Pordenone Filmfestival 2017 - KinoTV

3x Pola Negri


Text?Carmen Regie: Ernst Lubitsch,Deutschland - 1918
Produktion: Projektions-AG Union (PAGU) - Verleih: Universum-Film AG (UFA), Berlin - Produzent: Paul Davidson - Regisseur: Ernst Lubitsch - Drehbuch: Norbert Falk - Hanns Kräly - Story : Prosper Merimée - Kamera: Theodor Sparkuhl --??-- - Alfred Hansen - Musik: Artur Vieregg Uraufführung - Architekt: Kurt Richter - Karl Machus - Kostümbild: Ali Hubert - Darsteller: Fritz Richard - Magnus Stifter Leutnant Esteban - Leopold von Ledebur Stierkämpfer Escamillo - Albert Venohr - Heinrich Peer Englischer Offizier - Paul Conradi Schuggler Don Cairo - Wilhelm Diegelmann Gefängniswärter - Grete Diercks Don Josés Braut Dolores - Victor Janson - Max Kronert Schmuggler Remendato - Margarete Kupfer Carmens Wirtin - Harry Liedtke Don José Navarro - Pola Negri Zigeunerin Carmen - Sophie Pagay Don Josés Mutter - Paul Biensfeldt Schmuggler Garcia -

