KinoTV Themen by Unicorn Media

TV - Filmtips für heute
30.Jul.2010

00:15 Uhr TSR 1: Gentlemen prefer Blondes Regie: Howard Hawks
Produktion:: 20th Century-Fox Film - Produzent:: Sol C. Siegel - Regie:: Howard Hawks - Drehbuch:: Charles Lederer - Story:: Joseph Fields play - Anita Loos novel - Kamera:: Harry J. Wild - Schnitt:: Hugh S. Fowler - Art Direction:: Lyle R. Wheeler - Joseph C. Wright - Set Decoration:: Claude E. Carpenter - Darsteller:: Marilyn Monroe Lorelei Lee - Taylor Holmes Mr. Esmond Sr. - George Winslow Henry Spofford III - Elliott Reid Ernie Malone - Jane Russell Dorothy Shaw - William Cabanne - Tommy Noonan Gus Esmond - Marcel Dalio Magistrate - Norma Varden Lady Beekman - Charles Coburn Sir Francis 'Piggy' Beekman - Steven Geray Hotel Manager - Henri Letondal Grotier - Leo Mostovoy Kapitän - Alex Frazer Pritchard - George Davis Pierre, Taxfahrer - Alphonse Martell Oberkellner bei Chez Louis - Howard Wendell Watson -
Kritiken: "Mit brutalerem Charme als von Marilyn Monroe ist selten der Kapitalismus gepriesen und wörtlich genommen worden." (Die Zeit)
"Perfekt inszeniert und gespielt - amerikanisches Kino der 50er Jahre par excellence ! (lhg)

"Gleich zwei Sex-Bomben auf einen Schlag kann die Männerwelt hier – ohne „3-D“, trotzdem sehr dimensional – studieren: die schwarze rassige Jane Russell und die blonde leicht-dümmliche (laut Filmrolle) Marilyn Monroe, dazwischen als „alter Genießer“ Charles Coburn und – für die Damen im Parkett – eine 29köpfige Olympia- Mannschaft, vorwiegend in Badehosen und beim Training. Alles schön Technicolor-bunt (Kamera: Harry J. Wild, Technicolorberater: Leonard Doss), typisch amerikanisch, sehr „proportionell“, bisweilen heiter, dann sentimental, und mit viel Jazz angerichtet (Regie: Howard Hawks). Seine Herkunft – nach einer musikalischen Komödie von Joseph Fields und Anita Loos, Musik und Texte von Jule Styne und Leo Robin – kann das Drehbuch von Charles Lederer zwar nicht verleugnen. Aber was tut’s auch? Jane und Marilyn dampfen trotzdem männerjagend und mit Volldampf über den Ozean von den USA nach Frankreich. Jane ist noch ungebunden in der Liebe, entsprechend abwechslungsbedürftig, und hat Sehnsucht nach einem festen, männlichen Anker mit Herz und Charakter. Marilyn ist dummerweise schon verlobt, wird vom Verlobten – noch peinlicher – heimlich mittels Detektiv überwacht und hat eine – das ist das Ärgste – Schwäche für Diamanten wie ein Stier für rote Tücher. Die daraus sich entwickelnde Verwechslungskomödie hat also schon angemessene Voraussetzungen. Einige Übertreibungen (Spezialeffekte: Ray Kellogg) muß man freilich bis zum doppelten Happy-End schon in Kauf nehmen. Glücklicherweise beließ man die Schlager – „When Love Goes Wrong“ und „Anyone Here for Love?“ von Hoagy Carmichael und Harold Adamson – in ihrem Original. Ein dritter, zu deutsch: „Diamanten sind eines Mädchens bester Freund“, wurde zu einer ausgespielten Revue-Szene (Choreographie: Jack Cole, musikalische Leitung: Lionel Newman) aufgepulvert. Auch die übrigen Darsteller sind gute Typen: Elliott Reid als Liebhaber und Detektiv, der sich schließlich Jane kapert, Tommy Noonan als Marilyns trotteliger Verlobter, Taylor Holmes als dessen gestrenger Papa, Norma Varden als Xanthippen- Ehegespons von Charles Coburn, Marcel Dalio als Polizeirichter, vor dem Jane als Marilyn in der Gerichtsverhandlung tanzt, Steven Geray als Hotel-Manager und schließlich George Winslow und Howard Wendell in kleineren lustigen Aufgaben. Ein vergnüglicher Film, der sicher seinen Weg machen wird." Karl-Otto Gebert in: Die Filmwoche (Karlsruhe), Nr. 10, 13.3.1954.

