, Barke seine Premiere.



    Hinweise auf Datenbanken
    Filmportal.de 7e1eba0cb1234ec1a98660952eab6268
    KinoTV Database Nr. 6668

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