Inhaltsangabe
Als der Dragoner José Navarro seine Mutter und seine Braut auf dem Lande besucht, erhält er eine Nachricht seines Vorgesetzten, die ihn zurück nach Sevilla beordert. Der Grund: José soll befördert werden. Voller Freude macht er sich auf den Weg.
In Sevilla angekommen, lernt er die verführerische Zigeunerin Carmen kennen, die in einer Zigarettenfabrik arbeitet. Als es in der Fabrik zu einer Schlägerei unter den Arbeiterinnen kommt, wird Carmen als Anstifterin verhaftet. Doch der gutmütige Dragoner José erliegt den Liebesbeteuerungen der schönen Frau und verhilft ihr zur Flucht. Zur Strafe wird der erst kürzlich beförderte wieder degradiert und muss als gewöhnlicher Soldat auf den Straßen der Stadt Wache schieben. Hier wird er abermals von Carmen betört, die ihn in Wahrheit jedoch nur ablenken will, damit eine Schmugglerbande ungestört passieren kann. Als José kurz darauf im Duell einen Offizier tötet, schließt er sich Carmens Bande an. Schließlich wird sie das Opfer von Josés Eifersucht: Als sich die treulose Zigeunerin in Gibraltar einem Stierkämpfer zuwendet, ersticht er sie vor der Stierkampfarena mit einem Dolch. (www.filmportal.de)
Kritiken
Carmen Es ist nicht zu viel gesagt, wenn ich behaupte, daß die Union mit ihrem Drama "Carmen", welches seine Uraufführung vor geladenen Gästen am vergangenen Donnerstag im Unionpalast am Kurfürstendamm erfuhr, ihr Meisterwerk, und zugleich den besten deutschen Film geschaffen hat. Es ist wohl das erste Mal, daß man einen Film sich entrollen sah, an dem man zur eigenen Freude nichts, aber auch nichts auszusetzen fand, sondern der vielmehr einen durch keinen Mangel beeinträchtigten tiefen Eindruck hervorrief. Die Projektions-Aktiengesellschaft "Union" hat mit diesem Werke einen Film geschaffen, welcher der deutschen Kinematographie einen ersten Platz auf dem Weltmarkte erzwingt und bewiesen, daß das, was viele Fachleute und besonders Regisseure schon oft betonten, tatsächlich der Fall ist: daß wir, sofern wir nur vom richtigen Gesichtspunkte aus arbeiten, dasselbe, ja vielleicht noch Besseres zu leisten imstande sind als unsere ausländischen Konkurrenten, und daß das Märchen vom schlechten Licht, von den geringeren Eigenschaften der Regisseure, Darsteller und Operateure wirklich nur ein "Märchen" ist.
Ernst Lubitsch ist der Regisseur, welcher diesem Film sein Gepräge, seine Größe und Wucht gab. Mit untrüglichem Blick für das rein Szenische des Filmbildes, für die Bewegung im kleinen wie im großen, für Ausdruck und Geste und dramatisch sprechendes wirkungsvolles Spiel hat er einen Film geschaffen, der – abgesehen von seinen herrlich schönen Bildern, imponierenden Massenszenen und technisch glänzenden Einfällen – vor allem ein dramatisches Erlebnis aus einem Guß darstellt. Ich sehe das wesentliche Können Lubitschs nicht so sehr in der großen Geste, Hunderte oder Tausende von Menschen durcheinander zu wirbeln oder Apotheosen zu stellen, sondern darin, daß er aus einem Einzeldarsteller mimisch, ohne ihn je theatralisch werden zu lassen, das Letzte herausholt – sagen wir: seine Seele. Und das ist der Grund für den tiefen Eindruck, welchen diese an sich ja schon sehr packende Tragödie jetzt als Film ausübt. Noch nie war der Film der Sprechbühne so nahe wie in diesem Werk oder: noch nie ragte der Film so weit über die Sprechbühne hinaus.
Man darf nicht vergessen, daß Lubitsch bei seinen Mitarbeitern eine Unterstützung gefunden hat, wie ich sie jedem Regisseur wünsche. So lieferte .der Verfasser Hans Kräly nach den Motiven von Prosper Merrimé ein Manuskript, welches alle überhaupt nur denkbaren szenischen Möglichkeiten offen ließ. So schuf der bekannte Architekt der Union, Kurt Richter, Innenräume und vor allem Außenarchitekturen einer spanischen Stadt, welche als völlig ungekünstelt Spanien im Bilde erstehen ließen, ohne daß man erst die zur Zeit ja unmögliche Reise dorthin hatte antreten müssen. Diese spanische Stadt ist wohl das Grandioseste, was bisher für den Film gebaut wurde. – Und schließlich sei der musterhaften Photographie Alfred Hansens und auch der kostümlichen Leitung Alex Huberts gedacht, welche ja gerade in Bezug auf das äußere Bild entscheidend einwirkten.
Vor allem aber fand Lubitsch in seinen beiden Hauptdarstellern Persönlichkeiten, welche seine Ideen in greifbare Form umzusetzen vermochten, ohne den Boden echtesten und innerlichsten Lebens zu verlassen. Pola Negri, über deren große Fortschritte als Filmtragödin ich schon in den letzten Monaten mit großer Freude berichtete, hat sich hier mit ihrer Carmen einen der ersten Plätze unter den echten Sternen deutscher Schauspielkunst erobert. Es gebricht ihr weder an Rasse und Temperament, noch an Innigkeit und Empfindung, so daß sie, eine von den wenigen Auserlesenen unter vielen, die Gedankenarbeit von Dichter und Regisseur wahrhaft und greifbar in erschütterndes, echtes Leben umzusetzen vermag. Und der Erfolg des Abends, der in seinen stürmischen von Akt zu Akt sich steigernden Ovationen der Zuschauer an die Glanzerfolge Henny Portens heranreicht, legt beredtes Zeugnis davon ab, daß sie das Herz jedes Zuschauers zu treffen weiß. – Ähnlich Harry Liedtke, der, nun ganz ernster Schauspieler und Tragöde geworden, mit seinem Don Jose eine so reife, so vollends abgerundete, verinnerlichte Figur geschaffen hat wie wohl ein deutscher Filmschauspieler bisher noch nicht. Es würde zu weit führen, alle die einzelnen Leistungen der übrigen Darsteller ausführlich zu besprechen. Jede Figur unter Lubitschs Leitung ist trefflich gelungen: und so seien hier ein Wilhelm Diegelmann, Leopold von Ledebour, eine Grete Diercks, Margarete Kupfer mit Lob und Anerkennung genannt.
Der ganze Film ist ein Erlebnis, ein Ereignis. Und er wird, so hoffe ich, nicht nur den deutschen Film im In- und Auslande würdig und erfolgreich vertreten, sondern auch dem deutschen Filmfabrikanten und dem deutschen Regisseur ein Muster und Vorbild sein. (C. B., Der Film, Nr. 52, 28.12.1918)