01:10 Uhr ARD: King Solomon's Mines Regie: Compton Bennett
Regie:: Compton Bennett - Kamera:: Robert Surtees - Schnitt:: Ralph E. Winters - Conrad A. Nervig - Darsteller:: Kimursi Siriaque Unbopa - Deborah Kerr Elizabeth Curtis - Hugo Haas - Stewart Granger Allan Quatermain - Lowell Gilmore - Richard Carlson John Goode -
Synopsis: Der Großwildjäger Allan Quatermain (Stewart Granger) lebt davon, dass er in Ostafrika für zahlungskräftige Europäer Jagdsafaris in den Busch organisiert. Die Erfahrungen, die er dabei macht, sind häufig recht unerfreulich. Eines Tages taucht sein englischer Landsmann John Goode (Richard Carlson) auf, um ihn für eine Expedition ins Landesinnere zu engagieren. Goodes Schwester Elizabeth Curtis (Deborah Kerr) hat sich in den Kopf gesetzt, den Spuren ihres Mannes Henry zu folgen, von dem seit Monaten jedes Lebenszeichen fehlt. Ungefähr ein Jahr zuvor brach Henry auf. Sein Ziel war eine geheimnisvolle Diamantenmine aus den Tagen des Königs Salomon. Quatermain lehnte es damals ab, Henry zu begleiten. Das Unternehmen erschien ihm genauso sinnlos wie die Suchexpedition, für die Elizabeth Curtis ihn nunmehr gewinnen will. Nur weil ihn das viele Geld lockt, das sie ihm bietet, übernimmt er schließlich die Leitung der Safari. Anfangs ist ihm die attraktive junge Frau recht unsympathisch; er hält sie für ein verzärteltes Luxusgeschöpf und glaubt, sie suche lediglich Beweise für den Tod ihres Mannes, um ihn beerben zu können. Bald zeigt sich jedoch, dass Quatermain sich in Elizabeth Curtis getäuscht hat. Die beiden kommen sich allmählich näher. Im Dorf eines feindlich gesinnten Stammes stoßen sie schließlich auf den Europäer Smith (Hugo Haas), der eine höchst undurchsichtige Rolle spielt. Er behauptet, den verschollenen Henry Curtis vor einem Jahr getroffen zu haben. Quatermain zwingt den Mann, sie aus dem Dorf herauszubringen, dabei kommt sein getreuer Boy Khiva (Kimurei) ums Leben. Nach qualvollem Marsch durch eine Sandwüste gelangt die kleine Gruppe schließlich auf ein Hochplateau. Dort stehen sie plötzlich bewaffneten Afrikanern gegenüber. Die drei Weißen verwickeln sich in immer neue gefährliche Abenteuer. (ARD Presse)
04 Uhr SF 1: Der letzte Mann Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Produktion:: Universum-Film AG (Ufa), Berlin - Produzent:: Erich Pommer - Regie:: Friedrich Wilhelm Murnau - Regieassistent:: Edgar G. Ulmer - Drehbuch:: Carl Mayer - nach einer Vorlage von:: Carl Mayer - Kamera:: Karl Freund - Kamera Assistenz:: Robert Baberske - Musik:: Giuseppe Becce - Karl-Ernst Sasse (Neue Musik - 1996) - Art Direction:: Walter Röhrig - Robert Herlth - Darsteller:: Emilie Kurz Die Tante des Bräutigams - Maly Delschaft Die Tochter - Max Hiller Der Bräutigam - Georg John Der Nachtwächter - Hans Unterkircher Hoteldirektor - Hermann Vallentin Ein dicker Kunde - Emmy Wyda Dünne Nachbarin - Olaf Storm Ein junger Kunde - Emil Jannings Hotelportier -
Synopsis: Der Portier des Hotels "Atlantic" verdankt seine Anerkennung und sein Selbstwertgefühl seiner prächtigen Uniform. Als der forsche Geschäftsführer des Hotels erkennt, dass der Portier wegen seines Alters Probleme mit den schweren Koffern der Gäste hat, degradiert er ihn zum Toilettenmann. Nun muss er seine prächtige Livrée abgeben. Als seine Tochter heiratet, beschafft er sich für die Hochzeitsfeier heimlich die Uniform, um vor den Nachbarn zu renommieren und den Schein zu wahren. Aber der Schwindel wird entdeckt. Verlacht und gedemütigt zieht sich der alte Mann in den Waschraum der Hoteltoilette zurück. Doch eines Tages stirbt ein reicher Hotelgast in den Armen des Alten und vermacht ihm sein Vermögen. Der Toilettenmann kann nun selbst als Gast im Hotelrestaurant speisen und erlebt nach seiner Deklassierung einen heiteren gesellschaftlichen Aufstieg... (arte Presse)
Kritiken: "Durch seine eigenwillige, expressionistische Kameraführung filmhistorisch bedeutsames Meisterwerk" (tele)
14:35 Uhr TSI 2: The good earth Regie: Sidney Franklin
Produktion:: Metro-Goldwyn-Mayer - Produzent:: Albert Lewin - Regie:: Sidney Franklin - 2nd Unit Regie:: Fred Niblo - Drehbuch:: Claudine West - Tess Slesinger - Talbot Jennings - Story:: Pearl S. Buck - Kamera:: Karl Freund - Musik:: Herbert Stothart - Schnitt:: Basil Wrangell - Art Direction:: Cedric Gibbons - Ton:: Douglas Shearer - Darsteller:: Walter Connolly - Tilly Losch - Philip Ahn - Paul Muni - Luise Rainer - Soo Yong - Charley Grapewin AKA Charles Grapewin - Keye Luke -
