Johnny Guitar

Wenn Frauen hassen, Johnny Guitar, gehasst, gejagt, gefürchtet

Regie: Nicholas Ray, , USA, 1954

  • FSK 16  

  • Genre: Western, Drama,

Plakatmotiv Johnny Guitar, © Republic Pictures

Stills and posters © Republic Pictures


Stab und Besetzung

Produktion Republic Pictures
Produzent Herbert J. Yates
Nicholas Ray
Regisseur Nicholas Ray
Drehbuch Philip Yordan
Nach einer Vorlage von Roy Chanslor [Roman]
Kamera Harry Stradling
Musik Victor Young
Peggy Lee [Song]
Schnitt Richard L. Van Enger
Architekt Henry Bumstead
Hal Pereira
Set Decoration Edward G. Boyle
John McCarthy jr.
Darsteller Joan Crawford [Vienna]
Sterling Hayden [Johnny 'Guitar' Logan]
Mercedes McCambridge [Emma Small]
Scott Brady [Dancin' Kid]
Ward Bond [John McIvers]
Ben Cooper [Turkey Ralston]
Ernest Borgnine [Bart Lonergan]
John Carradine [Old Tom]
Royal Dano [Corey]
Frank Ferguson [Sheriff Williams]
Trevor Bardette [Jenks]
Paul Fix [Eddie]
Frank Marlowe [Sam]
John Maxwell [Jake]
Ian McDonald [Pete]
Robert Osterloh [Sam]
Rhys Williams [Mr. Andrews]
Will Wright [Ned]

Technische Angaben
Kategorie: Langspiel Film
Technische Info: Format: 35 mm, 1:1,37 - Ratio: 1:1,37 - Farbfilm,Länge: 110 Minuten
Tonsystem: mono
Premiere: 23. August 1954 in USA
FSK ab 16 Jahren, nf
Vorhandene Kopien: Kopien des Films sind erhalten
Szenenphoto aus Johnny Guitar, © Republic Pictures

Inhaltsangabe
Die resolute Vienna (Joan Crawford) führt in Arizona einen lukrativen Spielsalon. da sie durch Grundstückkäufe noch reicher wurde, wird sie von den Siedlern neidisch beäugt. Emma (Mercedes MacCambridge) hasst sie sogar, denn beide liebten einst den Revolverhelden Johnny Guitar (Sterling Hayden). Als der unerwartet zurückkehrt, eskalieren die Ereignisse. (tele 2008/50)

Der einstige Revolverheld Johnny Guitar kommt in den Saloon seiner ehemaligen Geliebten Vienna. Diese hat inzwischen mit ihrem Casino viel Geld, sich damit aber auch zahlreiche Feinde gemacht. Neben McIvers, dem mächtigsten Mann der Gegend, will vor allem die Rancherin Emma Small die erfolgreiche Konkurrentin aus dem Tal vertreiben. Aus blanker Eifersucht, da ihr Glücksritter Ted an Vienna viel Interesse zeigt, plant sie eine gefährliche Intrige.

Der einstige Revolverheld Johnny "Guitar" Logan kommt nach fünf Jahren im Gefängnis in den Saloon seiner ehemaligen Geliebten Vienna.

Vienna ist eine starke Frau, die sich von niemandem beeindrucken lässt. Mit eiserner Härte, besonders gegen sich selbst, hat sie ihr Lokal in der trostlosen Wildnis von Arizona fernab jeder Ortschaft aufgebaut und Grundstücke erworben. Nicht ohne Grund: Sie spekuliert zu recht darauf, dass die neue Eisenbahnstrecke durch ihr Land führen und sie reich machen wird. Aber auch mit ihrem Casino verdient sie viel Geld. Wegen ihres wirtschaftlichen Erfolgs hat sie sich aber auch zahlreiche Feinde gemacht. Neben McIvers, dem mächtigsten Mann der Gegend, will vor allem die Rancherin Emma Small die erfolgreiche Konkurrentin aus dem Tal vertreiben.

Die Dinge spitzen sich zu, als Emma mit einem Mob Einheimischer in den Saloon stürmt und Vienna für den Mord an ihrem Bruder mitverantwortlich macht: Viennas Stammgast, der berüchtigte Ted, und seine Männer hätten Emmas Bruder bei einem Überfall auf die Postkutsche erschossen. Ein richtiger Zeuge der Tat findet sich nicht. Dennoch wird Vienna und Ted das Ultimatum gestellt, innerhalb von 24 Stunden zu verschwinden.

Während sich Vienna nicht einschüchtern lässt, will Ted sich McIvers und den anderen nicht entgegenstellen. Bevor er sich mit seinen Leuten aus dem Staub macht, überfällt er Emmas Bank. Ein perfekter Anlass für die eifersüchtige Frau: Was wäre ein besserer Weg, die Rivalin loszuwerden, als sie für den Banküberfall verantwortlich zu machen? (arte Presse)

Kritiken : "Diese Geschichte aus dem Wilden Westen hat trotz ihrer handlungsmässigen Üblichkeit ein gewisses Format. Das ist vor allen Dingen der Hauptdarstellerin Joan Crawford und ihrem Partner Sterling Hayden zu verdanken. Beide bieten Leistungen, die in den Rahmen eines jeden grossen Filmes passen würden. Man sieht sich zurückversetzt in jene Zeit, in der im Westen Amerikas die grossen Eisenbahnen gebaut werden. In ihrem Gefolge befinden sich skrupellose Frauen, harte Desperados sowie Hass und Liebe. Wenn dann zum Schluss eine Spielhölle zum Raub der Flammen wird, die Desperados unter den Schüssen der Polizei sterben und sich eine schöne Frau mit einem Guitarrenspieler in Liebe verbindet, dann gibt das den Farben von Trucolor alle Möglichkeiten. Und so möchten wir glauben, dass der Film WENN FRAUEN HASSEN bei Leuten, die das Genre lieben, besonders gute Kassen machen wird." Dieter Fritko in: Film-Echo (Wiesbaden), Nr. 45, 6.11.1954.

