Merry Widow

Die lustige Witwe

Regie: Ernst Lubitsch, , USA, 1934

  • Genre: Komödie, Operette,

Szenenphoto aus Merry Widow, © Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)


Stab und Besetzung

Ernst Lubitsch
Produktion Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)
Produzent Ernst Lubitsch [(Nicht genannt )]
Irving Thalberg [(Nicht genannt )]
Regisseur Ernst Lubitsch
Drehbuch Samson Raphaelson
Ernest Vajda
Kamera Oliver T. Marsh
Schnitt Frances Marsh
Architekt Cedric Gibbons
Kostümbild Adrian
Darsteller George Barbier [König]
Herman Bing [Zizipoff]
Shirley Chambers [Maxim Girl (Nicht genannt )]
Ruth Channing [Lulu]
Maurice Chevalier [Danilo]
Minna Gombell [Marcelle]
Sterling Holloway [Orderly]
Edward Everett Horton [Ambassador Popoff]
Jeanette MacDonald [Sonja]
Donald Meek [Diener]
Una Merkel [Königin]

Technische Angaben
Technische Info: Format: 35 mm - Schwarz-Weiss Film,Länge: 99 Minuten
Tonsystem: mono

Inhaltsangabe
Der Zwergstaat Marshovia steht kurz vor dem Ruin. Um die Staatsfinanzen aufzubessern, beauftragt der König den berüchtigten Frauenhelden Graf Danilo, eine reiche Witwe, die nach Paris ausgewandert ist, zu erobern, zu heiraten und in ihre Heimat zurückzubringen.

Der König des Zwergstaats Marshovia ist verzweifelt: Die Staatskasse ist leer, und Einnahmen sind nicht zu erwarten. Die einzige Person, die das Haushaltsloch stopfen könnte, ist die reiche Witwe Sonia - doch die bislang grösste Steuerzahlerin des Landes ist leider nach Paris ausgewandert. Um sein Land vor dem Ruin und dem damit verbundenen Ausverkauf zu bewahren, heckt der König einen ebenso einfachen wie tollkühnen Plan aus: Der charmante Offizier Graf Danilo, Schwarm aller Frauen, inklusive der Königin, soll versuchen, Sonia in Paris nach allen Regeln der Kunst zu umgarnen. Sobald sie sich in den Staatsdiener verliebt, könnten die beiden heiraten und nach Marshovia zurückkehren - und damit auch das Vermögen der schönen jungen Frau. Noch bevor Danilo von seinem Auftrag erfährt, trifft er Sonia im legendären Pariser Nachtclub "Maxim's" und hält sie für ein gewöhnliches Amüsiermädchen. Sonia, die eigentlich schon in den ihr unbekannten Casanova verliebt ist, lässt Danilo empört stehen. Nicht einmal seine Liebesschwüre können sie umstimmen. In der Botschaft von Marshovia erfährt Danilo von seiner Mission. Zunächst weigert er sich, dem königlichen Befehl zu gehorchen - mit der Begründung, bereits in eine schöne Unbekannte verliebt zu sein. Umso erfreuter ist er, mit Sonia eben jene Unbekannte vorgestellt zu bekommen. Sonia erfährt jedoch von der "Liebesintrige" des Königs und will nichts mehr von Danilo wissen, obwohl dieser sich als wahrer Ehrenmann erweist. Zurück in Marshovia wird dem Offizier wegen seiner gescheiterten Mission der Prozess gemacht. Nachdem auch Sonia gegen ihn aussagt, wird er zu einer Haftstrafe verurteilt. Als Sonia, die natürlich noch immer in Danilo verliebt ist, den inhaftierten Charmeur besucht, glaubt man im Königspalast an eine letzte Chance: Die Wache erhält den Befehl, die beiden so lange miteinander einzuschliessen, bis es zu einem "Happy End" kommt... (mdr Presse)

Kritiken : "Mit Anmut, Ironie und Witz" (Der Tagesspiegel, Berlin)

Anmerkungen : "Jedenfalls dachte Lubitsch «nicht daran, wie Erich von Stroheim unappetitliche Details aus Sonias erster Ehe auszubreiten». Statt zynisch präsentierter Verstrickungen in den Teufelskreis von Geld, Macht und Sex geht es bei Lubitsch vor allem um die Frage: Wann finden die beiden endlich zusammen? Man suchte einen «Kompromiss zwischen der Operette und dem respektlosen Erotikon, das in ihr steck.». Anstelle des Zynismus regiert bei Lubitsch liebevolle Ironie, zudem finden Elemente der Screwball-Comedy Eingang, mit denen Lubitsch schon bei Paramount gespielt hatte. In Lubitschs Fassung tauchen traditionell-konservative Konventionen allenfalls als Relikte auf, die sogleich ins Lächerliche gezogen werden, so etwa wenn sich Danilo und der Botschafter Popoff zum Duell verabreden, sich dann aber, nun in Kenntnis der Identität des Gegenübers, um den Hals fallen. Etwas überspitzt lässt sich der Unterschied zwischen beiden Versionen auch in das Fazit fassen: «Lubitsch giesst beissenden Spott und Hohn über die Geschichte aus, Stroheim sprengt sie mit seinen grotesken Erfindungen beinahe in die Luft.» (Christian Ruschel, viennale.at)