22:20 Uhr TSI 2: Les 400 coups Regie: François Truffaut
Regie:: François Truffaut - Regieassistent:: Philippe de Broca - Drehbuch:: François Truffaut - Marcel Moussy - Kamera:: Henri Decaë - Musik:: Jean Constantin - Darsteller:: Albert Rémy Julien, sein Vater - Claire Maurier Gilberte, seine Mutter - Jean-Pierre Léaud Antoine Doinel - Guy Decomble Petit - Patrick Auffray René -
Synopsis: Antoine wird zu Hause kaum beachtet. Seine Mutter zeigt dem 13-Jährigen in jeder Situation, dass sie ihn nie wollte, und sein Stiefvater ist mal freundlich, mal macht er deutlich, dass er sich nicht für ihn interessiert. Doch nicht nur zu Hause hat Antoine Probleme: Sein Französischlehrer, ein Vertreter der konservativen und strengen Pädagogik, macht Antoine aufgrund seiner schlechten Leistungen für jeden Streich, der an der Schule passiert, verantwortlich. Schuldig oder nicht - das spielt für den Lehrer keine Rolle.
So schwänzt Antoine lieber den Unterricht und streunt in Paris herum, als seine Zeit in der Schule zu verschwenden. Von seinen Eltern vernachlässigt sucht er Gesellschaft bei seinem Freund Rémy. Zusammen ziehen sie durch die Großstadt und hecken jede Menge Streiche aus: Sie gehen ins Kino, rauchen und klauen.
Als er seine Mutter mit einem Liebhaber küssend in der Stadt entdeckt, scheint es, als wolle sie einen Neuanfang wagen; sie verspricht Antoine sogar tausend Francs, sollte er seine schulischen Leistungen verbessern können.
Doch der Französischlehrer beschuldigt Antoine, für einen Aufsatz bei Balzac abgeschrieben zu haben und schickt ihn zum Rektor. Da schlüpft Antoine bei Rémy unter und hält sich mit kleinen Diebstählen über Wasser. Doch eines Tages wird er dabei erwischt, wie versucht, eine geklaute Schreibmaschine zu versilbern.
Seine Eltern lehnen jede Verantwortung ab und drängen auf die Einweisung in eine Erziehungsanstalt für straffällige Jugendliche. Nach einer Nacht hinter Gittern wird Antoine am nächsten Morgen eingeliefert und erfährt sehr bald am eigenen Leibe, dass in seinem neuen Zuhause eiserne Disziplin herrscht. (arte Presse)
Kritiken: »Eines der Schlüsselwerke der französischen Nouvelle Vague" (lhg)
23:15 Uhr wdr: Cidade de Deus Regie: Fernando Meirelles
Regie:: Fernando Meirelles - Kátia Lund - Drehbuch:: Bráulio Mantovani - Story:: Paulo Lins novel - Kamera:: César Charlone - Schnitt:: Daniel Rezende - Production Design:: Tulé Peak - Kostüme:: Bia Salgado - Ines Salgado - Darsteller:: Alexandre Rodrigues Buscape - Roberta Rodriguez Silvia Berenice - Douglas Silva Dadinho - Seu Jorge Mane Galinha - Philippe Haagensen Bene - Jonathan Haagensen Cabeleira - Leandro Firmino de Hora Ze Pequeno - Matheus Nachtergaele Sandro Cenoura -
Synopsis: Die "Cidade de Deus" ist eine auf dem Reißbrett entstandene Barackensiedlung am Rande von Rio. In dieser urbanen Hölle wächst unter Hunderten von Ghettokids der schüchterne Buscapé (Alexandre Rodrigues) auf, der für eine kriminelle Karriere zu schüchtern ist, aber immer weiß, wie man sich irgendwie aus der Schusslinie hält. Buscapé hat einen Traum: Er will Fotograf werden. Seit der frühen Kindheit kennt er Zé Pequeño (Leandro Firmino da Hora), genannt Locke, der wie alle im Viertel vom schnellen Reichtum träumt. Doch Locke ist clever und skrupellos genug, um dieses Ziel zu erreichen. Gemeinsam mit seinem Freund und Komplizen Bené (Phellipe Haagensen) bringt er den Drogenhandel durch systematische Liquidation aller kleinen Dealer in seine Hand. Unter seiner Herrschaft ist die Cidade de Deus erstmals sicher - bis ein blutiger Rachefeldzug das Viertel in einen mörderischen Drogenkrieg stürzt. Als Buscapé zufällig in die Situation gerät, den inzwischen berühmt-berüchtigten Drogenboss Locke abzulichten, landet sein Film auf dem Tisch einer Redakteurin - und eröffnet dem ambitionierten Fotografen eine Karriere als Reporter...... (ARD Presse)
Kritiken: "Bildgewaltiger und schonungslos realistischer Film über die Gewaltspirale in den Favelas von Rio de Janeiro. Die Geschichte geht von den Sechzigern in die Achtzigerjahre und beschreibt das Schicksal eines Fotografen und eines Jugendlichen, der in eine kriminelle Karriere hineinrutscht." (tele)