Carmen (...) In den 2000 Metern dieses Films ist nicht eine Szene, die nicht durch ihr pulsendes Temperament mitreißt, ist nicht eine Bewegung, die nicht stilvoll den Charakter nachzeichnet, nicht eine Begegnung, in der nicht feinster, künstlerischer Esprit glitzert. Mit dem starken Willen, die den großen Regisseur auszeichnet, hat er die Kräfte seiner Mitwirkenden taktvoll dem Gesamteindruck untergeordnet, hat er sie begrenzt, um das Gesamtbild wirken zu lassen, hat er jeden Einzelnen aufgestachelt, sein Letztes und Bestes zu geben, um den Film, um das Ensemble von stärkster menschlicher Leidenschaft getragen erscheinen zu lassen. Wir haben Pola Negri und Harry Liedtke auch in anderen Films gesehen: aber die Meisterleistungen, die gestern das Publikum erschütterten, zu demonstrativem Beifall hinrissen, zeugen davon, daß ihre Darstellungskunst von einem Willen bestimmt wurde, der allein von dem genialen Regisseur ausgehen konnte, der sie aufstachelte, hemmte, hinwies: von Ernst Lubitsch.
Pola Negri hat sich mit der Darstellung der Carmen endgültig in die Spitzengruppe der deutschen Filmkünstler eingefügt. Die natürliche Leidenschaft ihrer Rasse lohte wild in den Liebesszenen auf, immer bewältigt von dem feinen Kunstgefühl für das, was im Film erlaubt und wirksam ist. Unvergeßlich, wie sie vor Don José tanzt, wie ihr Körper eine einzige rhythmische Bewegung ist, wie ihre Augen vor Verlangen und Sinnlichkeit leuchten, wie sie voll schelmischer Koketterie mit dem alten Kerkermeister charmiert und nicht minder unvergleichlich, wie sie die Bande um den armen Don José immer enger und enger spinnt. Die ganze Skala menschlicher Ausdruckskunst spiegelt sich in Carmens Schicksal und man kann von Pola Negri nichts größeres sagen, als daß sie mit nie versagendem Temperament allen Forderungen gerecht wurde, und sich zu keiner Bewegung hinreißen ließ, die die Linie des Kunstwerkes gestört hätte.
Kam die Aktivität der Rolle dem starken Temperament Pola Negris entgegen, so hat Harry Liedtke mit der Bewältigung der sehr schwierigen, meist passiven Rolle des Don José ein vollendetes Meisterwerk geliefert. Don José ist ein Opfer von Gewissenskämpfen und, da man die Seele schwer photographieren kann, andererseits aber Erregungen dieser Art keinen heftigen körperlichen Ausdruck finden, so muß mit darstellerischen Mitteln gearbeitet werden, deren Wirkung auf seelischem Takt und zu Herzen gehender Ausdruckskunst aufgebaut sind. Man kann Harry Liedtke zum höchsten Lobe sagen, daß er ein Aufgebot von psychologischen Darstellungsmitteln zur Verfügung hat, die seine Leistungen in meisterliche Höhe heben. Als er von Carmens Sinnlichkeit bedrängt den Weg des Rechts verläßt, als er Dolores treulos wird: da ging von diesem, leidenden, seelisch zerrissenen Menschen ein Hauch des Leidens aus, der die Zuschauer überwältigte. Nie hätte man geglaubt, daß Harry Liedtke, dieser geborene Held amüsanter Salonstücke, fähig ist, so tiefgehendes Leiden in menschlicher und künstlerischer Echtheit zu verkörpern. Nach diesem Don José wird man auch Harry Liedtke zu den größten Menschendarstellern im Film rechnen müssen. (...) (Lichtbild-Bühne, Nr. 51, 21.12.1918)