"Immer wenn ich eingeladen werde, vor Filmstudenten zu sprechen, sage ich "Passen Sie auf, wir sprechen über Lubitsch." Und dann führe ich immer so ein bisschen vor, wie der Lubitsch mit einem gearbeitet hat: "Wir haben folgende Situation. Da ist ein König, gespielt von Georges Barbier, diesem grossen, dicken Schauspieler; wir haben eine Königin, das ist die Una Merkel; und wir haben einen Leutnant, das ist der Chevalier. Ich möchte jetzt, dass Sie mir dramatisieren, dass der Leutnant ein Verhältnis mit der Königin hat und dass der König es eines Tages durch Zufall herausfindet. Heute ist Freitag, kommen Sie am Dienstag mit der fertigen Szene, ich möchte sie dann sehen." Wenn man eine solche Ausgangssituation an fünftausend Autoren verteilte, keiner würde herausfinden, wie es der Lubitsch gemacht hat. Die Szene ist aus "The Merry Widow" (USA 1934) und ist, glaube ich, ein sehr schönes Beispiel für die Technik Lubitschs, obwohl man aus jedem seiner Filme ein Dutzend gleichwertiger Beispiele nehmen könnte: Man sieht ein Schloss, ein Schlafzimmer, den König und die Königin. Die Königin liegt auf dem Bett, der König zieht sich an, küsst seine Frau und geht aus dem Zimmer. Draussen vor der Tür steht der Chevalier auf Wache. Der König geht vorbei, der Chevalier salutiert, der König verschwindet um die Ecke. Im gleichen Augenblick dreht sich der Chevalier um und geht ins Schlafzimmer zur Königin. Er macht die Tür zu, der Zuschauer sieht nichts, nur die Tür von draussen, die Kamera geht nicht mit hinein. Jetzt wieder der König: Er geht die Treppe hinunter und merkt, dass er vergessen hat, seinen Säbel umzuschnallen. Also geht er langsam wieder die Treppe hoch, Richtung Schlafzimmer, das Publikum wartet schon auf den Knall, den es da geben wird. Er macht die Tür auf, geht hinein, macht die Tür zu. Wir sind wieder draussen, malen uns aus, was jetzt im Zimmer passiert. Die Tür geht wieder auf, der König kommt heraus, seinen Säbel in der Hand, er lächelt. Nichts gemerkt. Kein Knall. Er geht langsam weg, will den Säbel umschnallen - der Gürtel ist viel zu eng, es ist gar nicht seiner! Und jetzt durchschaut er die Situation, geht zurück und findet den Chevalier unterm Bett. Jeder hätte es anders gelöst, aber keiner hätte es so elegant, so witzig und so spannend fürs Publikum gemacht wie der Lubitsch." (Billy Wilder)

«Mit "Die lustige Witwe" hat Meisterregisseur Ernst Lubitsch 1934 aus Franz Lehárs gleichnamiger Operette ein schwungvolles Musical gemacht. Der Film sprüht vor Wortwitz im typischen Lubitsch-Stil, welcher der romantischen Geschichte einen bisweilen satirischen Touch verleiht. In der Titelrolle gibt Jeanette MacDonald eine wunderbar leichtfüssige Darstellung, und auch Maurice Chevalier ist als weltgewandter Lebemann ideal besetzt. Franz Lehár (1870-1945) hatte mit seiner Operette "Die lustige Witwe", die am 30. Dezember 1905 am Theater an der Wien uraufgeführt wurde, zu seinem eigenen Stil gefunden. Die Premiere war kein grosser Erfolg, Theaterdirektor Karczag meinte: "Dos is ka Musik". Lehár selbst erzählte: "Der eigentliche Erfolg der 'Lustigen Witwe' ging von Berlin und Hamburg aus, wo das Werk sofort bei der Premiere starken Eindruck machte. Dann wurde sie in Wien zwei Saisons hindurch gespielt. Den Welterfolg brachten erst die Aufführungen in London und Paris". Die Operette wurde zum Welterfolg. Allein das Jahr 1910 brachte 18.000 Aufführungen in zehn Sprachen. Bis 1945, dem Todesjahr von Franz Lehár, wurde sie 300.000 Mal aufgeführt - und bis heute fünfmal verfilmt.» (mdr Presse)

Merry Widow ist ein Film, der im Jahr 1934 in USA produziert wurde. Regie führte Ernst Lubitsch, mit Shirley Chambers, Herman Bing, Ruth Channing, Maurice Chevalier, Minna Gombell, in den wichtigsten Rollen.

Referenzen zum Film in anderen Datenbanken:

    Unter anderem wurde der Film bei folgenden Filmfestivals aufgeführt:


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