"...fierce and shocking and dazzling and wonderful..." (New York Post)

"...oddly lacking in emotional heft for a work that aspires to the epic" (L.A. Weekly)

"Für die unglaubliche Authentizität des Films bürgen Autor Paulo Lins, der selbst in "Cidade de Deus" aufwuchs und den gleichnamigen Roman schrieb, sowie die 110 Laiendarsteller, die meist ebenfalls aus den Slums stammen. Statt auf geschliffene Dialoge zu setzen, umriss Regisseur Fernando Meirelles nur grob den Aufbau der Szenen, die Wahl der Worte überliess er den Akteuren selbst. - Grausam schöne Milieustudie und Gangstersaga." (TV Spielfilm)

«Das Drogenepos aus den Favelas von Rio de Janeiro gehört zu den Meisterwerken des brasilianischen Kinos und erhielt vier Oscarnominierungen, darunter eine für Regisseur Fernando Meirelles ("Der ewige Gärtner"). Aus der Sicht des Jungen Buscapé wird von Bandenkriegen, Gewalt und Tod in der Stadt der bewaffneten Kinder erzählt. Den authentischen Charakter erzielt der Film durch den Einsatz von Laiendarstellern aus den Slums von Rio.
Warum wir ihn lieben: Der Eskalation der Gewalt wird ein Zeichen der Hoffnung entgegengesetzt» (Cinema, 2006)