Carmen (...) Fürwahr! es handelt sich hier um einen deutschen Film, der weit über die bisher üblichen Durchschnittsmachwerke hervorragt. Das sechsaktige Drama hält sich an den Text der Erzählung, die durch Bizets Oper wohl als bekannt vorausgesetzt werden darf. Das feurig bewegte Liebesabenteuer zwischen der schönen, leidenschaftlichen Tabakarbeiterin und dem schmucken Almonzo-Dragoner tritt selbstverständlich viel eindrucksvoller, schärfer und packender im stummen Film hervor als in der Oper, bei der doch vor allen Dingen das Werk Bizets das Hauptaugenmerk auf sich lenkt. (...)
Man vermeide einen Vergleich zwischen der Bühnenoper und dem Film "Carmen". Beide arbeiten mit anderen Mitteln für einen anderen Sinn. Was das Leinwanddrama dem Auge bieten kann, zeigt es in verschwenderisch-schönen Bildern. Das ist es eben, was den meisten deutschen Filmwerken bisher fehlte und seinen Konkurrenzkampf mit den Kinoerzeugnissen derer drüben über dem großen Teich so erfolgsaussichtslos macht! Durch großzügige Bilderpracht ist der deutsche Spielfilm für das Ausland konkurrenzfähig zu erhalten. Und was für malerisch-schöne, stimmungsvolle Szenen bietet dieser Carmenfilm! Abgesehen davon, daß Lubitsch mit seinem Stabe den hispanischen Zauber in Tempelhof und Rüdersdorf durch deutsche Malerhand und Schneiderschere erstehen ließ, sind die Bilder von imponierender Herrlichkeit.
Man täte den unsichtbaren Kräften, die bei dem Film mitgewirkt haben, bitter Unrecht, wenn man bei einer Beurteilung nicht ihrer gedächte. Da ist der Spielleiter Ernst Lubitsch, der nun endlich seinen eigentlichen Beruf gefunden zu haben scheint. Daß er mit seinen früheren darstellerischen und schriftstellerischen Darbietungen auf einen Teil der Kinobesucher wegen seines vergröberten Herrenfeldstils nicht gerade erfrischend gewirkt hat, habe ich ihm (leider) schon bei verschiedenen Gelegenheiten an einer anderen (mehr dem großen Publikum zugänglichen) Stelle zurufen müssen. Wenn ich mir nun auch nicht etwa einrede, daß meine Ermahnungen diesen Umschwung in Lubitschs Tätigkeit veranlaßt haben, so notiere ich dennoch mit Genugtuung, daß er von selbst aufgehört hat, in weiten Kreisen des deutschen Publikums gewisses Ärgernis zu erregen ... Desto erfreulicher ist nach all dem was bisher vorgefallen ist, daß Lubitsch gleich mit seinem ersten größeren Schlag einen so einwandfreien, von keiner Seite bestrittenen Erfolg feiern durfte. (...)
Jetzt zu der Darstellung. Es ist selbstverständlich, daß sie der Güte der anderen Leistungen vollwertig gleichkam. Als erste: Pola Negri. Seit sie als Stern im Ufahimmel aufgeleuchtet ist, wird ihr Licht immer heller und blendender. Hatte man sie noch bis vor kurzem nur in unerquicklichen Rührkitschereien über sich ergehen lassen müssen, so unternimmt die Negri jetzt alle Anstalten, mit einer ununterbrochenen Reihe ernst zu nehmender Werke die Regententhrone der anderen Kinoköniginnen, wenn auch nicht gleich zu stürzen, so doch gehörig ins Wanken zu bringen. Tatsächlich hat sie äußerlich wie mimisch alle Möglichkeiten, um eine Carmen nach dem Rezepts Mérimées zu schaffen. Man glaubt ihr, daß man sich in acht zu nehmen hat, wenn sie liebt; daß sie dem Himmel, dem Eisen, dem Feuer trotzt und daß sich ihr Blut brausend in ihren Adern hebt. Sie tanzt mit Charme und Grazie; kokettiert mit ihrer Zähnenperlenkette und läßt ihre Augen flitzen, daß es eine Freude ist. Man muß unwillkürlich an das Liedlein denken: "Die Polin hat von allen Reizen". Pola Negri verwandelt eben unmerklich die liebestolle Spanierin in eine feurige Polin.
Ihr Partner ist der Schwarm der Berliner Damenwelt, der – wie es so naiv im Textbuch heißt – "frische Knabe" Don José = Harry Liedtke. Er beweist wieder einmal, daß sein Talent bisher auf falschem Gebiet ausgenutzt worden war. Liedtke vermag viel mehr, als dauernd nichtssagende, schicke Schürzenstürmer und Allerweltslebemänner auf die flotten Beine zu stellen. (...) (Egon Jacobsohn, Der Kinematograph, Nr. 628, 15.1.1919)