"Der Guitarren-Johnny (Sterling Hayden) weckt in der feurig-schönen Roulette-Bossin (Joan Crawford) fast gelöschte Leidenschaften und gerät dadurch in den Intrigenmittelpunkt ihrer Gegenspielerin. In letzter Sekunde kann er die Geliebte noch dem Strangulationskommando entreissen. Folgen noch viele Komplikationen, bis die beiden in ein neues, sauberes, edleres Leben ziehen können. Ein Wild-West-Reisser mit Ambitionen: hart, nahtgenau, mit grossartiger Charakterisierung der Personen, scharfäugiger Kamera und in Trucolor. In seiner Klasse: Klasse." Walter A. Persich in: Filmblätter (Berlin), Nr. 47, 26.11.1954.

"Ein Western ausserhalb der gängigen Schemata, schon der Anfang des Films überrascht: da fliegt bei Sprengungen die halbe Landschaft in die Luft, ein Reiter mit einer Gitarre macht auf einem Hügel halt und sieht, wie unten im Tal eine Postkutsche ausgeraubt wird, und der Boss des in der gottverlassenen Einsamkeit stehenden Saloons ist eine Lady (Vienna). Bald spürt man, dass es um sie gehen wird, dass hier die Frauen das Sagen haben, dass ihre Rivalin Emma alles daran setzen wird, sie zu vernichten. Nach weniger als 48 Stunden ist die Katastrophe perfekt, der Saloon niedergebrannt, Vienna um Haaresbreite gelyncht, die vier Männer um Dancing Ted tot. Nur Johnny, der sich Guitar nennt, weil er 'vielleicht nicht der schnellste Schütze' ist, überlebt die organisierte Hetzjagd auf die Aussenseiter durch eine Bande ach so wohlanständiger Bürger in ihren schwarzen Trauergewändern, umd am Schluss klingt dann programmatisch das Lied von Johnny Guitar, die Melodie, die Johnny früher im Film nicht zu Ende spielen durfte, weil sie Vienna wohl an ihre Zeit davor erinnerte."

«Herausragender Western und psychologische Studie» (tele 2008/50) «Ungewöhnlich dank seinen subversiven Ideen» (tele 22/2008)

«Der ehemalige Revolverheld Johnny Guitar kommt auf der Suche nach einem friedlichen Leben in eine Gegend, in der eine Eisenbahnstrecke gebaut wird. Er hofft, in einem Spielcasino Arbeit zu finden, das von der resoluten Vienna geleitet wird. Viennas Erfolg - sie hat in Kenntnis des geplanten Streckenverlaufs der Eisenbahn fast das gesamte Weideland der Umgebung aufgekauft - provoziert den Neid ihrer Nachbarn, vor allem der Rancherin Emma Small, die zudem Grund hat, auf sie eifersüchtig zu sein. Dies sind die Voraussetzungen für ein Drama entfesselter Leidenschaften, dem sich Johnny Guitar auf Dauer nicht entziehen kann. Nicholas Rays aussergewöhnlicher Western wurde bei einer Umfrage unter französichen Kritikern (nach Rio Bravo) zum zweitbesten Western aller Zeiten gewählt.. "Nicolas Rays Western sind in ihren Outriertheiten unerreicht, zweifellos darin Meisterwerke einer spielerischen Phantasie. In der Thematik und Farbgebung, Inszenierung und Dimensionierung der Charaktere lassen sie alle anderen Stilrichtungen hinter sich. Die Geschichte Johnny Guitars und seiner Geliebten, einer Spielsalonbesitzerin, hat Akzente, die der klassischen Tragödie entnommen sein könnte. Es gibt in diesem Film Stellen von so krasser Brutalität, die selbst durch den Filter der Rayschen Inszenierung (Montagen aus der Totalen, Grossaufnahmen und Bewegung in schneller Folge) kaum gemildert werden. Die Farben sind künstlich und betonen den exemplarischen Charakter der Fabel. Für Ray gilt die Bezeichnung "Poet der grausamen Liebe": die Gegenspielerin Joan Crawfords, die als Besitzerin des Saloons fungiert, ist eine Megäre wie nur wenige andere in diesem Genre."» (Peter H. Schröder, Filmkritik 3/65)

Johnny Guitar ist ein Film, der im Jahr 1954 in USA produziert wurde. Regie führte Nicholas Ray, mit Joan Crawford, Sterling Hayden, Mercedes McCambridge, Scott Brady, Ward Bond, in den wichtigsten Rollen. Der Film hatte am 23. August 1954 in USA seine Premiere.



Literatur Hinweise - Filmmuseum Berlin- Retrospektive 2006: Traumfrauen. Stars im Film der fünfziger Jahre, Gabriele Jatho und Hans Helmut Prinzler (Hg.), Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2006
- Il Cinema Ritrovato, Bologna 2010, Katalog pg 103f

Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

Unter anderem wurde der Film bei folgenden Filmfestivals aufgeführt:


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