Carmen oder: Über das Küssen im Film An diesem Film ist das Bemerkenswerteste, wie Pola Negri küssen kann. Fünf lange, fast richtig bis zum Ende ausgewachsene Akte durch, lockt sie die Mannswelt von Sevilla, Gibraltar usw. (mit den betreffenden Umgebungen) und vor allem den armen Don José, dem Abgrund zu. Im deutschen Film ist die "Sünde" noch niemals so verlockend auf der einen, so graziös überzeugend auf der anderen Seite verkörpert worden. Vor allem die spanisch dekorierte "Sünde", wie man in tugendhaften Kreisen nicht nur in Angelsachsien, sondern auch anderswo seit den seligen Mönchs- und Hexenzeiten die fleischliche Verlockung zu benamsen gewohnt ist. Das polnische Temperament ist dem romanischen ja eng verwandt, und beiden ist die Kunst der Liebesmimik in weit größerem Maße vertraut, als den geradeaus tappenden deutschen Paaren.
Darum hat auch die reichliche Kußorgie der Lubitsch"schen Carmen niemals als geschmacklos gewirkt. Es geschieht alles so naturnotwendig! Nichts ist eingelernt, und "Pose vor dem Spiegel" gleichsam. Alles kommt, weil es so kommen muß. Und es kann gar nicht anders sein, als daß jeder Durchschnittsmann, der PoIa-Carmen in die Hände fällt, Besinnung und Willen verliert, bis auch in ihr, der Puppenspielerin, die letzte und geheimste Sehnsucht jedes Weibes sich erfüllt: nämlich zu unterliegen. Herrn de Vogts Stierkämpfer (falsch: tatsächlich wird der Stierkämpfer nicht von Carl de Vogt gespielt, sondern von Leopold von Ledebur, Anm. d. Red.), diese langsam bewegte Masse von Muskeln, erschüttert auch die Carmen, macht sie willenlos und liefert sie der hier ganz geschlechtsgemäß gedachten Rache des Durchschnittsmännchens aus, der durchschnittsmäßig (wenn auch noch so rührend) an ihr zugrunde ging und nun, novellenartig durchschnittsmäßig, sie ersticht.
Es zeigt sich also auch hier wieder: alles ist erlaubt, wenn es nicht Zweck, sondern Folge ist; wenn es – vor allem – ästhetisch und naturnotwendig wirkt. Eingelernte Kußsalven wären nicht nur polizeiwidrig, sondern auch geschmackswidrig gewesen. Elementare läßt man sich (und gern) gefallen. (Fgd. (= Karl Figdor), Erste Internationale Filmzeitung, Nr. 6/ 1920)
Anmerkungen
Am lodernden Feuer beginnt die Geschichte um den in Liebe entbrannten Don José und die Zigeunerin Carmen. Lubitsch bleibt nah an Stil und Atmosphäre von Mérimées Novelle und streicht Talent und Sinnlichkeit Pola Negris heraus. Noch zu Zeiten des Kriegs gedreht, figurieren die Soldaten als blosse Statisten – Carmen wird weltweit ein Erfolg. (Locarno Festival Katalog 2010)

Der gelbe Schein Regie: Paul Ludwig Stein,Deutschland - 1918
Produktion: Universum-Film AG (UFA), Berlin - Produzent: Paul Davidson - Regisseur: Paul Ludwig Stein - Victor Janson - Eugen Illés - Drehbuch: Hans Brennert - Hanns Kräly - Kamera: Eugen Illés - Architekt: Kurt Richter - Darsteller: Pola Negri Lea Raab / Sonia Storki / Lydia Pavlova - Marga Lind Vera - Harry Liedtke Dmitrij, Medizinstudent - Adolf Edgar Licho Professor Shukovskij, Lea's (real) father - Margarete Kupfer Besitzerin des Tanzsalons - Victor Janson Ossip Storki, Lea's Teacher - Guido Herzfeld Scholem Raab, Lea's father - Werner Bernhardy Astanov, Student -

Anmerkungen
Remake des Films Czarna Ksiazeczka aus dem Jahre 1915 von Aleksander Hertz mit Pola Negri in der Hauptrolle. Der Film wurde während der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland verboten und Kopien zerstört. 1922 in den USA unter dem Titel THE DEVIL'S PAWN gezeigt.

Von Kevin Brownlow restauriert sind Kopien in Israelischen Filmarchiv, Niederländischen Filmmuseum erhalten geblieben.

Text?Mania - Geschichte einer Zigarettenarbeiterin Regie: Ernst Lubitsch,Deutschland - 1918
Produktion: Projektions-AG Union (PAGU) - Produzent: Paul Davidson - Regisseur: Eugen Illés - Ernst Lubitsch (--??--) - Drehbuch: Hans Brennert - Kamera: Eugen Illés - Architekt: Kurt Richter - Darsteller: Arthur Schröder Hans van der Hof, Komponist - Ernst Wendt Alex, Maler - Pola Negri Mania Walkowska - Werner Hollmann Morelli, Kunstmäzen -

Anmerkungen
Pola Negri's erster Film bei der PAGU Berlin (Lamprecht), gedreht im besetzten Polen - Lamprecht nennt Illès als Regisseur, in "Der Film" vom 9.11.1918 wird in der Kritik Lubitsch als Regisseur genannt. Bislang ist nicht geklärt, ob Lubitsch an diesem Film beteiligt war. Eine Kopie des Films ist in Warschau erhalten und wird 2010 restauriert. (lhg 2010)

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